Educational
06
Nach drei Tagen bei Oma: Warum ich meinen Sohn nie wieder bei meiner Schwiegermutter lasse – Wie unsere kleine Auszeit zum Albtraum wurde und was deutsche Eltern daraus lernen können
Mit fest zusammengepressten Lippen stand ich im Flur: Niemals werde ich meinen Sohn noch einmal bei ihr lassen!
Homy
Was ist denn hier los? Wohin willst du? Und wer kocht jetzt das Essen? — Warum rennst du denn so weg? Irgendjemand muss doch das Essen machen! — fragte der Mann besorgt, als er sah, was Antonina nach dem Streit mit seiner Mutter tat. Antonina blickte aus dem Fenster. Trübe Wolken, obwohl es schon Frühlingsanfang war. In ihrer kleinen Stadt im Norden Deutschlands gab es fast nie sonnige Tage. Vielleicht wirkten deshalb die Menschen hier oft mürrisch und kühl. Auch Antonina bemerkte immer öfter, dass sie überhaupt nicht mehr lächelte, und die ständige Sorgenfalte auf ihrer Stirn ließ sie mindestens zehn Jahre älter erscheinen. — Mama! Ich gehe spazieren, — rief ihre Tochter Lena. — Ja, ja, — nickte Antonina. — Was soll das „ja, ja“? Gib mir Geld. — Seit wann kosten Spaziergänge Geld? — seufzte Antonina. — Mama! Warum diese Fragen? Los, jetzt! Was, so wenig? — Das reicht für ein Eis. — Du bist so geizig, — meckerte Lena, aber ihre Mutter hörte das nicht mehr, denn Lena war schon zur Tür raus. Unglaublich… — schüttelte Antonina den Kopf und erinnerte sich daran, wie süß Lena war, bevor die Pubertät einsetzte. — Toni, ich habe Hunger! Dauert das noch lange?! — rief der Mann, Markus, unzufrieden. — Bediene dich selbst, — meinte sie gleichgültig und stellte ihm den Teller auf den Tisch. — Kannst du ihn mir bringen? Antonina hätte den Topf beinahe fallen lassen. Was denkt der sich eigentlich… — Gegessen wird in der Küche, Markus. Willst du — iss, willst du nicht — lass es, — sagte sie und setzte sich allein an den Tisch. Nach etwa fünfzehn Minuten kam Markus in die Küche. — Kalt… Igitt… — Ich hab’s länger stehen lassen. — Ich hab dich doch gebeten! Keine Spur von Zuneigung! Du weißt doch, dass ich Fußball schaue! — schlang Markus hastig das Hähnchen hinunter. — Schmeckt nicht. Antonina verdrehte nur die Augen. Mit dem Fußball war Markus wie ein ganz anderer Mensch. Wetten, Fanartikel, teure Tickets… In der Jugend war an Sport gar nicht zu denken. Ohne sich an den Tisch zu setzen, schnappte Markus sich eine Bierdose, „Frische-Knusper“-Chips und verschwand wieder vor dem Fernseher. Toni blieb allein in der Küche, um das schmutzige Geschirr zu spülen. Alles umsonst. Niemand weiß es zu schätzen. Nach ihrer anstrengenden Schicht als Stationsschwester war sie total erschöpft. Ständig kamen die Leute mit ihren Problemen in die Klinik. Stress im Job und zu Hause keine Ecke Wärme, sondern die zweite Schicht. Servieren–Abräumen–Spülen–Putzen. — Gibt’s noch welches? — Markus griff sich eine neue Büchse aus dem Kühlschrank. — Warum ist nichts mehr da? — Du hast ja alles leergetrunken! Soll ich das auch noch besorgen?! Sei mal ehrlich, Markus! — platze es aus Antonina. — So feinfühlig… — meinte er sarkastisch und knallte wütend die Tür hinter sich zu, um sich „für das nächste Spiel“ im Kiosk zu bevorraten. Antonina beschloss, schlafen zu gehen, denn am nächsten Tag wartete wieder viel Arbeit. Aber sie konnte nicht einschlafen. Sie sorgte sich um ihre Tochter, wo sie wohl war, mit wem? Es war bereits dunkel draußen, doch von Lena keine Spur. Sie traute sich nicht anzurufen, weil Lena dann immer ausflippte. — Blamier mich nicht vor meinen Freunden! Hör auf anzurufen! — brüllte Lena ins Telefon. Nach solchen Anrufen hatte Toni es aufgegeben und redete sich ein, dass ihre Tochter kürzlich achtzehn geworden war. Arbeiten wollte sie nicht, fürs Studium fühlte sie sich auch nicht bereit. Nach dem Abi entschied Lena, erst mal eine Pause zu machen, um „sich selbst zu finden“. Nach einem kurzen Nickerchen hörte Antonina den Jubelschrei ihres Mannes — als hätte jemand ein Tor geschossen. Dann kam der Nachbar zum Fachsimpeln vorbei und brachte noch seine Freundin mit – gemeinsam „fieberten“ sie bis tief in die Nacht. Später kam Lena, klapperte mit den Tellern und ging ins Bett. Kaum war endlich alles ruhig und Toni schlief, heulte die Katze los, weil sie Futter wollte. — Gibt es in diesem Haus eigentlich jemanden außer mir, der die Katze füttert?! — genervt und mit Migräne schlich Antonina aus dem Zimmer. Sie wollte, dass man sie hört. Doch die Tochter saß mit Kopfhörern da und drehte nur mit dem Finger am Kopf, und Markus war vor dem Fernseher eingeschlafen, Bierdose noch in der Hand. „Ich hab die Nase voll… Mir reicht‘s einfach!“ — dachte Toni. Am nächsten Tag wurde sie vom Anruf der Schwiegermutter geweckt. — Antonina, mein Schatz, weißt du noch, dass es an der Zeit ist, Gemüse zu pflanzen? Und aufs Land sollten wir auch mal fahren… Ordnung im Garten machen. — Ich weiß, — seufzte Toni. — Dann fahren wir morgen. Ihren einzigen freien Tag verbrachte Antonina im Schrebergarten, kommandiert von der Schwiegermutter. — So kehrst du falsch! Du musst den Besen anders halten! — rief diese vom Bänkchen aus. — Ich bin fast fünfzig, Vera, ich schaff das schon allein, — wagte Toni zu antworten. — Und Markus… — Wo ist denn Ihr Markus? Warum ist er nicht mitgekommen? Warum musste ich Sie und mich stundenlang mit dem Linienbus herbringen? Und immer nur Ihr Markus, Ihr Markus… — Er ist halt müde. — Und ich? Glaube Sie, ich wäre nie müde? Dann ging es erst richtig los… Antonina bereute es, nicht geschwiegen zu haben. Vera war redselig und bestand immer auf Recht und Ordnung – ihre Ordnung. Ihr Leben lang hatte sie nur Markus gelobt, während Toni für sie stets „die duldbare Magd“ war. Zurück fuhren sie in verschiedenen Ecken des Busses. Am nächsten Tag beschwerte sich Vera beim Sohn über die Schwiegertochter – und Markus war außer sich. — Wie konntest du meiner Mutter so antworten?! — schimpfte Markus. — Wenn sie nicht wäre… — Was? — Antonina verschränkte die Arme. Sie wusste, sie konnte diesen ausbeuterischen Umgang nicht länger ertragen. — Dann hättest du nur in der Praxis gearbeitet! — meinte er und spielte sein Trumpf-Ass, um ihr einzubläuen, dass er und seine Mutter ihr zum Job in der Klinik verholfen hatten. Dort gab es mehr Geld, aber die Nerven zahlte sie obendrauf. Schon öfter hatte Toni bedauert, nicht in der ruhigen Arztpraxis geblieben zu sein. — Wo willst du hin? Markus war schockiert, als er sah, was Toni nun tat. Was Toni dann machte, hätte Markus sich nie vorstellen können!
Was ist denn jetzt los? Wohin gehst du? Und wer macht dann das Essen? Wohin rennst du denn?
Homy
Educational
09
Was ist bloß mit den Männern von heute los? Ich habe einen eingeladen, weil ich hoffte, dass sich etwas zwischen uns entwickelt!
15.November 2025 Mein Tagebuch Was ist nur los mit den Frauen heutzutage! Ich habe neulich eine Frau
Homy
Was ist denn hier los? Wohin willst du? Und wer kocht jetzt das Essen? — Warum rennst du denn so weg? Irgendjemand muss doch das Essen machen! — fragte der Mann besorgt, als er sah, was Antonina nach dem Streit mit seiner Mutter tat. Antonina blickte aus dem Fenster. Trübe Wolken, obwohl es schon Frühlingsanfang war. In ihrer kleinen Stadt im Norden Deutschlands gab es fast nie sonnige Tage. Vielleicht wirkten deshalb die Menschen hier oft mürrisch und kühl. Auch Antonina bemerkte immer öfter, dass sie überhaupt nicht mehr lächelte, und die ständige Sorgenfalte auf ihrer Stirn ließ sie mindestens zehn Jahre älter erscheinen. — Mama! Ich gehe spazieren, — rief ihre Tochter Lena. — Ja, ja, — nickte Antonina. — Was soll das „ja, ja“? Gib mir Geld. — Seit wann kosten Spaziergänge Geld? — seufzte Antonina. — Mama! Warum diese Fragen? Los, jetzt! Was, so wenig? — Das reicht für ein Eis. — Du bist so geizig, — meckerte Lena, aber ihre Mutter hörte das nicht mehr, denn Lena war schon zur Tür raus. Unglaublich… — schüttelte Antonina den Kopf und erinnerte sich daran, wie süß Lena war, bevor die Pubertät einsetzte. — Toni, ich habe Hunger! Dauert das noch lange?! — rief der Mann, Markus, unzufrieden. — Bediene dich selbst, — meinte sie gleichgültig und stellte ihm den Teller auf den Tisch. — Kannst du ihn mir bringen? Antonina hätte den Topf beinahe fallen lassen. Was denkt der sich eigentlich… — Gegessen wird in der Küche, Markus. Willst du — iss, willst du nicht — lass es, — sagte sie und setzte sich allein an den Tisch. Nach etwa fünfzehn Minuten kam Markus in die Küche. — Kalt… Igitt… — Ich hab’s länger stehen lassen. — Ich hab dich doch gebeten! Keine Spur von Zuneigung! Du weißt doch, dass ich Fußball schaue! — schlang Markus hastig das Hähnchen hinunter. — Schmeckt nicht. Antonina verdrehte nur die Augen. Mit dem Fußball war Markus wie ein ganz anderer Mensch. Wetten, Fanartikel, teure Tickets… In der Jugend war an Sport gar nicht zu denken. Ohne sich an den Tisch zu setzen, schnappte Markus sich eine Bierdose, „Frische-Knusper“-Chips und verschwand wieder vor dem Fernseher. Toni blieb allein in der Küche, um das schmutzige Geschirr zu spülen. Alles umsonst. Niemand weiß es zu schätzen. Nach ihrer anstrengenden Schicht als Stationsschwester war sie total erschöpft. Ständig kamen die Leute mit ihren Problemen in die Klinik. Stress im Job und zu Hause keine Ecke Wärme, sondern die zweite Schicht. Servieren–Abräumen–Spülen–Putzen. — Gibt’s noch welches? — Markus griff sich eine neue Büchse aus dem Kühlschrank. — Warum ist nichts mehr da? — Du hast ja alles leergetrunken! Soll ich das auch noch besorgen?! Sei mal ehrlich, Markus! — platze es aus Antonina. — So feinfühlig… — meinte er sarkastisch und knallte wütend die Tür hinter sich zu, um sich „für das nächste Spiel“ im Kiosk zu bevorraten. Antonina beschloss, schlafen zu gehen, denn am nächsten Tag wartete wieder viel Arbeit. Aber sie konnte nicht einschlafen. Sie sorgte sich um ihre Tochter, wo sie wohl war, mit wem? Es war bereits dunkel draußen, doch von Lena keine Spur. Sie traute sich nicht anzurufen, weil Lena dann immer ausflippte. — Blamier mich nicht vor meinen Freunden! Hör auf anzurufen! — brüllte Lena ins Telefon. Nach solchen Anrufen hatte Toni es aufgegeben und redete sich ein, dass ihre Tochter kürzlich achtzehn geworden war. Arbeiten wollte sie nicht, fürs Studium fühlte sie sich auch nicht bereit. Nach dem Abi entschied Lena, erst mal eine Pause zu machen, um „sich selbst zu finden“. Nach einem kurzen Nickerchen hörte Antonina den Jubelschrei ihres Mannes — als hätte jemand ein Tor geschossen. Dann kam der Nachbar zum Fachsimpeln vorbei und brachte noch seine Freundin mit – gemeinsam „fieberten“ sie bis tief in die Nacht. Später kam Lena, klapperte mit den Tellern und ging ins Bett. Kaum war endlich alles ruhig und Toni schlief, heulte die Katze los, weil sie Futter wollte. — Gibt es in diesem Haus eigentlich jemanden außer mir, der die Katze füttert?! — genervt und mit Migräne schlich Antonina aus dem Zimmer. Sie wollte, dass man sie hört. Doch die Tochter saß mit Kopfhörern da und drehte nur mit dem Finger am Kopf, und Markus war vor dem Fernseher eingeschlafen, Bierdose noch in der Hand. „Ich hab die Nase voll… Mir reicht‘s einfach!“ — dachte Toni. Am nächsten Tag wurde sie vom Anruf der Schwiegermutter geweckt. — Antonina, mein Schatz, weißt du noch, dass es an der Zeit ist, Gemüse zu pflanzen? Und aufs Land sollten wir auch mal fahren… Ordnung im Garten machen. — Ich weiß, — seufzte Toni. — Dann fahren wir morgen. Ihren einzigen freien Tag verbrachte Antonina im Schrebergarten, kommandiert von der Schwiegermutter. — So kehrst du falsch! Du musst den Besen anders halten! — rief diese vom Bänkchen aus. — Ich bin fast fünfzig, Vera, ich schaff das schon allein, — wagte Toni zu antworten. — Und Markus… — Wo ist denn Ihr Markus? Warum ist er nicht mitgekommen? Warum musste ich Sie und mich stundenlang mit dem Linienbus herbringen? Und immer nur Ihr Markus, Ihr Markus… — Er ist halt müde. — Und ich? Glaube Sie, ich wäre nie müde? Dann ging es erst richtig los… Antonina bereute es, nicht geschwiegen zu haben. Vera war redselig und bestand immer auf Recht und Ordnung – ihre Ordnung. Ihr Leben lang hatte sie nur Markus gelobt, während Toni für sie stets „die duldbare Magd“ war. Zurück fuhren sie in verschiedenen Ecken des Busses. Am nächsten Tag beschwerte sich Vera beim Sohn über die Schwiegertochter – und Markus war außer sich. — Wie konntest du meiner Mutter so antworten?! — schimpfte Markus. — Wenn sie nicht wäre… — Was? — Antonina verschränkte die Arme. Sie wusste, sie konnte diesen ausbeuterischen Umgang nicht länger ertragen. — Dann hättest du nur in der Praxis gearbeitet! — meinte er und spielte sein Trumpf-Ass, um ihr einzubläuen, dass er und seine Mutter ihr zum Job in der Klinik verholfen hatten. Dort gab es mehr Geld, aber die Nerven zahlte sie obendrauf. Schon öfter hatte Toni bedauert, nicht in der ruhigen Arztpraxis geblieben zu sein. — Wo willst du hin? Markus war schockiert, als er sah, was Toni nun tat. Was Toni dann machte, hätte Markus sich nie vorstellen können!
Was ist denn jetzt los? Wohin gehst du? Und wer macht dann das Essen? Wohin rennst du denn?
Homy
Educational
011
Die Tochter: Ein bewegendes Schicksal in unserer Zeit
12. Dezember 2025 Heute war wieder ein Tag, der mir den Atem raubt. Beim Bezahlen an der Kasse in der
Homy
Educational
07
Eine alte Geschichte aus dem Nachkriegsdeutschland: Das Schicksal der Alewtina, die in einem kleinen Dorf ums Überleben kämpft, und die bewegende Lebensreise der jungen Varvara zwischen Liebe, Verrat und dem harten Alltag einer deutschen Dorfgemeinschaft
12. Dezember 1950 Oft frage ich mich, wie ich diese Zeit überlebt habe. Nach dem Krieg, in unserem kleinen
Homy
Educational
09
Eine alte Geschichte aus dem Nachkriegsdeutschland: Das Schicksal der Alewtina, die in einem kleinen Dorf ums Überleben kämpft, und die bewegende Lebensreise der jungen Varvara zwischen Liebe, Verrat und dem harten Alltag einer deutschen Dorfgemeinschaft
12. Dezember 1950 Oft frage ich mich, wie ich diese Zeit überlebt habe. Nach dem Krieg, in unserem kleinen
Homy
Educational
08
Die Schwiegermutter wird nie satt: Ein Familienkonflikt auf der Überholspur
Hast du etwa Angst, meiner Mutter ein Stück Fleisch zu sparen? Du hast ja nichts gekauft und auch nicht gekocht.
Homy
Sechs Jahre voller Fragen: Warum war unsere Schwiegertochter uns gegenüber so abweisend?
Sechs Stunden fragte ich mich: Warum war unsere Schwiegertochter uns gegenüber so abweisend?
Homy
Educational
08
Die listige Verwandte
Geh zur Stadtverwaltung und frag nach!, zuckte Tante Frida Kaiser mit den Schultern. Aber Sie merkte
Homy