Educational
016
Als Marina sich in den Ehemann ihrer Freundin verliebte, wurde ihr Leben zur Qual – Tag und Nacht dachte sie nur noch an ihn. Warum musste sie Valentina überhaupt besuchen? Jahre zuvor hatte sie ihre Freundschaft als entbehrlich abgestempelt und den Kontakt einschlafen lassen. Doch nach einem zufälligen Wiedersehen auf einer Kunstausstellung ließ sie sich aus Neugier zu einem Besuch überreden – und war plötzlich besessen. Sie schlief ein und sah nur sein Gesicht vor sich, wachte auf und dachte wieder an ihn. Wie hatte es Valentina geschafft, diesen Mann – einen erfolgreichen Anwalt mit Stadtvilla und mehreren Autos (SUV fürs Wetter, Coupé für die City, Familienstretchlimousine und ein kleines rotes Audi-Cabrio für sie) – zu erobern, wo sie doch nur als Verkäuferin in einer Schuhboutique arbeitete und kaum zur schicken Münchner Gesellschaft zählte? Warum läuft bei Marina, trotz guter Position als Bankangestellte und eigener Wohnung, in Sachen Männer alles schief? Beim nächsten Besuch erzählt Valentina ihr die Geschichte eines jungen Mannes, der unsterblich in die Frau seines Freundes verliebt war, und wie er lernte, der Sehnsucht Herr zu werden. Während Marina zwischen Sehnsucht und Neid schwankt, findet sie in Valentinens inspirierender Künstlerwerkstatt endlich wieder Zugang zu ihrem alten Traum, dem Malen – und vielleicht einen Weg, selbst glücklich zu werden, ohne das Glück anderer zu beneiden.
Martina hat sich in den Ehemann ihrer Freundin verliebt, und ihr Leben ist seither ein Albtraum.
Homy
Irina war die unscheinbarste Gästin auf Marinas Geburtstag – Zwei schüchterne Seelen, die sich zwischen Zurückhaltung und neuem Lebensmut im studentischen München finden
Liebes Tagebuch,gestern war ich wohl die unauffälligste Besucherin auf Beatrices Geburtstagsparty.
Homy
Educational
09
Anja hatte gar nicht bemerkt, wie in die Wohnung der verstorbenen Oma Katharina neue Nachbarn einzogen – bis sie ihnen eines Morgens auf dem Treppenabsatz begegnete. Sie schloss gerade ihre Tür, als sich die nebenan öffnete: Erst erschien ein Mann, dann ein Junge mit riesigem Schulranzen. „Ein Erstklässler“, dachte Anja und beschloss, freundlich Hallo zu sagen. So war es in diesem Haus schon immer üblich gewesen – man grüßte sich, kannte sich, war eine Gemeinschaft, egal, aus welchem Treppenhaus man kam. „Guten Morgen!“, lächelte Anja den Jungen an, der sie schüchtern musterte („Ein kleines Spätzchen“, schoss es ihr durch den Kopf), und der Vater antwortete. Ob sie die neuen Nachbarn seien? Natürlich, aber Anja wollte eben ins Gespräch kommen, auch wenn der Mann einsilbig blieb und darauf drängte, weiterzugehen: „Sascha, komm, sonst kommen wir zu spät.“ Anja beobachtete die beiden nachdenklich – irgendetwas irritierte sie: Vater und Sohn schienen sich fremd zu sein. „Ach, Anja, das geht dich nichts an“, ermahnte sie sich, „was weißt du schon über deren Geschichte?“ Der Herbst kam mit Regen und Kälte, man begegnete sich weiterhin auf dem Flur, meist mit kurzem Gruß. Nur der Vater sprach, der Junge schwieg. Einmal nannte Anja ihn „Sascha“, woraufhin bei dem Kind die Lippe zitterte und der Vater erklärte, er rede nicht, und bitte sie, ihn „Sascha“ zu nennen. Als an einem trüben Abend der Nachbar besorgt anklopfte, weil Sascha Fieber hatte, bot Anja sofort Hilfe an – holte das Fieberthermometer, drückte dem Vater ein paar Pfannkuchen und Marmelade in die Hand und bestand darauf, am nächsten Tag auf Sascha aufzupassen, damit der Arzt kommen konnte. So verging eine Krankheitswoche: Während Sascha schwieg, hörte er interessiert zu, ließ sich die Pfannkuchen schmecken und taute langsam auf. Ein wenig mehr Nähe, ein Lächeln. Als Sascha ihr beim Einkauf half, schenkte Anja ihm eine Schokolade – sein Lächeln war der schönste Dank. Doch kaum war sie zuhause, gab der Vater die Schokolade zurück: Sie würde den Jungen verwöhnen. „Das ist die Belohnung für einen Helden!“, verteidigte Anja sich. Sergej hoffte trotzdem, sein Sohn würde eines Tages wieder sprechen. Im November an ihrem Geburtstag wurde Sascha von seiner Lehrerin gebracht; der Vater war nicht erreichbar. Anja nahm Sascha mit zu sich, kümmerte sich rührend um ihn, doch die Sorge um Sergej ließ sie nicht los. Am nächsten Morgen rief er aus dem Krankenhaus an – ein Unfall, Sascha solle nichts davon erfahren. Zwei Wochen kümmerte Anja sich um den kleinen Jungen, lachte mit ihm, bastelte, wurde langsam Teil seiner Welt. Als Sergej aus dem Krankenhaus zurückkam, war es, als hätte ein neues Kapitel begonnen: Die drei waren füreinander da, wie eine richtige Familie. Kurz vor Sergejs Rückkehr rutschte Anja auf dem Glatteis aus – Sascha, in Sorge, schrie das erste Mal seit Ewigkeiten laut nach „Mama“ und weinte um Anja. Später, als Sergej wieder zuhause war, öffnete Sascha zur großen Überraschung des Vaters selbst die Tür und sagte sein erstes „Papa“ seit sehr langer Zeit. Ein Augenblick voller Glück, Liebe und Neubeginn. Den Jahreswechsel feierten sie gemeinsam – und Sascha war wohl das glücklichste Kind der Welt, denn nun hatte er wieder eine Familie, eine Mama und einen Papa. — Das neue Glück im Altbau: Wie Nachbarschaft, Hilfsbereitschaft und ein Kinderlächeln Anjas Leben für immer veränderten
Anja bemerkt gar nicht, wann in die Wohnung der verstorbenen Oma Käthe neue Nachbarn eingezogen sind.
Homy
Educational
011
Vergeltung: Als Julia nach der Arbeit zur Bushaltestelle geht, wird sie von ihrer ehemaligen Schwiegermutter abgefangen, die ihr mit vorwurfsvollem Ton die Trennung von Dima vorwirft. Doch Julia erinnert daran, wie genau diese Frau sie vor eineinhalb Jahren in ihrer eigenen Küche davon abriet, den “lieben” Dima zu heiraten, um ja nicht in die Rolle des ewigen “Klotzes am Bein” zu geraten. Jetzt, nachdem Dima nach einem selbstverschuldeten Unfall auf Julias Unterstützung hofft, entscheidet sie sich, ebenso pragmatisch zu handeln wie einst seine Familie es ihr empfahl: Sie verlässt ihn und bedankt sich bei “Frau Schneider” dafür, dass sie nie geheiratet haben – so bleibt ihr jeglicher Ehe- oder Unterhaltsstreit erspart. Mit trotzigem Stolz verabschiedet sich Julia und denkt an den nächsten Schritt – eine eigene Wohnung, ganz ohne Altlasten, auch wenn das Herz noch hadert: Denn Loyalität verdient nur, wer selbst dazu bereit ist.
Weißt du, neulich nach Feierabend, ich hab kaum das Büro verlassen, da kam mir die Mutter von Kai entgegen
Homy
Educational
07
Der Betrug der Schwiegermutter – „Meine lieben Kinder! Ich freue mich so sehr, euch zu eurer Hochzeit zu gratulieren! Zu diesem Anlass schenke ich euch mein Landhaus! Es gibt natürlich einiges zu tun, aber ihr seid ja so fleißig und handwerklich geschickt, ihr schafft das schon!“ Kira erinnerte sich mit Grauen an den Tag ihrer Hochzeit – wegen der Glückwünsche ihrer Schwiegermutter. Oder eher wegen ihrer eigenen Naivität und kindlichen Freude über das Geschenk. Und das Geschenk war wirklich beeindruckend: ein zweistöckiges Haus mit großem Grundstück, Pool, etwas verwildert, aber durchaus ordentlich. Das Haus hatte Anna Viktoria, die Mutter von Michael, Kiris Ehemann, von einem ihrer Männer bekommen. Sie selbst nutzte es nie, beim Verkauf wurde ein viel zu niedriger Preis geboten. Deshalb entwickelte die Frau einen einfachen, aber wirkungsvollen Plan: Sie schenkte das ungeliebte Haus einfach Sohn und Schwiegertochter. Doch die wahren Absichten der Mutter erfuhren sie erst viel später …
DER SCHWINDEL DER SCHWIEGERMUTTER Meine lieben Kinder! Es ist mir eine große Freude, euch zu eurer Eheschließung
Homy
Educational
010
Jens und seine Frau Ulrike lebten nie wirklich harmonisch zusammen… Doch ein Kind hatten sie schließlich bekommen – das ist ja keine große Kunst. Seine Frau passte dennoch nicht zu ihm: Er stammte aus einer gebildeten Familie, hatte studiert, während sie nach dem Abschluss der Berufsschule einfach ein Mädchen vom Land war. Damals, in jungen Jahren, hatte die Liebe – oder eher die Leidenschaft – alle Unterschiede zwischen ihnen aufgehoben. Wahrscheinlich war das ein Fehler. Heute ließen sie sich scheiden. Nur Jens hatte wirklich Bedauern – allerdings nur, weil sein Sohn bei Ulrike bleiben würde. Und sie, ihrem Tonfall nach zu urteilen, würde ihm Kirillchen wohl nicht oft sehen lassen. Tatsächlich fuhr seine Ex-Frau gleich zu ihrer Mutter in eine andere Region. Eine Adresse ließ sie ihm natürlich nicht zurück. Offenbar hielt sie das nicht für notwendig. Für Jens begannen graue, trostlose Tage. Er hatte sich daran gewöhnt, von der Arbeit nach Hause zu eilen, dorthin, wo man auf ihn wartete. Ein halbes Jahr verging. In dieser Zeit hatte Jens nichts über seine Ex-Frau oder seinen Sohn gehört. Deshalb war er sehr überrascht, als spät abends plötzlich eine Frau anrief. Nach einigen Minuten verstand Jens endlich, dass er vom Jugendamt angerufen wurde. Mit nüchternem Ton erklärte ihm eine Frau, dass seine Ex-Frau unerwartet verstorben sei und er seinen Sohn abholen müsse. Vor Ort stellte Jens fest, dass sein Sohn nicht beim Jugendamt war. Ulrikes Mutter war nämlich bereits verstorben – sie hatte das Kind bei der alten Uroma untergebracht und sich selbst hemmungslos ins Leben gestürzt. Das Ende: Sie starb an einer Alkoholvergiftung. Zu viel getrunken. Nun musste Jens Kirill alleine großziehen. Darüber war er überglücklich, aber zuerst mussten sie den Jungen bei seiner Urgroßmutter abholen. Doch der Sohn, so sehr er sich auch über seinen Vater freute, klammerte sich fest an das dürre Häufchen Mensch und schrie: „Oma, gib mich nicht weg!“ Jens’ Herz zog sich bei diesem Anblick schmerzhaft zusammen. Die alte Frau schwieg, doch auch sie schien ihren Urenkel nicht loslassen zu wollen. Er brachte es nicht übers Herz, das Kind einfach mitzunehmen, sondern musste darüber nachdenken. Auf der Veranda rauchte er lange und überlegte, was zu tun war – doch seine Gedanken blieben wirr. Als er wieder ins Haus kam, war Kirill eingeschlafen, das Gesicht an Großmutters Schoß gedrückt, während sie ihm liebevoll über den Kopf strich und leise vor sich hin summte. Jens entschied: Die Nacht bringt Rat, er würde die Entscheidung vertagen. Am nächsten Morgen forderte er die alte Dame auf, Sachen zu packen – ihre eigenen und die des Jungen. Sie sollte fürs Erste bei ihnen wohnen, damit sich Kirill wieder an ihn gewöhnte und die Großmutter nach und nach in den Hintergrund treten könnte. Später würde sie dann unauffällig fortziehen. Doch alles kam anders. Jens wusste selbst nicht, wie er sich mehr an die Großmutter band als an seinen eigenen Sohn. An ihre frischen Pfannkuchen morgens, ihre spannenden Geschichten aus der Vergangenheit, ihre zärtlichen Hände, mit denen sie ihn und Kirill zudeckte, wenn sie schliefen. Er konnte und wollte nicht mehr auf sie verzichten – das wäre ein Verbrechen gewesen, sowohl gegenüber seinem Sohn als auch gegenüber sich selbst. So blieb die unersetzliche Großmutter bis zu ihrem allerletzten Tag in ihrem Zuhause…
Jens und seine Frau Brunhilde hatten eigentlich nie wirklich harmonisch zusammengelebt…
Homy
Einfach legte er sich vor meine Tür nieder … Es war im Januar, in der kältesten Frostperiode seit Jahren. Der Schnee reichte mir bis zu den Knien, die Luft war schneidend wie ein Messer, und der Wind peitschte so heftig, dass selbst das Atmen wehtat. Unser Dörfchen war winzig, an den Randgebieten fast verschollen – kaum noch jemand lebte hier. Die einen waren zu ihren Kindern in die Stadt gezogen, die anderen auf den Friedhof. Nur die, die keinen anderen Ort mehr hatten, blieben – so wie ich. Seit dem Tod meines Mannes und dem Auszug der Kinder war das Haus nicht nur außen, sondern auch innen leerer geworden. Die Wände, einst voller Stimmen, waren verstummt. Ich heizte den Kachelofen, kochte mir bescheidenes Essen – Suppe, Grütze, Ei. Streute Brotkrumen aufs Fensterbrett für die Vögel. Meine Zeit verbrachte ich mit alten, zerlesenen Büchern. Der Fernseher blieb meist aus – dort gibt es nur Lärm, keine Worte. In der Stille begann ich zu hören, wie das Haus im Wind seufzt, wie der Schneesturm über den Schornstein heult, wie das Holz in der Kälte ächzt. Und dann erschien er. Ich hörte Kratzen an der Veranda. Dachte erst, es sei eine Elster oder die Katze vom Nachbarn. Doch das Geräusch war anders – kaum hörbar, als kratzte jemand mit letzter Kraft. Ich öffnete die Tür – und der Frost schlug mir wie eine Ohrfeige entgegen. Ich sah nach unten – und erstarrte. Im Schneehaufen kauerte ein kleines, schwarzes, völlig verschmutztes Wesen. Keine Katze – eher ein Schatten. Doch seine Augen… leuchtend gelbe Augen, wie bei einer Eule, blickten mich an. Nicht bittend, sondern fordernd. Als wollten sie sagen: „Bis hierher bin ich gekommen. Entweder nimmst du mich auf oder schickst mich fort. Weiter – geht nicht mehr.“ Eine seiner Vorderpfoten fehlte. Die Wunde alt, verkrustet, ohne Blut, mit einer Narbe. Sein Fell hing in Büscheln, voller Kletten und Dreck. Die Knochen stachen hervor. Nur Gott weiß, was er alles durchgemacht hat, bis er zu meinem Haus gelangte. Ich stand eine Weile, schluckte, dann ging ich die Stufen hinunter. Er rührte sich nicht. Lief nicht weg, fauchte nicht, kauerte sich nicht zusammen. Zuckte nur leicht, als ich die Hand nach ihm ausstreckte, dann verharrte er wieder reglos. Ich hob ihn hoch und trug ihn hinein ins Haus. Er war leichter als eine Feder. Ich dachte: „Er wird nicht überleben. Nicht einmal bis morgen früh.“ Doch ich legte ihn auf den Teppich neben dem Ofen, gab ihm ein altes Kissen, daneben stellte ich eine Schale Wasser und etwas Hähnchenfleisch. Er rührte nichts an. Lag einfach nur da. Schwer atmend, als koste jede Bewegung Kraft. Ich setzte mich zu ihm. Beobachtete ihn. Und plötzlich verstand ich: Er ist wie ich. Müde, verletzt, aber noch am Leben. Hält noch durch. Die ganze Woche pflegte ich ihn wie ein Baby. Aß neben ihm, damit er sich nicht allein fühlte. Sprach mit ihm. Erzählte ihm meinen Tag, klagte über meine Gesundheit, erinnerte mich an meinen Mann, den ich im Traum immer noch rufe. Er hörte zu. Wirklich zu. Manchmal öffnete er die Augen, als wolle er flüstern: „Ich bin da. Du bist nicht allein.“ Nach ein paar Tagen trank er zum ersten Mal etwas Wasser. Dann – leckte er Grütze von meinem Finger. Kurze Zeit später versuchte er aufzustehen. Stand auf, schwankte und fiel zurück. Doch gab nicht auf. Am nächsten Tag versuchte er es wieder. Und schaffte es. Stand. Humpelte, unsicher, aber er lief. Ich nannte ihn Wunder. Denn anders konnte ich ihn nicht nennen. Von diesem Tag an begleitete er mich überall hin – in den Hühnerstall, auf die Veranda, in die Speisekammer. Schlief am Fußende meines Bettes, miaute leise, wenn ich mich drehte, als wolle er fragen: „Bist du bei mir?“ Und wenn ich weinte, meist abends, kroch er zu mir, schmiegte sich an mich und sah mir in die Augen. Er heilte mich. Spiegelbild. Sinn. Meine Nachbarin, Frau Schmidt, schüttelte nur den Kopf: – Anna, du bist doch komplett verrückt geworden! Auf der Straße gibt es davon so viele wie Sterne am Himmel. Warum ausgerechnet dieser? Ich zuckte nur mit den Schultern. Wie hätte ich ihr erklären können, dass dieser schwarze, verstümmelte Kater mich gerettet hat? Dass ich, seit er bei mir ist, wieder lebe – nicht nur existiere? Im Frühling wärmte er sich auf der Veranda, jagte Schmetterlinge. Lernte, auf seine Weise zu laufen – auf drei Beinen. Anfangs stolperte er noch, aber schnell wurde er sicher. Fing sogar an zu jagen – brachte mir einmal stolz eine Maus, zeigte sie mir, dann legte er sich schlafen. Einmal war er einen ganzen Tag verschwunden. Ich war völlig aufgelöst, suchte ihn überall, rief nach ihm, durchstreifte sogar den Wald. Abends tauchte er wieder auf – das Gesicht zerkratzt, aber mit stolzem Gang. Vielleicht hatte er seine Vergangenheit besucht oder eine Rechnung beglichen. Danach schlief er drei Tage durch, kam kaum auf die Beine. Fünf Jahre lebte er bei mir. Er hat nicht nur überlebt – er hat gelebt. Mit seinen eigenen Angewohnheiten, seiner Laune, seinem Charakter. Mochte Butter-Hirsebrei, hasste den Staubsauger, versteckte sich bei Gewitter – unter die Decke, oder wenn ich da war, unter meinen Arm. Er wurde schnell alt. Im letzten Jahr ging er kaum noch nach draußen. Schlief mehr, fraß weniger, wurde vorsichtiger. Ich merkte, das Ende naht. Doch jeden Morgen, wenn ich wach wurde, sah ich zuerst nach, ob er noch atmete. Und wenn ja – war ich dankbar. Im Frühling wachte er irgendwann einfach nicht mehr auf. Lag da, wie immer, auf seinem Platz neben dem Ofen. Nur die Augen öffnete er nicht mehr. Ich setzte mich zu ihm, legte meine Hand auf ihn – er war noch warm. Doch mein Herz wusste es. Die Tränen kamen nicht sofort. Ich streichelte ihn lange, flüsterte: „Danke, mein Wunder. Du warst alles. Ohne dich gäbe es mich nicht mehr.“ Ich begrub ihn unter dem alten Apfelbaum. Dort, wo er im Sommer gern im Schatten lag. Legte ihn in eine Schachtel, ausgelegt mit weichem Flanellhemd. Verabschiedete mich still. Ehrlich. Jetzt sind drei Jahre vergangen. Heute lebt eine andere Katze bei mir – getigert, jung, draufgängerisch. Sie ist gar nicht wie er. Doch manchmal, besonders abends, als sähe ich am Türrahmen einen schwarzen Schatten. Oder hörte ein vertrautes Geräusch. Dann lächle ich. Denn ich weiß: Er ist bei mir. Er – ein Teil von mir. Mein Wunder. Wenn auch du jemanden wie mein Wunder hattest – teile deine Geschichte in den Kommentaren.
Sie legte sich einfach vor meine TürEs war im Januar, mitten im härtesten Winter, den wir seit Jahren
Homy
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013
Zufälle sind keine Zufälle – Wie eine nächtliche Begegnung am Stadtrand Matvejs Leben veränderte: Von langen Schichten als Taxifahrer, schrulligen Fahrgästen und der überraschenden Entscheidung, einer gestrandeten jungen Frau mit großem Koffer nicht nur eine Fahrt, sondern auch ein neues Zuhause zu schenken
ZUFÄLLE SIND KEIN ZUFALL Matthias fuhr gemütlich durch die Randgebiete von München nach Hause.
Homy
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09
Geschenk des Schicksals – Von zerrissenen Strumpfhosen bis zum Neuanfang: Wie ein Ehemann an Silvester seine Hoffnung, seine Frau und sein altes Leben zurückließ und Jahre später im Kloster auf Bali eine unerwartete Wiederbegegnung erlebte
Ein Geschenk des Schicksals Meine Frau zog ihre Strumpfhose aus, hängte sie an den Haken im Flur und
Homy
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06
„Kannst du wenigstens mal dein Bett machen, Prinzchen? – Schwiegertochter schmiedet cleveren Plan, um die Verwandten des Ehemanns aus der Wohnung zu bekommen (Finale)“
Vielleicht räumst du wenigstens dein Bett selbst auf, Prinzchen? Die Schwägerin schmiedete einen raffinierten
Homy