Educational
09
Tamara stellt ihrem Mann Stepan zwei Quark-Pfannkuchen auf den Teller, dreht sich zum Herd, um weitere fertig zu braten, und sieht, wie er lustlos im Essen stochert. „Was ist denn heute los mit dir? Iss schnell, sonst kommst du zu spät zur Arbeit.“ Stepan isst sein Frühstück, seufzt und steht vom Tisch auf. „Vergiss die belegten Brote nicht.“ – Sie reicht ihm ein Päckchen in Butterbrotpapier. Nachdem ihr Mann gegangen ist, erledigt sie die üblichen Hausarbeiten, dann will sie einkaufen gehen. Im Flur trifft sie auf Herrn Fritsche aus dem zweiten Stock. „Ist Stepan daheim? Ich wollte ihn zum Spiel einladen.“ „Was für ein Spiel denn? Bist du verrückt, Alter?“ – Tamara blickt den Nachbarn streng an. „Ach, keine Sorge, ich meine natürlich Domino im Hof. Die Wittes sind aufs Land gefahren, uns fehlt ein Mitspieler.“ – Fritsche hält die Dominobox hoch. „Stepan ist auf der Arbeit. Weißt du das nicht? Heute ist Freitag.“ Tamara macht sich bereit, die Treppe hinunterzugehen. „Ach, hat er wieder einen Job? Na sowas! Kann der Rentner nicht zu Hause bleiben.“ – Fritsche grinst, sieht jedoch Tamaras überraschten Blick und weicht ihr schnell aus. „Moment mal!“, ruft Tamara und hält ihn am Ärmel seines alten, abgetragenen Jacketts fest. „Er hat nie aufgehört zu arbeiten, ist immer noch in seiner Fabrik.“ „Also, ich… ich muss dann gehen…“ – Fritsche versucht sich loszureißen. „Nein, warte! Weiß ich irgendwas nicht? Bleib stehen!“ – Tamara läuft ihm ein Stück nach und ergreift nochmals seinen Arm. „Ach…“, Fritsche kratzt sich am Kopf. „Gut, ich sag’s dir: Er wurde entlassen, in Rente geschickt. Mit 68 – vor zwei Wochen. Hat er’s dir nicht gesagt? Entschuldige, ich dachte, du wüsstest es.“ Er sieht beschämt weg. „Und wo ist er dann den ganzen Tag?“ „Das würde ich jetzt auch gerne wissen“, murmelt Tamara nachdenklich. „Jeden Tag ging er zur Arbeit, hat Brote mitgenommen… Stepan, warte nur, das gibt ein Verhör, wenn du heimkommst! Will wohl Spion spielen im Ruhestand.“ Sie lässt Fritsche los und geht zurück in ihre Wohnung. Sie setzt sich, das Grübeln beginnt: Wo ging Stepan jeden Morgen hin? Sie denkt an den Tag zurück, als er von der Arbeit heimkam und krank war – das ganze Wochenende lang, dann am Montag wieder wie gewohnt zur Arbeit… Plötzlich springt sie auf. „Ich muss ihn finden. Klein ist unser Städtchen ja.“ Vielleicht an der Ruhr, bei den Anglern… Sie schnappt ihre Tasche und geht aus dem Haus. Sie sucht überall, an der Ruhr, im Park, in der Fabrik würde er sich nie blicken lassen – dafür ist er zu stolz. Müde und erschöpft kehrt sie am späten Nachmittag heim und wartet auf Stepan. Endlich, das Schloss knarrt. Stepan tritt ohne auf sie zu sehen ein und setzt sich an den Tisch. „Warum bist du heute schon so früh zurück? Bist du krank?“ – fragt sie besorgt. „Wie immer. Bin nicht früh.“ Er schaut weg. „Wasch dir die Hände, ich decke gleich den Tisch. Gibt Abendessen.“ Tamara steht auf. „Warte.“ Stepan hält sie am Arm, den Kopf gesenkt. „Ich bin wirklich müde. Leg mich hin. Esse später. Mach dir keine Sorgen.“ Er blickt sie an und lächelt matt. Sie achtet darauf, wie schwerfällig er aufsteht. Sie hört das Knarzen des Sofas, als er sich hinlegt. Tamara setzt sich und überlegt, wie sie ihn beruhigen könnte. Es ist doch nichts dabei, wenn er zuhause bleibt – sie weiß ja jetzt alles, das Theater ums Arbeiten läuft ins Leere. Sie würde schon für Beschäftigung sorgen, im Schrebergarten gibt es Arbeit in Hülle und Fülle. Ihre Schwester lädt sie schon lange ein. Die Pilzsaison ist auch bald… Sie betritt das Zimmer; Stepan liegt mit geschlossenen Augen auf der Seite, eine Hand unters Gesicht gelegt, die andere beinahe bis zum Boden hängend. Sie hebt seine Hand, sie rutscht schwer wieder hinab. Sein Körper zuckt leicht, aber er wacht nicht mehr auf. „Stepan!“ Ihr Schrei bleibt stecken. Tamara schlägt die Hand vor den Mund, begreift, was geschehen ist. Sie fällt vor dem Sofa auf die Knie, drückt das Gesicht in seinen Rücken und weint. Als sie keine Tränen mehr hat, steht sie schwankend auf, richtet Stepans Arm. So hat er es beim Dösen immer gehalten. Sie geht hinaus, eine Etage tiefer, klopft bei den Nachbarn. Fritsche öffnet und weiß gleich Bescheid. „Friedrich, Stepan…“ Die schlimmen Worte bleiben ungesagt, sie schmiegt sich an seine knochige Brust. Gemeinsam gehen sie eine Etage höher. Auch Fritsches Frau Anja schließt sich an; sie bekreuzigt sich. „Wir müssen den Notarzt oder den Bestatter rufen. Nein, zuerst den Notarzt.“ – Anja geht telefonieren. „Ach, Stepan… Drei Jahre jünger als ich. Tja, so kann’s gehen.“ – Friedrich seufzt. „Er kam heim, war müde, wollte sich hinlegen. Nicht mal Abendessen… Es waren doch nur Minuten vergangen…“ – Tamara kann kaum sprechen. „Ein feiner Kerl, nicht alt geworden. Die ersten Tage nach dem Jobverlust sind schwer, dann gewöhnt man sich. Aber wenn man aus der Fabrik geworfen wird… Das war ihm zu viel.“ Friedrich redet vor sich hin. Anja führt Tamara in die Küche, gibt ihr Beruhigungstropfen. „Wie soll ich ohne ihn? 48 Jahre zusammen… Seit seiner Rückkehr aus der Bundeswehr waren wir ein Paar. Was mach ich nur…“ Sie schaukelt auf dem Stuhl hin und her. Der Notdienst kommt, bestätigt das Offensichtliche. Tamara verabschiedet sich bitterlich ein letztes Mal, als Stepan abgeholt wird. Friedrich, hilfst du mir bei der Beerdigung?“ fragt sie. „Natürlich, morgen gehen wir gemeinsam zum Bestattungsinstitut.“ „Und das Requiem?“ fragt Anja. „Stepan mochte das eigentlich nicht“, flüstert Tamara. „Trotzdem, irgendwie gehört sich das. Ich frag morgen im Pfarramt.“ – Anja bleibt beharrlich. Die Tage schleppen sich dahin. Nach den Beerdigungen fahren die Kinder weg. Sie bitten Tamara zu sich. Doch sie lehnt ab. Sie lebt weiter in der leeren Wohnung, sieht Stepan manchmal noch auf der Couch liegen, wie immer – den Kopf auf die Hand gestützt. Manchmal spricht er sie an: „Habe ich lange geschlafen?“ – Dann weiß sie nicht mehr, ob sie träumt. Am Morgen steht sie früh auf, um Frühstück zu machen, realisiert dann – Stepan ist fort. Die Tochter ruft an, lädt sie ein, Tamara besucht sie kurz, kehrt aber bald zurück. Die Wohnung empfängt sie stumm und leer. Stepan liegt nicht mehr auf dem Sofa. Abends nimmt sie die alten Fotoalben heraus und spricht mit Stepan. „Schau mal, unsere Hochzeit. Und das hier, dein Bild aus der Bundeswehr…“ Sie redet, erwartet keine Antwort. Nur schweigen ist schlimmer. Sanft läuft der Fernseher. In den Fotos und Erinnerungen bleibt Stepan jung und lebendig. Ganz nah. Tamaras letzter Morgen – Ein deutsches Lebewohl nach 48 Jahren an der Seite von Stepan
Margarete legte zwei Quarkkeulchen auf den Teller vor ihren Mann Friedrich und drehte sich zum Herd
Homy
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08
Der Zweitschlüssel für Mama: Als meine Schwiegermutter Tamara kurzerhand unsere Wohnung umkrempelte – Familienzoff auf deutschem Parkett
Ersatzschlüssel für Mama Gib mir doch bitte einen Schlüssel zu eurer Wohnung, verlangte Irmgard Brückner
Homy
Als die Liebe an mir vorbeiging: Mein Leben an der Seite einer Frau, die mich Tag für Tag zerstörte
Als die Liebe an mir vorbeizog: Mein Leben mit einer Frau, die mich täglich zerbrachLange war ich nur
Homy
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013
– Schau nur, Evdokia, Kerle gibt’s hier wie Sand am Meer. Doch selbst hier hast du keinen Ehemann gefunden! – lachte Luise. Im Dorf lebte die alleinstehende Evdokia – 33 Jahre alt, ohne Mann und ohne Kinder. Eine schöne, sympathische Frau, aber sie fand nie einen Partner im Dorf und wagte es nie, darüber hinauszuziehen. Vor zehn Jahren hatte Friedrich von der Nachbarstraße um sie geworben, doch Luise, eine lebenslustige Frau, spannte ihn ihr aus. Im Dorf machten sich viele Gedanken über Evdokias Schicksal: Einige bedauerten sie, andere, wie Luise, verspotteten sie offen. – Ich sage es euch, Omas – das ist ein altes Familienunglück bei denen, mütterlicherseits! – klagte Waltraud. – Seht selbst, ein Mann hat in deren Haus seit Ewigkeiten nicht mehr gewohnt. Evdokias Opa soll noch vor ihrer Mutter verschwunden sein, der Vater – Gott hab ihn selig – starb, als das Kind drei war. Und Evdokia hat nie einen Mann im Haus gehabt. Die bleibt eine alte Jungfer, sag ich euch! Wer will sie denn jetzt noch heiraten? Bestimmt ein Familienfluch … – Ach, was für ein Fluch? – lachte Luise. – Sie ist halt keine gute Frau, da sind die Männer weggelaufen. Jetzt ist es zu spät. Die Männer im Dorf sind alle vergeben. Vielleicht zieht unsere Dousja ja in die Stadt, da wartet sie bestimmt schon jemand – Luise lachte wieder. Der Winter ging vorbei. Es zeigte sich, dass am Dorfrand ein großes Kohlevorkommen gefunden wurde. Ein Bergarbeiterdorf sollte entstehen – im Frühling rückten zahlreiche Arbeiterbrigaden an. Auch einige Frauen aus dem Dorf, darunter Evdokia, halfen im Haushalt. Die meisten Jungs waren jedoch sehr jung oder schon verheiratet. – Schau mal, Evdokia, Männer gibt’s hier wie Strohhalme. Aber selbst hier findest du keinen! – spottete Luise. Evdokia schwieg nur. Es tat ihr weh, als Luise ihr Friedrich ausgespannt hatte – sie hatte ihn wirklich gemocht. Doch nun trauerte sie ihm nicht nach. Friedrich war dem Alkohol verfallen und behandelte Luise schlecht … Bald kam eine weitere Brigade aus der Stadt. Ihr Vorarbeiter – ein Mann, den alle Frauen mieden. – Habt ihr diesen Kerl gesehen? Heute kam er zu mir, ich hab fast den Löffel fallen lassen. Angst hab ich bekommen. Ist er alt, ist er jung? Irgendwie unheimlich! – sagte Waltraud. – Vielleicht schaut sich wenigstens der unsere Evdokia an! – lachte Luise wieder. – Aber eigentlich, ich hab gehört, das ist ’ne Krankheit. Weiß nur nicht, wie sie heißt. Aber wirklich, bleibt dem bloß fern! Der ist krank! Nach Luises Kommentaren rannten die Frauen jedes Mal weg, wenn der Mann sich näherte. Sie nannten ihn nur „den Hässlichen“ – niemand kannte seinen Namen. – Meister, meine Weste ist gerissen. Kannst du sie nähen? – sprach „der Hässliche“ eines Tages Evdokia an. – Klar, zeig her … Da muss man nicht nähen, das braucht einen Flicken! Ich mache das, keine Sorge. Kannst sie morgen holen. – Danke, Meisterin. – Aber dank mir nicht zu früh … – Seht mal, unsere Evdokia schnappt sich schon die Weste vom Vorarbeiter. Wetten, sie hängt die sich in ihrem Zimmer ganz vorne auf! – spottete Luise. Evdokia war so nervös beim Nähen, dass ihr die Hände zitterten. Aber sie leistete gute Arbeit. Am nächsten Morgen wollte sie eigentlich die Weste nicht zurückgeben. Sie war so einsam, dass selbst ein fremdes Kleidungsstück im Haus sie schon tröstete. Sie drückte dem Mann schnell die Weste in die Hand, bevor er ihre Tränen sah. – Scheu dich nicht vor mir, Meisterin. Ich weiß, was die Leute reden. Aber ich bin nicht krank. Ich bin verbrannt worden. Und wie heißt du? – Evdokia … – Ich bin Anatol, Tilo für Freunde. Meinen richtigen Namen weiß ich nicht. Nach dem Krieg brachten sie mich ins Kinderheim – ohne Name, ohne Papiere. Damals schon verbrannt, den Nachnamen Gorjew bekam ich dort. Man schätzte mein Alter auf etwa zwei. Mein Eintrittstag gilt als Geburtsdatum, also bin ich jetzt einunddreißig. Du hast wohl gedacht, ich sei viel älter … – Ich hab nichts gedacht … – Danke dir, Evdokia. Hat dein Mann eigentlich geschimpft, dass du einem fremden Mann die Weste geflickt hast? – Ich hab keinen Mann, also schimpft auch keiner … – Wenn ich nochmal kommen sollte, jagst du mich nicht weg? – Ich jage dich nicht weg. Und Evdokia jagte Tilo nicht fort. Im Gegenteil, sie bat ihn um Hilfe beim Zaun, der nun ganz eingefallen war. Kein Wunder, nach dreißig Jahren ohne Mann im Haus. Es stellte sich heraus: Tilo hatte goldene Hände und ein warmes Herz. So wurde die Familie Gorjew zum Vorbild im ganzen Dorf – ausgerechnet Luise wäre beinahe an ihrem eigenen Gift erstickt. Evdokia liebte ihren Mann sehr. Tilo trug seine Frau auf Händen, verwöhnte die Töchter Marina und Natalie … Und selbst wenn er äußerlich keine Schönheit war – wichtig war, dass er ein großartiger Mensch war! Gefällt euch die Geschichte? Gebt ein Like und schreibt einen Kommentar!
Also, pass auf, neulich habe ich dir ja von der Hannelore aus unserem Dorf erzählt. Die arme Frau, schon
Homy
Educational
012
Frau Alexandra, Sie mischen sich wirklich unnötig ein. Ihr Sohn und ich sind erwachsene Menschen und entscheiden selbst, wer am Wochenende wo sein wird
Frau Helene Schneider, Sie mischen sich vergeblich ein. Ihr Sohn und ich sind erwachsene Menschen, wir
Homy
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011
Familiäre Geheimnisse Als Alisa nach einem weiteren Flug zurückkehrte, eilte sie schnell in ihre Wohnung im Münchner Stadtteil Schwabing. Vor der Tür hielt sie einen Moment inne, holte tief Luft und stellte sich vor, wie sehr sich ihr Mann freuen würde. Doch als sie klingelte, blieb die Tür verschlossen – keine Reaktion. Wieder und wieder drückte sie auf die Klingel, überzeugt davon, dass Nikolai tief und fest schlief, so wie stets vor seinem Arbeitsbeginn um neun. Doch niemand öffnete. Nach einigem Suchen fand sie ihren Schlüssel ganz unten in ihrer schicken Handtasche und schloss selbst auf. „Niko, ich bin zuhause! Wo bist du, Liebling?“ Wo konnte er nur so früh am Morgen sein? Normalerweise schlief er bis sieben Uhr, die Küche war blitzblank, und auch das von ihr vorbereitete Essen lag unberührt im Kühlschrank. „Ich verstehe gar nichts mehr… Betrügt Niko mich etwa? Hat er vielleicht, während ich dienstlich unterwegs war, bei einer anderen Frau gewohnt?“ Alisas Herz schnürte sich bei diesen Gedanken schmerzhaft zusammen. Tränen traten ihr in die Augen, ein bitterer Kloß lag ihr im Hals. Sie ließ sich erschöpft aufs Parkett im Wohnzimmer sinken und betrachtete ihren Koffer. Darin, irgendwo zwischen Sommerkleidern und Kosmetika, verbargen sich kleine Mitbringsel für Niko – wie jedes Mal, wenn sie ihn nach einem Flug überraschte. Diesmal hatte sie sogar Sake besorgt, der unter Stewardessen als „Einfuhrkunststück“ galt. Plötzlich sprang sie auf, wischte sich mit einer Hand die Tränen ab und rief ihren Mann an, fest entschlossen, ihm endlich alles zu sagen, was sie über ihn dachte. Aber das Handy-Display blieb stumm – die automatische Ansage der Telekom wiederholte monoton: „Der Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es später erneut.“ „Aha… Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Du hast sogar dein Handy ausgeschaltet, damit dich bloß niemand stören kann…“ Wütend tigerte Alisa durch die Dreizimmerwohnung, schimpfte halblaut vor sich hin – eine Angewohnheit, wenn sie überfordert oder aufgebracht war. Müde vom Langstreckenflug, machte sie sich einen starken Kaffee, zündete sich eine Zigarette an und ließ die Gedanken kreisen. Was war bloß schiefgelaufen? Wo hatte sie einen Fehler gemacht? Vor ihrem inneren Auge tauchten Szenen aus ihrer gemeinsamen Münchner Zeit auf: Ihr erster Besuch in der Kfz-Werkstatt, wo Nikolai – damals noch Automechaniker im Blaumann – ihr gleich auffiel. Trotz Ölflecken und ruppigem Charme hatte irgendetwas die junge Lufthansa-Stewardess verzaubert, sie reichte ihm spontan ihre Visitenkarte. Nikolai – ein Waisenjunge, wie sie selbst. Nach Abschluss der Berufsschule steckte er all seine Kraft in den Job in Schwabing, hielt sich über Wasser und arbeitete schon fast ein Jahrzehnt im gleichen Betrieb. Alisa konnte das Leben im Heim nachempfinden; ihre eigene Kindheit – geprägt von schweren Missbrauchserfahrungen durch den Heimbetreiber – lag ihr noch immer schwer auf der Seele. Mit vierzehn hatte sie eine Abtreibung machen müssen; der Heimleiter kam vor Gericht. Die neue Heimleiterin kümmerte sich um das Mädchen, schickte sie zu Psychologen und unterstützte sie nach dem Jugendheim bei der Bewerbung für die Hochschule für Luftfahrt in Hamburg. Heute, als Stewardess mit Altbauwohnung, schickem Audi und scheinbar erfülltem Leben, fühlte sich Alisa nur in Liebesdingen orientierungslos. Dreieinhalb Jahre lebte sie mit ihrer ersten großen Liebe zusammen, doch nach dem erfahrenen Trauma lautete die Diagnose: Sie würde ihren Kinderwunsch begraben müssen. Später begegnete ihr Pavel, ein charmanter, fürsorglicher Mann – bis sie herausfand, dass er längst verheiratet war. Alisa schwor sich, allen Männern künftig zu widerstehen. Wäre da nur nicht Nikolai gewesen, zu dem sie erstmals von sich aus Kontakt suchte. Nach einem Monat waren sie ein Paar, nach einem weiteren zogen sie zusammen; ein halbes Jahr später meldeten sie sich auf dem Standesamt in München an. Die Hochzeit war klein, aber Alisa glücklich: Endlich ein verlässlicher, bodenständiger Mann, der Wert auf Zuhause und Familie legte, ihr das Leben angenehm machte, sogar den Müll rausbrachte und neulich das Badezimmer eigenhändig renoviert hatte. An freien Tagen schlenderten sie gemeinsam durchs Univiertel oder machten Ausflüge in den Englischen Garten. Sie waren ein Herz und eine Seele – bis Alisa an dem Morgen nach dem Flug die Welt nicht mehr verstand und Schlimmes befürchtete. Sie musterte ihr Spiegelbild: Die makellos sitzende Uniform, die langen, kastanienbraunen Haare, die azurblauen Augen – nach außen schien alles perfekt. Sie wechselte in einen sportlichen Freizeit-Look und fuhr, scheinbar ziellos, zur Werkstatt in Schwabing. Dort war Niko nicht, aber seine Kollegen erklärten, dass er spontan zwei Tage freigenommen hatte, „wegen Familienangelegenheiten“. „Familienangelegenheiten?“ – In ihrer Ehe gab es nie solche Probleme! Alisa fuhr noch ein wenig durch die Stadt, kehrte aber schließlich ratlos heim. Kein Anruf, keine Nachricht – selbst gegen Abend blieb Nikos Platz leer. Alisa wurde panisch. Nach einer schlaflosen Nacht ging sie direkt zur Polizei in der Maxvorstadt und meldete ihren Mann als vermisst. Schon nach einem Tag fand man ihn – doch von da an nahm alles eine Wendung, die Alisa wie einen Albtraum erlebte. Nikolai war in einen Autounfall geraten und lag im Krankenhaus in Haar. Warum hatte man ihn nicht in die Klinik Innenstadt gebracht? Die Ärztin erklärte ihr, der Unfall habe sich in der Nähe des Münchner Stadtrands ereignet – deshalb sei er nach Haar gebracht worden. Erschöpft ließ sich Alisa im Flur nieder – da trat eine junge Frau auf sie zu, leicht verwahrlost und mit rauer Stimme. „Bist du die Frau von Niko?“ „Ja. Und Sie sind…?“ „Ich… Ich bin die Mutter seiner Tochter.“ „Das kann doch nicht sein!“ „Und ob. Wir waren verheiratet, aber er kam mit meiner Alkoholkrankheit nicht klar. Die Kleine habe ich damals meiner Mutter gelassen und bin nach Berlin gegangen. Mein neuer Freund will das Kind nicht aufziehen, Nikos Mutter ist tot, und Niko hat mir das Versprechen abgenommen, die Kleine nicht ins Kinderheim zu geben. Jetzt ist er im Krankenhaus… Ich sehe keine andere Lösung als das Jugendamt.“ „Warten Sie, holen Sie das Mädchen! Wenn Niko die Kleine zu sich nehmen wollte, dann machen wir das auch.“ „Wirklich? Du wirst es nicht bereuen?“ „Ich werde es nicht bereuen.“ Die Frau rannte los, und Alisa sackte auf dem Stuhl zusammen. So konnte es also laufen: Sie selbst konnte keine Kinder bekommen, während andere ihre Kinder loswerden wollten. Zu Unrecht hatte sie Niko Untreue vorgeworfen – doch warum hatte er ihr nicht gleich von seiner ersten Ehe und dem Kind erzählt? Jetzt warteten große Aufgaben auf Alisa: Das erste Kennenlernen mit dem Mädchen, das in seinem kurzen Leben schon so viel Zurückweisung erfahren hatte, und eine lange Reha-Zeit für ihren Mann. Aber Alisa glaubte fest daran, dass sie es schaffen würde. Das Mädchen würde sie lieben wie ihr eigenes Kind, ihrem Mann würde sie beistehen. Hauptsache, es gab fortan keine weiteren Geheimnisse in ihrer Familie.
Familiengeheimnisse Klara war gerade erst von ihrem letzten Flug zurückgekehrt. Sie eilte die Treppe
Homy
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07
Meine Kinder waren gegen meine neue Ehe, weil sie um ihr Erbe fürchteten
Tagebuch, 18. Oktober Sag mal, bist du verrückt geworden, Mama? In deinem Alter heiraten? Anjas Stimme
Homy
Du bist nicht mehr meine Mutter Alexander war gerade dabei, in sein Auto zu steigen, um von der Arbeit nach Hause zu fahren, als plötzlich das Telefon klingelte. Die Nummer war unbekannt. Ohne große Lust drückte er auf den grünen Hörer. — Hallo. Wer ist da? — Ich bin’s… Hallo, antwortete eine fremde Frauenstimme. — Wer—*ich*? fragte Alexander misstrauisch. Stell dich bitte vor! Stille. Dann, kaum hörbar, die Stimme: — Ich bin’s… deine Mutter. Alexander erstarrte. Die Finger umklammerten das Lenkrad, das Herz schlug schneller. — Was soll das? Meine Mutter ist seit neunundzwanzig Jahren tot! — Nein… Ich bin Tatjana… Ich habe dich zur Welt gebracht. Alexander, ich bin es wirklich… Er legte auf. Sein Herz pochte heftig, die Hände waren schweißnass. Er spürte, wie jemand die Tür zu einer schrecklichen Vergangenheit geöffnet hatte, die er für immer begraben wollte. Nach ein paar Minuten klingelte das Telefon wieder. Dieselbe Nummer. — Ich will dich nicht hören, sagte er kalt. Ich habe keine Mutter mehr. Die Frau, die mich geboren hat, hat mich verlassen, als ich neun Jahre alt war. Seitdem bin ich Waise. — Bitte, nimm dir nur fünf Minuten Zeit. Ich flehe dich an… — Wofür? Damit ich noch eine Lüge höre? — Lass uns doch einfach einmal treffen. Nur ein Mal. Ich erkläre dir alles. Alexander wollte nicht. Aber er wusste, sie würde nicht aufgeben. Sie würde seine Adresse herausfinden, würde vor der Tür stehen, seine Frau stören, die Töchter erschrecken. Zwei Tage später trafen sie sich in einem kleinen Wäldchen am Rande von Kassel. Tatjana Iwanowna saß auf einer Bank, gebeugt, gealtert, und dennoch versuchte sie, die Spuren vergangener Schönheit zu bewahren. Die Hände zitterten ihr. — Hallo, Sascha… — Alexander, verbesserte er sie kühl. Sie hob den Blick—Verzweiflung in den Augen. — Ich weiß, ich habe Schuld… Aber ich hatte keine andere Wahl… Er schwieg. Vor seinem inneren Auge tauchten Kindheitserinnerungen auf—wie sie schrie, das Geschirr warf, abends ausging und ihn allein ließ. — Du hast mich bei Tante Doris gelassen. Und gesagt: „Ich komme in einem Monat wieder.“ Aber du bist mit irgendeinem Geschäftsmann nach Italien abgehauen. — Ich dachte, er würde uns beiden helfen… Aber er wollte dich nicht mitnehmen. Und ich… — Du hast dich für ihn entschieden. Nicht für mich. Sie schluchzte leise. — Ich habe niemand anderen. Mein Mann ist gestorben, seine Kinder haben mich rausgeworfen. Ich habe keinen Ort zum Leben. Nicht mal etwas zu essen. Ich bin vollkommen allein. — Dir tut es also leid um dich selbst? fragte er leise und senkte den Kopf ein wenig. Und mir mit neun—für wen hätte ich Mitleid haben sollen? — Vergib mir… Ich wusste nicht, wie ich dich um Verzeihung bitten sollte. Ich habe immer gehofft, du würdest von selbst kommen… — Nicht einmal eine Geburtstagskarte hast du mir geschickt. Nie. Schweigen. Dann flüsterte Tatjana: — Aber du bist trotzdem ein guter Mensch… Du bist gut geworden. — Ich bin dank der Menschen groß geworden, die du gehasst hast. Tante Doris. Meiner Frau. Meinen Freunden. Aber nicht dank dir. Sie streckte die Hand nach ihm aus, aber er wich zurück. — Ich verurteile dich nicht. Aber für mich bist du eine Fremde. Nicht einmal ein Feind. Einfach eine Leere. — Ich bin sterbenskrank… flüsterte sie. — Dann musst du Frieden schließen. Aber nicht mit mir. Er stand auf und ging, ohne zurückzublicken. Und zum ersten Mal seit vielen Jahren spürte er Erleichterung in seiner Brust. Die Vergangenheit hatte ihn endlich freigegeben. Und das Leben—ging weiter.
Nicht mehr meine MutterIch, Alexander, saß gerade im Auto, bereit vom Büro nach Hause zu fahren, als
Homy
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014
Wir renovierten die Wohnung meiner Schwiegermutter – und kaum war alles fertig, setzte sie uns vor die Tür
Wir hatten die Wohnung meiner Schwiegermutter renoviert, und sie hat uns direkt danach höflich gebeten
Homy
Wir haben uns getroffen, doch wir haben einander nicht verstanden — „Kommst du nicht zu spät? Wann fährst du los, Daniel?! Daniel…“ — Alina rüttelte ihren Mann an der Schulter, während er so tat, als würde er noch schlafen, und mit der Hand abwinkte, als wolle er sagen, er wolle noch nicht aufstehen und werde trotzdem nicht zu spät kommen. Alina blickte auf ihr Handy — es war erst sieben Uhr morgens. „Und warum bin ich an einem Samstag so früh aufgewacht?! Ich habe nichts zu tun, seine Reisetasche habe ich gestern schon gepackt…“, sagte sich Alina innerlich und überlegte, wieder unter die warme Decke zu kriechen, doch plötzlich … Mehr entdecken Zeitung Lebensmittel Tagebuch Familienspiele Plötzlich überkam sie wieder dieses seltsame Gefühl der Unruhe, das sie in letzter Zeit immer öfter heimsuchte. Dabei gab es keinen Grund zur Sorge: Der Ehemann lag neben ihr, die Wohnung lag zentral, war geschmackvoll renoviert, Designer-Möbel, teure Elektrogeräte. Ihr Mann hatte ein Auto, Alina ein weiteres. Vor Kurzem hatten sie auch ein Haus am Stadtrand gekauft. Sie hatten alles – auf den ersten Blick. Viele träumen nicht einmal davon. Versuch mal, zur Miete zu wohnen, mit der Straßenbahn zur Arbeit zu fahren, abends die Hausaufgaben der Kinder, für alle das Abendessen zuzubereiten, Raten abzuzahlen, Geld für die Schule zu zahlen… Kaum schläfst du ein, klingelt schon wieder der Wecker, und alles beginnt von vorn. Ich hätte gern deine Probleme! Was ist das bloß wieder für eine düstere Vorahnung? Was soll das?! Genau dieses Gefühl! Alina hatte gelernt, es zu erkennen. Eine grundlose Unruhe, ein Stechen in der Brust, eine dunkle Vorahnung und das Gefühl, dass ihr etwas Wichtiges entgeht. Es kam ganz plötzlich und verschwand ebenso. Ließ sie eine Weile in Ruhe, dann kehrte es zurück. Auch an diesem Morgen überfiel Alina dieses unangenehme Gefühl wieder ohne Vorwarnung mitten ins Herz. Sie stand auf, warf noch einen Blick auf den schlafenden Mann und ging in die Küche. Daniel war schon wieder auf Geschäftsreise – wie sehr das Alina in letzter Zeit quälte! Vor anderthalb Jahren war ein neuer Chef gekommen, das Gehalt war deutlich gestiegen, die Firma, in der Daniel arbeitete, war groß und vielversprechend. Er war einer der besten Mitarbeiter, Abteilungsleiter. Aber der Job verschlang einfach zu viel Zeit! Nun schickten sie ihn sogar an den Wochenenden auf Dienstreise. Alina machte Frühstück und ging zurück ins Schlafzimmer, um ihren Mann zu wecken. — „Daniel, los, stehst du jetzt endlich auf oder nicht?! Beeil dich, sonst kommst du zu spät zur Dienstreise. Ihr wolltet doch am Nachmittag losfahren?“ — „Ja. Nach…“, antwortete Daniel noch halb im Schlaf und stand schließlich auf. — „Komm, Frühstück ist fertig.“ — „Ja, ja“, nuschelte Daniel und folgte ihr in die Küche. Beim Frühstück versank ihr Mann sofort in sein Handy. Alina hatte bemerkt, wie wenig sie und ihr Mann in letzter Zeit noch miteinander redeten, wie fremd sie sich geworden waren. Nein, sie stritten nicht. Alles war in Ordnung — ab und zu brachte er ihr Blumen mit, manchmal schaffte sie es, ihn zu einem Restaurantbesuch zu überreden, und Daniel stimmte dann zu. Sie konnten im Park spazieren gehen, Freunde besuchen oder ins Kino… aber es war nicht mehr wie früher. Mehr entdecken Lebensmittel Tagebuch Familienspiele Zeitung — „Daniel, nimm mich doch mit auf deine Dienstreise?“, fragte Alina plötzlich. — „Mhm“, antwortete Daniel, ohne vom Bildschirm hochzusehen. — „Los, ehrlich, was spricht denn dagegen? Ihr wohnt doch eh im Hotel, tagsüber bist du bei den Kollegen, abends bei mir.“ — „Wie bitte? Nein! Was ‚bei mir‘?!“ — Daniel zuckte zusammen, als er verstand, was sie vorschlug. — „Warum denn nicht, Daniel? Was ist daran so schlimm? Du fährst doch mit dem Auto, oder?“ — „Ja, schon mit dem Auto. Aber was willst du da? Es ist Wochenende, ruh dich zu Hause aus. Ich bin Montag oder Dienstag zurück.“ — „Wieso? Ich war noch nie in dieser Stadt. Ich würde spazieren, shoppen… vielleicht ins Museum…“ — „Ach bitte! Das ist ein Kaff, da gibt’s nichts. Wir haben hier genug Geschäfte, an jeder Ecke!“ — „Daniel, mir ist langweilig hier! Ich störe dich doch nicht…“, jammerte Alina. — „Alina, nein! Wenn du Urlaub machen willst, buch dir einen Flug!“, antwortete Daniel gereizt. — „Allein? Ich will mit dir! Wir sind ein Ehepaar, falls du das vergessen hast!“ — „Alina, fang jetzt nicht schon wieder damit an! Ich hab dir doch schon hundert Mal gesagt, dass auf der Arbeit gerade Land unter ist! Mein Chef ist ein Tyrann! Was soll ich machen, dass er mich am Wochenende schickt?!“ — „Komisch, dass IMMER nur du losgeschickt wirst! Letzte Woche hab ich Roman aus deiner Abteilung mit Frau und Kindern im Center gesehen. Aber du hattest ‚natürlich‘ dienstlich zu tun!“, konnte Alina sich den Seitenhieb nicht verkneifen, obwohl sie keinen Streit wollte. — „Jetzt fangen wir noch an, Buch zu führen, wer wo war! Danke für das Frühstück!“ — Daniel stand auf und ging ins Bad. Alina räumte auf, während Daniel fernsah. Dann machte sie ihm für unterwegs noch ein paar Sandwiches und füllte Tee in eine Thermoskanne. — „Alina, wo ist meine Tasche?“ — rief Daniel aus dem Flur. — „Auf der Kommode“, antwortete Alina ruhig. — „Gut, dann fahr ich jetzt. Mach dir keinen Kopf, dort gibt‘s eh nichts zu tun.“ — „Ist schon in Ordnung, bin nicht sauer. Bis dann.“ Daniel fuhr los, Alina blieb zurück. Es war Samstag, sie könnte eine Freundin anrufen, abends schön essen gehen, quatschen. Mehr entdecken Lebensmittel Tagebuch Familienspiele Zeitung Aber wen sollte sie anrufen? Julia hatte Mann und zwei Kinder — die ging nirgendwohin! Maria hatte sich ein Haus auf dem Land gekauft, wohnte jetzt dort – auch sie würde nicht extra in die Stadt kommen. Catrin war nach Berlin gezogen, seitdem hatte sie sich kaum noch gemeldet! Jede hatte ihre Probleme, Sorgen, Kinder… Alina war fast achtunddreißig, und sie und Daniel hatten keine Kinder. Wegen eines Fehlers in der Jugend — einer schlecht verlaufenen Abtreibung. Damals hatten sie gerade erst zusammengewohnt, zur Miete. Frisch im Job, wenig Geld. Jahre später feierten Alina und Leonhard ihren Hochzeitstag, und die inzwischen jugendliche Katharina, Leonhards Tochter, erhob das Glas auf ihre Stiefmutter und sagte mit Tränen in den Augen: „Danke, Mama, dass du in unser Leben gekommen bist und uns wieder zu einer richtigen Familie gemacht hast.“
Wir sind uns begegnet, aber nicht wirklich verstanden Wirst du nicht zu spät kommen? Wann fährst du los, Klaus?
Homy