„Ich bin die Frau Ihres Mannes. Ab heute wohne ich bei Ihnen!“ – verkündete eine attraktive, unbekannte Frau.

Ich bin die Ehefrau Ihres Mannes. Ich werde ab jetzt bei Ihnen wohnen! verkündete eine attraktive, fremde Frau an meiner Haustür.

Stell dir vor, Claudia Schneider wurde an jenem Morgen viel zu früh wach. Erst plagten sie Albträume, dann riss sie das heulende Unwetter draußen aus dem Schlaf. Es war unangenehm kühl in der Wohnung, draußen hatte es ordentlich abgekühlt. Claudia schaute aus dem Fenster und fröstelte. Wenigstens war heute Samstag, das hieß: kein Weg zur Arbeit. Sie schlenderte in die Küche, machte den Wasserkocher an, zog ihren warmen Jogginganzug an und briet sich ein simples Frühstück zusammen. Gewohnheitsmäßig wählte sie die Nummer vom Krankenhaus, doch auch heute hörte sie keine guten Nachrichten.

Die zweite Woche war angebrochen, seit ihr Mann in einem künstlichen Koma lag. Nach einem Sturz auf dem eisglatten Gehweg war er sofort auf die Intensivstation gebracht worden, und die Ärzte blieben pessimistisch. Claudia bemühte sich, an das Gute zu glauben, aber ehrlich: Es fiel ihr mit jedem Tag schwerer.

Sie trank Melissentee am Fenster und fragte sich, wie sie bloß die quälenden Gedanken vertreiben könnte. Da klingelte ihr Manns bester Freund, Andreas. Normalerweise vermied Claudia Gespräche mit ihm, denn sie spürte, dass er sie nie so richtig mochte. Aber diesmal war sie beinahe froh, jemandem ihr Herz auszuschütten. Sie gestand ihre Angst, Thomas ihren Mann zu verlieren; doch Andreas klang zuversichtlich und prophezeite, alles werde wieder gut. Seltsam, aber Claudia glaubte ihm. Tatsächlich wurde ihr ein bisschen leichter ums Herz.

Spontan beschloss sie, eine gründliche Hausputz-Aktion zu starten ein perfektes Mittel gegen trübe Gedanken. Außerdem, wenn Thomas nach Hause kommt, soll er sich freuen: neuer Vorhänge in der Küche, frischer Glanz überall! Natürlich war Claudia nie schlampig, aber heute machte sie alles doppelt sorgfältig.

So verging der Tag fix. Zufrieden betrachtete sie ihr Werk, nervös und erschöpft. Sie ging duschen und wollte ins Bett, denn am nächsten Morgen wollte sie nicht mehr anrufen, sondern selbst ins Krankenhaus fahren und mit den Ärzten sprechen.

Kaum hatte sie es sich gemütlich gemacht, klingelte es an der Tür. Ihr Herz klopfte bis zum Hals eine böse Vorahnung beschlich sie. Claudia öffnete die Tür. Da stand eine junge Frau, so hübsch, dass sie Claudia fast an sich selbst in jungen Jahren erinnerte. Ähnlichkeit bestand zwar nicht direkt, aber etwas an ihr kam Claudia doch vertraut vor.

Könnte ich bitte Thomas sprechen? fragte die Fremde mit erstaunlich forderndem Ton.

Und Sie sind…? Claudia wunderte sich.

Ich bin die Ehefrau Ihres Mannes! Ich werde jetzt bei Ihnen wohnen. Thomas bitte!

Claudia wusste nicht, was sie davon halten sollte. Ein schlechter Scherz? Falsche Adresse? Passiert im Leben ja alles mögliche.

Doch die Dame ließ sich nicht beirren, schob Claudia kurzerhand beiseite und stapfte selbstverständlich in die Wohnung, Thomas suchend.

Tomi, wo bist du? Los, zeig dich!

Was fällt Ihnen ein!, empörte sich Claudia jetzt. Vielleicht war das eine Einbrecherin, dachte sie, die mit irgendeiner Masche ablenken und die Wohnung leer räumen wollte. Sie versperrte kurzerhand den Weg ins Schlafzimmer und stellte klar: Sie verlassen sofort diese Wohnung!

Haben Sie nicht zugehört? konterte die Unbekannte mit hochgezogener Augenbraue, Ich werde hier wohnen. Thomas hat mir versprochen, Sie rauszusetzen, damit ich einziehen kann. Sein Handy ist aus, deshalb bin ich hier. Und gehen werde ich erst, wenn Thomas das selbst sagt. Wo ist er?

Thomas… ist nicht da. Und so schnell kommt er auch nicht wieder! Wenn Sie jetzt nicht freiwillig gehen, rufe ich die Polizei, entgegnete Claudia eisern.

Oh, wie schrecklich!, höhnte die andere, Na, dann rufen Sie halt an! Soll ich Ihnen noch das Handy bringen?

Claudia schnappte sich das Festnetztelefon, während die Ehefrau schon wieder weiterplapperte: Wissen Sie, die Wohnung steht auf Thomas, oder? Sie sind ja nicht mal gemeldet hier, hab ich gehört. Wir sind beide praktisch gleichgestellt. Sie sind die Ex, ich die Aktuelle. Bald mit Ring! Also wenn hier jemand gehen muss, dann bestimmt nicht ich…

Sie stand im Flur, zog die teure Pelzjacke aus (Claudia fiel sofort auf, wie schick die war!), schubste ihre Pumps in die Ecke und fragte, scheinbar ganz gelassen: Welche Zimmer nehme ich? Oder such ich mir eins selbst aus?

Claudia schluckte, ließ sich auf dem Sofa nieder. Die Ehefrau zog entschlossen in Richtung Schlafzimmer, packte Claudias Sachen und brachte sie in die Stube: Ich warte nicht ewig. Ich hab mein Zimmer gewählt. Morgen muss ich früh raus ins Fitnessstudio.

Claudia konnte nur noch den Kopf schütteln. Die Kraft, sich zu wehren, war wie gelähmt. Früher hätte sie diese respektlose Person samt Koffer vor die Tür gesetzt. Jetzt brachte sie nur noch das Nötigste fertig: eine Nachricht an Andreas. Als Ksenia, so nannte sich die Ungebetene schließlich beim Vornamen, unter die Dusche sprang, berichtete Claudia ihm unter Tränen alles.

Andreas schlug vor, selbst zu kommen und die Frau rauszusetzen. Doch Claudia fürchtete, Ksenia würde das schamlos ausnutzen und vielleicht noch Anzeige erstatten. Lass die Polizei das klären!

Tja, Claudia, bemerkte Andreas, Das wird schwer. Wie willst du beweisen, dass du hier wohnen darfst? Wenn die sagt, du wärst gar nicht eingeladen… Die Polizei macht da nicht viel ohne Eigentümer. Du weißt doch: Bei uns läuft alles nur über Gericht. Gab doch bei uns einen ähnlich Fall, seitdem bin ich vorsichtig am besten du rufst, wenn du Unterstützung brauchst.

Claudia bedankte sich, dann wanderte sie wie ein Geist durch die Wohnung. Ksenia raubte weiter alles Selbstverständnis, stolzierte sogar in den Kühlschrank, holte Butter und Käse. Hier reichte es Claudia sie schnappte der frechen Untermieterin die Sachen wieder weg. Genug! Bleib bitte im Zimmer, verlasse es bis Thomas zurück ist nicht mehr. Dann bist du schneller draußen, als du je gedacht hast.

Ksenia zuckte mit den Schultern, grinste: Wirst schon sehen! Ich heiße übrigens Ksenia.

Du kannst dich nennen wie du willst , murmelte Claudia, das Gesicht in den Händen vergrabend.

Kurz darauf stand Ksenia wieder da, hielt Claudia ein Video vom Tablet unter die Nase: Willst du wirklich nicht glauben? Hier unser gemeinsames Geburtstagsvideo. Guck dir das an.

Claudia wollte es eigentlich nicht sehen, heute kann man ja alles fälschen. Doch dann hörte sie Thomas vertraute Stimme zärtlich, wie in den ersten Jahren ihrer Ehe und sah, wie er Ksenia umarmte, ihr die gerade eben ausgezogene Pelzjacke schenkte.

Claudia wurde schlecht. Hau ab! flüsterte sie und schlug die Tür zu.

An Schlaf war nicht zu denken. Sie saß die Nacht in der Küche, Tränen liefen über ihr Gesicht. Ihre Ehe mit Thomas kam ihr immer glücklich vor. Kinder hatten sie keine, aber zu zweit war es nie langweilig. Er wohnte in seiner Wohnung, ihre eigene hatte sie immer untervermietet, das war ein gutes Zubrot. Claudia versuchte sich zu erinnern, wann Thomas angefangen hatte, fremdzugehen. Vielleicht war Ksenia gar nicht seine erste… Wie hatte sie das nicht gemerkt?

Irgendwie kam ihr wieder Andreas in den Sinn. Sie hatten sich auf ihrer Hochzeit kennengelernt. Andreas erschien damals mit einem riesigen Strauß weißer Chrysanthemen, was Claudia gar nicht mochte, gab ihr die Blumen, während Thomas gerade beschäftigt war und sagte ihr: Ich werde mein Leben lang bereuen, dass Thomas dich und nicht ich geheiratet habe. Dann verschwand er wieder Claudia war wie elektrisiert. Mit Thomas verband sie tiefes Vertrauen, aber Leidenschaft? Eher solide Freundschaft. Wäre sie impulsiver gewesen, hätte sie damals alles hingeschmissen … aber Familie war heilig. Ihre Großmutter hatte das immer gepredigt: Man wirft eine Familie nicht bei jedem Sturm weg! Verzeihen, zusammenhalten, das ist das Wichtigste.

Sie hatte Andreas noch einige Male gesehen, damals hatte er Claudia beinahe durch seine Blicke umgehauen. Dann verschwand er Geld verdienen, hieß es. Später dann, als er zurückkam wieder allein war die alte Flamme nie ganz erloschen. Um nicht in Versuchung zu geraten, mied Claudia fortan jedes Treffen, wenn Thomas Andreas einlud.

Da klingelte es schon wieder. Mittlerweile war es morgens. Noch vor dem ersten Kaffee rief Ksenia aus dem Flur: “Das ist mein Frühstück, der Kurier!” Dann legte sich die Dame mit Croissants aus und machte es sich in der Küche gemütlich, als wäre es ihre Wohnung…

Claudias Handy bimmelte. Der Anruf kam vom Krankenhaus: Ihr Mann war aus dem Koma erwacht. Für einen Moment war alles die Affäre, Ksenia, der ganze Kummer wie weggeblasen. Sie weinte nur noch vor Erleichterung.

Wie geht es ihm? Natürlich, ich komme gleich! Muss ich etwas mitbringen? In Ordnung.

Wer war das?, fragte Ksenia, als wäre sie Claudias Schwester.

Du wolltest doch ohnehin ins Fitnessstudio? Dann mach dich mal zügig fertig, ich muss los!

Mir egal. Lassen Sie den Schlüssel da, dann sind Sie aus dem Schneider, griente sie.

Und willst du gleich noch meine Bankkarte?, fuhr Claudia sie an.

Nö, Thomas hat mir eh eine neue Karte gemacht, grinste Ksenia triumphierend.

Claudia ließ sich auf keine Diskussion ein. Vor lauter Freude und Sorge zog sie heimlich die Überwachungskameras einschaltend los ins Krankenhaus.

Sie durfte Thomas nicht sehen, sondern wurde vom behandelnden Arzt empfangen. Die Lage hatte sich gebessert, aber Thomas brauchte Pflege und jemand sollte Tag und Nacht auf ihn Acht geben. Wir schaffen das im Personal nicht. Bringen Sie gern eine Pflegekraft oder kümmern Sie sich selbst um ihn.

Okay, nickte Claudia sie würde eine Pflegerin engagieren.

Zuhause angekommen, warf sie einen Blick in die Überwachungsaufnahmen Ksenia hatte sich vielsagend durch die Schränke gewühlt, die Wohnung taxiert wie die neue Hausherrin

Claudia stellte sie schließlich zur Rede: Sag mal Ksenia, warum willst du überhaupt mit Thomas zusammen sein? Er ist viel älter als du und kann keine Kinder bekommen.

Wir lieben uns, kam es flapsig zurück.

Aha. Willst du denn auch in Krankheit und in Armut bei ihm bleiben?

Ksenia zögerte: Klar! Aber hör auf, ihn zu belasten. Er hat doch panische Angst vor einem Gespräch mit dir!

Claudia lachte trocken. Wenn das wirklich so ist, kannst du dich gern um deinen Ehegatten kümmern. Ich habe dir eine Klinik-Suite organisiert du kannst ihn pflegen, so wie es sich für eine Ehefrau gehört.

Das ließ Ksenia ganz schön blass werden, aber dann raffte sie sich. Am nächsten Tag tackerte sie sich das Make-up auf, als ginge sie auf die Münchner Wiesn, und brach auf Richtung Klinik.

Als Claudia hörte, dass Andreas anrief, wollte sie eigentlich nicht rangehen; aber sie konnte es nicht lassen.

Claudia, wie gehts Thomas? Großartig! Ich freu mich. Und ist deine Besucherin endlich weg?

Alles okay, Andreas. Tut mir leid, ich muss zur Arbeit.

Klar, meld dich einfach, wenn du was brauchst.

Im Büro spürte Claudia, wie sie schlicht am Ende war. Der Urlaub, nach dem sie sich lang gesehnt hatte, wurde endlich beantragt. Endlich Zeit für sich, zum Nachdenken und Schlafen…

Während sie die winterliche Hamburger Straße entlanglief, spürte sie ihr Handy im Mantel vibrieren. Normalerweise hätte sie ignoriert, aber vor einem Café hielt sie inne, bestellte sich einen Kaffee und meldete sich. Thomas! Sie war verblüfft und nahm ab.

Claudia, Schatz ich weiß, dass du Bescheid weißt bitte, es tut mir so leid. Ich wollte es dir selbst sagen…

Thomas, lass gut sein, unterbrach sie ihn, Spar dir die Ausreden spendier sie deiner ‘Ehefrau’.

Bitte nenn sie nicht meine Ehefrau. Seine Stimme klang ganz gebrochen.

Tschüss, Thomas.

Claudia legte auf und murmelte: So, liebe Claudia Schneider, mit vierzig bist du jetzt also allein!

Der Kaffee schmeckte ihr plötzlich überhaupt nicht mehr. Am liebsten hätte sie sofort ihre Sachen gepackt und wäre in ihre eigene Wohnung gezogen, aber die war ja noch vermietet. Noch drei Monate. Also musste sie sich vorübergehend was mieten. Doch schon beim Packen klopfte es an der Tür. Viel zu heftig für einen normalen Besuch.

Ksenia stürmte herein, ihre Sachen unter dem Arm, völlig außer sich: Warum haben Sie mir nicht gleich gesagt, dass Thomas nie wieder aufstehen kann? Wollen Sie eine kostenlose Pflegerin aus mir machen? Ich bin doch nicht die Wohltätigkeit persönlich!

Claudia verstand gar nichts. Pampers? So schlimm war es doch gar nicht Thomas brauchte nur Hilfe beim Aufstehen! Claudia wollte ihr schon etwas entgegenschleudern doch dann tat sies nicht, ließ Ksenia einfach rauspoltern, schnappte Mantel und Schlüssel und rannte zur Klinik. Im Ärztezimmer prustete der Arzt los:

Hat Sie diese junge Dame erschreckt? Verzeihen Sie als sie sagte, sie wäre Thomas Ehefrau, wusste ich, was Sache ist. Da hab ich die Lage ein bisschen dramatischer dargestellt. Hat den ‘Praxistest’ nicht bestanden. Die Dame ist sofort geflüchtet!

Endlich konnte Claudia durchatmen. Sie kümmerte sich nun selbst um Thomas, war täglich an seiner Seite bis er endlich nach Hause kam. Andreas besuchte ihn kurz. Claudia wich den beiden aus, doch als sie ihr Handy in der Küche vergessen hatte, hörte sie Andreas zu Thomas sagen: Du hast Claudia verletzt wie kein anderer. So einen Schatz findet man nicht oft. Meine Ex hat den ganzen Tag nur Netflix geschaut und gekocht wurde da gar nichts Aber du hattest ein Paradies zu Hause, und das hast du riskiert!

Thomas versuchte sich zu rechtfertigen, Andreas konterte: Auch die gleiche Suppe kann tausendfach anders schmecken je nach Zutat!, lachte und ließ das Thema dann ruhen. Claudia musste selbst schmunzeln.

Zwei Wochen später klingelte es spät am Abend. Wieder Ksenia. Tomi, sie haben gesagt, du bist wieder fit. Ich bin jetzt da! Freust du dich?

Thomas winkte ab: Zu spät, Ksenia. Ich hab nicht auf dich gewartet.

Ksenia stemmte sich in die Tür: Ich habe herausgefunden, dass ich schwanger bin! Ich brauche jetzt deine Unterstützung. Die Wohnung hab ich auch verloren…

Ksenia, sagte Thomas kalt, ich kann keine Kinder bekommen.

Na dann vielleicht doch, grinste sie, dann liegt es an deiner Ex!

Thomas’ Stimme blieb ruhig, Behandle Claudia mit Respekt. Morgen lasse ich alles testen. Aber wenn sich herausstellt, dass du lügst

Ksenia setzte sich schmollend in die Küche, Thomas verschwand im Schlafzimmer. Claudia hatte alles gehört, konnte nicht fassen, was sie da mitmachte. Noch in derselben Nacht packte sie ihren Koffer, entschlossen, in ein Hotel zu ziehen.

Vor dem Haus traf sie auf Andreas. Claudia! Ich hab sofort an dich gedacht, als Thomas mich von seinem Babyglück anrief. Bitte, komm doch mit zu mir raus aufs Land, raus aus dem stressigen Hamburg! Ich verspreche, ich werde dich in Ruhe lassen aber allein will ich dich jetzt nicht lassen. Du bist mir zu wichtig.

Claudia nickte wortlos und ließ sich von ihm helfen.

Wie versprochen, ließ Andreas ihr Zeit zum Nachdenken. Als Claudia endlich innerlich loslassen konnte, gestand er ihr, dass er sich damals auf der Hochzeit in sie verliebt hatte und bis heute nicht von diesem Gefühl losgekommen war.

Ein Jahr später. An einem wunderschönen Frühlingsmorgen wartete Claudia auf Andreas, der noch schlief. Als er endlich in die Küche getappt kam, hielt sie ihm einen Schwangerschaftstest unter die Nase. Andreas brauchte ein paar Sekunden, dann hob er sie überglücklich hoch und drehte sich lachend im Kreis.

Da klingelte das Telefon. Ich bin gleich wieder da, versprach Claudia und ging ran.

Claudia, hier ist Thomas, sagte eine leise Stimme. Wie geht es dir?

Prima!, antwortete Claudia ohne Zögern.

Ich hab dich überall gesucht. In deiner Wohnung wohnen Fremde, im Büro bist du nicht mehr Wo bist du?

Auf dem Weg ins neue Leben, Thomas! Und dir empfehle ich eine gute Nanny für deinen Sohn. Die Nummer schick ich dir per SMS. Mach’s gut!

Andreas schaute von seinem Rührei hoch: Wer war das?

Claudia lächelte: Nur ein Schatten der Vergangenheit. Aber der wird hier nie wieder auftauchenSie legte das Handy weg, füllte zwei Tassen Tee und setzte sich zu Andreas an den Tisch. Draußen brach über den Feldern das Licht durch die ersten Apfelblüten, und irgendwo sang eine Amsel. Claudia atmete tief durch, spürte, wie Frieden in ihr aufstieg etwas, das sie lange nicht mehr gekannt hatte.

Andreas nahm ihre Hand, als hätte er sein ganzes Leben darauf gewartet. Weißt du, murmelte er, manchmal denke ich, das Glück kommt nie so an, wie wir es erwarten. Aber wenn es dann da ist…

Claudia lachte leise. dann merkt man plötzlich, dass all das Schwere nur der Anfang war.

Für einen Moment war alles ruhig dann stieß Andreas an: Auf das, was vor uns liegt. Claudia erwiderte seinen Blick, ein kleines, neues Flämmchen im Herzen, und sagte: Und auf das, was hinter uns bleibt.

Hinter dem Fenster fuhr ein rotes Auto vorbei, jemand winkte, das Leben rollte weiter. Aber heute, an diesem Morgen, wusste Claudia: Sie hatte nicht nur sich selbst wiedergefunden, sondern auch den Mut, neu zu lieben.

Und während sie gemeinsam auf das kleine Wunder warteten, das da in ihr heranwuchs, schien es Claudia, als wäre jetzt, endlich, alles wirklich möglich.

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Homy
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„Ich bin die Frau Ihres Mannes. Ab heute wohne ich bei Ihnen!“ – verkündete eine attraktive, unbekannte Frau.
Alles für die Schwiegertochter