Die Schwiegermutter konnte es kaum erwarten, dass ihr Großvater endlich stirbt – sie hoffte auf eine Eigentumswohnung, doch der alte Herr hatte schon lange einen eigenen Plan

Seit zehn Jahren kümmere ich mich um den Großvater meines Mannes. Mit unseren Kindern leben wir in einer Mietwohnung in München. Die Schwester meines Mannes, Frieda, wohnt damals im Apartment des Großvaters. Keiner wollte sich um ihn kümmern weder meine Schwiegermutter noch seine Enkel. Mein Leben verlief nicht besonders gut ich habe nie mein Studium abgeschlossen, da ich schwanger wurde, und eine Karriere habe ich nie wirklich aufgebaut.

Jeder Tag gleicht dem anderen. Ich balanciere zwischen der Pflege des Großvaters und der Erziehung unserer Kinder.

Meinem Mann missfällt die permanente Anspannung zu Hause, also flüchtet er sich oft in Trinkgelage mit Freunden. Für andere Frauen ist er ohnehin nicht interessant mit Kindern, ohne eigenes Heim also kehrt er immer wieder zu mir zurück. Ich habe ihm verziehen, obwohl ich ihn längst nicht mehr liebe. All das nur, damit er uns Geld für die Kinder und den alten Herrn gibt. Frieda kommt kaum zu Besuch und dann auch nur aus einem Grund: Sie will vom Großvater die Rente abstauben oder sich über ihre finanzielle Lage beklagen. Aber schlecht geht es ihr und ihrer Familie wirklich nicht. Sie zahlen keine Miete und können sich sogar Urlaube im Ausland leisten.

Vor fünf Jahren hat mir der Großvater seine Wohnung in seinem Testament hinterlassen: Du bist mir wertvoller geworden als meine ganze Familie zusammen. Mein Enkel ist ein Taugenichts, wird die Wohnung an seine Mutter oder seine Schwester weitergeben. Lass deine Kinder, meine Urenkel, hier einziehen. Das ist so etwas wie eine kleine Belohnung für deine Mühen. Damit du mir später nicht vorwirfst, dass deinetwegen dein Leben an dir vorbeigezogen ist.

Keiner in der Familie wusste davon. Als sich der Gesundheitszustand des Großvaters verschlechterte, tauchten plötzlich sowohl Tochter als auch Enkelin regelmäßig bei ihm auf. Sie merkten, worauf es hinausläuft, und demonstrierten scheinbar “Fürsorge”. Aber der Großvater war nicht dumm und durchschaut ihre Absichten.

Nach seinem Tod wurde die Erbschaft sofort diskutiert. Schwiegermutter und Frieda haben meinen Mann überredet, auf die Wohnung zu verzichten, weil Frieda ja dort wohnt. Er stimmte zu, aber niemand ahnte etwas vom Testament.

Am nächsten Tag fing mein Mann an, seine Sachen zu packen. Er erklärte mir, dass er eine andere Frau habe und eh nur bei mir gelebt habe, um auf seinen Großvater aufzupassen. Er ging und ich fühlte mich plötzlich frei. Als dann die Familie vom Testament erfuhr, begann ein richtiger Kleinkrieg mit Drohungen.

Hör gut zu, du kriegst niemals die Wohnung! Egal, wie du dich “gekümmert” hast oder wie du es geschafft hast, dass er dich als Erbin einsetzt, aber du bekommst das Apartment nicht. Du bist eine Betrügerin und wir werden es vor Gericht beweisen. Lass unseren Sohn in Ruhe mit seinen Kindern, er hat jetzt endlich eine neue, attraktive Freundin.

Weißt du, was ich gelernt habe? Ich kann es mir inzwischen leisten, euch alle für eine lange Zeit einfach rauszuwerfen. Also: verschwindet endlich!

Ihre Worte verletzen mich überhaupt nicht. Ich bin sicher, dass mein Leben jetzt normal wird. Ich habe eine Anstellung gefunden, die Kinder und ich haben endlich unser eigenes Zuhause und das ist das Wichtigste ich habe mit dieser Familie nichts mehr zu tun.

Was würdest du an meiner Stelle tun?

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Homy
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Die Ansprüche der Mutter