Meine Frau hat unsere Katzen ohne mein Wissen weggegeben: Wochenlang war ich auf der Suche, bis ich zufällig erfuhr, wo meine Lieblinge steckten
Ich hätte locker den Weltrekord im Flyer-Aufhängen und Suchanzeigen-Schalten gewonnen. Wochenlang bin ich durch halb Bayern gepilgert, vorbei an jedem Tierheim zwischen Augsburg und München. Aber nichts! Meine Frau weigerte sich standhaft, mir zu sagen, wo sie die Katzen gelassen hatte.
Am Ende blieb mir gar nichts anderes übrig, als es ihr heimzuzahlen wirklich auf bayerische Art. Die Wende kam, als mein Kumpel Paul mir einen Anruf gönnte: Er wisse, wo meine Stubentiger seien! Mein Leben wurde in dem Moment einmal um die eigene Achse gedreht.
Hier mein Bericht, urteilt selbst, ob ich richtig gehandelt habe.
Meine Frau hat unsere Katzen ohne mein Wissen weggegeben: Wochenlang suchte ich nach ihnen, bis ich zufällig entdeckte, wo sie waren
Als ich damals die Tür öffnete, empfing mich eine unheimliche Stille. Eine Art Grabesruhe. Kein leises Trampeln, kein schnurrendes Begrüßungskonzert. Mein Herz machte einen Sprung aber eher vor Schreck.
Wo sind die Katzen?, fragte ich sofort meine Frau, noch mit den Schuhen an.
Sie saß demonstrativ gelassen am Küchentisch und scrollte durch ihr Handy. Ohne aufzusehen, meinte sie nur:
Die habe ich weggegeben. Diese Flusenteppiche überall, das war nicht mehr auszuhalten.
Mein Mund war trocken. Die drei Fellknäuel waren schon lange meine Familie viel länger als sie! Und jetzt? Einfach weg?
Wie bitte?! Weggegeben? Ich hörte meine Stimme beben.
Genau. Jetzt ist es endlich sauber hier und du musst nicht mehr als Dienstbote für die Katzen durchgehen!, erwiderte sie mit kaltem Blick.
Meine Frau hat unsere Katzen ohne mein Wissen weggegeben: Ich suchte sie wochenlang und erfuhr zufällig, wo meine Lieblinge waren
Und wohin genau hast du sie gebracht?
In gute Hände. Vergiss sie einfach, sagte sie. Punkt.
Vergessen? Als ob ich meine Katzen einfach in den Wind schießen könnte! Mir blieb die Spucke weg. Das war nicht einfach eine Handlung das war Hochverrat am Familienleben.
Also suchte ich weiter: Tierheime abklappern, Flyer in Edeka aufhängen, Facebook-Gruppen mit traurigen Bildern versorgen. Wochenlang. Und jedesmal dieses genervte Schnaufen, wenn ich nachhakte. Als sei ICH das Problem.
Schließlich bekam ich eine Nachricht von einer Mitarbeiterin im Tierheim Schwabing:
Sag mal, ich glaube, ich hab deine Katzen gesehen. Neulich hat eine Frau drei ausgesprochen süße Miezen abgegeben, die sehen deinen verdächtig ähnlich.
Das Herz raste. Sofort griff ich zum Telefon.
Sind die Tiere noch da?, fragte ich, den Kloß im Hals.
Es tut mir leid. Die sind schon zu neuen Familien gezogen.
Die Welt kippte vor meinen Augen das wars? Meine Stimme klang wie ein altes Fahrrad:
Darf ich erfahren, wohin sie gekommen sind? Ich muss sie finden.
Tut uns leid, das ist leider streng vertraulich. Seien Sie versichert, die Tiere sind in den besten Händen, bekam ich zur Antwort.
Meine Frau hat unsere Katzen ohne mein Wissen weggegeben: Wochenlang suchte ich sie, bis ich zufällig stieß, wo sie sind
Geknickt schlich ich heim. Meine Frau saß seelenruhig da ein Lächeln, das ich so nicht mehr ertragen konnte.
Na, ist jetzt gut?, fragte sie gönnerhaft.
Da wurde mir klar: Mit jemandem, der meine Katzen hinter meinem Rücken entsorgt, konnte ich wirklich keine Zukunft planen. Am selben Abend packte ich meine Sachen. Keine Woche später war der Scheidungsantrag raus.
Ein paar Monate vergingen. Irgendwann scrollte ich aus Langeweile! durch die Seite eines befreundeten Tierheims, Rubrik Happy End. Plötzlich stockte mir der Atem.
Meine Katzen. Drei Familien, drei glückliche Fellnase-Posen, drei neue Sofas zum Zerfetzen. Gesund! Geliebt! Ich saß minutenlang vor den Fotos und merkte dann erstmals: Ja, denen gehts gut. Und mir, langsam, auch.
Wenigstens sind sie jetzt glücklich. Und, wer weiß ich vielleicht irgendwann auch, ohne Katzenhaare im Kaffee.





