Jessicas Ehemann wurde ihr gegenüber wiederholt gewalttätig, und nach der Geburt ihrer Tochter spitzte sich die Situation weiter dramatisch zu.

Also, du musst dir vorstellen: Katharina kam ursprünglich aus einem kleinen Dorf, wo eine Einzimmerwohnung wirklich fast nichts kostet. Sie hat sich so eine Wohnung gekauft, aber ihr Mann, der Holger, wusste davon überhaupt nichts. Während Holger oft geschäftlich unterwegs war, kam dann auch ihre Tochter zur Welt. Sie hat ganz normal in einer typischen Entbindungsklinik in München entbunden, aber Holger hat sie glauben lassen, dass es eine dieser schicken Privatkliniken war. Und so gings weiter: Das Geld, das Holger ihr monatlich für den Haushalt überwiesen hat, hat Katharina ganz penibel eingeteilt und gespart.

Wenn Holger zu Hause war, war der Kühlschrank voll Braten, Lachs, Oliven, echte Köstlichkeiten. Aber kaum war er wieder auf Dienstreise, wurde weiter konsequent gespart.

Sie hat nie Neuware für ihre Tochter gekauft, weißt du? Entweder haben Freunde und Bekannte ihr was abgegeben, oder sie hat günstig Secondhand bei eBay Kleinanzeigen gefunden. So hat sie langsam aber sicher für die Eigentumswohnung zusammengespart. Katharina hat oft ihre Mutter aus Nürnberg gebeten, auf die Kleine aufzupassen, während sie heimlich arbeiten gegangen ist. Aber im Prinzip hat sich Holger das alles selbst eingebrockt. Katharina war so pflichtbewusst, hat alles gemacht, was er verlangt hat. Sie kam halt vom Land und er war ein richtiger Großstädter, der gerne Befehle verteilt hat.

Und irgendwann hat Katharina angefangen, heimlich zu planen, wie sie abhaut. Sie wusste genau, dass Holger eines Tages die Kontrolle verliert und dass das böse endet.

Sie hat sogar ihre Einkäufe getrickst. Für die Tochter ein paar Äpfel gekauft, Holger aber erzählt, sie hätte drei Kilo besorgt. Ganze zweieinhalb Jahre hat sie gebraucht, um genug Geld, knapp 35.000 Euro, zusammenzukratzen. Und dann, als Holger mal wieder unterwegs war, hat sie ruckzuck alles gepackt, die Tochter ins Auto gesetzt und ist abgehauen. Am Tag davor hatte sie schon die Scheidung beim Amt in Regensburg eingereicht.

Holger hat natürlich versucht, sie zurückzuholen. Er hat angerufen, beteuert, dass jetzt alles anders würde, dass es keinen Stress mehr gibt. Aber manchmal hat er auch ziemlich bedrohlich durchklingen lassen, dass er Katharina und die Kleine niemals aufgeben würde koste es, was es wolle.

Es dauerte nicht lange und sie hat gehört, dass Holger schon eine neue Freundin hat irgend so eine Studentin aus München. Sie ist sich sicher, dass er mit der genau das gleiche Spiel macht wie mit ihr.

Katharina meint auch: Sie hat Holger nie hintergangen. Das Ersparte kann sie mit ruhigem Gewissen als selbstverdientes Geld sehen sie hat sich manchmal regelrecht etwas zu essen verkniffen, um ihr Ziel zu erreichen. Letztlich blieb ihr ja nichts anderes übrig. Sie musste sich selbst und ihre einziges Kind aus dieser ganzen Geschichte retten.

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Homy
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