Wie sich die Putzfrau einen teuren Mercedes leistete

Erlauben Sie mir, eine Geschichte zu erzählen, die mir einst widerfuhr, damals vor vielen Jahren. Ich hatte eine Reinigungskraft für mein Büro eingestellt. Sie hieß Gertrud Weber, eine fleißige, stets freundliche Frau. Gertrud war immer vor allen anderen da und brachte das Büro im Nu auf Hochglanz immer zuverlässig, immer pünktlich. Bevor der erste Kollege überhaupt die Türklinke berührte, war schon alles blitzblank.

Eines Tages kam sie zu mir ins Büro, um ihren Lohn zu empfangen. Sie war elegant gekleidet, ihre Haare sahen wunderbar aus ich hätte sie beinahe nicht erkannt. Kaum hatte sie Platz genommen, stellte sie mir eine Frage:

Stimmt es, dass Ihre Mitarbeiter einen Rabatt an der Autowaschanlage bekommen?

Diese Frage überraschte mich. Ich verstand nicht recht, warum sie das wissen wollte, aber ich bejahte freundlich und bot ihr sogar an, dass auch ihre Familie den Rabatt nutzen dürfe schließlich gehörte sie mit zu unserem Team.

Ich muss gestehen, mein Erstaunen war kaum zu überbieten, als sie einige Tage später mit einem teuren Mercedes vorfuhr, begleitet von ihrem Ehemann und ihrer Tochter beide kamen ebenfalls in hochwertigen deutschen Wagen. Ich konnte mir kaum vorstellen, wie sie sich so einen Lebensstil leisten konnte. Die Neugier ließ mir keine Ruhe, also erkundigte ich mich diskret, wie sie zu solch beeindruckendem Wohlstand gekommen war.

Wie ich dann herausfand, putzte sie nicht nur bei mir, sondern in insgesamt zwanzig Büros in München Tag für Tag. Mit ihren Aufträgen verdiente sie monatlich eine beträchtliche Summe in Euro! Wer hätte das gedacht?

Nun, all die Jahre später, muss ich oft schmunzeln, wenn ich daran zurückdenke. Ich sage mir: Vielleicht könnte ich von dieser klugen Frau noch etwas darüber lernen, wie man ein Geschäft wirklich erfolgreich führt.

Rate article
Homy
Add a comment

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!:

Wie sich die Putzfrau einen teuren Mercedes leistete
„Dein Sohn plündert unseren Kühlschrank komplett – hältst du das für normal?“ platzte es aus meinem Mann heraus Der Kühlschrank brummte wie ein erschöpftes Tier. Thomas stand vor der offenen Tür und starrte auf das leere Fach, wo heute Morgen noch ein Stück Quarkauflauf mit Rosinen lag – gekauft beim Bäcker am S-Bahnhof, wohin er extra nach Feierabend gefahren war. Anstelle des Auflaufs stand dort jetzt nur ein einsamer Plastikbehälter mit der Aufschrift „Buchweizen“. Daneben: ein halber Becher Magerquark und ein trauriger Apfel. Langsam schloss er die Tür. Das Klicken hallte laut durch die stille Wohnung. Aus dem Zimmer seines Stiefsohnes Niklas drangen gedämpfte Schussgeräusche vom PC-Spiel. „Tom, willst du im Kühlschrank übernachten?“, rief Anna, seine Frau, hinter ihm. Sie lief vorbei mit einer Tasse aromatischem Tee und einem Teller mit zwei perfekten, dicken Quarkpfannkuchen, garniert mit Sahne und Beeren aus dem Tiefkühlfach – genau die, die Thomas fürs Wochenendfrühstück aufgehoben hatte. „Ich such den Auflauf“, sagte er nüchtern, ohne sich umzudrehen. „Ach, Niklas war nach dem Fitness hungrig, ich hab’s ihm gegeben“, tönte Annas Stimme aus dem Flur. „Der ist ja noch in der Wachstumsphase, der braucht Eiweiß!“ „Mit 23 wächst der nur noch in die Breite!“, dachte Thomas, sagte aber nichts. Schon montags hatte er sein Abendessen geschluckt, als die Hähnchenfrikadellen verschwunden waren. Dienstags wanderte der schicke Räucherlachs für den Feiertag statt auf den eigenen Teller plötzlich zu Niklas. Mittwochs war die Obstschale leer, nur Schalen lagen noch übrig. Thomas nahm die Buchweizenbox, stellte sie auf den Tisch und sah aus dem Fenster auf den grauen Januarnachmittag. Sechs Jahre verheiratet, die letzten beiden lebte Niklas, Annas Sohn aus erster Ehe, nach gescheiterter Wohnungsverselbstständigung wieder bei ihnen. Zwei Jahre lang gab Anna ihm geduldig alles Leckerste aus Küche und Kühlschrank. Als sie in die Küche zurückkam, war ihr Blick besorgt, nicht seinetwegen. „Niklas hat Angst, dass es bald Entlassungen gibt im Büro. Voller Stress! Der braucht jetzt Trost.“ „In Form von Essen?“, fiel Thomas heraus. Anna blieb stehen, sah ihn vorwurfsvoll an. „Wie meinst du das?“ „Ich meine, Anna, dass ich nach Feierabend ebenfalls genug Stress habe – und zu Hause nur noch leere Regale finde! Alles Feine für alle – außer mich, deinen Mann, der die Miete zahlt. Auch dein Sohn kann sich Quarkpfannkuchen kaufen!“ „Er spart für ein Auto!“, verteidigte sie Niklas. „Und überhaupt: Ich koche, ich kaufe ein, ich entscheide, für wen was ist. Hungern musst du ja nicht. Guck, Buchweizen, Quark, isst du mal was Gesundes!“ „Das ist weniger Essen als ein Zeichen – ein Zeichen, wo ich stehe: Irgendwo zwischen Hauskatze und Gummibaum.“ „Hör auf, so etwas zu sagen! Du bist eifersüchtig auf meinen Sohn!“ „Nein, Anna. Ich kümmere mich um Rechnungen, Haus, Reparaturen. Und trotzdem bin ich Gast hier – geduldet, aber nur bei den Resten.“ Er ließ sie mit der Buchweizenbox allein in der Küche. Sein Herz schlug wild. Zum ersten Mal sprach er so offen aus, was er fühlte. Am nächsten Tag kam Thomas spät heim: In der Küche roch es nach frischem Schokokuchen. Niklas, kräftig und gemütlich, schaufelte ein großes Stück hinunter, Anna strahlte ihn an. „Hallo Thomas! Mama hat klasse gebacken – auf der Platte ist noch was für dich übrig!“ Das Stück war ein Bruch vom Rand. Thomas sah die leeren Schachteln belgischer Schokolade, Anna erwiderte seinen Blick: „Wollt’ dir was lassen, aber Niklas kam mit Freundin, da wurde fast alles aufgegessen. Ich hab dir extra was abgebrochen!“ „Danke, kein Hunger“, murmelte Thomas und öffnete den Kühlschrank. Wieder: alles leer. Bis auf die alte Buchweizenbox, Butterstück mit Bisskante, Senf. Niklas war auch schon da und rief: „Mama, noch Kompott?“ Kompott aus Kirschen, mit Anna handverlesen und eingekocht im Sommer am Garten ihrer Schwiegereltern – für Niklas, der nie selbst einkaufen ging. „Anna, wir müssen reden. Ernsthaft.“ „Später, siehst du doch, wir sind beschäftigt!“ Am Abend blieb das Gespräch aus. Anna ging früh schlafen – „Kopfschmerzen“. Thomas spürte: In diesem Haus gab es keinen Platz mehr für ihn. Er erinnerte sich, wie Anna letztes Jahr – wortlos – seine alte Kamera an Niklas „fürs Studium“ weitergegeben hatte, kurzerhand einen Besuch bei seinen Eltern für Niklas’ „Unwohlsein“ abgesagt hatte. Am Wochenende stand Thomas entschlossen auf, um alles zu besprechen. In der Küche: Anna blass mit großem, rotem Herzkuchen, Niklas verheult. „Mama, was soll ich machen? Meine Freundin sagt, ich sei unselbständig und leb bei Mama…“ Thomas musste ein bitteres Lachen unterdrücken. „Du bist mein Schatz… ich hab deinen Lieblingstorte besorgt, alles wird wieder gut“, tröstete Anna. Die Torte stammte von der teuersten Konditorei – Thomas sah den horrenden Preis. „Anna“, sagte er leise. Sie zuckte. „Nicht jetzt, Thomas. Siehst du, Niklas ist traurig!“ „Ich auch. Denn in meiner Familie existiere ich eigentlich nicht mehr. Ich liefere nur noch die Ressourcen, du verteilst alles, Niklas isst es auf. Perfektes System.“ „Fang nicht wieder an! Du bist immer gegen meinen Jungen!“ „Ich bin nicht gegen ihn. Ich habe Mitleid. Aber zu dir… werde ich gleichgültig. Und das macht mir Angst.“ Er blickte auf das Herz aus Torte, Annas zitternde Hände, Niklas, der sich schon das nächste Stück nahm. „Ich fahre eine Woche zu meinen Eltern. Danach sehen wir weiter. Oder eben nicht.“ Er packte. Anna hielt ihn nicht auf. Sie hörte man in der Küche nur noch Niklas trösten: „Nicht zuhören, mein Schatz. Er ist nur müde. Nimm noch ein Stück, Süßes tut gut.“ Thomas schloss die Tür. Niemand rief ihm nach. Eine Woche bei den Eltern – kein Anruf von Anna. Am Samstag kam er zurück: Anna saß traurig mit Torte, verweinte Augen. „Er ist weg… Mein Sohn ist ausgezogen…“ „Wirklich? Warum?“ Thomas konnte die Erleichterung kaum verbergen. „Seine Freundin… lacht ihn aus, weil er mit Mama lebt! Ist das denn schlimm?“ Anna schluchzte. „Sie hat recht“, sagte Thomas ruhig. „Mit 23 soll man lernen, allein zu stehen.“ Verletzt griff Anna zum nächsten Tortenstück. Thomas räumte seine Sachen ein. Monatelang war Anna verstimmt, klagte abends über das Wort „Abnabelung“. „Sie haben eine Wohnung. Sie füttert ihn kaum… lauter Unsinn gibt’s dort…“ „Anna, vielleicht ist es jetzt Zeit, Niklas loszulassen. Willst du ihn bis 40 bemuttern?“ Anna senkte den Blick, seufzte schwer und sagte leise: „Du hast recht. Früher oder später wär’s eh so weit.“ „Du wolltest doch mit mir reden, als ich zurückkomme? Worüber?“ „Über nichts mehr“, lächelte Thomas und legte den Arm um sie. Dass sich das Problem von selbst löste, konnte er immer noch nicht fassen.