Die Lebensgefährtin meines Vaters wurde zu meiner zweiten Mutter

Meine Mutter starb, als ich gerade acht Jahre alt war. Mein Vater verlor sich daraufhin im Alkohol, zu Hause gab es oft nichts zu essen. In der Schule bettelte ich, meine Leistungen litten darunter, meine Kleidung war zerschlissen, und irgendwann fiel das den Lehrern auf.

Das Jugendamt stand mehrmals vor unserer Tür, und bald wurden meinem Vater strenge Auflagen gemacht, deren Nichteinhaltung ihm das Sorgerecht genommen hätte. Zum Glück besann sich Papa, ließ das Trinken sein, und die weiteren Prüfungen verliefen ohne Beanstandungen.

Ein paar Monate später sagte Papa, dass er wolle, dass ich eine Frau kennenlerne, die ihm am Herzen lag. Wir besuchten Tante Annegret. Ich war zurückhaltend die Erinnerung an meine Mutter war noch so frisch, den Gedanken, dass Papa sich mit Tante Annegret zusammentat, konnte ich kaum akzeptieren.

Doch schon beim ersten Gespräch spürte ich die Herzlichkeit, die von ihr ausging. Ihr Sohn Sebastian, ein Jahr älter als ich, wurde schnell mein Freund, und wir gingen gemeinsam zur Turngruppe. Papa war glücklich, dass ich seine Entscheidung anerkennen konnte; nach einem Monat zogen wir zu Tante Annegret, und unsere alte Wohnung wurde vermietet, um eine zusätzliche Einnahmequelle zu haben.

Leider hatte Papa nicht mehr die Gelegenheit, Tante Annegret zu heiraten. Er wurde von einem betrunkenen Autofahrer überfahren und kam dabei ums Leben. Offiziell war ich niemand für Tante Annegret, also brachte das Jugendamt mich ins Kinderheim. Beim Abschied versprach mir Tante Annegret, mich zu holen, sobald sie durfte.

Sie hielt ihr Versprechen, und nach zwei Monaten konnte ich wieder bei ihr einziehen. Diese zwei Monate genügten, um die kalte Atmosphäre des Heims zu erleben. Ich war Tante Annegret von Herzen dankbar, dass sie mich nie im Stich ließ und für mich eine zweite Mutter wurde. Wenn ich sie Mama nannte, sah ich oft Tränen in ihren Augen. Sie ist eine wundervolle Frau, ihr Sohn Sebastian ist ein echter Bruder für mich geworden.

Heute sind wir erwachsen, haben unsere eigenen Familien, aber Mutter Annegret ist für Sebastian und mich immer noch der wichtigste Mensch. Als zweifache Schwiegermutter hat sie sich nie mit den Schwiegertöchtern gestritten, und das Wort Schwiegermutter wird von ihnen nie erwähnt. Sowohl meine Frau als auch Sebastians Frau nennen sie liebevoll Mutter Annegret, für ihre Wärme und ihr Verständnis. Jedes Mal, wenn ich sie so höre, strahlt echte Freude in Annegrets Gesicht.

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Homy
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Die Lebensgefährtin meines Vaters wurde zu meiner zweiten Mutter
Mutter” oder “Mama