Letzten Monat hatte mein Sohn Geburtstag. Ich habe ihm gesagt, dass ich als Gast komme.

Ich habe drei Söhne großgezogen. Wer schon mal vier Männer unter einem Dach hatte, wird vermutlich wissen, wovon ich gleich erzähle. Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie es in einem Haushalt keine vernünftige Mahlzeit geben kann oder warum Klamotten immer wieder wie von Geisterhand im ganzen Haus verteilt liegen. Nun bin ich 52 Jahre alt und habe irgendwie immer geglaubt, dass eine Frau ein Zuhause schaffen sollte, das gemütlich und sicher ist ein Ort, an den ein Mann gerne zurückkehrt. Aber ich bezweifle, dass meine Schwiegertochter die gleiche Ansicht teilt.
Mein ältester Sohn hat sich vor zwei Jahren dazu entschieden, zu heiraten und neun Monate später kam auch schon ihre Tochter zur Welt. Er war damals 28, seine Frau nennen wir sie Annemarie, ein typisch deutscher Name war gerade mal 20. Annemarie studierte noch, aber diese acht Jahre Altersunterschied schienen meinen Sohn überhaupt nicht zu stören.
Während der Schwangerschaft bewies Annemarie Charakter: Sie jagte meinen Sohn ständig zum Supermarkt. Morgens wollte sie Äpfel, zwei Stunden später Orangen und dann plötzlich Blumen. Mein Sohn murrte nie, sondern erfüllte ihr jeden Wunsch. Wir dachten, nach der Geburt würde sich das alles von selbst regeln. Denkste!
Nach der Geburt hat sie das Baby zwei Monate gestillt und das wars dann auch. Sie verkündete, sie sei müde von den schlaflosen Nächten und brauche dringend Erholung. Mein Sohn, der ganz der verständnisvolle Kerl von nebenan ist, fragte mich, ob ich nicht einspringen könnte. Natürlich habe ich ja gesagt was blieb mir auch anderes übrig?
Während ich das Baby schaukelte, verbrachte Annemarie den Tag in sämtlichen Schönheitssalons Münchens. Ihr fiel nicht mal ein, ein Abendessen zu kochen, wenn mein Sohn nach der Arbeit heimkam. So habe ich am Ende eine ganze Woche am Stück auf das Enkelkind aufgepasst. Die Schwiegertochter gewöhnte sich daran, bis mittags um zwölf zu schlafen und ihr gesamtes Leben nur nach ihren Wünschen auszurichten. Alles blieb an mir hängen.
Nach einem Monat hatte ich die Nase voll und erklärte, dass ich zurück nach Hause müsse. Annemarie war alles andere als begeistert. Ich war mir bewusst, dass Annemarie noch nicht ganz auf eigenen Beinen stand, besuchte sie aber weiter. Doch was ich vorfand, war jedes Mal ein unbeschreibliches Durcheinander und im Kühlschrank herrschte gähnende Leere.
Sie war zu bequem, selbst für ihr eigenes Kind was zu kochen. Ich habe immerhin drei Söhne großgezogen so viel Faulheit und Gleichgültigkeit war mir einfach unverständlich. Mein Sohn hat immer zu Hause gegessen! Am letzten Geburtstag meines Sohnes dachte ich, jetzt lädt sie vielleicht zumindest zu einem selbstgekochten Mittagessen ein aber nein! Sie bestellte Pizza und Sushi auf ihre Kosten, also in Euro, versteht sich. Herzlichen Glückwunsch!
Ich verstehe meinen Sohn nicht warum akzeptiert er das? Liegts vielleicht daran, dass sie vor der Ehe nicht zusammengelebt haben und er keine Ahnung hatte, wie sie wirklich ist? Jetzt merkt ers, aber sagt kein Wort.
Ich überlege ernsthaft, ob ich Annemarie nicht mal auf ein klärendes Gespräch einladen sollte, damit sie vielleicht endlich anfängt, sich wie eine Ehefrau und Mutter zu benehmen. Natürlich habe ich Schiss, dass mein Sohn sich dann von mir abwendet. Klar, als Mutter sollte ich seine Entscheidung respektieren. Aber ich kann doch nicht tatenlos zusehen, wie alles den Bach runtergeht! Sind alle Schwiegertöchter so?
Was würden Sie mir raten sollte ich mit Annemarie reden oder lieber weiter schweigen?

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Homy
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