Tanja brachte eine Tochter zur Welt – doch das Mädchen war sehr schwach und verstarb bald… So fügte es das Schicksal. Ihr Mann, Michael, kam nach der traurigen Nachricht kein einziges Mal ins Krankenhaus. Am Tag der Entlassung wartete auf Tanja nur ein Koffer mit ihren Sachen, den ihr Mann per Boten in die Klinik schicken ließ. Er selbst erschien nicht, auch nicht beim Personal… Tanja hätte mit allem gerechnet, aber nicht mit solch einem Verrat! Ohne Bleibe, fand sie im Koffer einen Brief von Michael. Tanja las und konnte ihren Augen kaum trauen.

Vor vielen Jahren brachte Katharina ein kleines Mädchen zur Welt. Das Kind war sehr schwach, und schon nach kurzer Zeit verstarb das Neugeborene So hatte es das Schicksal bestimmt.

Ihr Ehemann, Heinrich, erfuhr von allem, doch er erschien kein einziges Mal bei ihr im Krankenhaus.

Am Tag ihrer Entlassung wartete nur ein Koffer mit ihren Sachen auf Katharina, den ihr Mann vorab ins Krankenhaus bringen ließ.

Heinrich hatte alles sorgsam eingepackt und per Kurier schicken lassen. Er selbst wollte dem Krankenhauspersonal nicht einmal begegnen

Katharina hatte mit allem gerechnet, nur nicht mit einem solchen Verrat! Es gab niemanden, zu dem sie gehen konnte Später fand sie im Koffer einen Brief von Heinrich. Katharina las und konnte nicht glauben, was dort stand:

Ich reiche die Scheidung ein. Nur deine Schwangerschaft hat mich aufgehalten. Ich habe schon lange eine andere, die viel besser ist als du. Du bist nicht einmal in der Lage, ein gesundes Kind zu gebären. Ehrlich gesagt, bin ich froh, dass es so gekommen ist!

Die letzten Worte trafen Katharina tief. Sie weinte lange, dann begann sie nachzudenken, was sie nun tun sollte.

Schließlich fasste sie einen festen Entschluss:

Egal was kommt, ich werde erfolgreich werden! Die Beste in allem! Und vor allem: die beste Mutter. Auch wenn es mit dem Mann nicht geklappt hat, Mutter werde ich trotzdem sein. Ich bin doch erst vierundzwanzig. Das Leben liegt noch vor mir!

Mit Heinrich hatte sich Katharina auf einer Feier gemeinsamer Bekannter kennengelernt.

Die schöne Katharina gefiel Heinrich sofort. Ob sie arm oder reich war, spielte für ihn keine Rolle wichtig war, sie war auffallend hübsch!

Er selbst hatte alles das Geschäft seiner Mutter, eine Kette von Friseursalons, die gutes Geld abwarfen.

Heinrich kümmerte sich lediglich um die Anlieferung von Waren.

Alles ging schnell voran. Kennenlernen der Eltern, Hochzeit. Die Schwangerschaft kam im zweiten Ehejahr.

Man sagte Katharina, Heinrich streife herum, aber sie wollte es nicht glauben. Er war doch immer freundlich zu ihr, schenkte ihr teure Geschenke

Und das war nun das Ergebnis! Sie stand mit dem Koffer vor der Klinik. Wohin nun? Zu ihren Eltern zurückzukehren kam für sie nicht in Frage sie war ja quasi vor ihnen davongelaufen

Ständige Streitereien, Vorwürfe Zur Hochzeit hatte sie die Eltern gar nicht eingeladen.

Aus ihrer Familie war nur ihre Tante Ursula geblieben. Doch die mochte den Bräutigam von Anfang an nicht.

Ursula hatte ihr gleich klargemacht: Sie solle bloß nicht von ihrem Mann zu ihr flüchten. Platz hatte sie keinen.

So beschloss Katharina, eine Arbeit zu suchen. Die heutige Nacht würde sie am Bahnhof verbringen.

Mit Auszeichnung ihr Diplom in der Tasche, aber ohne Berufserfahrung, war es schwieriger als gedacht, eine Stelle zu finden. Die Tiermedizin hatte sie fasziniert, darum war sie am Kolleg gewesen.

Später wollte sie sich weiterbilden. Das Lernen fiel ihr schwer, zudem jobbte sie abends.

Sie erinnerte sich an die Tierarztpraxen, in denen sie Praktika gemacht hatte. Eine nach der anderen klappte sie ab doch nirgendwo gab es eine freie Stelle. Vor der letzten Klinik setzte sie sich auf eine Bank und begann zu weinen. Da kam ein kleiner Hund an, sprang auf ihren Schoß und schmiegte sich an sie.

Was für ein Wunder. Wem gehörst du? Ich kann dich leider nicht nehmen, ich bin selbst mittellos.

Wer ist denn hier mittellos? Stella, warum bist du schon wieder weggelaufen? Komm, an die Leine!

Eine ältere Dame setzte sich zu Katharina und blickte sie aufmerksam an.

Erzähl mal. Ich habe dich gesehen, als diese Dame hier einen Haarschnitt bekam, sagte sie und deutete auf Stella.

Mitfühlend hörte die Dame, Frau Helene Brenner, zu und nickte ab und zu.

Da hast du wirklich kein Glück gehabt, mein Kind. Steh auf, nimm deinen Koffer, komm mit mir. Ich bin Helene Brenner. Und du?

Katharina.

Na komm, Katharina. Du bist bestimmt hungrig?

Helenes Haus war groß, fast so wie das von Heinrich. Stella machte es sich sofort gemütlich, beobachtete Katharina jedoch aufmerksam.

Sie scheint dich zu mögen. Nicht jeder bekommt so einen Empfang. Morgen zeige ich dir das Haus und den Garten. Ich brauche jemanden, der alles ordentlich hält. Denkst du, schaffst du das?

Ich denke schon. Aber ich möchte auch eine Arbeit finden.

Sieh es so: du hast schon eine. Ich zahle dir einen guten Lohn. Erhol dich. Das hier ist dein Zimmer.

Später erzählte Frau Brenner ihre eigene Geschichte.

Sie war ganz allein zurückgeblieben. Ihr Mann und sie hatten ein blühendes Geschäft, zwei Kinder, zusammen bauten sie dieses Haus. Aber irgendwann verließen sie die Kinder, ein Verkehrsunfall plötzlich im Straßengraben

Der Mann verließ sie für eine andere und starb bald darauf, ohne noch die Scheidung besiegelt zu haben.

Alles, das große Erbe, fiel an Helene. Was sie mit dem Geschäft anfangen sollte, wusste sie nicht. Also verkaufte sie alles, Käufer waren rasch zur Stelle. Als wohlhabende Witwe hätte sie sich jeden Wunsch erfüllen können. Und sie lebte. Die Verwandten kamen nur, wenn es um Geld ging.

Doch für sie gab es immer dieselbe Ausrede das Geld ist weg, arbeitet mal selbst.

Mit der Zeit verschwanden alle Verwandten, warteten vermutlich auf das große Erbe, wie Frau Brenner selbst sagte.

Katharina machte alles großartig. Die Ausbildung zahlte sich aus. Sie verstand sich nicht nur auf Tiere, sondern auch auf Pflanzen. Helene liebte Rosen, und der Garten blühte prachtvoll nie zuvor hatte sie solche Farbenpracht oder so viele Äpfel und Birnen gehabt.

Du besitzt einen grünen Daumen. Nie zuvor hatte ich so viel Ernte wie dieses Jahr.

Drei Jahre lebte Katharina inzwischen bei Helene Brenner. Sie waren wie Großmutter und Enkelin zusammengewachsen. Stella war immer bei ihnen.

Frau Brenner, Sie zahlen mir so viel, dass es mir fast schon unangenehm ist. Ich wohne, esse, nutze alles und bekomme noch Gehalt.

Das ist noch wenig. Du arbeitest wie eine Biene von früh bis spät. Und ich habe nichts dagegen, dir das Geld zu geben es ist für deine Arbeit. Du versüßt meinen Lebensabend. Was hast du mit dem Geld vor? Ich sehe doch, dass du kaum etwas ausgibst.

Ich möchte einen Hundesalon eröffnen Das ist heutzutage sehr gefragt.

Willst du mich verlassen?

Nein, natürlich nicht! Sie haben mich schließlich gerettet. Aber Sie haben mir so viel gegeben, ich möchte auch etwas selbst aufbauen. Das dauert aber noch. Und ich schaffe ohnehin alles.

Siehst du, Stella läuft jetzt mit der schönsten Frisur zuhause herum. Ich glaube, du wirst eine ausgezeichnete Meisterin. Du bist so selbstbewusst geworden.

Das verdanke ich Ihnen. Ich habe in Ihnen eine verwandte Seele gefunden.

Und für mich bist du wie eine Enkelin. Die Altersunterschiede passen ja sogar.

Weitere drei Jahre vergingen. Katharina war erfolgreiche Unternehmerin geworden, besaß inzwischen zwei Salons. Nach dem unglücklichen ersten Versuch wollte sie niemand an sich heranlassen, doch dann kam plötzlich die Liebe.

Ein junger Mann brachte seinen Hund immer wieder in den Salon.

Eines Tages stand er jedoch mit einem riesigen Blumenstrauß vor ihr. Die beiden trafen sich lange. Katharinas Angst, wieder verletzt zu werden, blieb aber Johannes war geduldig.

Katharina, warum darf ich nicht deine Familie werden? Ich möchte doch so gern das fröhliche Lachen eines Kindes im Haus hören. Und übrigens, ich habe ein Hochzeitsgeschenk für dich.

Vor der Trauung überreichte Frau Brenner Katharina das Testament für das Haus und ihre Ersparnisse.

Aber was ist mit Ihren Verwandten?! rief Katharina aus. Die werden doch

Die haben sich all die Jahre nie blicken lassen, nicht ein einziges Mal angerufen. Hast du sie überhaupt gesehen? Nein. Wozu brauche ich sie? Sie wollen nur das Geld! Aber du weißt den Wert zu schätzen.

Frau Brenner gab Katharina ihren Segen zur Hochzeit, erlebte sogar ihre Enkelkinder und las ihnen abends Geschichten vor

Eines Tages kreuzten sich Katharinas Wege erneut mit Heinrich. Vom großen Geschäft seiner Familie war nichts mehr übrig. Die Mutter war verstorben, und Heinrich hatte alles verkauft und durchgebracht. Sie begegneten sich zufällig, als Katharina gerade aus ihrem Auto stieg.

Heinrich hätte sie fast nicht wiedererkannt sie sah immer noch blendend aus. Doch er hatte sich verändert ungepflegt, aufgequollen

Katharina?

Wer sind Sie bitte?

Mama, ich hol dich ab, wie vereinbart, rief der junge Mann, stieg aus dem Auto. He, Alter, tritt zur Seite. Was wollen Sie von meiner Mutter?

Schon gut, mein Sohn, ich regle das. Das ist ein alter Bekannter.

Dein Sohn? Du hast einen Sohn? Ich habe gar nichts mehr Aber dir scheint es gut zu gehen.

Ja, mir geht es gut. Leb wohl, ich muss los.

Warte kannst du mir nicht etwas Geld leihen, nur ein wenig

Nein. Arbeiten musst du, Heinrich. Mit dir hätte ich nie etwas erreicht, und jetzt bin ich froh, dass du damals so entschieden hast. Du warst ja auch froh. Auf Wiedersehen!

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Homy
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Tanja brachte eine Tochter zur Welt – doch das Mädchen war sehr schwach und verstarb bald… So fügte es das Schicksal. Ihr Mann, Michael, kam nach der traurigen Nachricht kein einziges Mal ins Krankenhaus. Am Tag der Entlassung wartete auf Tanja nur ein Koffer mit ihren Sachen, den ihr Mann per Boten in die Klinik schicken ließ. Er selbst erschien nicht, auch nicht beim Personal… Tanja hätte mit allem gerechnet, aber nicht mit solch einem Verrat! Ohne Bleibe, fand sie im Koffer einen Brief von Michael. Tanja las und konnte ihren Augen kaum trauen.
Die unbequeme Mutter