Erste Liebe auf dem Schulhof: Die Geschichte aus der zehnten Klasse

Mein erstes Tagebuch einer Liebe Erlebnis in der zehnten Klasse
Ich erinnere mich noch genau, wie ich mich das erste Mal in der Schule, in der zehnten Klasse, verliebt habe. Damals saß ich neben Florian Steiner ein Klassenkamerad, der mir schon immer gefallen hatte. Nach den Sommerferien war er wie verwandelt, noch reifer, selbstbewusster. Am ersten Schultag im September, als er sich neben mich setzte, fühlte ich mich auf Wolke sieben.
Auch ich hatte mich verändert. Aus dem schüchternen Mädchen war eine junge Frau geworden, mit schlanker Taille und anmutigen Beinen. Mein geflochtener Zopf betonte meinen Schwanenhals.
Florian betrachtete mich auf seine ganz eigene, kritische Art. Ich merkte, dass er sich insgeheim freute, neben mir zu sitzen ich war eine gute Schülerin und, wenn nötig, konnte er bei mir abschreiben. Aber ich wusste auch: Ich war ihm sympathisch, vielleicht mochte er mich sogar.
Unsere Freundschaft wuchs schnell zu etwas Größerem einer ersten, stürmischen Liebe, die uns beide überwältigte. Leider zu einem ungünstigen Zeitpunkt Die Abiturprüfungen rückten näher. Wir hätten lernen, uns auf die Klausuren vorbereiten müssen. Stattdessen schlenderten Florian und ich nachmittags durch den Stadtpark von München, küssten uns heimlich auf einer Bank oder gingen im Winter gemeinsam zum Eislaufen an den Nymphenburger Kanal.
Florians Eltern waren alles andere als begeistert. Ihr Sohn sollte aufs Offiziersstudium in Hamburg vorbereitet werden und sie befürchteten, dass die Beziehung zu mir ihm die Konzentration aufs Wesentliche raubte. Frühe Liebe brächte doch nur Probleme, mahnte sein Vater immer wieder.
Ich stamme tatsächlich aus einfachen Verhältnissen. Ich lebe bei Oma Hilde, seit meine Mutter starb, da war ich erst fünf. Von meinem Vater wusste ich nichts im Familienstammbuch klaffte ein schwarzer Balken bei seinem Namen.
Wen hast du dir da ausgesucht zum Verlieben?, fragte Oma nachdenklich, fast traurig. Ach, ja Ganz die Mutter.
Sobald es um Mama ging, wurde immer schnell das Thema gewechselt. Oma blickte dann ins Leere, fast wie in eine andere Zeit, und seufzte leise.
Nach der Schule eilte ich jeden Nachmittag zu Florian. Es gab kaum einen Tag, an dem wir uns nicht sahen, während mein Notenspiegel immer schlechter wurde. Die Lehrer wurden unruhig und Florians Eltern stellten ein Ultimatum: Er dürfte sich nicht mehr vor dem Abitur mit mir treffen.
Florian grinste nur traurig und konnte sich nicht überreden lassen, Schluss zu machen. Für ihn war es doch die erste, große Nähe, das erste Mal überhaupt. Aber über ernsthafte Pläne redete er nicht. Was die Eltern von ihm wollten, war klar.
Als ich nach drei Monaten feststellte, dass ich schwanger war, schien die Welt für mich zusammenzubrechen. Die Prüfungen standen vor der Tür, draußen zwitscherten die Vögel, Bäche plätscherten durch den Englischen Garten und ich schlief nachts oft weinend ein, damit Oma nichts bemerkte. Doch Oma merkte etwas, ahnte irgendetwas der weibliche Instinkt eben.
Florian traf ich plötzlich nur noch in der Schule. Sein Vater hatte drastisch jeden Kontakt zwischen uns unterbunden. Was sie wohl sagen würden, wenn sie die Wahrheit wüssten
Eines Abends setzte sich Oma zu mir ans Bett:
Willst du das Kind bekommen? Lüg mich nicht an, Kind. Das hab ich alles schon mit deiner Mutter durch. Sie legte sich zu mir und wir weinten beide, als ich mich an sie schmiegte.
Was soll ich machen, Oma? Seine Eltern sind absolut dagegen. Aber sie wissen nichts.
Und Florian, weiß er es?
Nein. Ich habe solche Angst, er läuft dann sofort davon, flüsterte ich das erste Mal laut meine größte Sorge.
Kindchen, er hat dich doch innerlich schon verlassen, sagte Oma leise, aber du musst es ihm sagen. Es ist deine Pflicht. Wenn er dann wegläuft, dann ist ers nicht wert. Und vergiss deinen Stolz nicht, sei tapfer. Wir schaffen das. Ich geh wieder arbeiten, so wie früher.
Aber Oma, du bist doch Rentnerin!
Ich kann doch als Reinigungskraft in unserer Wohnanlage arbeiten. Solang ich lebe, und mit dem Besen umgehen kann, wird geholfen. Was denn sonst mein Mädchen.
Nun weinten wir beide. Doch dann war Oma schlagartig energisch:
So, fertig geweint. Schlaf jetzt. Und versprich mir: Du machst die Schule fertig. Egal, was passiert!
Ich beruhigte mich. Es war mir klar: ich würde Florian von dem Baby erzählen, sobald sich die Gelegenheit bot. Ich ahnte längst, er würde nicht begeistert sein war aber bereit, alles zu tragen. In mir wuchs schließlich schon ein kleines Wesen, das ich längst liebte. Und wenn Florian sich abwenden sollte? Ich würde Mutter werden und das ist das Größte.
Seitdem saß Florian an einem anderen Tisch. In der Klasse tuschelte man über unsere Trennung, einige gaben mir die Schuld, andere Florian. Doch alle waren sich einig: Erst Abschluss, dann Ausbildung, dann Familie. Von Liebe redete keiner. Wie auch? Wers nicht erlebt hat, kann es kaum verstehen.
Am nächsten Tag nach dem Gespräch mit Oma erzählte ich Florian von der Schwangerschaft. Wir trafen uns hinter der Schule in der Allee. Er wurde weiß, stammelte ein paar unsichere Worte und rannte plötzlich nach Hause. Ich blieb zurück und dachte, er würde gleich umkehren, mich in die Arme schließen wie früher.
Aber Florian verschwand, ohne sich noch einmal umzudrehen. Wie auf der Flucht vor einem bösen Traum.
Ich beendete die Schule, jobbte dann als Küchenhilfe in der Kantine, in der auch Oma Hilde einmal gearbeitet hatte. Noch im Herbst ging ich in den Mutterschutz. Trotz meiner Jugend brachte ich einen gesunden Jungen zur Welt.
Oma arbeitete als Reinigungskraft, ihre Rente war kaum ausreichend. Als mein Sohn Jonas alt genug für den Kindergarten war, arbeitete ich wieder in der Kantine. Alleinerziehende Mutter so schallte es manchmal hinter meinem Rücken auf dem Flur oder im Wohnhaus. Doch im Team mochte man mich: für meine Freundlichkeit, meine Zuverlässigkeit und meine Bescheidenheit.
Ich machte später noch einen Kurs und wurde Köchin. Ich kochte gerne, war ordentlich und verbesserte ständig meine Fähigkeiten.
Oma Hilde arbeitete dann nicht mehr, kümmerte sich liebevoll um ihren Urenkel das war ihr Glück.
Nicht nur im Team war ich beliebt. Stammgäste lobten meine neuen Rezepte, die abwechslungsreichen Menüs, die herzhaften Kuchen und kreativen Salate. Selbst die Nachbarn baten manchmal um Rezepte für meinen Streuselkuchen.
Eines Tages kam ein neuer Kollege in die Kantine er hieß Benedikt Lachner, hatte eine Ausbildung in der Hotelfachschule gemacht. Nach drei Monaten an meiner Seite eröffnete er mir seine Liebe und machte mir einen Antrag. Ich traute mich erst nicht, sagte Benedikt aber ehrlich, dass ich alleinerziehende Mutter sei.
Benedikt freute sich ehrlich über meinen Sohn und brachte oft Blumen und kleine Spielzeuge mit, warte geduldig vor dem Haus auf uns und begleitete mich und Jonas in den Park. Oma segnete uns still durch das Fenster und betete.
Liebes Kind, nun werd aber nicht wieder zu früh schwanger, neckte sie abends.
Oma, ich bin doch erwachsen. Ich hab meinen Kopf draus gezogen, glaube ich Und bereue nichts. Wie bin ich schon allein? Ich hab dich, ich hab Jonas und jetzt auch Benedikt. Ach, Oma: Wir haben das Aufgebot bestellt. Ich liebe ihn wirklich. Er ist gut. Offen und ehrlich.
Wir saßen Arm in Arm diesmal vor Glück weinend.
Unsere Hochzeit feierten wir in der Kantine, mit allen Kollegen, Omas Nachbarinnen und Benedikts Familie und Freunden.
Benedikt adoptierte Jonas. Und ich war nicht mehr allein. So wurde ich Ehefrau geliebt und begehrt, endlich glücklich.

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Homy
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Der Nachbar und sein Freund