Mama stand mit drei Kindern plötzlich auf der Straße! Unser Vater hat das Geld aus dem Wohnungsverkauf genommen und ist geflohen.

Mama stand plötzlich mit drei Kindern auf der Straße! Unser Vater hatte das Geld aus dem Verkauf der Wohnung genommen und war verschwunden.

Bis zum Alter von 38 Jahren konnten meine Mutter, Ingrid Müller, und mein Vater, Joachim Müller, keine Kinder bekommen. Die Ärzte waren ratlos und wussten nicht, woran es lag. Irgendwann hatte meine Mutter aufgegeben und sich damit abgefunden, kinderlos zu bleiben. Für meinen Vater schien das keine große Rolle zu spielen. Immer wieder sagte er mit einem Achselzucken: “Mach dir keine Sorgen, das ist nicht so schlimm.” Es wirkte, als bräuchte er nie Kinder, um glücklich zu sein.

Meine Mutter verlor jede Hoffnung, aber trotzdem schickte sie ein stilles Gebet zum Himmel, in der Hoffnung, wenigstens ein einziges Kind bekommen zu dürfen. Und ob es nun Schicksal, Zufall oder ein Wunder war ich wurde geboren.

Die Freude meiner Mutter kannte keine Grenzen. Doch zu diesem Zeitpunkt war mein Vater längst unbeherrschbar geworden, er schimpfte, sobald ich nachts weinte, und ging mir aus dem Weg. Ein Jahr später kamen meine beiden Zwillingsbrüder, Moritz und Lukas, zur Welt. Meine Mutter pries Gott aus ganzem Herzen endlich war sie zur glücklichsten Frau überhaupt geworden: zur Mutter. Und mein Vater? Die Kinder bedeuteten ihm nichts. Da fasste er einen düsteren Entschluss.

Er überzeugte meine Mutter, die Wohnung in München zu verkaufen. Er sagte, wir bräuchten mehr Platz und ein neues Zuhause. Vom Erlös könnte man eine größere Wohnung kaufen und den Rest mit einem Kredit finanzieren. Meine Mutter glaubte ihm. Doch kaum hatte mein Vater die 350.000 Euro aus dem Verkauf, verschwand er. Bis heute wissen wir nicht, wo er geblieben ist.

So ließ er meine Mutter mit drei Kindern mittellos auf der Straße zurück. Wohin sollte sie jetzt? Sie zog zurück zu ihren Eltern, nach Augsburg. So wohnten wir zu sechst in zwei kleinen Zimmern: meine Mutter, wir drei Kinder, Oma Gertrud und Opa Hans. In dieser Zeit verlor meine Mutter das Vertrauen in Männer und Beziehungen. Und sie musste hart arbeiten, Tag und Nacht. Es war kein leichtes Leben, drei Kinder zu ernähren und zu kleiden.

So lebten wir einige Jahre. Erst starb Oma, dann Opa. Es wurde ruhiger im Haus, aber auch leerer. Eines Tages nahm meine Mutter uns im Sommer mit in den Englischen Garten, zum Spielplatz. Dort, zwischen Sonnenschein und lachenden Kindern, sprach sie ein Mann in ihrem Alter an Karl Schneider. Sie war zunächst abweisend, ließ ihn nicht an sich heran. Doch Woche für Woche kam er wieder, grüßte freundlich, fragte nach uns, bis meine Mutter schließlich ihr Herz öffnete. Sie gab ihm ihre Nummer, sie lernten sich kennen, trafen sich die ersten Male.

Zwei Monate später zogen wir in eine helle Dreizimmerwohnung im Süden Münchens ein gemeinsam mit Karl. Er wurde unser Stiefvater. Zu behaupten, unsere Kindheit wäre ab diesem Zeitpunkt nur noch glücklich gewesen, wäre sogar untertrieben sie wurde wunderbar. Karl hat unseren Vater ersetzt: Wir haben gemeinsam gefeiert, zusammen geweint, alle Höhen und Tiefen durchgestanden. Heute sind wir erwachsen und nennen Karl einfach Papa.

Was ich sagen will: Eine Frau mit Kindern ist keine Last, niemals. Es gibt immer eine zweite Chance auf Glück. Mein leiblicher Vater floh vor meiner Mutter und uns mein Stiefvater hingegen ist geblieben, hat uns aufgenommen und uns allen das Leben zurückgegeben.

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Homy
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