„Hol deinen Vater ab! Es wird höchste Zeit!“ – sagte uns Sara. „Ich verstehe nicht, was hier gerade passiert! Deine Schwester will das Haus, aber wir sollen deinen Vater versorgen. Soll er etwa bei uns einziehen? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?“ – wandte ich mich fragend an meinen Mann. Zufällig hatte ich das gesamte Gespräch zwischen meinem Mann und seiner Schwester Sara mitbekommen. Jahrelang lebte ich nach dem Grundsatz meiner Mutter: Misch dich nicht ein in die Beziehung zwischen deinem Mann und seinen Eltern. Doch im Gegensatz zu meinem Vater hatte mein Mann keine intakte Familie. „Was sollen wir denn machen? Sara hat drei Kinder! Sie kann sich unmöglich auch noch um den Vater kümmern!“ „Warum kümmert sie sich nicht um ihn, wo sie doch zusammen wohnen?“ Diese Geschichte begann schon vor langer Zeit. Mein Schwiegervater braucht schon lange Hilfe. Gemeinsam mit meinem Mann besuchen wir ihn oft und unterstützen ihn, weil er sich alleine nicht versorgen kann. Selbst Einkaufen geht nicht mehr. Deshalb übernehmen wir das gemeinsam. Sara und ihre Kinder wohnen im Haus meines Schwiegervaters. „Sie hat Kinder! Und wir etwa nicht?“ – warf ich meinem Mann vor. Das Problem ist, dass Sara sich überhaupt nicht um ihren Vater kümmern möchte. Sie tut so, als wäre das gar nicht ihr Thema. Doch jetzt ist der Zustand des Vaters schlechter geworden, er braucht echte Pflege. Natürlich können wir nicht immer einfach helfen, wenn wir getrennt leben. Also sagte meine Schwägerin: „Nehmt Vater endlich zu euch! Es wird Zeit! Es ist unfair, dass er immer noch bei mir wohnt! Jetzt seid ihr dran, euch zu kümmern!“ Ich war sprachlos über diese Unverschämtheit. Schließlich halfen wir immer, und eigentlich wohnt doch Sara im Haus ihres Vaters und nicht umgekehrt. Mir gefiel überhaupt nicht, dass mein Mann direkt zustimmte. Sara ärgerte sich schon lange darüber, dass das Haus laut Grundbuch immer noch dem Vater gehörte. Ihr war klar, dass nach dem Tod das Haus unter den Geschwistern geteilt werden würde – deshalb verlangte sie, dass ihr Bruder den Vater übernimmt und sie im Gegenzug das ganze Haus erhalten sollte. „Wir haben Kinder und eine eigene Wohnung. Sara hat nichts!“ „Und? Was soll’s?“ Dein Vater ist ein sehr lieber Mensch. Ich habe grundsätzlich nichts gegen ihn im Haus. Platz genug hätten wir. Aber: Wir sparen schon seit Jahren, zahlen fleißig unseren Hypothekenkredit ab, um uns das eigene Heim zu leisten. Und was hat Sara geleistet? Genau: nichts! Und jetzt will sie einfach so das ganze Haus? Aber es sollte doch eigentlich geteilt werden! „Manchmal bekommt ein Kind das ganze Haus.“ „Manchmal! Aber dann gibt’s wenigstens einen anderen Nachlass. Was schlägst du vor? Natürlich nehmen wir Papa zu uns. Aber das Haus muss geteilt werden! Wir haben schließlich auch Kinder, und das Geld wäre für uns nicht unwichtig!“ – sagte ich zu meinem Mann. Mein Mann beredete das Thema mit seiner Schwester. „Aber ich kann mir doch von der Hälfte gar kein neues Haus leisten!“ – empörte sich Sara. „Dann kauf dir halt ein kleines Haus!“ „Was, wenn ich das nicht will? Warum denkst du nicht an meinen Komfort?“ „Denkst DU denn an meinen Komfort? Seit Jahren zahlen wir Hypothek. Und du willst das Haus, ohne was dafür zu tun? Das läuft so nicht!“ entgegnete mein Mann. Schließlich holten wir den Schwiegervater zu uns. Die Pflege ist machbar – er versucht, möglichst vieles selbst zu erledigen, aber Hilfe ist natürlich nötig. Sara ruft weiterhin jede Woche an – mit neuen Forderungen oder Bitten: mal fehlen ihr Geld, mal braucht sie das Auto. Ein halbes Jahr später sagte mein Schwiegervater, er wolle ein Testament verfassen und uns das ganze Haus vermachen. „Ich vertraue meiner Tochter nicht. Sie hat mich sehr enttäuscht!“ – sagte mein Schwiegervater mit einem bitteren Lächeln.

Nimm deinen Vater zu euch! Es wird allerhöchste Zeit! sagte uns Klara.

Ich verstehe gar nicht, was hier passiert! Deine Schwester will das Haus, aber wir sollen uns um deinen Vater kümmern. Sollen wir ihn bei uns aufnehmen? Oder habe ich etwas falsch verstanden? wandte ich mich an meinen Mann.

Ich habe zufällig das ganze Gespräch meines Mannes mit seiner Schwester Klara mitgehört.

Jahrelang habe ich nach dem Grundsatz gelebt, mich nicht in die Beziehung meines Mannes zu seinen Eltern einzumischen. Das hat mir meine Mutter geraten, als ich geheiratet habe. Aber sie hat dabei nicht bedacht, dass mein Vater, anders als der meines Mannes, eine gute Familie hatte.

Was sollen wir tun? Klara hat drei Kinder! Sie könnte sich gar nicht ausreichend um ihren Vater kümmern!
Warum kann sie sich nicht um ihn kümmern, wo sie doch mit ihm zusammen lebt?

Diese Geschichte begann schon vor langer Zeit. Mein Schwiegervater brauchte schon lange Unterstützung. Mein Mann und ich gehen oft zu ihm und helfen ihm, wo wir können. Er kann sich nicht mehr alleine versorgen. Selbst Einkäufe schafft er nicht mehr allein also übernehmen wir das alles. Klara und ihre Kinder leben in seinem Haus.

Klara hat Kinder! Und was ist mit uns? Wir haben auch welche! sagte ich zu meinem Mann.

Das Problem ist, dass Klara gar kein Interesse daran hat, ihren Vater zu pflegen. Sie tut, als wäre das nicht ihr Problem. Aber in letzter Zeit hat sich sein Zustand verschlechtert und er braucht wirklich Pflege. Natürlich können wir nicht immer vor Ort helfen, wenn wir getrennt wohnen. Da hat Klaras Schwester Folgendes gesagt:

Ihr nehmt jetzt Vater zu euch! Es reicht langsam! Es ist unfair, dass er immer bei mir wohnt! Jetzt seid ihr dran, euch um ihn zu kümmern!

Ich war sprachlos angesichts dieser Dreistigkeit. Immerhin helfen wir ständig, und eigentlich wohnt nicht der Vater bei Klara, sondern Klara bei ihrem Vater.

Mir gefiel es gar nicht, dass mein Mann sofort zugestimmt hat.
Klara ärgert sich sehr darüber, dass laut Grundbuch das Haus immer noch dem Vater gehört. Sie weiß, dass im Falle seines Todes das Haus zwischen ihr und ihrem Bruder aufgeteilt werden muss, deshalb verlangt sie, dass der Bruder den Vater nimmt und der Vater ihr das ganze Haus überschreibt.

Wir haben Kinder. Aber wir haben auch eine eigene Wohnung. Klara hat nichts!
Und was ändert das?
Dein Vater ist ein guter Mensch. Ich habe nichts dagegen, wenn er bei uns wohnt. Für ihn haben wir genug Platz. Doch der Punkt ist, dass wir seit Jahren sparen und unseren Immobilienkredit abbezahlen, damit wir eine eigene Wohnung haben. Was hat Klara getan, um eine eigene Wohnung zu bekommen? Nichts! Und jetzt verlangt sie das ganze Haus! Dabei müsste es zur Hälfte geteilt werden!
Manchmal bekommt ein Kind das Haus.
Ja, aber nur, wenn es einen anderen Nachlass gibt! Was schlägst du vor? Natürlich nehmen wir deinen Vater zu uns. Aber das Haus muss auch geteilt werden! Unsere Kinder brauchen es genauso, und etwas Geld schadet uns sicher nicht! sagte ich zu meinem Mann.

Mein Mann sprach mit seiner Schwester darüber.

Aber ich kann mir doch für meinen Anteil nie ein anderes Haus kaufen! protestierte Klara.
Dann kauf dir eben ein kleineres Haus!
Und wenn ich kein kleineres Haus will? Warum denkt niemand an meine Bedürfnisse?
Denkst du etwa an unsere? Wir zahlen seit Jahren den Kredit ab! Und du willst das Haus, ohne dafür etwas zu tun! Das geht nicht! entgegnete mein Mann.

Natürlich haben wir den Schwiegervater zu uns genommen. Es ist nicht sehr aufwändig, sich um ihn zu kümmern. Meistens versucht er, vieles selbst zu erledigen. Klar, wir unterstützen ihn sowieso. Klara ruft jede Woche an und hat neue Forderungen: mal fehlt ihr das Geld, mal muss sie irgendwo mit dem Auto hingefahren werden.

Ein halbes Jahr später sagt unser Schwiegervater, dass er sein Testament machen und uns das ganze Haus vermachen will.

Ich vertraue meiner Tochter nicht mehr. Sie hat mich sehr enttäuscht! sagte mein Schwiegervater mit einem bitteren Lächeln.

Rate article
Homy
Add a comment

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!:

„Hol deinen Vater ab! Es wird höchste Zeit!“ – sagte uns Sara. „Ich verstehe nicht, was hier gerade passiert! Deine Schwester will das Haus, aber wir sollen deinen Vater versorgen. Soll er etwa bei uns einziehen? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?“ – wandte ich mich fragend an meinen Mann. Zufällig hatte ich das gesamte Gespräch zwischen meinem Mann und seiner Schwester Sara mitbekommen. Jahrelang lebte ich nach dem Grundsatz meiner Mutter: Misch dich nicht ein in die Beziehung zwischen deinem Mann und seinen Eltern. Doch im Gegensatz zu meinem Vater hatte mein Mann keine intakte Familie. „Was sollen wir denn machen? Sara hat drei Kinder! Sie kann sich unmöglich auch noch um den Vater kümmern!“ „Warum kümmert sie sich nicht um ihn, wo sie doch zusammen wohnen?“ Diese Geschichte begann schon vor langer Zeit. Mein Schwiegervater braucht schon lange Hilfe. Gemeinsam mit meinem Mann besuchen wir ihn oft und unterstützen ihn, weil er sich alleine nicht versorgen kann. Selbst Einkaufen geht nicht mehr. Deshalb übernehmen wir das gemeinsam. Sara und ihre Kinder wohnen im Haus meines Schwiegervaters. „Sie hat Kinder! Und wir etwa nicht?“ – warf ich meinem Mann vor. Das Problem ist, dass Sara sich überhaupt nicht um ihren Vater kümmern möchte. Sie tut so, als wäre das gar nicht ihr Thema. Doch jetzt ist der Zustand des Vaters schlechter geworden, er braucht echte Pflege. Natürlich können wir nicht immer einfach helfen, wenn wir getrennt leben. Also sagte meine Schwägerin: „Nehmt Vater endlich zu euch! Es wird Zeit! Es ist unfair, dass er immer noch bei mir wohnt! Jetzt seid ihr dran, euch zu kümmern!“ Ich war sprachlos über diese Unverschämtheit. Schließlich halfen wir immer, und eigentlich wohnt doch Sara im Haus ihres Vaters und nicht umgekehrt. Mir gefiel überhaupt nicht, dass mein Mann direkt zustimmte. Sara ärgerte sich schon lange darüber, dass das Haus laut Grundbuch immer noch dem Vater gehörte. Ihr war klar, dass nach dem Tod das Haus unter den Geschwistern geteilt werden würde – deshalb verlangte sie, dass ihr Bruder den Vater übernimmt und sie im Gegenzug das ganze Haus erhalten sollte. „Wir haben Kinder und eine eigene Wohnung. Sara hat nichts!“ „Und? Was soll’s?“ Dein Vater ist ein sehr lieber Mensch. Ich habe grundsätzlich nichts gegen ihn im Haus. Platz genug hätten wir. Aber: Wir sparen schon seit Jahren, zahlen fleißig unseren Hypothekenkredit ab, um uns das eigene Heim zu leisten. Und was hat Sara geleistet? Genau: nichts! Und jetzt will sie einfach so das ganze Haus? Aber es sollte doch eigentlich geteilt werden! „Manchmal bekommt ein Kind das ganze Haus.“ „Manchmal! Aber dann gibt’s wenigstens einen anderen Nachlass. Was schlägst du vor? Natürlich nehmen wir Papa zu uns. Aber das Haus muss geteilt werden! Wir haben schließlich auch Kinder, und das Geld wäre für uns nicht unwichtig!“ – sagte ich zu meinem Mann. Mein Mann beredete das Thema mit seiner Schwester. „Aber ich kann mir doch von der Hälfte gar kein neues Haus leisten!“ – empörte sich Sara. „Dann kauf dir halt ein kleines Haus!“ „Was, wenn ich das nicht will? Warum denkst du nicht an meinen Komfort?“ „Denkst DU denn an meinen Komfort? Seit Jahren zahlen wir Hypothek. Und du willst das Haus, ohne was dafür zu tun? Das läuft so nicht!“ entgegnete mein Mann. Schließlich holten wir den Schwiegervater zu uns. Die Pflege ist machbar – er versucht, möglichst vieles selbst zu erledigen, aber Hilfe ist natürlich nötig. Sara ruft weiterhin jede Woche an – mit neuen Forderungen oder Bitten: mal fehlen ihr Geld, mal braucht sie das Auto. Ein halbes Jahr später sagte mein Schwiegervater, er wolle ein Testament verfassen und uns das ganze Haus vermachen. „Ich vertraue meiner Tochter nicht. Sie hat mich sehr enttäuscht!“ – sagte mein Schwiegervater mit einem bitteren Lächeln.
Gemütlich auf dem Sofa im Lieblingscafé, genoss Laura ihren Cappuccino und den Eclair, während draußen leise der Schnee fiel – ein kleines Morgenritual, um sich vor dem Arbeitstag etwas Gutes zu tun.