Oksana überrascht ihre Mutter und Schwester zu Silvester – Doch ein Traum und eine unerwartete Zugbekanntschaft sorgen für magische Wendungen: Zwischen Jahresabschlussstress, Familienfest und einem Hauch Weihnachtsmärchen findet Oksana ihr Glück, als plötzlich ein Anruf alles verändert

Klara fährt überraschend zu ihrer Mutter nach Berlin, um gemeinsam Silvester zu feiern. Sie will die beiden überraschen und sagt niemandem, dass sie anreist. Vor dem Haus bleibt Klara stehen, klopft an die Tür, und schon stürmt ihre kleine Schwester Franziska voller Freude heraus.

Der Tag vergeht wie im Flug. Während sie mit ihrer Schwester Salate zubereitet, kocht die Mutter Klaras Lieblingsgericht Kasseler mit Sauerkraut.

Irgendwie habe ich geahnt, dass du kommst, sagt die Mutter lächelnd. Gestern hab ich vorsichtshalber zwei Packungen Eier gekauft. Ich dachte schon, vielleicht bist du nicht allein. Seit du und Lukas getrennt seid, triffst du dich wirklich mit niemandem mehr?

Nein, Mama, bitte lass uns das sein, winkt Klara ab.

Plötzlich klingelt ihr Handy. Klara blickt aufs Display und erschrickt fast.

Ach du meine Güte, ich liebe und hasse Silvester gleichermaßen. Immer diese endlosen Jahresabschlüsse, Berechnungen, Kontrollen. Morgen ist es endlich geschafft, dann habe ich zwei Wochen frei. Ich bin so erschöpft von diesem Monat, denkt Klara.

Am Abend sitzt sie am Laptop, die letzten Zahlen des Jahresberichts eintippend.

Ihr Chef hat gesagt, wenn morgen beim Audit alles fehlerfrei läuft, könne sie bis zum 12. Januar Urlaub nehmen. Sie tut ihr Bestes, um endlich zur Familie zu fahren und Mama und Franziska wiederzusehen.

Morgen muss sie noch schnell in den Supermarkt, ihrer Mutter fehlt noch das Geschenk. Für Franziska hat sie bereits Anfang Dezember das neue Handy gekauft.

Abends reist Klara dann mit dem Nachtzug; das Ticket hat sie vorsorglich schon vor Wochen geholt.

Falls mich mein Chef doch nicht gehen lässt, gebe ich das Ticket eben zurück, hat sie sich damals gedacht und das untere Bett im Abteil gebucht.

In der Nacht träumt Klara seltsam: In einem winterlichen Wald begegnet ihr ein kleines Mädchen, fünf oder sechs Jahre alt. Ganz allein sitzt das Kind auf einem Baumstumpf und blättert in einem Buch.

Hast du dich verlaufen? Wo sind denn deine Eltern? fragt Klara.

Nein, ich wurde nur noch nicht gefunden. Aber steh auf, verschlafe dein Schicksal nicht, das du heute Abend triffst! Und vergiss den Bericht nicht!

Die Augen öffnen sich wie von selbst, Klara schaut auf die Uhr.

Himmel, ich habe fast verschlafen! Das darf heute in keinem Fall passieren; um Punkt neun ist die Abschlussprüfung, mein Bericht muss perfekt sein.

Sie springt auf, der Traum verblasst sofort.

Fünfzehn Minuten später ist sie bereits geschminkt und angezogen.

Den Kaffee plant sie im Büro zu trinken. Eilig zieht sie ihren Mantel an und hastet zur Bushaltestelle.

Glücklicherweise ist ihre Arbeit nur fünf Haltestellen entfernt und heute ist sogar ein Sitzplatz frei.

Im Bus betrachtet Klara die Mitfahrenden und plötzlich sitzt das Mädchen aus ihrem Traum tatsächlich ein paar Reihen weiter vorne! Es zwinkert ihr zu, in dem Moment stößt jedoch ein junger Mann mit seinem Rucksack fast an sie.

Verwirrt schaut Klara ihn streng an. Als sie wieder nach vorn sieht, ist das Mädchen verschwunden.

Was für ein Unsinn, ich bin einfach übermüdet, denkt sie kopfschüttelnd.

Im Büro herrscht schon geschäftiges Treiben.

Klara stürzt sich in die letzten Vorbereitungen. Zum Glück läuft die Prüfung reibungslos. Ihr Bericht wird ohne Beanstandungen angenommen, der Chef hebt den Daumen und gibt ihr einen Umschlag.

Ich halte mein Wort: Sie sind frei, Klara. Und für Ihre Mühe: Frohes Fest! sagt Herr Bergmann freundlich.

Danke Ihnen auch, Herr Bergmann! Und vielen Dank für alles!

Vom Bonusgeld kauft Klara ihrer Mutter ein schönes Seidentuch, Franziska eine elegante Bluse.

Dazu besorgt sie noch Berlinerkrapfen, Apfelschorle und prickelnden Sekt. Um 19:30 Uhr steigt sie mit vollem Gepäck in den Zug, läuft zu ihrem Abteil und stolpert prompt über einen fremden Rucksack im Gang.

Klara ist den Tränen nahe.

Doch sofort fühlt sie zwei helfende Hände, die sie sanft vom Boden aufheben.

Oh je, wie konnte das passieren! Es tut mir so leid, mein Rucksack gehört ins Abteil, ich bin schuld

Eine angenehme Stimme, ein charmantes Lächeln.

Ach, macht doch nichts, alles gut, stammelt Klara verlegen und wird rot.

Wenig später fällt ihr auf, dass der sympathische junge Mann im selben Abteil fährt. Sein Name ist Martin. Er ist groß, gutaussehend und reist geschäftlich nur für einen Tag nach Leipzig.

Eine Nacht im Zug, morgen Geschäftstermin, dann rechtzeitig zurück zu Silvester. Und Sie, wenn ich fragen darf?

Ich besuche meine Mutter und meine Schwester. Wir haben uns lange nicht gesehen und ich habe endlich etwas Urlaub bekommen.

Und Ihr Freund oder Ehemann?

Gibts nicht. Ich habe noch niemanden getroffen, mit dem ich Silvester und das Leben teilen will. Und Sie werden Sie erwartet?

Nein, ebenfalls Einzelgänger. Ich suche auch noch die Richtige.

Das könnte sie sein, sagt das Mädchen Klara muss grinsen und errötet erneut.

Sie bekommen so herrliche Apfelbäckchen, wenn Sie rot werden. Sie sehen wirklich bezaubernd aus, bemerkt Martin.

Ich kann nichts dagegen tun. Mir ist das immer furchtbar peinlich.

Dann lassen wir das Thema. Wie wäre es mit Tee? Meine Mutter hat mir Apfelkuchen eingepackt, sie meinte, ich solle unbedingt die Mitreisenden bewirten.

Gerade da betritt eine Frau mittleren Alters das Abteil. Sie reist mit ihrem sechsjährigen Enkel nach Dresden. Die beiden geben Klara und Martin Gelegenheit, sich ein wenig im Gang die Beine zu vertreten.

Die Frau, Frau Klein, zieht zu ihrer Tochter, weil sie an den Feiertagen arbeiten muss. Die Großmutter will ihr und dem Enkel eine Freude machen.

Alle trinken später zusammen Tee, genießen den Apfelkuchen und die Plätzchen, die Frau Klein mitgebracht hat.

Anschließend schlendern Klara und Martin durch den Gang, der Zug fährt an geschmückten Städten vorbei. Die Lichter glitzern im Fenster.

Darf ich fragen, ob wir Nummern tauschen dürfen? fragt Martin, als sie sich auf ein Gespräch eingelassen haben.

Natürlich

Wann fährst du zurück?

Am zehnten geht es zurück nach München.

Also bleibst du länger. Weißt du, Klara, mit dir zu sprechen ist so leicht. Man hat direkt das Gefühl, wir kennen uns schon ewig.

Geht mir genauso. Das ist vielleicht dieses Zug-Plaudern: Man trifft sich, redet offen, ein Stück Seele, dann reist jeder weiter.

Vielleicht, vielleicht auch nicht Wollen wir schlafen gehen?

Klara nickt mit einem Lächeln.

Pünktlich um zehn rollt der Zug am nächsten Morgen in Leipzig ein. Klara hat ihren Überraschungsbesuch noch immer nicht angekündigt.

Sie weiß, dass die Ersatzschlüssel im Blumentopf neben der Haustür liegen.

Zusammen mit Martin tritt sie vor das Taxi. Sie verabschieden sich herzlich, er wünscht ihr ein schönes Fest. Klara wünscht ihm, in der Silvesternacht jemanden zu finden, mit dem er für immer zusammenbleiben möchte.

Das ist ein wunderbarer Wunsch, ich wünsche dir das Gleiche, Klara.

Sie lächeln sich an und gehen ihrer Wege.

Auch wenn Klara Martin sympathisch findet, ist sie nicht jemand, die sich aufdrängt. Obwohl sie am liebsten gesagt hätte: Bleib, lass uns gemeinsam Silvester feiern. Doch sie schiebt die Gedanken beiseite und freut sich auf ihre Familie.

Wenig später steht sie vor dem Haus, klopft an und Franziska reißt freudestrahlend die Tür auf.

Der Tag vergeht mit Lachen, Vorbereitung und Kochen. Mama serviert das Lieblingsessen ihrer Tochter: Kasseler mit Sauerkraut.

Ich habe es geahnt, dass du kommst. Und ich hatte wirklich schon zwei Eierpackungen gekauft, sicherheitshalber. Ich dachte, vielleicht bringst du jemanden mit. Gibts nach Lukas wirklich niemand Neues? fragt die Mutter.

Bitte, Mama, nicht heute.

Da klingelt Klaras Handy Martin!

Klaras Herz schlägt schneller.

Hallo! Bist du gut angekommen? fragt sie.

Um ehrlich zu sein, nein. Deshalb frage ich: Ich kenne hier sonst niemanden würdest du einen gestrandeten Reisenden zu euch einladen?

Klara lacht glücklich:

Ich frag mal eben die Hauschefin! Mama, wärs okay, wenn ein Bekannter vorbeikommt? Er steckt hier fest, kein Zug fährt zurück.

Na klar, soll er kommen! Dann sind wir wenigstens keine reine Damenrunde!

Hast du gehört? Hier ist die Adresse, sagt Klara und zwinkert ihrer Mutter verschmitzt zu.

Das Mädchen aus dem Traum hatte Recht und hat sie rechtzeitig geweckt Klara hat den Bericht pünktlich abgegeben und an diesem Abend ihr Glück gefundenEine halbe Stunde später klingelt es erneut. Klara huscht aufgeregt zur Tür und öffnet draußen steht Martin, ein wenig zerzaust von der winterlichen Abendluft, doch mit einem breiten, erwartungsvollen Grinsen.

Schön, dich wiederzusehen, sagt er leise.

Drinnen wird er sofort herzlich aufgenommen: Franziska steckt ihm einen Papierhut aufs Haar, die Mutter reicht ihm ein Glas Sekt, und zwischen Krapfen, Lachen und Geschichten wird aus dem Zufallsbekannten ein echter Freund des Hauses.

Als das neue Jahr kurz vor Mitternacht an die Tür klopft, stehen alle mit Wunderkerzen auf dem Balkon. Raketen verzaubern den Berliner Nachthimmel, und Klara spürt ein warmes Kribbeln, wie Hoffnung, wie Neuanfang.

Weißt du, Silvester war für mich immer bloß eine Pflichtveranstaltung, sagt sie schmunzelnd zu Martin.

Für mich auch. Bis heute. Vielleicht steckt unser Schicksal ja manchmal im Koffer auf dem Gang, antwortet er und nimmt leise ihre Hand.

In diesem Moment sieht Klara unten auf der Straße ein kleines Mädchen stehen jenes aus ihrem Traum das ihr lachend zuwinkt und dann in der Menge verschwindet.

Klara lächelt. Im gleißenden Licht des neuen Jahres weiß sie: Manchmal braucht es nur eine unerwartete Reise und den Mut, offen zu bleiben. Und dann, ganz plötzlich, findet einen das Glück.

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Homy
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Oksana überrascht ihre Mutter und Schwester zu Silvester – Doch ein Traum und eine unerwartete Zugbekanntschaft sorgen für magische Wendungen: Zwischen Jahresabschlussstress, Familienfest und einem Hauch Weihnachtsmärchen findet Oksana ihr Glück, als plötzlich ein Anruf alles verändert
Das sind nicht meine Kinder – wenn du der Schwester helfen willst, dann bitte nicht auf meine Kosten. Sie hat ihre Familie ruiniert und jetzt versucht sie, uns ihre Kinder aufzudrängen, während sie ihr eigenes Leben neu ordnet