Auch ich will endlich glücklich sein Ein großes Dankeschön für eure Unterstützung, für Likes, Anteilnahme und eure Rückmeldungen zu meinen Geschichten, für die Abos und natürlich ein RIESIGES Danke im Namen von mir und meinen fünf Samtpfoten für eure großzügigen Spenden. Teilt bitte die Geschichten, die euch gefallen haben, in den sozialen Netzwerken – das freut jede Autorin! Eine junge Frau, Anfang vierzig, verliert jeglichen Lebensmut. Sie arbeitet als Hebamme in einer Geburtsklinik – ihr einziger Lichtblick – und lebt allein. Ihr Mann, einst Kommissar bei der Polizei, verstarb im Dienst. Sie waren nur zwei Jahre verheiratet, als er starb; ihr Sohn kam drei Monate danach zur Welt. Sie zog ihn allein groß. Heute ist er erwachsen, verheiratet, lebt und arbeitet in einer anderen Stadt – sein Leben läuft gut. Gleb besucht seine Mutter nur selten, ruft allerdings oft an – aber sie bleibt doch allein zurück … Ihre Kolleginnen beneiden sie dafür, dass sie nur für sich lebt – doch Liuba leidet unter der Einsamkeit. Die anderen erzählen in der Mittagspause von ihren Familien, ihren Sorgen und Freuden. Sie selbst hat nichts beizutragen – sie empfindet nur Leere, möchte gar nicht erst nach Hause … Liuba hört den anderen zu, nickt, ist manchmal erschrocken von deren Berichten – und gesteht sich doch insgeheim ihre eigene Sehnsucht nach deren Leben ein. Ihr so genanntes freies Leben freut sie überhaupt nicht. Sie erinnert sich immer noch an ihren verstorbenen Mann: seine verliebten Blicke, seine Hände. Diese kurze, junge, abrupt beendete Liebe hat eine tiefe Wunde in ihrer Seele hinterlassen, die nie heilen wollte. Lebensfreude verspürt sie nur bei der Arbeit. Neulich half sie einer sehr jungen Frau, das Kind auf die Welt zu bringen. Ein süßes Mädchen wurde geboren, aber die jugendliche Mutter war darüber alles andere als glücklich. Sie lag abgewandt an der Wand und schwieg. “Guten Morgen, Mami,” begrüßte Liuba sie, so wie sie es sonst bei glücklichen Müttern tat. Doch diese Worte ließen die Mutter nur noch ablehnender werden; ohne die Augen zu öffnen, erwiderte sie schroff: “Gehen Sie bitte. Wir haben uns nichts zu sagen. Verschwenden Sie nicht Ihre Zeit. Ich habe gleich gesagt, dass ich das Kind nicht will. Ich werde es nicht abholen und habe andere Pläne …” Liuba versuchte noch, etwas zu sagen, aber die junge Mutter schwieg beharrlich. Als die enttäuschte Liuba das Zimmer verließ, zuckte die diensthabende Schwester mit den Schultern und vollführte mit einem Kopfnicken in Richtung der Mutter eine verständnislose Geste: “So eine hatten wir schon mal hier – wollte einem Mann die Familie ausspannen, dachte er hätte Geld, aber er war arm. Nun braucht sie das Kind nicht mehr – so etwas gibt’s leider auch …” Natürlich hatte auch Liuba in zwanzig Jahren als Hebamme ähnliche Fälle erlebt. Aber die meisten jungen Frauen holten ihre Kinder am Ende doch. Doch dieses Mal erschien ihr die Mutter endgültig entschlossen. Ohne es wirklich zu wissen, warum, beschloss Liuba, das kleine “Weggegebenenkind” zu besuchen. Beinahe hätte sie den Kinderarzt Dr. Konstantin Lewe, der gerade aus dem Zimmer kam, angerempelt. Es war ruhig auf der Station; die Kleinen hatten gegessen und schliefen. Sie ging vorsichtig zu dem kleinen Mädchen, das von der Mutter verlassen wurde, und plötzlich zuckten deren Wimpern – sie öffnete die Augen. Liuba blieb regungslos stehen – sie wollte das Kind nicht mit ihren Tränen aufwecken. Doch das Mädchen blickte sie ruhig, mit tiefen, ernsten und erstaunlich weisen Augen an – als wüsste sie schon alles. “Ein tolles Mädchen …” Liuba erschrak, als Konstantin Lewe plötzlich hinter ihr stand … Die Kolleginnen frotzeln manchmal, dass der Kinderarzt ein Auge auf Liuba habe – sie lächelt darüber hinweg. Ein netter Mann, aber sie verspürt nicht mehr für ihn. “Sie ist wirklich toll, keine Sorge,” streichelte der Arzt sanft das Baby und ließ seinen Blick überraschend fragend auf Liuba ruhen … Von da an besuchte Liuba das Kinderzimmer fast täglich. Sie glaubte, das kleine Mädchen würde sie bereits erkennen; die Art, wie die Kleine sie ansah, weckte zum ersten Mal seit Langem wieder warme Gefühle in ihr. “Du verbringst wohl viel Zeit auf der Kinderstation?”, bemerkten die Kolleginnen, “wegen dem Doktor, oder?” “Nein, sie geht zu dem Abgabe-Kind – immer wieder zu dem kleinen Mädchen.” “Willst du sie etwa zu dir nehmen? Die Mutter hat gestern endgültig unterschrieben und ist schon weg …” “Damit solltest du vorsichtig sein! Du gewöhnst dich an sie, aber bald wird sie fortgegeben …” Zu sich nehmen! Genau das bewegte sich unbewusst schon in ihrem Herzen. Dieser Gedanke wuchs, nachdem ihn eine Kollegin ausgesprochen hatte, sogleich in ihrer Seele. Viel Zeit blieb nicht – Weggabekinder bleiben maximal einen Monat in der Klinik, dann kommen sie ins Kinderheim. Vielleicht wird das Kind auch ganz in eine andere Stadt gebracht, von neuen Eltern adoptiert … Liuba bekam Angst und stellte die Unterlagen für eine Adoption zusammen. Die Voraussetzungen passten, doch als Alleinstehende hatte sie gegen verheiratete Paare das Nachsehen. Und dann kam Liuba eine kühne Idee. Sie wusste, dass Konstantin Lewe sie mochte, und dass er außerhalb der Stadt eine Wohnung gemietet hatte, jeden Tag über zwei Stunden zur Arbeit pendelte. Ein Mann wurde dringend gebraucht – später konnte man sich ja wieder scheiden lassen … “Herr Dr. Lewe, ich hätte da ein Angebot: Möchten Sie ein Zimmer bei mir in Kliniknähe mieten?”, schlug Liuba dem Kinderarzt noch am selben Tag vor. “Und noch eine Bitte: Können Sie mich auf Zeit heiraten? Ich möchte das kleine Mädchen adoptieren, aber fürchte, dass ich allein keine Chance habe.” “Das kommt überraschend. Aber … ich bin einverstanden,” lächelte Dr. Lewe, sein Blick jedoch rätselhaft. Plötzlich trat er näher – und küsste Liuba sanft. Sie war völlig überrumpelt, noch dazu lief jemand am Flur vorbei – das gibt bestimmt Gerede! “Das war nur für den Schein, damit keiner Verdacht schöpft,” erklärte Dr. Lewe sofort, aber Liuba war sprachlos … Abends, als sie einschlief, dachte Liuba sanft an ihr kleines Mädchen, das sie schon als ihr eigenes empfand. Und an diesen unerwartet zärtlichen Kuss von Kosta – und wollte sich fast nicht eingestehen, wie sehr ihr das gefallen hatte. Die Eheschließung ging schnell; gefeiert wurde auf der Geburtsstation mit den Kollegen. Alle freuten sich – sie wussten längst, dass Liuba und Kosta die Adoptionsunterlagen eingereicht hatten … Nun ist Liuba eine verheiratete Frau, hat eine kleine Tochter, keine Zeit zum Grübeln. Ihr Kosta – zuverlässig, herzlich, das wusste sie immer. Aber nun spürt sie endlich wieder Liebe in ihrer Seele. Sie will leben, ihre Tochter großziehen, das Leben genießen – und lieben … diesen Mann, dem sie selbst … einen Antrag gemacht hat. Kosta, Marina und Liuba – eine Familie. Liuba wünschte sich so sehr, endlich glücklich zu werden, dass ihr dieser Wunsch … wirklich erfüllt wurde!

Auch ich möchte einmal glücklich sein

Ich danke euch allen von Herzen für eure Unterstützung, für die Likes, eure Resonanz, die Kommentare, das Folgen und ein ganz besonders großes Dankeschön von mir und meinen fünf Samtpfoten für alle Spenden!
Wenn euch meine Geschichten gefallen, teilt sie gerne in den sozialen Netzwerken das bedeutet viel für die Autorin!

Eine junge Frau, leicht über vierzig, hatte jegliches Interesse am Leben verloren.

Sie arbeitete als Hebamme in einer Geburtsklinik, ihre Arbeit war das Einzige, das ihr noch Freude bereitete, denn sie lebte allein.

Ihr Ehemann war im Dienst ums Leben gekommen; er war Polizist gewesen. Sie hatten nur zwei Jahre zusammen verbracht, als er starb, und ihr Sohn wurde erst drei Monate nach seinem Tod geboren. Sie hat ihn allein großgezogen, er ist längst erwachsen, verheiratet, lebt und arbeitet in einer anderen Stadt, hat sein eigenes Leben und es geht ihm gut.

Manchmal kam Gleb damals hieß er schon Klaus kurz zu seiner Mutter zu Besuch, rief oft an, aber trotzdem war sie meist allein …

Ihre Kolleginnen beneideten sie insgeheim sie lebte scheinbar nur für sich selbst. Aber Lieselotte, wie sie wirklich hieß, quälte ihre Einsamkeit sehr. Die anderen sprachen während der Pausen über ihre Familien, über Sorgen und Freuden.

Ihr blieb dazu nichts zu sagen sie fühlte nur Leere, nach Hause wollte sie gar nicht mehr gehen …

Lieselotte hörte den Gesprächen der anderen zu, nickte ab und zu, wunderte sich manchmal über das, was ihre Kolleginnen berichteten, aber in ihrem Innersten musste sie sich eingestehen, dass sie sie beneidete.

Sie konnte mit ihrer Freiheit so gar nichts anfangen.

Die Erinnerung an ihren verstorbenen Mann war immer da seine verliebten Blicke, seine starken Hände.

Diese kurze, junge, so plötzlich abgerissene Liebe hatte eine schmerzhafte Wunde in ihr zurückgelassen, die nicht verheilen wollte.

Lebendig fühlte sie sich nur noch bei der Arbeit.

Kürzlich hatte sie die Geburt eines Mädchens betreut. Die Mutter, selbst kaum älter als ein Mädchen, war unglücklich. Sie lag nur da, wandte das Gesicht zur Wand und schwieg.

Guten Morgen, Mama, nannte Lieselotte sie liebevoll so, wie sie es bei den glücklichen jungen Frauen zu tun pflegten. Aber das Mädchen rührte diese Worte offensichtlich kalt. Ohne die Augen zu öffnen, antwortete sie schroff:

Gehen Sie einfach, wir haben uns nichts zu sagen. Ich habe doch gleich erklärt, dass ich das Kind nicht will, ich will es nicht sehen und werde es nicht mitnehmen. Ich habe eigene Pläne …

Lieselotte versuchte noch etwas zu erwidern, doch das Mädchen wandte sich ab und sagte kein Wort mehr.

Als die enttäuschte Lieselotte das Zimmer verließ, begegnete sie der diensthabenden Schwester, die nur mit den Schultern zuckte und sich bedeutungsvoll an die Stirn tippte ein leises Nicken Richtung der jungen Mutter, die ihr Kind zurückgelassen hatte.

Wir hatten hier schon mal so eine, murmelte die Schwester, wollte damals einem reichen Mann die Frau ausspannen, aber der hatte dann nichts, da wollte sie das Kind auch nicht mehr …

Lieselotte kannte natürlich ähnliche Geschichten, schließlich arbeitete sie schon fast zwanzig Jahre als Hebamme, aber meist gingen die Mädchen dann am Ende doch mit ihren Kindern nach Hause.

Doch bei dieser Mutter war alles anders. Sie schien wirklich nicht daran zu denken, ihre Tochter jemals zu sich nehmen zu wollen.

Unbewusst trugen Lieselottes Schritte sie später ins Säuglingszimmer, zu dem kleinen Findelkind.

Gerade wollte sie hinein, als sie in der Tür fast mit Dr. Konstantin Leonhard, dem Kinderarzt, zusammenstieß. Es war ruhig im Säuglingsbereich, die kleinen Babys hatten eben gegessen und schliefen friedlich.

Vorsichtig trat sie an das kleine verlassene Mädchen heran. In dem Moment zuckten dessen zarte Wimpern und das Baby schlug die Augen auf.

Lieselotte blieb stehen und wagte kaum zu atmen gleich würde das Kleine vielleicht weinen und die anderen aufwecken. Doch das Mädchen blickte sie ruhig an, mit so tiefen, ernsten Augen, als wüsste es mehr als alle anderen.

Braves Mädchen …

Da erschrak sie fast, denn leise war Dr. Leonhard zu ihr getreten.

Die Kolleginnen hatten schon ab und zu getuschelt, er sei nicht abgeneigt, aber Lieselotte lächelte dann nur. Er war zwar ein guter Arzt, doch mehr empfand sie für ihn nicht.

Du bist wirklich ein Niedliches, hab keine Angst, sagte der Doktor, strich dem Baby liebevoll über das Köpfchen und blickte Lieselotte sonderbar fragend an, sodass sie verlegen wurde …

Von diesem Tag an schaute Lieselotte fast täglich im Säuglingszimmer vorbei.

Sie war überzeugt, dass das Mädchen sie schon erkannte, und der Blick des Kindes erfüllte Lieselottes Herz mit einer ungewohnten Wärme.

Was treibst du so oft im Säuglingszimmer?, stichelten irgendwann die Kolleginnen mit Augenzwinkern. Wegen dem Doktor, was?

Nein, sie geht zu dem zurückgelassenen Mädchen, mischte sich eine andere ein.

Willst sie etwa aufnehmen? Die Mutter hat gestern unterschrieben, das Kind aufgegeben und ist weg …

Pass auf, gewöhn dich nicht zu sehr an die Kleine, bald holen sie sie ab …

Zu sich nehmen! Da spürte Lieselotte, was in ihrem Innersten brodelte.

Die Idee gefiel ihr mehr als alles andere in letzter Zeit.

Viel Zeit blieb ihr nicht. Findelkinder wurden einen Monat im Klinikum betreut, dann kamen sie ins Kinderheim, vielleicht sogar in eine andere Stadt und dann hätte eine andere Familie eine kleine Tochter.

Lieselotte bekam Angst und reichte offiziell die Papiere zur Adoption ein. Sie erfüllte alle Voraussetzungen, doch als alleinstehende Frau hatten Ehepaare oft Vorrang.

Da kam ihr ein mutiger Gedanke.

Sie wusste, dass Doktor Leonhard sie mochte und sie wusste auch, dass er außerhalb der Stadt eine kleine Wohnung hatte und für den Weg zur Arbeit zwei Stunden brauchte.

Vielleicht konnte sie ihren Antrag mit einer Scheinehe unterstützen wenn es nicht klappte, könnte man sich später ja wieder scheiden lassen …

Herr Dr. Leonhard, darf ich Ihnen ein Angebot machen?, fragte Lieselotte an diesem Tag, ich könnte Ihnen ein Zimmer vermieten, ganz in der Nähe der Klinik.

Aber ich hätte noch eine Bitte: Können Sie vielleicht für eine Zeit mein Ehemann werden? Ich möchte die kleine Tochter adoptieren, aber alleine bekomme ich sie wahrscheinlich nicht.

Das ist zwar überraschend aber ich … stimme zu, lächelte er, schaute sie dabei aber merkwürdig an.

Plötzlich trat er näher und … küsste Lieselotte sanft.

Sie erschrak, und noch dazu ging grad jemand vorbei das würden die Kolleginnen nicht übersehen!

Das war nur damit es glaubwürdig aussieht, erklärte Konstantin sofort, und Lieselotte blieb nichts zu entgegnen …

Spätabends, als sie im Bett lag, dachte Lieselotte liebevoll an das kleine Mädchen, das sie schon ganz als ihr eigenes fühlte. Und wieder erinnerte sie sich an den unverhofften, zärtlichen Kuss von Konstantin und wollte sich selbst nicht eingestehen, dass es ihr gefiel …

Die Hochzeit war schnell erledigt, gefeiert wurde mit den Kolleginnen im Kreißsaal. Alle freuten sich sehr für sie, und alle wussten inzwischen, dass Lieselotte und Konstantin die Papiere für die Adoption der kleinen Annemarie eingereicht hatten …

Jetzt war Lieselotte eine verheiratete Frau, sie hatten ein Töchterchen, das heranwuchs, und sie hatte keine Zeit mehr, traurig zu sein.

Ihr Konstantin war ein aufrichtiger, guter Mensch, das hatte sie geahnt. Erst jetzt spürte sie, wie in ihrer Seele die Liebe endlich wieder keimte.

Sie wollte wieder leben, ihre Tochter großziehen, das Leben spüren und lieben … diesen Mann, den sie selbst gebeten hatte, ihr Ehemann zu werden.

Konstantin, Annemarie und Lieselotte eine Familie.

Lieselotte wollte so sehr glücklich werden und sie hat es, aufrichtig, geschafft!

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Homy
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Gleb besucht seine Mutter nur selten, ruft allerdings oft an – aber sie bleibt doch allein zurück … Ihre Kolleginnen beneiden sie dafür, dass sie nur für sich lebt – doch Liuba leidet unter der Einsamkeit. Die anderen erzählen in der Mittagspause von ihren Familien, ihren Sorgen und Freuden. Sie selbst hat nichts beizutragen – sie empfindet nur Leere, möchte gar nicht erst nach Hause … Liuba hört den anderen zu, nickt, ist manchmal erschrocken von deren Berichten – und gesteht sich doch insgeheim ihre eigene Sehnsucht nach deren Leben ein. Ihr so genanntes freies Leben freut sie überhaupt nicht. Sie erinnert sich immer noch an ihren verstorbenen Mann: seine verliebten Blicke, seine Hände. Diese kurze, junge, abrupt beendete Liebe hat eine tiefe Wunde in ihrer Seele hinterlassen, die nie heilen wollte. Lebensfreude verspürt sie nur bei der Arbeit. Neulich half sie einer sehr jungen Frau, das Kind auf die Welt zu bringen. Ein süßes Mädchen wurde geboren, aber die jugendliche Mutter war darüber alles andere als glücklich. Sie lag abgewandt an der Wand und schwieg. “Guten Morgen, Mami,” begrüßte Liuba sie, so wie sie es sonst bei glücklichen Müttern tat. Doch diese Worte ließen die Mutter nur noch ablehnender werden; ohne die Augen zu öffnen, erwiderte sie schroff: “Gehen Sie bitte. Wir haben uns nichts zu sagen. Verschwenden Sie nicht Ihre Zeit. Ich habe gleich gesagt, dass ich das Kind nicht will. Ich werde es nicht abholen und habe andere Pläne …” Liuba versuchte noch, etwas zu sagen, aber die junge Mutter schwieg beharrlich. Als die enttäuschte Liuba das Zimmer verließ, zuckte die diensthabende Schwester mit den Schultern und vollführte mit einem Kopfnicken in Richtung der Mutter eine verständnislose Geste: “So eine hatten wir schon mal hier – wollte einem Mann die Familie ausspannen, dachte er hätte Geld, aber er war arm. Nun braucht sie das Kind nicht mehr – so etwas gibt’s leider auch …” Natürlich hatte auch Liuba in zwanzig Jahren als Hebamme ähnliche Fälle erlebt. Aber die meisten jungen Frauen holten ihre Kinder am Ende doch. Doch dieses Mal erschien ihr die Mutter endgültig entschlossen. Ohne es wirklich zu wissen, warum, beschloss Liuba, das kleine “Weggegebenenkind” zu besuchen. Beinahe hätte sie den Kinderarzt Dr. Konstantin Lewe, der gerade aus dem Zimmer kam, angerempelt. Es war ruhig auf der Station; die Kleinen hatten gegessen und schliefen. Sie ging vorsichtig zu dem kleinen Mädchen, das von der Mutter verlassen wurde, und plötzlich zuckten deren Wimpern – sie öffnete die Augen. Liuba blieb regungslos stehen – sie wollte das Kind nicht mit ihren Tränen aufwecken. Doch das Mädchen blickte sie ruhig, mit tiefen, ernsten und erstaunlich weisen Augen an – als wüsste sie schon alles. “Ein tolles Mädchen …” Liuba erschrak, als Konstantin Lewe plötzlich hinter ihr stand … Die Kolleginnen frotzeln manchmal, dass der Kinderarzt ein Auge auf Liuba habe – sie lächelt darüber hinweg. Ein netter Mann, aber sie verspürt nicht mehr für ihn. “Sie ist wirklich toll, keine Sorge,” streichelte der Arzt sanft das Baby und ließ seinen Blick überraschend fragend auf Liuba ruhen … Von da an besuchte Liuba das Kinderzimmer fast täglich. Sie glaubte, das kleine Mädchen würde sie bereits erkennen; die Art, wie die Kleine sie ansah, weckte zum ersten Mal seit Langem wieder warme Gefühle in ihr. “Du verbringst wohl viel Zeit auf der Kinderstation?”, bemerkten die Kolleginnen, “wegen dem Doktor, oder?” “Nein, sie geht zu dem Abgabe-Kind – immer wieder zu dem kleinen Mädchen.” “Willst du sie etwa zu dir nehmen? Die Mutter hat gestern endgültig unterschrieben und ist schon weg …” “Damit solltest du vorsichtig sein! Du gewöhnst dich an sie, aber bald wird sie fortgegeben …” Zu sich nehmen! Genau das bewegte sich unbewusst schon in ihrem Herzen. Dieser Gedanke wuchs, nachdem ihn eine Kollegin ausgesprochen hatte, sogleich in ihrer Seele. Viel Zeit blieb nicht – Weggabekinder bleiben maximal einen Monat in der Klinik, dann kommen sie ins Kinderheim. Vielleicht wird das Kind auch ganz in eine andere Stadt gebracht, von neuen Eltern adoptiert … Liuba bekam Angst und stellte die Unterlagen für eine Adoption zusammen. Die Voraussetzungen passten, doch als Alleinstehende hatte sie gegen verheiratete Paare das Nachsehen. Und dann kam Liuba eine kühne Idee. Sie wusste, dass Konstantin Lewe sie mochte, und dass er außerhalb der Stadt eine Wohnung gemietet hatte, jeden Tag über zwei Stunden zur Arbeit pendelte. Ein Mann wurde dringend gebraucht – später konnte man sich ja wieder scheiden lassen … “Herr Dr. Lewe, ich hätte da ein Angebot: Möchten Sie ein Zimmer bei mir in Kliniknähe mieten?”, schlug Liuba dem Kinderarzt noch am selben Tag vor. “Und noch eine Bitte: Können Sie mich auf Zeit heiraten? Ich möchte das kleine Mädchen adoptieren, aber fürchte, dass ich allein keine Chance habe.” “Das kommt überraschend. Aber … ich bin einverstanden,” lächelte Dr. Lewe, sein Blick jedoch rätselhaft. Plötzlich trat er näher – und küsste Liuba sanft. Sie war völlig überrumpelt, noch dazu lief jemand am Flur vorbei – das gibt bestimmt Gerede! “Das war nur für den Schein, damit keiner Verdacht schöpft,” erklärte Dr. Lewe sofort, aber Liuba war sprachlos … Abends, als sie einschlief, dachte Liuba sanft an ihr kleines Mädchen, das sie schon als ihr eigenes empfand. Und an diesen unerwartet zärtlichen Kuss von Kosta – und wollte sich fast nicht eingestehen, wie sehr ihr das gefallen hatte. Die Eheschließung ging schnell; gefeiert wurde auf der Geburtsstation mit den Kollegen. Alle freuten sich – sie wussten längst, dass Liuba und Kosta die Adoptionsunterlagen eingereicht hatten … Nun ist Liuba eine verheiratete Frau, hat eine kleine Tochter, keine Zeit zum Grübeln. Ihr Kosta – zuverlässig, herzlich, das wusste sie immer. Aber nun spürt sie endlich wieder Liebe in ihrer Seele. Sie will leben, ihre Tochter großziehen, das Leben genießen – und lieben … diesen Mann, dem sie selbst … einen Antrag gemacht hat. Kosta, Marina und Liuba – eine Familie. Liuba wünschte sich so sehr, endlich glücklich zu werden, dass ihr dieser Wunsch … wirklich erfüllt wurde!
Es war einmal eine Frau, die eine Mutter hatte – so einfach beginnt diese Geschichte. Ihre Mutter war sehr schwierig im Umgang, manche würden heute sagen: toxisch.