Er wird immer wieder zu seiner Geliebten zurückkehren. Eine Erzählung Herzlichen Dank für eure Unterstützung, die Likes, das ehrliche Mitgefühl und euer Feedback zu meinen Geschichten, fürs Folgen und ein ganz besonderes Dankeschön für alle Spenden von mir und meinen fünf Katzen! Teilt bitte gern die Geschichten, die euch gefallen haben, in den sozialen Netzwerken – das bedeutet der Autorin viel! – Auf Drängen seiner Mutter trennt sich Anton schließlich doch von Lilia. Auch ihm selbst war ihr Lebensstil nicht wirklich verständlich. Und dann übte seine Mutter zusätzlichen Druck aus, setzte die Akzente und lieferte die Fakten: Lilia sei keine anständige Frau, mit der man eine Ehe eingehen sollte. Anton spürte selbst, dass bei ihnen nichts wirklich passte. Lilia war ständig in ihrem Job unterwegs – mal in Cafés, mal in Restaurants, auf Hochzeiten, Jubiläen, Beerdigungen und bei Kinderfesten. Sie arbeitete als Event-Moderatorin, aber als Antons Mutter davon erfuhr, war sie empört: – Du bist ein anständiger Mensch, verkaufst Sofas und Matratzen. Morgens gehst du aus dem Haus, abends kommst du zurück, wie es sich gehört. Und diese Lilia schläft morgens aus, abends empfängt sie den Ehemann noch nicht einmal, kommt selbst erst gegen Mitternacht heim. Sie wird nach Rauch, Alkohol und fremden Männern riechen – willst du das? Ihr Blick – da sieht man es schon! Schau nur, wie sie lächelt! Antons Mutter hatte Lilia nur einmal gesehen, sich aber sofort ihr Urteil gebildet. Anton beugte sich dem; er litt und war eifersüchtig, wenn sie sich schick machte und zur Arbeit ins Café oder Restaurant ging. Schon das erschien ihm unanständig. Die Meinung seiner Mutter bestätigte ihn darin – auch wenn sie grummelig war, irrte sie sich selten. Nach einem Jahr heiratete Anton die Bibliothekarin Nadine. Seiner Mutter gefiel sie auf Anhieb: leise, bescheiden, fleißig. – Das ist eine richtige Ehefrau. Schau sie dir an! Die schminkt sich nicht für die Arbeit, kleidet sich anständig und zurückhaltend, alle Blusen hochgeschlossen, keine kurzen Röcke. Abends eilt sie nach Hause und wie sie dir in die Augen schaut – Goldstück! Jetzt bin ich stolz auf deine Wahl, Anton… Seine Mutter war eine wunderbare Frau, hatte einfach ein schweres Schicksal. Sie selbst war nie eine Schönheit gewesen, eine bescheidene Postangestellte. Sie hatte sich sehr eine Familie und ein Kind gewünscht, doch mit fünfunddreißig Jahren war ihr klar, dass eine Heirat unwahrscheinlich sein würde. Deshalb entschied sie sich, ein Kind ohne Ehemann zu bekommen, obwohl ihr das eigentlich sehr unangenehm war. So wurde Anton geboren, den sie nach ihrem Vater benannte. Anfangs halfen die Eltern, aber später starben Antons Großeltern, und er war allein mit seiner Mutter … Anton liebte seine Mutter sehr und half ihr, wo er nur konnte. Er war kein besonders guter Schüler, strengte sich aber an. Nach der neunten Klasse machte er seinen Abschluss an der Berufsschule und begann als Fachverkäufer im Möbelhaus zu arbeiten. Seine Mutter war sehr stolz: Ihr Sohn ging im Anzug zur Arbeit und verdiente gut. Und jetzt fand er endlich das passende Mädchen – Nadine. Nun würde das junge Paar glücklich leben, Kinder bekommen, Enkel für Inna Antonovna – davon träumte sie … Die Hochzeit feierte man zu Hause: keine Verwandten, nur Antons Freund Klaus von der Arbeit, dazu ein Schulfreund und zwei Bibliothekskolleginnen von Nadine. Wozu viele Freundinnen, wenn man jetzt eine Familie gründet … So verheiratete sie also ihren Sohn, Gott sei Dank, mit einem guten Mädchen … Jetzt empfing Nadine Anton stets mit einem warmen Abendessen. Sie kochte recht fade und immer das Gleiche – daran war sie gewöhnt, ihr Vater hatte Gastritis. Nadine war langsam und zurückhaltend, lachte selten und las ständig Bücher. Den Fernseher hielt sie für überflüssig; Inna Antonovna schämte sich nun sogar, ihre geliebten Serien zu schauen, und stellte den Ton leiser. Auch die geliebten Berliner briet sie nicht mehr – Nadine fand das ungesund, genau wie Letscho, Plow, Soljanka und andere gebratene und scharfe Gerichte. Ihre Wohnung war jetzt immer ruhig und fade; Anton wirkte niedergeschlagen … Sechs Monate später blieb Anton eines Abends länger auf der Arbeit, schaltete dann ganz das Telefon aus und kam nicht nach Hause. Nadine weinte die ganze Nacht, nahm am nächsten Tag frei, packte ihre Sachen und ging zu ihren Eltern, mit einem bitteren Abschiedswort an Inna Antonovna: – Ich dachte, Ihr Sohn wäre ein anständiger Mensch, aber er hat mich betrogen … Die stille und nachgiebige Nadine erwies sich als stur und prinzipienfest wie ein Fels. Doch Anton versuchte sie nicht einmal zurückzuhalten, entschuldigte sich nur, ihre Erwartungen enttäuscht zu haben. – Wo warst du? Sag schon! – hakte Inna Antonovna nach, bald gab Anton nach. – Mama, es ist so gekommen: Lilia kam in mein Geschäft, um ein Sofa zu kaufen, sie wusste nicht, dass ich in genau diesem Laden arbeite. – Wusste sie nicht? Diese Frau hat sich das genau überlegt, dich so zurückzuholen, dir das Leben zu verderben! – empörte sich Inna Antonovna. – Mama, du weißt nichts, sie ist anders, als du denkst! Ich wollte sie nur nach Hause begleiten und ihr alles erklären, doch sie hat mich weggeschickt! – widersprach Anton. – Oh, wegschicken … das kennen wir. Wegschicken, damit du um sie bittest! Triff dich nicht mehr mit ihr, Anton, sie wird dir das ganze Leben zerstören! – Inna Antonovna war ehrlich besorgt, dass ihr Sohn wieder an diese Abenteurerin geriet … – Du weißt nichts, Mama, es ist kompliziert – versuchte Anton noch, doch seine Mutter schnitt ihn ab: – Schluss jetzt, Anton, meine Nerven machen das nicht mehr mit … Nach diesen Turbulenzen und der Scheidung von Nadine war ihr Sohn für lange Zeit völlig niedergeschlagen. Als Anton schließlich eine neue Freundin fand, war Inna Antonovna fast erleichtert – ohne Freundin würde sie wohl nie Enkel bekommen! Aline war nun Antons Kollegin im Möbelhaus. – Mama, wir wollen erstmal nur zusammenwohnen, ausprobieren, ob es passt, bevor wir heiraten, – sagte Anton bald zu Inna Antonovna – das gefiel ihr schon wieder nicht. Als Aline sich danach jedoch als schlampig und faul herausstellte und sogar den Job verlor wegen ihres groben Tons mit Kunden, war Inna Antonovna entsetzt. Aline lag den ganzen Tag auf dem Sofa mit dem Handy, trank Kaffee und tat so, als suche sie Arbeit. Warum hat ihr Sohn nur so ein Pech mit Frauen? Tag für Tag wurde Inna Antonovna reizbarer. Als Aline dann auch noch erklärte, dass sie und Anton bald heiraten würden, platzte es aus ihr heraus: – Heirate ihn nicht. Er kehrt immer wieder zur „Anderen“ zurück, – sagte die zukünftige Schwiegermutter, – Er hat längst eine andere, die sogar ein Kind von ihm hat! Zu ihr läuft er immer wieder, zahlt für das Kind. Die streiten und versöhnen sich dauernd – kapiert? Doch Aline lachte nur – sie glaubte, Inna schimpfe nur aus Bosheit, weil Anton nur sie liebte und ihr das Leben schön machte … Inna Antonovna blickte die dritte Freundin ihres Sohnes mitleidig an, wusste, mit Aline war nichts zu besprechen und winkte ab: – Lebt doch, wie ihr wollt, macht euren Kram, mir reicht das alles jetzt. Doch dann begab sie sich zu Lilia, wollte endlich wissen, was ihr Sohn an dieser Frau fand und warum er sie einfach nicht vergessen konnte, dafür aber jeder anderen das Herz brach … Sie kannte Lilias Wohnungsnummer nicht, aber das Schicksal meinte es gut: Kaum angekommen, kam Lilia aus dem Haus – an der Hand ein kleiner Junge. Inna Antonovna sah genauer hin – und blieb stehen. Das konnte nicht wahr sein – das war noch schlimmer, als sie geahnt hatte, das Herz hatte nicht getrogen, als sie Aline von dem Kind erzählte. Denn der Junge, den Lilia an der Hand führte, sah ihrem kleinen Anton wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich: dieselben lebhaften hellen Augen, dieselben Segelohren, dieselbe Nase, dasselbe Lächeln, eine Kopie! – Lilia, warte bitte, ich wollte mit dir sprechen – rief Inna Antonovna voller Flehen, die Knie wurden ihr weich. Wie konnte das sein – ihr Enkel lief schon, redete, und sie wusste nichts davon! Lilia sah sie an, erkannte sie sofort und presste die Lippen aufeinander, hielt aber an. – Guten Tag, Frau Antonovna, was möchten Sie? – Wie kann das sein, Lilia – ich wusste von nichts. Und Anton, wie konnte er nur – aber mein Sohn ist doch anständig – versuchte Inna Antonovna, irgendeinen Grund für ihren Sohn zu finden. – Keine Sorge, er wusste es einfach nicht, – erwiderte Lilia kühl und wollte gehen. Aber Inna Antonovna ließ nicht locker. – Er liebt dich doch. Ich bin Schuld, habe ihn durcheinandergebracht. Schmeiß ihn nicht raus, rede mit ihm in Ruhe, – bat sie und konnte den Blick vom Jungen nicht abwenden – er war wie Anton als Kind, ein Ebenbild! – Wie heißt dein Sohn? – fragte sie mit zitternder Stimme und sah so verzweifelt aus, dass Lilia weich wurde, – Er heißt Niklas. Komm, Niklas, wir müssen los. Ich moderiere jetzt nur noch Kinderfeste, Niklas ist immer dabei, wir haben ja sonst niemanden. – Aber ich könnte doch! Ich bin doch seine Oma! – bot Inna Antonovna an, doch Lilia antwortete nicht und zog mit Niklas davon. – Mama, warst du bei Lilia? – fragte Anton wenige Tage später. Sie war immer noch in schwermütiger Stimmung, hatte nicht einmal gemerkt, dass Aline ausgezogen war. – Mama, danke – Lilia hat mir verziehen, ich darf jetzt meinen Sohn sehen, aber ich werde sie überzeugen, mich zu heiraten. Inna Antonovna sah ihren Sohn überrascht an. Er war immer ein Muttersöhnchen gewesen, schien willensschwach – deshalb führte sie ihn immer. Aber jetzt war er anders. Und sie sagte nur: – Bravo, mein Sohn! Vergib mir, ich war dumm! Um das eigene Glück muss man kämpfen – manchmal sogar gegen die eigene Mutter. Anton und Lilia Anton und Lilia heirateten bald, wohnen jetzt gemeinsam bei Lilia, die Großmutter Inna passt auf Niklas auf, während beide arbeiten oder Enkel Niklas zu Besuch kommt. Und das Schönste: Bald kommt ihr zweites Kind – dieses Mal wird es ein Mädchen, sagt der Arzt. Nun kann Oma Inna sich von Anfang an um das kleine Enkelkind kümmern – sie träumt schon davon. In ihr Leben mischt sie sich nun nicht mehr ein. Lilia ist eine tolle Hausherrin, Anton ist einfach nur glücklich. Gut, dass ihr Herz ihr damals gezeigt hat, dass Anton nur mit Lilia glücklich sein kann, und ohne sie verkümmern würde. Man kann kein Glück auf den Ruinen fremder Leben bauen und die Ehefrau für den Sohn wählen oder für ihn entscheiden, mit wem er leben soll. Er soll die heiraten, ohne die er einfach nicht leben kann …

Wieder zur Geliebten zurück. Ein Tagebucheintrag

Ich danke euch für die Unterstützung, fürs Liken, für eure Aufmerksamkeit, für die Kommentare zu meinen Geschichten, für das Abonnieren und ein ganz besonderes Dankeschön auch für jede Spende von mir und meinen fünf Katzen. Teilt gerne meine Geschichten in den sozialen Medien das freut mich als Autor immer sehr!

Auf Drängen meiner Mutter beendete ich schließlich die Beziehung zu Franziska. Ehrlich gesagt, verstand ich ihren Lebensstil nie so ganz. Sie war ständig unterwegs, arbeitete als Event-Moderatorin in Bistros, Restaurants, bei Hochzeiten, Geburtstagen, sogar Beerdigungen oder Kinderfesten. Das alles war meiner Mutter suspekt, und sie machte mir sehr deutlich klar: Franziska, so eine Frau, das sei keine richtige Partnerin fürs Leben.

Und auch ich spürte, dass zwischen uns nichts Halbes und nichts Ganzes war. Immer wieder plagte mich Eifersucht, wenn Franziska sich herrichtete und zu einem Auftrag ins Lokal aufbrach. Allein das schien mir schon unpassend. Und mit dem Urteil meiner Mutter, die zwar oft schimpfte, aber selten irrte, war meine Entscheidung besiegelt.

Ein Jahr später heiratete ich dann Katharina, eine Bibliothekarin. Sie gefiel meiner Mutter auf Anhieb: ruhig, bescheiden, fleißig. Das ist eine richtige Ehefrau, schwärmte sie. Schau sie dir an! Unauffällig, ordentlich, immer die Bluse zugeknöpft, die Röcke knielang, am Abend rechtzeitig zuhause. So muss das sein! Gold wert, diese Frau! Endlich habe ich deine Wahl gutgeheißen, Sebastian…

Meine Mutter, Helga, war eine bewundernswerte Frau, die nie zu den Schönen gezählt hatte, immer fleißig war, auf dem Postamt beschäftigt. Sie hatte immer von einer Familie geträumt, aber als sie fünfunddreißig wurde, akzeptierte sie, dass eine Ehe wohl nicht mehr kommt, also bekam sie ein Kind ohne Mann obwohl sie selbst das für unmoralisch hielt.

So kam ich Sebastian zur Welt. Anfangs halfen Oma und Opa, aber bald waren nur noch Mutter und ich übrig.

Ich liebte meine Mutter sehr und half ihr, wo ich konnte. In der Schule liefs nicht so gut, besonders im Gymnasium. Nach der zehnten wechselte ich ins Möbelkolleg, lernte und arbeite seitdem als Verkäufer im Möbelhaus.

Als ich dann mit der bodenständigen Katharina zusammenkam, glaubte meine Mutter, dass das Glück nun endlich da war: eine anständige junge Frau, bald Enkelkinder, das war ihr einziger großer Wunsch

Wir feierten die Hochzeit bescheiden in unserer Wohnung, denn Verwandte gab es kaum, nur zwei Freunde von mir Moritz und Lukas und bei Kathi zwei Kolleginnen aus der Bibliothek mehr brauchte sie nicht, jetzt zähle nur noch die Familie

Nach der Hochzeit empfing mich Kathi stets mit einem warmen Essen. Es schmeckte meist etwas fad und wechselte selten sie war das vom Vater so gewöhnt, wegen seines empfindlichen Magens. Katharina redete kaum, lachte selten und verbrachte fast jede freie Minute lesend. Fernsehen mochte sie nicht, sodass meine Mutter, die für ihre Serien lebte, sogar den Ton kaum mehr aufdrehte. Selbst die heißgeliebten Schmalzkringel briet sie nicht mehr, das und alles Fette war Katharina zu ungesund.

In unserer Wohnung herrschte fortan Stille und Langeweile. Ich selbst stumpfte regelrecht ab.

Ein halbes Jahr später arbeitete ich einmal länger, stellte mein Handy aus und kam nicht nach Hause Katharina verbrachte diese Nacht weinend, bat um Sonderurlaub und zog noch am selben Tag mit gepackten Sachen zurück zu ihren Eltern. Sie sagte zu Helga mit bitterer Stimme: Ich dachte, Sebastian sei ein anständiger Mensch. Nun hat er mich betrogen…

So still wie Katharina im Alltag war, so standhaft zeigte sie sich nach dem Bruch. Ich flehte sie nicht an entschuldigte mich nur, dass ich ihre Erwartungen enttäuscht hatte.

Meine Mutter setzte mir zu: Sebastian, sag, wo warst du? Schließlich erzählte ich es.

Mama, es war Zufall: Franziska kam ins Möbelhaus, einen neuen Sessel kaufen. Sie wusste nicht, dass ich dort arbeite.

Wusste nicht? Die hat das extra eingefädelt, um dich wieder zu kriegen!, schimpfte Helga.

Mama, du verstehst das falsch, ich wollte nur Tschüss sagen, aber sie hat mich hinausgeworfen!

Ach was, rausgeworfen! Das ist doch wieder so ein Trick! Lass die Finger von ihr. Die ruiniert noch dein Leben! Helga war richtig verzweifelt, dass ich vielleicht doch zu dieser Frau zurückkehre.

Du verstehst das nicht, Mama Mehr konnte ich gar nicht sagen, sie ließ mich nicht ausreden.

Nach der Scheidung war ich eine ganze Weile am Boden. Erst als ich eine neue Freundin hatte, schien sich Helga zu freuen vielleicht gibts ja doch noch Enkel.

Anna, auch Beraterin im Möbelhaus, wurde die Nächste. Doch bald stellte sich heraus: Anna war faul, unordentlich, wurde sogar gekündigt, weil sie zu schroff mit Kunden war. Sie lag den ganzen Tag auf der Couch, tippte am Handy und tat so, als würde sie sich bewerben.

Wieder fragte ich mich: Wieso habe ich nur so ein Pech mit den Frauen?

Helga konnte die Szenerie kaum mehr ertragen, und als Anna ganz frech verkündete, wir würden bald heiraten, platzte es aus Helga heraus: Mach das lieber nicht, der Sebastian läuft immer wieder zu der Anderen zurück. Sie haben sogar ein Kind, er gibt Geld rüber und besucht den Jungen heimlich! Das wird nie anders!

Doch Anna lachte nur sie glaubte, Helga wolle einfach nur unser Glück zerstören, weil ich sie so gern hatte und sie nicht arbeiten musste.

Helga schaute sie mitleidig an, aber schüttelte nur den Kopf. Macht, was ihr wollt, es reicht mir!

Insgeheim überlegte sie, Franziska aufzusuchen und zu klären, warum ich sie nie vergessen konnte.

Sie wusste nicht einmal Franziskas aktuelle Adresse, aber hatte Glück: Gerade als sie vor dem Altbau ankam, kam Franziska heraus Hand in Hand mit einem kleinen Jungen.

Helga blieb fast das Herz stehen. Der Junge eine jüngere Ausgabe von mir: die gleichen hellen, frechen Augen, die abstehenden Ohren, der schiefe Mund. Kein Test der Welt könnte das besser beweisen

Franziska! Warte, ich will mit dir reden!, rief sie, ganz aufgelöst. So lange schon war sie Großmutter und wusste nichts davon.

Franziska drehte sich um, die Lippen zusammengepresst, aber sie blieb stehen.

Guten Tag, Frau Fuchs, ich höre.

Wie kann das sein, Franziska? Ich ahnte ja nichts Sebastian er hätte er ist doch nicht so einer stammelte Helga hilflos.

Keine Sorge, er wusste es auch nicht, erwiderte Franziska trocken und wollte gehen, aber Helga gab nicht auf.

Er liebt dich, das ist alles nur meine Schuld. Schick ihn nicht fort, redet wenigstens!, bat Helga, den Blick nicht von dem Jungen lösend. Nicht zu glauben ein kleiner Sebastian!

Wie heißt dein Sohn?, fragte sie zittrig. Franziska sah sie an, schien zu zögern.

Er heißt Emil. Los, Emil, wir müssen los, ich moderiere jetzt nur noch Kindergeburtstage und Emil ist immer dabei. Wir haben sonst niemanden.

Du hast doch mich ich bin doch seine Oma!, bot Helga an. Doch Franziska sagte nichts mehr, drehte sich um und verschwand mit Emil.

Tage später kam ich nach Hause, sah Helga bedrückt.

Mama, warst du bei Franziska?

Sie sah auf Anna war inzwischen schon aus dem Haus verschwunden.

Danke, Mama. Franziska hat mir verziehen. Ich darf Emil sehen, und ich will, dass sie mich heiratet.

Helga sah mich erstaunt an. Ich, der immer ihr Sohn war und sich gerne lenken ließ, wirkte plötzlich entschlossen.

Gut gemacht, Sebastian. Und verzeih mir für Glück muss man selbst kämpfen, selbst wenn man gegen die eigene Mutter antreten muss.

Sebastian und Franziska.

Franziska und ich haben kurz danach geheiratet. Ich bin zu ihr gezogen; meine Mutter kommt oft zu Emil, wenn wir beide arbeiten. Manchmal schläft Emil bei seiner Oma.

Und das Schönste: Wir erwarten bald unser zweites Kind ein Mädchen! Helga freut sich riesig und träumt schon davon, diesmal von Anfang an Oma zu sein.

Nun mischt sich meine Mutter nicht mehr ein, und das ist gut so. Franziska ist im Haushalt großartig, ich bin glücklich und lache wieder.

Wie gut, dass mein Herz mir den Weg zeigte. Ein Glück lässt sich nicht bauen, indem man über das Leben anderer trampelt, indem man dem Sohn die Frau auswählt und für ihn entscheidet.

Es passt: Der Mann soll die heiraten, ohne die er sowieso nicht mehr leben kann.

Heute habe ich verstanden: Nur das eigene Glück zählt und den eigenen Weg muss jeder selbst gehen.

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Homy
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Er wird immer wieder zu seiner Geliebten zurückkehren. Eine Erzählung Herzlichen Dank für eure Unterstützung, die Likes, das ehrliche Mitgefühl und euer Feedback zu meinen Geschichten, fürs Folgen und ein ganz besonderes Dankeschön für alle Spenden von mir und meinen fünf Katzen! Teilt bitte gern die Geschichten, die euch gefallen haben, in den sozialen Netzwerken – das bedeutet der Autorin viel! – Auf Drängen seiner Mutter trennt sich Anton schließlich doch von Lilia. Auch ihm selbst war ihr Lebensstil nicht wirklich verständlich. Und dann übte seine Mutter zusätzlichen Druck aus, setzte die Akzente und lieferte die Fakten: Lilia sei keine anständige Frau, mit der man eine Ehe eingehen sollte. Anton spürte selbst, dass bei ihnen nichts wirklich passte. Lilia war ständig in ihrem Job unterwegs – mal in Cafés, mal in Restaurants, auf Hochzeiten, Jubiläen, Beerdigungen und bei Kinderfesten. Sie arbeitete als Event-Moderatorin, aber als Antons Mutter davon erfuhr, war sie empört: – Du bist ein anständiger Mensch, verkaufst Sofas und Matratzen. Morgens gehst du aus dem Haus, abends kommst du zurück, wie es sich gehört. Und diese Lilia schläft morgens aus, abends empfängt sie den Ehemann noch nicht einmal, kommt selbst erst gegen Mitternacht heim. Sie wird nach Rauch, Alkohol und fremden Männern riechen – willst du das? Ihr Blick – da sieht man es schon! Schau nur, wie sie lächelt! Antons Mutter hatte Lilia nur einmal gesehen, sich aber sofort ihr Urteil gebildet. Anton beugte sich dem; er litt und war eifersüchtig, wenn sie sich schick machte und zur Arbeit ins Café oder Restaurant ging. Schon das erschien ihm unanständig. Die Meinung seiner Mutter bestätigte ihn darin – auch wenn sie grummelig war, irrte sie sich selten. Nach einem Jahr heiratete Anton die Bibliothekarin Nadine. Seiner Mutter gefiel sie auf Anhieb: leise, bescheiden, fleißig. – Das ist eine richtige Ehefrau. Schau sie dir an! Die schminkt sich nicht für die Arbeit, kleidet sich anständig und zurückhaltend, alle Blusen hochgeschlossen, keine kurzen Röcke. Abends eilt sie nach Hause und wie sie dir in die Augen schaut – Goldstück! Jetzt bin ich stolz auf deine Wahl, Anton… Seine Mutter war eine wunderbare Frau, hatte einfach ein schweres Schicksal. Sie selbst war nie eine Schönheit gewesen, eine bescheidene Postangestellte. Sie hatte sich sehr eine Familie und ein Kind gewünscht, doch mit fünfunddreißig Jahren war ihr klar, dass eine Heirat unwahrscheinlich sein würde. Deshalb entschied sie sich, ein Kind ohne Ehemann zu bekommen, obwohl ihr das eigentlich sehr unangenehm war. So wurde Anton geboren, den sie nach ihrem Vater benannte. Anfangs halfen die Eltern, aber später starben Antons Großeltern, und er war allein mit seiner Mutter … Anton liebte seine Mutter sehr und half ihr, wo er nur konnte. Er war kein besonders guter Schüler, strengte sich aber an. Nach der neunten Klasse machte er seinen Abschluss an der Berufsschule und begann als Fachverkäufer im Möbelhaus zu arbeiten. Seine Mutter war sehr stolz: Ihr Sohn ging im Anzug zur Arbeit und verdiente gut. Und jetzt fand er endlich das passende Mädchen – Nadine. Nun würde das junge Paar glücklich leben, Kinder bekommen, Enkel für Inna Antonovna – davon träumte sie … Die Hochzeit feierte man zu Hause: keine Verwandten, nur Antons Freund Klaus von der Arbeit, dazu ein Schulfreund und zwei Bibliothekskolleginnen von Nadine. Wozu viele Freundinnen, wenn man jetzt eine Familie gründet … So verheiratete sie also ihren Sohn, Gott sei Dank, mit einem guten Mädchen … Jetzt empfing Nadine Anton stets mit einem warmen Abendessen. Sie kochte recht fade und immer das Gleiche – daran war sie gewöhnt, ihr Vater hatte Gastritis. Nadine war langsam und zurückhaltend, lachte selten und las ständig Bücher. Den Fernseher hielt sie für überflüssig; Inna Antonovna schämte sich nun sogar, ihre geliebten Serien zu schauen, und stellte den Ton leiser. Auch die geliebten Berliner briet sie nicht mehr – Nadine fand das ungesund, genau wie Letscho, Plow, Soljanka und andere gebratene und scharfe Gerichte. Ihre Wohnung war jetzt immer ruhig und fade; Anton wirkte niedergeschlagen … Sechs Monate später blieb Anton eines Abends länger auf der Arbeit, schaltete dann ganz das Telefon aus und kam nicht nach Hause. Nadine weinte die ganze Nacht, nahm am nächsten Tag frei, packte ihre Sachen und ging zu ihren Eltern, mit einem bitteren Abschiedswort an Inna Antonovna: – Ich dachte, Ihr Sohn wäre ein anständiger Mensch, aber er hat mich betrogen … Die stille und nachgiebige Nadine erwies sich als stur und prinzipienfest wie ein Fels. Doch Anton versuchte sie nicht einmal zurückzuhalten, entschuldigte sich nur, ihre Erwartungen enttäuscht zu haben. – Wo warst du? Sag schon! – hakte Inna Antonovna nach, bald gab Anton nach. – Mama, es ist so gekommen: Lilia kam in mein Geschäft, um ein Sofa zu kaufen, sie wusste nicht, dass ich in genau diesem Laden arbeite. – Wusste sie nicht? Diese Frau hat sich das genau überlegt, dich so zurückzuholen, dir das Leben zu verderben! – empörte sich Inna Antonovna. – Mama, du weißt nichts, sie ist anders, als du denkst! Ich wollte sie nur nach Hause begleiten und ihr alles erklären, doch sie hat mich weggeschickt! – widersprach Anton. – Oh, wegschicken … das kennen wir. Wegschicken, damit du um sie bittest! Triff dich nicht mehr mit ihr, Anton, sie wird dir das ganze Leben zerstören! – Inna Antonovna war ehrlich besorgt, dass ihr Sohn wieder an diese Abenteurerin geriet … – Du weißt nichts, Mama, es ist kompliziert – versuchte Anton noch, doch seine Mutter schnitt ihn ab: – Schluss jetzt, Anton, meine Nerven machen das nicht mehr mit … Nach diesen Turbulenzen und der Scheidung von Nadine war ihr Sohn für lange Zeit völlig niedergeschlagen. Als Anton schließlich eine neue Freundin fand, war Inna Antonovna fast erleichtert – ohne Freundin würde sie wohl nie Enkel bekommen! Aline war nun Antons Kollegin im Möbelhaus. – Mama, wir wollen erstmal nur zusammenwohnen, ausprobieren, ob es passt, bevor wir heiraten, – sagte Anton bald zu Inna Antonovna – das gefiel ihr schon wieder nicht. Als Aline sich danach jedoch als schlampig und faul herausstellte und sogar den Job verlor wegen ihres groben Tons mit Kunden, war Inna Antonovna entsetzt. Aline lag den ganzen Tag auf dem Sofa mit dem Handy, trank Kaffee und tat so, als suche sie Arbeit. Warum hat ihr Sohn nur so ein Pech mit Frauen? Tag für Tag wurde Inna Antonovna reizbarer. Als Aline dann auch noch erklärte, dass sie und Anton bald heiraten würden, platzte es aus ihr heraus: – Heirate ihn nicht. Er kehrt immer wieder zur „Anderen“ zurück, – sagte die zukünftige Schwiegermutter, – Er hat längst eine andere, die sogar ein Kind von ihm hat! Zu ihr läuft er immer wieder, zahlt für das Kind. Die streiten und versöhnen sich dauernd – kapiert? Doch Aline lachte nur – sie glaubte, Inna schimpfe nur aus Bosheit, weil Anton nur sie liebte und ihr das Leben schön machte … Inna Antonovna blickte die dritte Freundin ihres Sohnes mitleidig an, wusste, mit Aline war nichts zu besprechen und winkte ab: – Lebt doch, wie ihr wollt, macht euren Kram, mir reicht das alles jetzt. Doch dann begab sie sich zu Lilia, wollte endlich wissen, was ihr Sohn an dieser Frau fand und warum er sie einfach nicht vergessen konnte, dafür aber jeder anderen das Herz brach … Sie kannte Lilias Wohnungsnummer nicht, aber das Schicksal meinte es gut: Kaum angekommen, kam Lilia aus dem Haus – an der Hand ein kleiner Junge. Inna Antonovna sah genauer hin – und blieb stehen. Das konnte nicht wahr sein – das war noch schlimmer, als sie geahnt hatte, das Herz hatte nicht getrogen, als sie Aline von dem Kind erzählte. Denn der Junge, den Lilia an der Hand führte, sah ihrem kleinen Anton wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich: dieselben lebhaften hellen Augen, dieselben Segelohren, dieselbe Nase, dasselbe Lächeln, eine Kopie! – Lilia, warte bitte, ich wollte mit dir sprechen – rief Inna Antonovna voller Flehen, die Knie wurden ihr weich. Wie konnte das sein – ihr Enkel lief schon, redete, und sie wusste nichts davon! Lilia sah sie an, erkannte sie sofort und presste die Lippen aufeinander, hielt aber an. – Guten Tag, Frau Antonovna, was möchten Sie? – Wie kann das sein, Lilia – ich wusste von nichts. Und Anton, wie konnte er nur – aber mein Sohn ist doch anständig – versuchte Inna Antonovna, irgendeinen Grund für ihren Sohn zu finden. – Keine Sorge, er wusste es einfach nicht, – erwiderte Lilia kühl und wollte gehen. Aber Inna Antonovna ließ nicht locker. – Er liebt dich doch. Ich bin Schuld, habe ihn durcheinandergebracht. Schmeiß ihn nicht raus, rede mit ihm in Ruhe, – bat sie und konnte den Blick vom Jungen nicht abwenden – er war wie Anton als Kind, ein Ebenbild! – Wie heißt dein Sohn? – fragte sie mit zitternder Stimme und sah so verzweifelt aus, dass Lilia weich wurde, – Er heißt Niklas. Komm, Niklas, wir müssen los. Ich moderiere jetzt nur noch Kinderfeste, Niklas ist immer dabei, wir haben ja sonst niemanden. – Aber ich könnte doch! Ich bin doch seine Oma! – bot Inna Antonovna an, doch Lilia antwortete nicht und zog mit Niklas davon. – Mama, warst du bei Lilia? – fragte Anton wenige Tage später. Sie war immer noch in schwermütiger Stimmung, hatte nicht einmal gemerkt, dass Aline ausgezogen war. – Mama, danke – Lilia hat mir verziehen, ich darf jetzt meinen Sohn sehen, aber ich werde sie überzeugen, mich zu heiraten. Inna Antonovna sah ihren Sohn überrascht an. Er war immer ein Muttersöhnchen gewesen, schien willensschwach – deshalb führte sie ihn immer. Aber jetzt war er anders. Und sie sagte nur: – Bravo, mein Sohn! Vergib mir, ich war dumm! Um das eigene Glück muss man kämpfen – manchmal sogar gegen die eigene Mutter. Anton und Lilia Anton und Lilia heirateten bald, wohnen jetzt gemeinsam bei Lilia, die Großmutter Inna passt auf Niklas auf, während beide arbeiten oder Enkel Niklas zu Besuch kommt. Und das Schönste: Bald kommt ihr zweites Kind – dieses Mal wird es ein Mädchen, sagt der Arzt. Nun kann Oma Inna sich von Anfang an um das kleine Enkelkind kümmern – sie träumt schon davon. In ihr Leben mischt sie sich nun nicht mehr ein. Lilia ist eine tolle Hausherrin, Anton ist einfach nur glücklich. Gut, dass ihr Herz ihr damals gezeigt hat, dass Anton nur mit Lilia glücklich sein kann, und ohne sie verkümmern würde. Man kann kein Glück auf den Ruinen fremder Leben bauen und die Ehefrau für den Sohn wählen oder für ihn entscheiden, mit wem er leben soll. Er soll die heiraten, ohne die er einfach nicht leben kann …
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