Wir bezahlen meine Mutter dafür, dass sie sich um unser Enkelkind kümmert – und unsere Schwiegermutter nimmt es uns übel, dass wir uns diese Unterstützung leisten können Seit sechs Monaten zahlen mein Mann und ich meiner Mutter ein Gehalt für die tägliche Betreuung unseres Sohnes. Für uns ist alles wunderbar organisiert, doch meine Schwiegermutter versteht es nicht – sie kann nicht nachvollziehen, wie man von den eigenen Kindern Geld annehmen kann, um auf das Enkelkind aufzupassen! Ich finde jedoch, jede Arbeit sollte fair entlohnt werden – besonders, wenn meine Mutter so viel für uns leistet. Vor etwa einem Jahr standen wir vor einer schwierigen Situation: Mein Mann verlor seinen Arbeitsplatz, der unsere Familie bisher finanziell getragen hatte. Gemeinsam mit der Familie beschlossen wir schweren Herzens, dass ich in Elternzeit gehe, da unser Sohn erst eineinhalb Jahre alt war. Weder mir noch meinem Mann passte diese Entscheidung, aber mit Hypothek und kleinem Kind mussten wir berufstätig bleiben. Trotz meines Jobs reichte das Geld kaum und mein Mann konnte wegen unseres Kindes nicht einmal zu Bewerbungsgesprächen gehen. Jeden Monat wurde das Geld knapper. Wir baten also unsere Eltern um Hilfe, ob sie für ein paar Monate die Betreuung übernehmen könnten, solange, bis mein Mann wieder Arbeit findet und wir uns eine Tagesmutter leisten können. Doch alle hatten Mitleid, konnten aber nicht helfen, da meine Eltern noch berufstätig waren. Wir kamen kaum über die Runden, bis meine Mutter schließlich anbot, früher in Rente zu gehen, wenn wir ihre Stromkosten übernehmen. Das Angebot nahmen wir gern an. Von da an kümmerte sich meine Mutter jeden Tag liebevoll um unseren Sohn, übernahm Hausarbeit und ließ mich in Ruhe arbeiten, während mein Mann Bewerbungen schrieb. Dank ihrer Unterstützung fand er schnell wieder einen neuen Job, und auch ich konnte mich im Büro beweisen und wurde befördert. Meine Mutter wollte kein Geld annehmen, aber wir haben sie überzeugt, dass ihre Hilfe für unser Familienleben unbezahlbar ist – und dass es ein verdienter Lohn ist, kein Almosen. Seitdem ist bei uns zuhause alles im grünen Bereich: Das Kind glücklich und gepflegt, das Haus aufgeräumt, alle zufrieden – bis auf meine Schwiegermutter. Seit meine Mutter ihr beiläufig beim Gespräch über einen Urlaub erwähnte, dass sie jetzt Geld für ihre Enkelbetreuung spart, herrscht bei der Schwiegermutter Empörung. Sie meint, in der Familie sollte Hilfe selbstverständlich und unbezahlt sein. Mein Mann hat ihr jedoch klargemacht, dass wir dank der Unterstützung meiner Mutter unseren Alltag stemmen und sie ohnehin nie Zeit hatte, uns ähnlich zu helfen. Trotzdem beklagt sich meine Schwiegermutter immer wieder, dass meine Mutter „für die Familie abkassiert“. Ich denke, sie ist einfach neidisch, dass bei uns alles nun so harmonisch läuft.

28. März

Seit einem halben Jahr bezahlen meine Frau und ich meine Mutter für die Betreuung unseres Sohnes Jonas. Für uns ist das vollkommen normal, doch meine Schwiegermutter Hildegard kann das überhaupt nicht nachvollziehen für sie ist es undenkbar, von den eigenen Kindern Geld für die Betreuung des Enkels zu nehmen!

Ich persönlich finde jedoch, jede ehrliche Arbeit sollte angemessen entlohnt werden, vor allem wenn ich sehe, was meine Mutter Irmgard tagtäglich für uns leistet.

Vor rund einem Jahr gerieten wir in eine schwierige Lage: Meine Frau verlor ihren Job als Buchhalterin, der unser Hauptstandbein war. Nach langem Überlegen am Küchentisch, und etlichen Tassen Filterkaffee, fiel die nicht gerade leichte Entscheidung, dass ich für eine Weile in Elternzeit gehen sollte. Da war Jonas gerade eineinhalb Jahre alt.

Natürlich war so ein Schritt für uns beide nicht ideal, aber bei einem Hauskredit für unser Reihenhaus in Düsseldorf und einem kleinen Kind blieb uns keine andere Wahl. Mein noch recht frischer Job als Softwareentwickler reichte zum Leben gerade so, aber an Extras oder Rücklagen war nicht zu denken. Wegen Jonas konnte ich nicht tagsüber zu Bewerbungsgesprächen, um eine besser bezahlte Stelle zu finden. Monat für Monat wurde das Geld knapper.

Wir wandten uns schließlich an unsere Eltern und baten um Unterstützung. Wir fragten, ob jemand bereit wäre, Jonas für einige Monate zu betreuen, damit ich Bewerbungen schreiben und Vorstellungsgespräche wahrnehmen konnte. Danach wollten wir eigentlich eine Tagesmutter engagieren, doch das konnten wir uns im Moment einfach nicht leisten.

Alle Familienmitglieder hatten Verständnis, aber wirklich helfen konnte uns niemand alle standen selbst noch im Arbeitsleben. So improvisierten wir uns von Woche zu Woche durch, doch eine Verbesserung war nicht in Sicht. Nach zwei Monaten hatte meine Mutter schließlich eine Idee.

Irmgard meinte, sie könnte vorzeitig in Rente gehen, wenn wir ihr wenigstens die laufenden Stromkosten in Höhe von 50 Euro monatlich ausgleichen würden ihre Rente war dafür zu knapp bemessen. Wir waren überglücklich über ihr Angebot und sagten sofort zu.

Von da an kam sie werktags zu uns, ich suchte aktiv nach besseren Jobs und meine Frau war damit beschäftigt, Bewerbungen zu schreiben. Innerhalb einer Woche hatte sie dann tatsächlich einen neuen Job in Aussicht. Es war nicht ganz das, was sie sich gewünscht hätte, aber immerhin besser, als zuhause Däumchen zu drehen und sich Sorgen zu machen.

Zu Hause kümmerte sich Irmgard rührend nicht nur um Jonas, sondern auch um den Haushalt: Sie erledigte leichte Reinigungsarbeiten, bügelte, wusch Wäsche und kochte leckere Hausmannskost. Das war eine immense Erleichterung ich musste nach Feierabend nicht mehr Kochtopf und Bügelbrett in Rekordzeit abarbeiten, sondern konnte Zeit mit Jonas verbringen und auch meine Frau war merklich entspannter.

Natürlich hatte ich ein schlechtes Gewissen, denn meine Mutter war ja eigentlich schon im Rentenalter. Doch sie versicherte mir immer, dass ihr die Beschäftigung gut täte und sie so schneller durch den Tag käme. Trotzdem konnten meine Frau und ich das nicht mit unserem Gewissen vereinbaren.

Wir sprachen lange darüber und beschlossen, dass Irmgard neben den Stromkosten ein festes Gehalt bekommen sollte: 400 Euro im Monat. Durch die gewonnene Zeit und Energie konnte ich mich voll auf meine Projekte im Büro konzentrieren und wurde sogar zum Teamleiter befördert. Auch meine Frau machte große Fortschritte, da sie jetzt im Homeoffice einen Nebenjob in der Buchhaltung annehmen konnte. Wir beide hatten plötzlich die Kapazitäten, unser Leben besser zu organisieren und abends stand unser Familienleben wieder an erster Stelle.

Als ich meiner Mutter von unserem Vorhaben erzählte, wollte sie das erst gar nicht annehmen. Sie meinte, das sei nicht richtig und sie könne kein Geld von uns nehmen, schließlich sei das alles selbstverständlich. Letztlich konnten wir sie überzeugen, dass das keine Almosen sind, sondern Anerkennung und Wertschätzung für ihre Mühe.

Jetzt haben wir ein festes Arrangement. Bei uns zu Hause ist alles ordentlich, Jonas ist glücklich und gut betreut, meine Mutter hat keine finanziellen Sorgen mehr und wir sind als Familie deutlich entspannter. Es klappt wirklich alles wie am Schnürchen bis auf eins.

Hildegard, meine Schwiegermutter, zeigte sich alles andere als zufrieden. Irmgard hatte ihr bei Kaffee und Butterkuchen freimütig erzählt, dass sie jetzt für unsere Hilfe bezahlt würde die Geschichte kam natürlich auf, als es ums Urlaubssparen für die Nordsee ging. Hildegard war völlig konsterniert und ließ es sich nicht nehmen, mir und meiner Frau Vorhaltungen zu machen. In ihrer Familie habe es das nie gegeben, dass man für familiäre Hilfe Geld nimmt. Man mache so etwas aus Liebe, basta.

Ich blieb ruhig und erklärte ihr, dass Irmgard uns maßgeblich entlaste und das eine faire Regelung sei. Meine Frau ergänzte mit deutlichen Worten, dass es von ihrer Mutter ja auch nie Hilfe ohne große Diskussion gab.

Mittlerweile hat Hildegard sich ein wenig abgefunden, auch wenn sie ab und zu spitze Bemerkungen fallen lässt, dass Irmgard für alles bezahlt werde. Ich vermute, ein bisschen Neid und Traditionsbewusstsein spielen da mit hinein.

Meine Lektion aus der ganzen Geschichte? Hilfe annehmen und anständig würdigen ist kein Makel, sondern zeigt Respekt und Dankbarkeit. Man muss auch als Familie offen für neue Wege sein besonders, wenn sie das Leben aller Beteiligten leichter machen.

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Homy
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Wir bezahlen meine Mutter dafür, dass sie sich um unser Enkelkind kümmert – und unsere Schwiegermutter nimmt es uns übel, dass wir uns diese Unterstützung leisten können Seit sechs Monaten zahlen mein Mann und ich meiner Mutter ein Gehalt für die tägliche Betreuung unseres Sohnes. Für uns ist alles wunderbar organisiert, doch meine Schwiegermutter versteht es nicht – sie kann nicht nachvollziehen, wie man von den eigenen Kindern Geld annehmen kann, um auf das Enkelkind aufzupassen! Ich finde jedoch, jede Arbeit sollte fair entlohnt werden – besonders, wenn meine Mutter so viel für uns leistet. Vor etwa einem Jahr standen wir vor einer schwierigen Situation: Mein Mann verlor seinen Arbeitsplatz, der unsere Familie bisher finanziell getragen hatte. Gemeinsam mit der Familie beschlossen wir schweren Herzens, dass ich in Elternzeit gehe, da unser Sohn erst eineinhalb Jahre alt war. Weder mir noch meinem Mann passte diese Entscheidung, aber mit Hypothek und kleinem Kind mussten wir berufstätig bleiben. Trotz meines Jobs reichte das Geld kaum und mein Mann konnte wegen unseres Kindes nicht einmal zu Bewerbungsgesprächen gehen. Jeden Monat wurde das Geld knapper. Wir baten also unsere Eltern um Hilfe, ob sie für ein paar Monate die Betreuung übernehmen könnten, solange, bis mein Mann wieder Arbeit findet und wir uns eine Tagesmutter leisten können. Doch alle hatten Mitleid, konnten aber nicht helfen, da meine Eltern noch berufstätig waren. Wir kamen kaum über die Runden, bis meine Mutter schließlich anbot, früher in Rente zu gehen, wenn wir ihre Stromkosten übernehmen. Das Angebot nahmen wir gern an. Von da an kümmerte sich meine Mutter jeden Tag liebevoll um unseren Sohn, übernahm Hausarbeit und ließ mich in Ruhe arbeiten, während mein Mann Bewerbungen schrieb. Dank ihrer Unterstützung fand er schnell wieder einen neuen Job, und auch ich konnte mich im Büro beweisen und wurde befördert. Meine Mutter wollte kein Geld annehmen, aber wir haben sie überzeugt, dass ihre Hilfe für unser Familienleben unbezahlbar ist – und dass es ein verdienter Lohn ist, kein Almosen. Seitdem ist bei uns zuhause alles im grünen Bereich: Das Kind glücklich und gepflegt, das Haus aufgeräumt, alle zufrieden – bis auf meine Schwiegermutter. Seit meine Mutter ihr beiläufig beim Gespräch über einen Urlaub erwähnte, dass sie jetzt Geld für ihre Enkelbetreuung spart, herrscht bei der Schwiegermutter Empörung. Sie meint, in der Familie sollte Hilfe selbstverständlich und unbezahlt sein. Mein Mann hat ihr jedoch klargemacht, dass wir dank der Unterstützung meiner Mutter unseren Alltag stemmen und sie ohnehin nie Zeit hatte, uns ähnlich zu helfen. Trotzdem beklagt sich meine Schwiegermutter immer wieder, dass meine Mutter „für die Familie abkassiert“. Ich denke, sie ist einfach neidisch, dass bei uns alles nun so harmonisch läuft.
Plötzlich Hausangestellte: Als Alina mit 63 Jahren ihrem Sohn und Schwiegertochter eröffnet, dass sie noch einmal heiraten will, sind beide schockiert und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. „Bist du dir sicher, dein Leben in diesem Alter so radikal zu ändern?“, fragt Katharina besorgt ihren Mann Andreas. Alinas Entscheidung, zu ihrem neuen Partner Jürgen und dessen Familie zu ziehen, bedeutet, alles Gewohnte hinter sich zu lassen. Zunächst scheint der Neuanfang in Jürgens großer Wohnung, gemeinsam mit seiner Tochter Ines und deren Familie, gelungen: Alina fühlt sich als Teil einer herzlichen Familie. Doch nach und nach wird sie zur Dauer-Köchin, Putzfrau und Kindermädchen und muss feststellen, dass ihr Platz im neuen Heim der einer Hausangestellten ist. Nach einer enttäuschenden Auseinandersetzung stellt sie sich die Frage: War Jürgen wirklich auf der Suche nach einer Frau – oder nach einer Haushälterin? Schließlich zieht sie zu ihrer eigenen Familie zurück, findet dort echten Rückhalt und erkennt: Ein Zuhause ist dort, wo man als geliebtes Familienmitglied geschätzt wird – und nicht als Dienstmagd.