Wir haben meine Schwägerin und ihr Kind mit zum Campingurlaub an die Ostsee genommen – und es bitter bereut!

Wir haben meine Schwägerin und ihr Kind mit in den Urlaub genommen. Und wir haben es tausendfach bereut.

Mein Mann und ich sind in den Sommerurlaub an die Nordsee gefahren. Seit Jahren ist das unsere Tradition: Mit unseren Freunden und zwei, drei Autos fahren wir gemeinsam ans Meer. Wir sind begeisterte Camper. Wir suchen uns einen ruhigen Abschnitt an der Küste aus, schlagen unsere Zelte auf und genießen die Tage: Baden im Meer, in der Sonne faulenzen, Lagerfeuer am Abend. Dabei trinken wir ein Glas trockenen Weißwein, spielen Gitarre und singen alte Lieder. Dieses Jahr aber war alles anders. Dieses Jahr schloss sich uns meine Schwägerin Heike an zusammen mit ihrem zweieinhalbjährigen Sohn Jonas. Es war von Anfang an keine leichte Entscheidung, ob wir sie mitnehmen sollten oder nicht.

Irgendwie haben wir uns schließlich breitschlagen lassen. Rückblickend muss ich sagen: Nicht Jonas hat uns die Nerven gekostet, sondern Heike. Die Probleme fingen schon auf der Fahrt an. Heike bestand darauf, jede Stunde eine Pause einzulegen. Sie behauptete, sich dehnen und durchatmen zu müssen. Das hat uns massiv zurückgeworfen, sodass wir erst spätabends ankamen, während unsere Freunde bereits völlig ausgepowert waren und sogar noch Zeit für ein erfrischendes Bad gehabt hatten. Aber gut, endlich waren wir da. Da ging der Ärger erst richtig los.

Heike verschränkte die Arme und verkündete schmollend:
Hier übernachte ich nicht!

Mein Mann, sichtlich genervt, fragte:
Was ist jetzt schon wieder das Problem?

Ich werde doch nicht im Zelt schlafen!, rief sie empört.
Wie bitte? Wir haben dir mehrfach gesagt, dass wir campen!
Ich dachte, das bedeutet, dass wir uns vor Ort eine Ferienwohnung oder ein kleines Zimmer nehmen würden aber kein Hotel!
Warum, glaubst du, haben wir bitte Zelte und Schlafsäcke dabei?, zischte mein Mann.
Ich dachte, das sei nur für die Atmosphäre.

Letztendlich mussten wir für sie ein Zimmer in einer kleinen Pension organisieren. Mein Mann fuhr sie hin, holte sie zurück, brachte sie abends wieder zurück und wiederholte das Spiel die gesamte Woche. Das war aber längst nicht alles: Er musste sie in Cafés begleiten, mit ihr über die Märkte schlendern und das Baby beaufsichtigen, wenn sie sich von den Strapazen ihres Alltags erholen wollte.

Dabei war Jonas eigentlich ein pflegeleichtes Kind. Er war brav, spielte friedlich, planschte vergnügt im Wasser, aß alles, was man ihm gab, und schlief wie ein Engel in unserem Zelt. Ganz anders als seine Mutter. Sie war die wahre Herausforderung.

Nächstes Jahr ist eines ganz sicher: Heike bleibt zu Hause! Aber Jonas den nehmen wir liebend gerne wieder mit. Der ist der geborene Camper.

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Homy
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