Die Warnung einer Freundin

Hey, Anke,, plapperte Jana ins Telefon, mach dir das Festtagsoutfit bereit, ich heirate, und du bist meine Trauzeugin wie immer bestimmt und entschlossen gebe ich Anweisungen.

Anke war von dem Anruf überrascht, es war noch früh am Morgen.

Für deine Hochzeit? Wann steht der Termin?

In zehn Tagen.

Schon so bald? Ich habe noch nicht einmal geblinzelt, da ist deine Hochzeit, Jana? fragte Anke verblüfft. Und wo bleibt die Zeit zum Nachdenken?

Alles ist bereits durchgeplant, lachte Jana. Weißt du, ich habe noch rechtzeitig den letzten Wagen erwischt, wir beide Lars und ich warten bereits unser Kind, ich bin ja neunund dreißig, das ist ein gutes Alter für ein Baby. Und ich bin glücklich!

Gott im Himmel, Jana, du springst ja überall hin

Keine Sorge, ich habe einen Mietwagen, ein weißes Kleid wie aus einem Märchen alles wird perfekt. Ich habe noch nie ein Brautkleid in Weiß getragen, das hat nie geklappt Und du, als meine Freundin und Trauzeugin, musst natürlich passen, lachte Jana laut ins Telefon.

Okay. Und wer ist dann der Trauzeuge von Lars?

Klaus, sein Freund. Ach, du kennst ihn ja nicht ein gutaussehender, großer, dunkler Typ.

Die beiden kannten sich seit dem Studium. Anke war schon einmal verheiratet, gleich nach dem Abschluss. Sie lebte sechs Jahre mit ihrem Mann zusammen, dann trennten sie sich. Anke ist eine ruhige Frau, während Sven ein Schwätzer und Spaßvogel war, der sie überredete, ihn zu heiraten, ohne dass sie es selbst verstand. Als ihr Sohn geboren wurde, merkte Anke, dass ihr Mann kein richtiger Vater sein wollte. Die Freundschaft und das Feiern blieben ihr wichtig. Sven war dafür gemacht, immer wieder zu kommen und zu gehen, bis Anke endlich Schluss machte.

Danach gab es noch ein paar Männer, aber keine Familie, und sie ließ es dabei. Ihr Sohn studiert jetzt im ersten Semester an einer Universität in München und wohnt bei seiner Großmutter das gefällt Anke sehr.

Jana und Anke teilten ein Zimmer im Studentenwohnheim; Anke war ein Jahr älter, wirkte aber jünger. Sie war wie eine Blume aus dem Gewächshaus, vertrauensselig und geriet häufig in seltsame Situationen. Jana war hingegen wie eine Kriegerin, nie bereit zurückzuweichen, immer selbstsicher und immer bereit, für ihre Freundin einzustehen zwei Gegensätze. Wenn Anke wieder einmal in der Klemme steckte, sagte Jana einfach:

Na, Freundin, dich lässt man nicht umkrempeln

Das Leben ging seinen Gang. Jana war zwar nicht verheiratet, doch ein Mann war immer in ihrer Nähe, aber keine Kinder. Sie sagte, sie habe noch keinen Mann gefunden, der ihr Herz komplett erobert und von dem sie ein Kind bekommen könnte.

Endlich jedoch verliebte sie sich in einen ehemaligen Fußballspieler, der jetzt Unternehmer war. Sie tauchte fast aus Ankes Sichtweise auf, traf sich selten, und dann der Anruf: Jana lud zur Hochzeit ein.

Anke, bitte, verlieb dich nicht in Klaus, der ist ein echter Frauenheld!, fügte die Freundin hinzu.

Keine Sorge, lächelte Anke, schön ist ja eigentlich nie meine Schwäche.

Na, das mag sein, aber du kennst Klaus ja nicht das ist ein ganz anderer Typ das wirst du später verstehen.

Anke packte ihren Tag und fuhr ins Einkaufszentrum, um ein hübsches Hochzeitsoutfit zu finden. Es gab viele schöne Kleider, doch nichts Besonderes. Schließlich blieb sie bei einem bodenlangen, beigen Kleid mit einem gewagten Rückenausschnitt stehen. Erleichtert seufzte sie, jetzt musste nur noch ein Friseurbesuch klappen.

Jana rief noch einmal an, erinnerte an Datum und Ort der Hochzeit, scherzte und freute sich.

Wie glücklich Jana ist, selbst aus der Ferne spüre ich das, dachte Anke.

Am Hochzeitstag rief Jana früh am Morgen erneut an.

Klaus kommt um elf zu dir.

Ach, dann bin ich noch beim Friseur

Na, sag ihm die Adresse, er holt dich ab.

Jana, wie erkennen wir uns?

Keine Sorge, ich habe ihm dein Foto gezeigt. Und nebenbei habe ich ihm gesagt, du bist eine Schönheit.

Na gut

Klaus stellte sich als echter Traummann heraus: breite Schultern, groß, dunkles Haar, und sein Blick war magisch. Er ging zu ihr und sagte:

Ja, Schönheit ist eine gefährliche Macht. Ich bin Klaus, reichte die Hand. Eine wahre Fee steht vor mir, ich freue mich riesig.

Anke, flüsterte sie, ihr Herz schlug schneller.

Den ganzen Weg erzählte Klaus zu plaudern, doch Anke war wie verzaubert, lächelte, schwieg aber. Klaus bemerkte ihre Aufregung und meinte:

Keine Sorge, wir heiraten nicht, wir sind doch nur Zeugen!, lachte er laut.

Die standesamtliche Zeremonie war feierlich und schön. Anke war immer noch nervös, aber von Herzen froh für Jana. Im Festsaal war viele Leute, Klaus und Anke saßen am Tisch neben dem Brautpaar. Es gab unzählige Trinksprüche für das Paar und die Zeugen. Dann begann die Musik, und Klaus lud Anke sofort zum Tanz ein.

Ich hoffe, ich habe als Zeuge den ersten Tanz verdient, sagte er, und Anke nickte, reichte ihm die Hand und verließ den Tisch, während er sie langsam in die Mitte des Saals führte.

Die Musik war langsam, sie tanzten, Klaus flüsterte ihr leise zu:

Dein Parfüm ist berauschend, besser als jeder Wein.

Ankes Herz hüpfte, sie redete zu sich selbst:

Dieser Mann ist nichts für mich, ich darf nicht in ihn verliebt werden. leicht zu sagen, schwer zu halten

Na, Freundin, sagte später Jana, ich habe dich gewarnt, also halte ihn wenigstens auf Abstand.

Warum, Jana? Er gefällt mir sehr.

Kein Zweifel, grinste die Freundin. Er ist ein richtiger Casanova, noch dazu schlau und geizig. Frauen gehen mit ihm aus. Aber hör zu, Anke, mach dir keine ernsthaften Pläne mit ihm, höchstens ein bisschen flirten.

Jana, ich will doch nicht mit ihm zusammenziehen.

Ach ja? Das glaubst du, bis er in deiner Wohnung einzieht, bevor du blinzeln kannst. Glaub mir, er lügt und drängt sich ein. Also, ich hab dich gewarnt.

Nach der Arbeit schlug Klaus vor, ins Café zu gehen. Nach dem Abschied blieb er bei Anke zu Hause. Jana rief erneut an, als sie das hörte.

Hast du meine Ratschläge vernachlässigt? Nun ja, dein Problem. Wenn er plötzlich Geldprobleme hat, gib ihm nichts.

Jana, worum geht es? Und wo arbeitet Klaus?

Hast du nicht gefragt?

Ähm, peinlich

Dir ist immer peinlich. Er sagt, sein Vater hat ein Unternehmen, er hilft ihm, reist oft nach Berlin. Das Auto ist nicht seins, sondern von seinem Vater. Er fährt es mit Vollmacht. Das sag ich dir, damit du keine falschen Hoffnungen hast

Anke dachte: Warum hab ich mich denn so verrückt gemacht? Klaus ist doch nett, aufmerksam und kümmert sich.

Einige Wochen später bat Klaus um zehntausend Euro.

Brauchst du das Geld für etwas?

Nein. Mein Auto ist in der Werkstatt, die Rechnung muss bezahlt werden. Unsere Firma wird geprüft, die Konten sind kurzzeitig eingefroren

Anke griff in ihr Sparschwein und gab das Geld.

Zahl zurück, wenn du kannst.

Sie planten ein Wochenende in einer Ferienanlage.

Am Freitagabend nach der Arbeit luden Jana und Lars sie ins Restaurant ein. Als sie das Café betraten, fragte Anke plötzlich:

Klaus, hast du genug Geld, denn wir zahlen selbst.

Mann, sagte Klaus und klopfte in die Tasche, ich hab nur dreihundert Euro dabei, vielleicht ein bisschen mehr.

Kein Problem, antwortete Anke, zog einen zweitausendEuroSchein heraus und reichte ihn ihm. Nimm das, Männer zahlen ja gern. Sie lächelte.

Der Abend war großartig, Wein, Tanz, und am nächsten Wochenende schlug Jana einen Ausflug in ein Erholungsgebiet vor.

Auf gehts, die Natur ist wunderschön, Angeln und so. Timo, du brauchst mal eine Pause, sagte sie liebevoll zu ihrem Mann, und du, Klaus, kannst du?

Natürlich, ich bin mein eigener Chef, antwortete er stolz.

Im Hotel bemerkte Klaus, dass er seine Brieftasche zu Hause vergessen hatte. Anke merkte sofort, dass er tricksen wollte, und fragte:

Wie bitte, Klaus? Du wolltest doch fahren.

Ich weiß nicht, Anke, das kann doch nicht passieren, stieß er sich an die Stirn, und sie schwieg.

Er zieht mich wohl an der Nase herum, dachte sie beim Abendessen.

Während sie sprachen, kam eine hübsche Blondine zu Klaus und stupste ihn an.

Hey, Klaus, hast du wieder ein Geflügel geküsst?, spottete sie.

Was? Wer sind Sie?, murmelte Klaus. Die Blondine nickte Jana zu.

Mädels, lasst uns ein bisschen Schminke auftragen, sagte sie, und wandte sich dann an Anke:

Also, er hat wieder ein Huhn gefunden, das goldene Eier legt?

Was bedeutet das? flüsterte Anke.

Genau das. Ich hab das schon erlebt er lebt von Frauen, vergisst ständig das Geld, prahlt mit Auslandsreisen und einem reichen Vater, den er nicht kennt. So lebt er

Anke, jetzt verstehst du, warum ich dir nicht geglaubt habe, flüsterte Jana leise.

Und jetzt?, fragte die enttäuschte Anke.

Nichts. Schick ihn weg, wir brauchen keine Schmarotzer. Ich helfe dir, sagte Jana entschlossen.

Zurück am Tisch sah Jana Klaus fest an und sagte, wer er sei, und schlug vor, die Gruppe zu verlassen.

Das stimmt nicht, stammelte er, doch dann stand er auf und rief:

Geht doch, ihr seid nichts, und verließ das Café, während er Anke hinterher rief: Wird langweilig, ruf mich, ich bin kein stolzer Kerl, vergesse nicht, dass ich dich nicht beleidigen will.

Wohin gehst du?, schrie Jana nach ihm, wir erinnern uns!

Danke, Jana, du bist immer für mich da.

Na, ich bin ja deine Freundin, und ich ziehe dich immer raus, lachten die beiden laut.

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Homy
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