Ich heiße Niklas Schneider, bin siebenunddreißig und habe alles erreicht, was ich je wollte einen guten Job, ein Haus in Berlin, Respekt. Doch ein Stück fehlt: eine Familie. Seit dem Tod meines Vaters vor sechs Jahren lebe ich mit meiner Mutter, Gerda, in einer Zweizimmerwohnung im Stadtteil Neukölln. Sie hat immer davon geträumt, Großkinder zu verwöhnen, und wartet sehnsüchtig darauf, dass ich ihr sage, ich hätte endlich meine andere Hälfte gefunden.
Eines Tages begegnete ich Anneliese, einer schüchternen Studentin aus einem kleinen Dorf in Brandenburg. Ihre Familie war nicht reich, aber das war mir egal. Gerda jedoch schüttelte den Kopf und meinte, Anneliese sei nicht die Richtige für mich. Trotz ihrer Einwände folgte ich meinem Herzen und begann eine Beziehung mit ihr. Nach ein paar Monaten zog ich Anneliese zu mir, erklärte Gerda, dass wir zusammenleben und dass sie schwanger von mir sei. Meine Mutter blieb skeptisch und beschuldigte Anneliese, nur das Stadtleben ausnutzen zu wollen.
Trotz Gerdas Vorbehalte zog Anneliese ein, und meine Mutter nahm sie widerwillig auf. Anfangs war Gerda kalt, doch allmählich lernte sie Anneliese als gute Hausfrau kennen und entspannte sich ein wenig. Trotzdem spürte ich, wie Gerda stets darauf wartete, einen Konflikt zu provozieren.
Kurz darauf kam unser kleines Mädchen zur Welt. Wir nannten sie Liselotte. Gerda verlangte einen Vaterschaftstest, und wir stimmten zu, obwohl ich nie daran zweifelte, dass Liselotte meine Tochter ist. Der Test bestätigte meine Vaterschaft, doch meine Mutter weigerte sich weiterhin, Anneliese als Teil der Familie anzuerkennen. Sie schlug sogar vor, ich solle mich von Anneliese trennen und das Kind mitnehmen.
Wut stieg in mir hoch. Ich packte meine Sachen, nahm Anneliese und Liselotte und verließ das Haus meiner Mutter. Seitdem halte ich kaum Kontakt zu Gerda ich habe das Gefühl, sie stelle ihre eigenen Bedürfnisse über meine und unser Glück. Es schmerzt, dass sie Anneliese nie akzeptieren konnte, aber ich werde nicht länger ihr egoistisches Verhalten dulden.





