Zu viele Übereinstimmungen: Wenn das Schicksal uns überrascht

Hey, ich muss dir unbedingt von dem ganzen Chaos berichten, das gerade in unserer Freundesrunde abgeht das klingt fast wie ein schlechter Film, aber es passiert echt.

Anneliese, warte kurz! Ich hab dich nie betrogen, verstehst du das? Ich schwöre dir, das ist nur ein Missverständnis! schrie Klaus, während er hastig die Treppe runterrannte, um seiner Frau nachzujagen. Dabei kümmerten ihn die neugierigen Blicke der Nachbarn, die aus ihren Türen lugten wie die Katze aus dem Sack, völlig gleichgültig.

Anneliese stürmte aus dem Treppenhaus, sprang in ein Taxi und fuhr davon, so schnell, dass Klaus nur noch ihren Rücken sehen konnte.

Alles begann vor drei Monaten, als bei Klaus alles aus den Fugen geriet. Eine Kollegin, mit der er jahrelang nur beruflich zu tun hatte, erlebte eine Fehlgeburt und eine bevorstehende Scheidung. Nach langer Therapie kam sie zurück aber nicht mehr die gleiche Person.

Ich kann das nicht mehr ertragen. Sie belästigt mich seit einem Monat, ruft nachts an, schreibt Nachrichten, steht sogar vor meinem Haus, platzte Klaus einem Tags drauf in das Büro des Chefs und warf die Situation voll krass raus.

Der Chef lachte nur und meinte: Ach, das kommt vor. Frauen verlieben sich halt, da kann man nichts machen. Ich sehe da nichts Kriminelles.

Aber ich hab nichts getan! Wir haben immer nur beruflich Kontakt gehabt. Jetzt geht meine Ehe wegen Lena kaputt, schrie Klaus fast.

Und was soll ich dazu sagen? Lena ist für mich okay, das Private geht dich nichts an, zuckte der Chef mit den Schultern.

Klaus stand am Rand des Abgrunds. Früher versuchte er, das Ganze zu ignorieren, doch das hielt nicht mehr. Die Spannungen zwischen ihm und Anneliese wuchsen, und Anneliese zweifelte an seiner Treue. Sie konnte nicht glauben, dass eine Frau solche zweideutigen Nachrichten, Andeutungen und Fotos orchestrieren konnte.

Anneliese, bitte, ich habe dich nie betrogen. So etwas kam nie in meinen Sinn, flehte Klaus.

Deine Worte klingen nur noch wie Ausreden, wenn du all diese Nachrichten vorhältst. Glaubst du, ich bin so dumm wie ein Fisch, der nicht durchblickt? erwiderte Anneliese kühl.

Sie macht das alles absichtlich. Ich blockiere die Nummer, aber sie schreibt von andern. Was soll ich tun, um dir zu zeigen, dass ich sauber bin?

Ich weiß nicht, Klaus. Ich bin einfach müde. Das läuft jetzt seit fast drei Monaten, und ich glaube dir nicht mehr. Zu viele Zufälle, zu viel Lena in unserem Leben

Hör auf damit! Sie ist nicht meine, ich brauch sie nicht!

Ich weiß es nicht mehr, Klaus, ich weiß es nicht

Anneliese fragte sich, warum sie ihm nicht mehr vertrauen konnte, obwohl sie früher blind an ihn geglaubt hatte. Die ständigen Anrufe, Nachrichten das war zu viel. Sie erinnerte sich, wie sie ihn einmal dabei erwischte, wie er nervös SMS löschte, und sah am Rande, dass er Fotos vernichtete.

Dann wurde Klaus immer länger bei der Arbeit, wurde reizbarer und zog sich zurück.

Bin ich nur paranoid? überlegte Anneliese.

Lena hingegen arbeitete jetzt wie eine Schachspielerin. Früher war sie verschmust und ruhig, doch nach einer Fehlgeburt, die sie im Krankenhaus beenden musste, kam die Wendung. Sie kam zurück, schenkte Klaus kleine Aufmerksamkeiten, die nie weitergingen als ein harmloses Kompliment im Flur.

Doch bald verwandelte sie sich in einen Sturm, riss das Vertrauen aus den Fundamenten von Klaus und Anneliese heraus. Sie traf den Mann zufällig im Supermarkt von Berlin, obwohl sie in einem anderen Bezirk wohnte, und später ging sie ins gleiche Fitnessstudio wie Klaus. Immer wieder mischte sie sich in seine Telefonate ein: Du bist süß wie ein Kätzchen oder Ich habe dir Kaffee gemacht, warum kommst du nicht vorbei?

Eines Abends organisierte Lena ein zufälliges Treffen vor dem Haus von Klaus und Anneliese.

Klaus, hilf mir bitte, ich komme zu einer Freundin im Nachbarhaus, aber sie nimmt nicht ran. Mein Handy hat nur noch 2% Akku, ich fürchte, ich kriege kein Taxi. Du bist doch zu Hause, oder?, flüsterte sie mit Engelsstimme aus einer neuen Nummer.

Anneliese zuckte die Schultern, weil sie nicht wollte, dass ein Fremder im Dunkeln zurückgelassen wird, doch sie beobachtete alles aus dem Fenster.

Lena sah Klaus aus dem Treppenhaus hervortreten, stürzte sich auf ihn, umarmte ihn fest das reichte Anneliese, um zu merken, dass etwas nicht stimmte.

Noch in derselben Nacht bekam Klaus eine Nachricht:

Danke, dass du gekommen bist, sonst hätte dich jemand verfolgt. Morgen wie besprochen, aber ich komme 30Minuten zu spät.

Klaus du wolltest doch morgen zu deinem Freund? murmelte Anneliese fassungslos.

Sie schrieb sofort zurück:

Wir reden morgen früh. Ich schlafe noch. Ich rufe dich an.

Kurz darauf kam Lenas Antwort: Hab dich verstanden, warte auf deinen Anruf. Du weißt, ich bin immer da!

Anneliese war völlig überwältigt und entschied am nächsten Morgen, für ein paar Tage bei ihrer Schwester in München zu wohnen, um klarzukommen.

Klaus wachte eines Morgens vom Klingeln der Schlüssel auf, schnappte nach seinem Handy und rannte zur Tür, um Anneliese aufzuhalten, doch sie war bereits weg. Er stand wie ein gehetztes Tier im Flur, weil die Situation völlig absurd geworden war.

Anneliese nahm keine Anrufe an, ihre Schwester bat Klaus, sie erst einmal nicht zu stören.

Die Tage zogen sich endlos hin, Klaus fühlte sich verloren. Er wusste, er musste etwas tun, um seine Unschuld zu beweisen und das Vertrauen seiner Frau zurückzugewinnen.

Nach einer Woche rief er die Schwester an und bat um ein Treffen.

Anneliese, bitte gib mir eine Chance. Ich habe etwas, das alles verändern kann. Nach diesem Treffen entscheidest du, ob wir zusammenbleiben oder getrennte Wege gehen.

Nach langem Hin und Her stimmte sie zu.

Sie fuhren schweigend, Klaus hielt den Blick auf die Straße, während Anneliese aus dem Fenster die graue Berliner Landschaft betrachtete.

Anneliese, ich muss dich um etwas bitten, sagte Klaus, als sie vor einem unscheinbaren Wohnhaus hielten. Ich will dir die Augen verbinden. Wir müssen ein Stück laufen. Bitte vertrau mir.

Sie sah skeptisch, nickte aber. Klaus führte sie vorsichtig, hielt ihr den Ellbogen. Sie betraten ein altes Gebäude, und ein Geruch von Farbe stieg ihnen in die Nase.

Sind wir auf einer Baustelle? fragte Anneliese leicht angespannt.

Nicht ganz

Klaus löste die Binde, und ein schwaches Licht erhellte die alte Schulsporthalle genau dort, wo ihre Geschichte einst begann.

In der Mitte stand ein Kranz aus weißen Lilien auf einer Bank.

Weißt du, wann ich gemerkt habe, dass ich dich liebe? flüsterte Klaus.

Anneliese schwieg, erhöhte die Blicke zu den hohen Decken.

Nicht damals beim Abschlussball.

Dann wann?

Ich kam in die zehnte Klasse, erinnerst du dich? Ich verpasste ein paar Tage und landete sofort im Sportunterricht. Ich kam allein rein, und dann sah ich dich in der Ecke, du hattest einen Haarzopf, aus dem nasse Locken sprangen, du hast beim Volleyball gelacht. Dein Lachen war ansteckend in diesem Moment wusste ich, ich will dich für immer.

Klaus erzählte, wie er monatelang Mut sammelte, um sie zum Sportplatz zu fragen, und wie er jeden Tag dankte, dass das Schicksal ihn genau dort hinführte.

Ich habe dich nie betrogen, hauchte er und nahm ihre Hände. Eine Träne lief über ihre Wange. Sie sah ihm in die Augen und spürte dieselbe Aufrichtigkeit wie vor vielen Jahren.

Ich würde alles geben den Job kündigen, Lena vom Arbeitsplatz holen, sogar die Stadt wechseln, nur damit du mir glaubst.

Sie standen in der alten Sporthalle, wo alles begann, und merkten: Wahre Liebe lässt sich nicht so leicht zerstören, egal welchen Sturm man durchsteht.

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Homy
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