– Wie kann das sein – er ist erkältet? In welchem Zustand ist er? – rief die Schwiegermutter erschrocken. – Im Schlaf. Nichts Besonderes, die Temperatur ist nur leicht erhöht, alles in Ordnung, der Winter hat begonnen. – Das ist nicht nur Winter! Das liegt an deinem Job, du bringst ständig Sachen von der Kasse nach Hause! Wie oft habe ich dir gesagt – wechsel den Job!

Hey, du ich muss dir erzählen, was heute bei uns zu Hause passiert ist.

Wie kann das sein er ist erkältet? In welchem Zustand liegt er? keuchte meine Schwiegermutter, Frau Brigitte, ganz überrascht. Er liegt im Bett. Nur ein bisschen Fieber, alles ist in Ordnung, der Winter hat gerade erst begonnen.

Das ist nicht einfach nur Winter! Das ist dein Job, du bringst immer so viele Sachen von deiner Kasse nach Hause! Wie oft sag ich dir wechsel den Job!

Heike schlief noch, als plötzlich ein lautes Geräusch die Wohnung erschütterte die Haustür wurde aufgerissen! Sie wischte sich die Augen, schaute auf die Uhr und stellte fest: Es war erst 8Uhr morgens.

Klaus, mein Schatz, bist du das? fragte Heike verwundert und lauschte nach weiteren Geräuschen.

Es kam keine Antwort. Stattdessen hörte sie, wie jemand die Badezimmertür öffnete und dann wieder schloss.

Heike warf hastig ihren Bademantel über die Schultern, schlüpfte barfuß ins Bad und öffnete die Tür. Dort stand Klaus, direkt vor dem Spiegel, und streckte die Zunge heraus, als würde er sie bewundern.

Heike, stimmt es, dass man bei einer Erkältung eine weiße Zunge bekommt? fragte er neugierig.

Und du bist jetzt erkältet? schnarchte Heike halb verschlafen.

Sieht wohl so aus, meinte Klaus und berührte besorgt seine Stirn. Ich brauche ein Thermometer. Wo ist das? Lass mich mich hinlegen. Ich habe sogar frei vom Dienst bekommen. Der Arzt muss wohl kommen.

Heike holte das Thermometer, prüfte die Temperatur 37,2°C. Der Winter war da, Klaus legte sich ins Bett. Eine Ärztin kam nach einer Stunde, stellte eine Krankschreibung aus.

Heike griff zum Handy und rief ihre Mutter an:

Mama, könntest du Lukas von der Kita abholen? Er darf nicht nach Hause kommen, Klaus ist erkältet.

Ihre Mutter war sofort begeistert sie liebte ihren Enkel, lebte allein und Lukas war ihr Sonnenschein.

Und was ist mit Klaus? Ist das ernst? fragte die Mutter besorgt.

Nichts Besonderes. Die Ärztin hat Krankschreibung und ein paar Maßnahmen verordnet, wir ruhen uns aus.

Wie geht es dir? hakte die Mutter nach.

Mir gehts gut! Ich habe heute noch eine zweite Schicht, bitte sag meiner Schwiegermutter, sie soll abends vorbeikommen und nach Klaus sehen.

So war die ganze Woche die zweite Schicht dran.

Jetzt musste ein leichter Hühnersuppe aus Brühe gekostet werden, also ging Heike schnell noch zum Supermarkt neben der Apotheke, zog tiefgefrorene Hähnchenschenkel aus dem Gefrierschrank, kaufte Karotten und Kartoffeln.

In der Apotheke holte sie alles, was sie brauchte, und am Mittag weckte sie Klaus.

Klaus, steh auf und iss die Suppe, zog Heike ihm an der Schulter.

Klaus setzte sich mühsam auf das Bett.

Mir wird schlecht! Kann ich die Suppe ins Bett bringen? Ich schaffe die Küche nicht.

Ist das wirklich so schlimm? Na gut, ich bring sie dir. Dann misst du später wieder die Temperatur.

Er trank die Suppe, maß erneut immer noch 37,2°C. Heike gab ihm ein paar Tabletten. Klaus drehte das Gesicht zur Wand und schlief sofort wieder ein. Gott sei Dank!

In unserer Familie bekommt Klaus das volle Krankengeld, aber Heike hat es mit dem Geld im Laden nicht so leicht. Und weil wir Kredite haben, kann sie sich nicht einfach auskurieren lassen. Also rief sie wieder die Schwiegermutter an:

Frau Brigitte, Klaus ist erkältet. Bitte achten Sie heute Abend auf ihn. Wir haben am Abend viele Kunden, ich kann ihn nicht erreichen.

Wie kann das sein er ist erkältet? In welchem Zustand liegt er? keuchte Frau Brigitte erneut.

Er liegt im Bett. Nur ein bisschen Fieber, alles gut, der Winter hat begonnen.

Das ist nicht nur Winter! Das ist dein Job, du bringst immer alles vom Kassenbereich nach Hause! Wie oft sag ich dir wechsel den Job!

Frau Brigitte, ich bin nicht schwach! Und Sie sagten doch selbst, Klaus konnte schon als Kind sofort hinlegen.

Um das Gespräch nicht weiter auszudehnen, schnitt Heike schnell ab. Frau Brigitte liebte es, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, und kam wahrscheinlich noch in einer Stunde vorbei. Heike dachte nur: Na gut, lass sie schauen, ich muss jetzt sowieso zur Arbeit.

Und tatsächlich, die Schwiegermutter kam mit Kisten voller Kräuter für den Sohn, weil das ja nicht schaden könne. Sie schimpfte, während sie Klaus nasse Unterwäsche wechselte:

Sieh nur, wie du in deinem nassen Shirt liegst, das verschlimmert die Erkältung nur.

Frau Brigitte, er hat ja bereits geschlafen, was hätte ich anders machen können?

Heike ging zur Arbeit. Nach ein paar Stunden fühlte sie sich schwach also war auch sie schwach, aber das durfte man nicht zeigen, musste trotzdem die Schicht beenden. Am Abend stellte sie fest, dass ihre Temperatur höher war als die von Klaus. Sie wollte sich bei ihm beschweren, doch er war mit seinem Handy beschäftigt.

Mir ist kalt und ich schlottere. Mama hat mir Tee mit Himbeeren und Honig gebracht, das hilft ein bisschen, aber bis nachts geht es wieder nicht.

Weißt du, mir geht’s auch nicht gut

Dann nimm etwas, bitte, sagte Klaus und ließ erneut einen Blick auf seine helle Zunge im Spiegel fallen.

Ja, ich darf nicht krank werden! Und ich kann mich niemandem anvertrauen meine Mutter würde jede fünf Minuten anrufen, meine Schwiegermutter würde mich beschuldigen, und Klaus würde einfach weiterziehen.

Die Entscheidung war also, still die Tabletten zu nehmen und weiter zur Arbeit zu gehen. Die Kredite verschwinden nicht von allein.

Die ganze Woche hing Klaus mit seiner Schwäche herum, und es schien, als gäbe es niemanden, der schlimmer dran war obwohl das Thermometer immer exakt 37°C zeigte, klagte er ständig über Unwohlsein.

Die Schwiegermutter kam regelmäßig mit ihren Aufgüssen und Tinkturen vorbei. Heike hatte am liebsten nichts mehr mit ihr zu tun. Klaus bemerkte kaum etwas er schlief mal vor dem Fernseher, mal vor dem Handy. Wenn er nach Hause kam, maß Heike die Temperatur, und erst am vierten Tag war alles wieder normal.

Die Schwäche blieb, aber wir kamen damit klar. Klaus lag lange im Bett und verlangte Essen ins Bett, regelmäßige Temperaturmessungen und ein Glas Wasser.

Die Schwiegermutter meinte, Klaus sei schon immer schwach gewesen, aber jetzt, nach fünf Jahren Ehe, sei das erstmalige Erkältungs-Drama unerträglich.

Er kämpfte sich durch die leichte Schwäche, beschwerte sich ständig über sein Unwohlsein.

Nächste Woche wurde er wieder entlassen. Lukas wurde nach Hause gebracht. Morgen geht Klaus wieder zur Arbeit.

Beim abendlichen Tee erzählte er:

Als Kind war alles viel leichter, jetzt erlebe ich das hier, du hast keine Ahnung!

Und was ist daran so besonders? Warum konntest du das nicht einfach durchstehen?

Du würdest es verstehen, wenn du in meiner Lage wärst! Leicht zu reden, wenn man selbst gesund ist.

Doch das war ich auch! Ich habe das alles schon erlebt, du hast es nur nicht bemerkt.

Klaus sah skeptisch zu Heike, grinste dann verschmitzt, als wolle er ihr einen Streich spielen:

Scherz, oder? Na gut, lass uns schlafen gehen!

Heike seufzte traurig ja, er hat es wirklich nicht bemerkt

Aber irgendwie ist das ja das Leben, nicht? Eine Frau, die selbst Kinder geboren hat, kann im Prinzip nur annähernd verstehen, was ihr Mann bei 37°C für ein bisschen Fieber fühlt.

So, das wars von meiner Seite. Hoffe, du hast ein bisschen gelacht! Bis bald.

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Homy
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– Wie kann das sein – er ist erkältet? In welchem Zustand ist er? – rief die Schwiegermutter erschrocken. – Im Schlaf. Nichts Besonderes, die Temperatur ist nur leicht erhöht, alles in Ordnung, der Winter hat begonnen. – Das ist nicht nur Winter! Das liegt an deinem Job, du bringst ständig Sachen von der Kasse nach Hause! Wie oft habe ich dir gesagt – wechsel den Job!
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