Unvollkommenes Date
Sie schlenderten langsam die Königsstraße entlang, flankiert von hohen, grauen Laternen mit wirbelnden Ornamenten am Kopf wie Zinnsoldaten träumten sie sich in den Himmel. Gelblich-weiße Flecken vom Lampenlicht tupften Vanille auf den festgefahrenen Schnee, der diesen frostigen Abend scheinbar mit Wärme überspannte; es war beinahe wie Weihnachten, obwohl Silvester schon lange vorbei war, der Februar aber noch tief in den Knochen steckte. Ein Straßenbahnzug fuhr vorbei, Funken zischten röhrend am Stromabnehmer; Luise blickte verzückt, wie winzige rote Lichtpunkte aufflackerten und gleich wieder im schwarzen Himmel verpufften.
Bernhard führte sie am Arm, schweigend, wie immer wortkarg. Sie verstanden sich trotzdem ein halber Blick, ein halbes Lächeln, genügten nach zwanzig gemeinsamen Ehejahren, zwei Kindern und diesem festen Band, das eher wie ein handgewobenes Seil wirkte.
Ein solcher Abendspaziergang war selten geblieben, seit die Kinder größer wurden und die Arbeit sie mit weiten Aktenbergen spät abends entließ. Aber heute, heute hatte Bernhard sogar angerufen, sie zu einem Rendezvous eingeladen.
Was?, hatte Luise gelächelt, Du lädst mich wirklich zu einem Date ein? Bernhard, ich habe doch noch meinen Uni-Pulli an, kein bisschen zurechtgemacht
Lui!, krächzte seine Stimme tief durchs Telefon die Stimme, die sie immer schon zum Schmelzen brachte, am Telefon besonders verlockend. Lass uns nicht lange reden! So wie du bist, gehen wir. Um sechs an der Friedrichstraße.
Sie nickte, flüsterte ihm ein Ich liebe dich.
Sie liebte ihn. Es fühlte sich anders an als damals, aber nicht weniger kraftvoll. Kein loderndes Feuer mehr, sondern diese beruhigende Gewissheit, dass DER Mensch an deiner Seite ist. Nur deiner.
Am Ausgang der U-Bahn lärmten ein paar verkleidete Teenies; einer trug eine spitze Narrenkappe, ein Mädchen mit aufgemalter Sommersprosse wirbelte gekonnt einen Hut für Spenden durch die Menge.
Bernhard, an eine Säule gelehnt, durchschaute die Szene, erst wehrte er das Mädchen ab, kramte dann aber doch einen Zehn-Euro-Schein heraus und drückte ihn ihr in die Hand.
Danke! lächelte sie.
Sie erinnerte Bernhard an ihre Tochter Maria; wie alle jungen Frauen sie mit ihrer Jugend versklavten und uns Älteren das Herz aus der Brust rissen.
Seine Tochter war sein Augapfel. Johannes, der große Bruder, war manchmal eifersüchtig, aber Bernhard der konnte nicht anders. Mama verwöhnt dich dafür!, rief Maria kess, zog ihren Bruder auf, bis er schmollend die Schultern zuckte und verschwand.
Noch ein Blick auf die Uhr: Endlich kam Luise aus der U-Bahn-Tür, zupfte die hellgrauen Handschuhe zurecht, ihre geliebten, gestrickten.
Hallo! winkte Bernhard, bahnte sich den Weg durch das Gedränge, wurde gestupst und stupste zurück; der abendliche Pendlerkampf auf Berliner Pflaster.
Guten Abend, stellte sich Luise auf die Zehenspitzen und küsste kühl seine Wange. Sorry, an der Uni ging alles drunter und drüber, morgen ist Kontrolle, und sämtliche Kursunterlagen sind verschollen! Stell dir vor ganze Seminarmappen! Die Sekretärin Nadine hat sie übergossen, versteckt, aus Angst vor Ärger
Bernhard nickte, murmelte zustimmend, gab die üblichen Laute von sich.
Und bei dir, alles klar? fragte Luise schließlich.
Was soll schon sein, Lui! Gib her die Tasche.
Luise schleppte grundsätzlich Riesentaschen, gefüllt mit Skripten, Magazinen, Prüfungsarbeiten. Bernhard runzelte die Stirn: Schon wieder Steine gesammelt?! Die Arbeit bleibt gefälligst im Büro! Wann lernst du das endlich…
Es war eine rhetorische Frage. Sie seufzte nur, schmiegte sich dichter an ihn.
Sie schwiegen, betrachteten Schaufenster, funkelnde Lichterketten, Schneemänner, Krähen, die Tüten durchwühlten.
Auf einer Bank bot ein Maler Acrylbilder an, bunte Nordseelandschaften leuchteten im Schnee wie Bonbons. Luise prüfte eine Miniatur: Muscheln am Meeresrand, untergehende Sonne.
Zehn! Aber für Sie fünf, raunte der Künstler, mitten im Kragen versteckt.
Sie blickte ihren Mann fragend an. Er nickte. Keine Blumen heute, aber dafür dieses Bild.
Das Bild verschwand in Luises Riesentasche, sorgfältig verpackt.
Wollen wir rein? Bernhard nickte zu einem kleinen Restaurant im Erdgeschoss eines alten Hauses; bunte Lichter tauchten den Eingang in ein verlockendes Kaleidoskop. Du wolltest doch mal wieder ausgehen. Und außerdem wird’s Zeit fürs Abendbrot.
Sie zuckte mit den Schultern. Heute musste man nicht nach Hause hetzen; Johannes hatte Probe in der Uni, Maria wollte mit einer Freundin schwimmen gehen, würde also spät kommen
Na los! Luise grinste. Ewig nicht mehr ausgegangen!
Bernhard hakte sie unter, half ihr über die vereisten Stufen, öffnete ritterlich die Tür.
Im Halbdunkel des Vorraums stand ein höflicher, nervöser Junge, nahm Mäntel entgegen und stammelte: Willkommen Es freut uns unser Restaurant ist eines der besten im Viertel
Seine Hände zitterten leicht, die Stimme schwamm. Sein Blick huschte immer wieder zu einem schwerfälligen, verschwitzten Mann im Eck dem Besitzer der mit seinem Taschentuch das Gesicht eintönig abtupfte. Der Junge musste Eindruck machen oder er würde verschwinden wie all die anderen Aushilfen zuvor.
Felix? flüsterte Luise überrascht, als sie das Gesicht erkannte. Ihr Student. Talentiert, etwas weltfremd, aber solche werden oft große Wissenschaftler. Felix, der Mikrobiologe, fast schon übertrieben neugierig, immer aufgeregt auf der Suche nach Antworten, und heute im Restaurant? Im Duft von Sauerkraut und Bratwurst?
Felix sah verlegen weg, drückte ihnen die Garderobenmarken in die Hand.
Haben Sie reserviert? tönte seine Stimme stark, dann leise: Frau Dr. Vogt, ich bleibe trotzdem ein guter Student! Wir brauchen nur das Geld, meine Mutter und ich
Sie zwinkerte ihm zu. Der Junge lief rot an.
Ja, auf Schmidt reserviert, murmelte Bernhard. Aus dem Eck hustete jemand. Felix ließ die Speisekarten fallen, raffte sie eilig auf.
Natürlich. Zwei Personen? nickte Felix.
Ja, zwei, knurrte Bernhard hungrig. Er wollte nur noch sitzen und bestellen; die Gerüche machten ihn nervös, draußen begann Nieselregen und außerdem, im Restaurant durfte auch unter der Woche ein kleiner Schnaps bestellt werden, ohne mütterlichen Blick.
Können wir das etwas beschleunigen? drängte Bernhard. Meine Nerven
Felix wies durch einen Torbogen zu gemütlichen Tischen mit Kerzen. Weiches Licht fiel von Blumenluster, Rüstungen glänzten an den Wänden.
Nettes Ambiente, nickte Bernhard. Und, Lui, gefällt’s dir?
Luise warf Felix einen Blick zu. Am Tisch an der Wand, wo zwei Löwen auf einem Wappenschild im Kerzenflackern rangen, setzten sie sich. Sie legte ihren Pullover ab, zwirbelte an ihrer neuen Kurzhaarfrisur; Maria gefiel sie, Johannes hatte es glatt übersehen, Bernhard wusste noch nicht, was er davon halten sollte. Sie selbst war unsicher, ob der stufige Bob statt der langen Haare wirklich eine Verbesserung war. Tante Ilse hatte immer gesagt: Je älter die Dame, desto kürzer das Haar. Luise wollte nicht wie Ilse im Jungschnitt enden, ihr Bob war ein Kompromiss.
Sie lächelte, als Bernhard ins Menü blickte.
Bernie schön, mit dir hier zu sein, findest du nicht?
Hm? Ja Wie lange backen die wohl die Schweinshaxe? Sollen wir nach Hause? Selbstgemachte Maultaschen, das wär doch was!
Nein, wir sind schon hier, sie bringen gleich was, beschloss Luise, winkte dem Kellner und gab die Bestellung auf.
Und ein Korn dazu, warf Bernhard ein, ließ vor Nervosität den Salzstreuer umfallen.
Für mich auch!, grinste Luise, sah, dass etwas nicht stimmte. Ihr Mann war abgelenkt.
Der Kellner verschwand. Bernhard begann über Maria zu reden, über Johannes, über Luises Erziehungsmethoden, alles etwas ungeordnet, wie um von seiner Unruhe abzulenken.
Sie legte die Hand auf seine: Was ist los?
Er zuckte nur die Schultern. In diesem Moment piepste eine Stimme hinter ihr:
Na sowas, wer da bei uns speist! Die Bildungselite Berlins, ich fass es nicht! Luise fast nicht erkannt! Bisschen zugelegt, oder? Hormone? Ach, sag nichts. Alter verschönert die wenigsten
Wie aus dem Nichts setzte sich eine drahtige Frau an ihren Tisch, gebräunt, Mini-Kleid, kniehohe Lederschuhe, gleißender Schmuck.
Frauke?! Frauke Becker? Du?, stotterte Bernhard, sprang unwillkürlich auf.
Natürlich ich. Gut erkannt. Ich halte mich fit Ernährung, Yoga, kein Schnickschnack. Ich geb dir die Karte meiner Ernährungsberaterin. Naja, ist teuer…
Auch schön, dich zu sehen, Frauke, sagte Luise mit eisiger Miene. Ihr Gesicht erstarrte.
Bist du allein?, fragte sie betont freundlich.
Allein? Ich leite das Restaurant! Gehört mir, naja, eigentlich dem Gatten, aber ich manage es. Manchmal mische ich mich unter die Gäste. Übrigens, Bernhard, noch immer so süß! Aber die Augen… so traurig bei Männern mitten im Leben. Los, wir trinken was!, Frauke winkte dem Ober, raunte ihm etwas zu, er nickte, verschwand. Das wird ein Abend! Bernhard, wir kennen uns doch… hach…
Sie legte Bernhard die Hand auf. Er zog sie weg.
Sie alle waren auf dieselbe Schule gegangen. Frauke Becki war erst im letzten Gymnasialjahr angekommen, Tochter eines Offiziers; stolzierte herum, viel hübscher als alle Mädchen dort. Die Jungs himmelten sie an, sie spielte mit ihnen, stichelte, intrigierte, hetzte nur Bernhard hatte nie gebuckelt. Das hatte ihren Zorn geweckt.
Auf dem Abschlussball hatte sie Luise ins Ohr gebrüllt: Rechne nicht damit, dass alles so bleibt, Luise. Wenn ich will, krieg ich jeden.”
Luise konnte nie Paroli bieten. Aber Bernhard war geblieben. Frauke zog es ins Ausland.
Eher zwanzig Jahre, ja, murmelte Bernhard.
Der Ober servierte Schnäpse, Brot, sauer eingelegte Heringe.
Und, wie läufts? Kinder?, fragte Frauke.
Ja, zwei wundervolle Kinder, antwortete Luise. Und eigentlich… wollten wir zu zweit bleiben heute.
Schön. Deine Uni-Karriere läuft noch? Pistill und Stempel?
Luise seufzte: Es ist Mikrobiologie. Aber lass mal, interessiert dich eh nicht. Bernhard, gehen wir? Ich will Maria ihr Kleid nähen
Ach, bleibt!, forderte Frauke, Man isst hier nirgends besser. Ihr habt eh keine Zeit für aufwendiges Kochen, stimmts? Kommt, ein Prost!
Sie reichte die Gläser. Auf unser Wiedersehen! Und die besten Desserts Berlins aber selbst deine Torten, Bernhard, damals im Urlaub an der Ostsee Die waren göttlich! Erinnerst du dich?
Luise zog eine Braue hoch, Bernhard schüttelte hastig den Kopf.
Frauke genoss die Aufmerksamkeit, taumelte schon. Du erinnerst dich nicht? Na, macht nichts, Männer vergessen so viel. Ich weiß noch, wie du…
Frauke, lass gut sein. Wie läufts bei dir? Familie?
Familie? Sie lachte laut, zog eine rote Locke durch die Finger. Kinder wären Gift für meine Figur! Mein Mann betreibt einige Restaurants. Dies hier, meins. Nur der Junge draußen, dieser Felix tollpatschig, peinlich! Habt ihr den gesehen? Der kann ja nichts!
Luise legte spöttisch nach: Hat wohl deine verblühende Schönheit nicht erkannt?
Ich werde nie verblühen, Luise. Aber du solltest mal was ändern Mit der Kurzhaarfrisur und dein Kostüm! Studierende nennen dich sicher ‘Tristesse Total
Bernhard funkte dazwischen: Frauke, mal ehrlich, jetzt reichts!
Sorry! Ich quassle zu viel Winterdepression eben! Ach, jetzt kommt das warme Essen.
Während sie wieder an seinen Arm griff und dann verschwand, fernab ihres Tisches, atmete Luise tief durch.
Bernhard, lass uns abhauen, wir machen uns einen schönen Abend zu Hause!
Er wollte gerade antworten, da klingelte Marias Handy: Papa, seid ihr im Restaurant? Hab Hunger, komm gleich! Wenn ich keinen Elefanten bekomme, verhungere ich!
Wir wollten eigentlich gehen
Was ist los?, fragte Luise.
Nichts, Maria will kommen. Sollen wir auf sie warten? Fragt, obs gegrillten Elefanten gibt
Warten wir. Lass sie nicht verhungern.
Warum habe ich dich bloß eingeladen?, seufzte Bernhard. Rang, Bewertungen, alles… jetzt das!
Ach was, den Kopf nicht hängen lassen. Maria kommt gleich, dann wirds schön.
Luise freute sich insgeheim, dass er für sie plante, dass solche Abende überhaupt stattfanden. Bernhard war kein Romantiker, alles stets schlicht, geradeheraus, selten Blumen, wenige Worte, aber das machte es wertvoll.
Irgendwo lachte Maria, das Handy an der Wange, dann kam sie hereingestürmt, küsste die Mutter, sprang ihrem Vater an den Hals, schwatzte pausenlos über das Schwimmbad, ihre Freundin und den Bärenhunger, der bald mit Leberknödeln und Kartoffelpüree gestillt wurde. Gleich darauf platzte Johannes dazu, Felix hetzte nervös hinterher weil Frauke ihn soeben gefeuert hatte.
Felix, den Kopf gesenkt, verließ das Restaurant. Nutzlos. Unbrauchbar. So dachte er.
Luise lächelte Maria an, tätschelte Johannes die Hand, warf Frauke keinen Blick mehr zu.
Bernhard hat mir längst alles erzählt über die Reise, Frauke. Wir haben keine Geheimnisse. Übrigens: Du schnarchst fürchterlich, das hat ihn erschreckt, zuckte sie mit den Schultern. Maria, Johannes schön, dass ihr da seid.
Frauke starrte sie fassungslos an, fand keine Antwort und drehte sich weg.
Mama, wer war denn die?, fragte Maria. Warum ist sie so komisch?
Restaurantchefin, Liebes. Nicht auf einen Ansturm vorbereitet.
Bernhard setzte sich scheu. Was nun? Sie wusste alles, sie würde ihn hassen dabei war das alles ewig her, ein Fehler in betrunkenen Nächten
Doch während die Eltern grübelten, lachten die Kinder, neckten einander, verdrängten das Gestern.
Luise schloss die Augen, öffnete sie, warf einen Blick auf ihre Familie und spürte plötzlich: Ja, sie liebte sie alle Bernhard eingeschlossen, trotz aller Fehler.
Er hatte sie in allen Facetten erlebt, hatte trösten können, in schweren Zeiten, als sie um ihre Mutter trauerte oder um die Angst um Maria. Alles im Haus hatte seine Hände berührt wusste, wann sie kam, empfing sie, wurde nicht müde.
Wie vertrauen? Doch warum nicht? Wer wollte diesen Bernhard außer ihr?
Luise trank einen Schluck Wein, blickte zu ihm, fing seinen Blick auf, einen traurigen Bernhard-Terrier-Blick.
Man könnte sich scheiden lassen, ums Vermögen streiten, doch dann? Wem bringt das Glück?
Frauke beobachtete sie aus dem Schatten. Diese Familie lachte immer noch; als Bernhard zahlte, Luise half ins Mäntelchen, hätte sie beinahe dazwischenfunken wollen, aber wieder brüllte der Besitzer aus seinem Kabuff.
Frauke! Fleisch! Sofort!, klang es. Sie nickte fügsam, schleppte die Teller. Einst war sie Kellnerin, trug fünf Teller auf einmal.
Sei froh! Was willst du noch?, brummte ihr Mann, packte sie am Ellenbogen.
Sie flüsterte: Alois, ich will Kinder. Wirklich!
Er lachte laut. Kinder? In dem Alter? Gieß mir Tee ein, mach keine Szene!
Sie gehorchte, goss Tee, faltete brav ihre Hände.
Dumm, trostlos, bitter. Bald fliegt sie nach Nizza, verschwendet Alois’ Geld, lacht silbern, winkt mit rotgelocktem Haarschopf Kinder und die Mühe will sie nicht. Lieber Geld, als Bernhard und seine arme Liebe.
Was flennst du? Ich hasse das! Tanz, lach, sei froh!, donnerte Alois.
Frauke sprang auf, drehte sich wie eine Spieluhr. Glücklich? Nur im Glanz der Anderen.
Da draußen stapften Bernhard und Luise, Arm in Arm, die schlafende Allee entlang. Johannes und Maria rannten vor, warfen Schneebälle, kreischten, holten Felix in ihren Kreis, bis er unsicher, dann lächelnd, mittanzte. Vielleicht schrieb er sich nun bei Luise ein, vielleicht ging er ins Labor die Arbeit wurde ihm ja gekündigt, das Schicksal spielt sowieso verrückt.
Kannst du mir verzeihen?, fragte Bernhard leise endlich.
Luise zuckte mit den Achseln: Worauf willst du hinaus? Es zählt, wer bleibt, nicht wer kommt.
Er nickte, rückte an ihrer Tasche, drehte sie zu sich, küsste sie nicht nur so einen Hauch, sondern mit Sinn. Wie beim ersten Date.
Danke, Lui, hauchte er, für uns beide. Für unsere Kinder. Für dich, die Beste besser als jede perfekte Frau.
Luise lächelte. Gut, die Beste zu sein, auch wenn man es gar nicht ist. Das reicht, um eine Göttin zu sein.
Und die Vergangenheit? Die bleibt irgendwo an einer stürmischen Ostseepromenade vom Regen längst weggespült.





