Dasha kommt überraschend früher nach Hause und bringt Leckereien ihrer Eltern mit. Sie möchte ihren Mann überraschen, doch statt einer herzlichen Begrüßung schickt Johannes seine Frau in den Supermarkt. Die Folgen sind unerwartet.

Also, stell dir mal vor Franziska kam viel früher als geplant nach Hause, vollgepackt mit Leckereien von ihren Eltern du weißt ja, Marmelade, hausgemachter Leberkäse, ein paar pralle Äpfel. Sie wollte ihren Mann, Tobias, überraschen und sich riesig freuen, endlich wieder bei ihm zu sein. Statt einer herzlichen Begrüßung schickte er sie allerdings erstmal einkaufen. Die Folgen? Die konntest du dir nicht ausdenken.

Ihre Schulter wurde von der schweren Tasche so runtergezogen, dass sie sich unwillkürlich ein enttäuschtes Aua! entrang. Ihr Rücken tat eh dauernd weh schon seit zwei Monaten ihr ständiger Begleiter, grad jetzt im sechsten Monat schwanger sein. Vorsichtig stellte sie die Tüten auf den rissigen Bordstein an der Haltestelle ab.

Franzi atmete tief durch. Ihr Kleiner im Bauch motzte auch gleich los. Sechs Monate schwanger und dann kommt man auf die brillante Idee, den Mann zu überraschen und fährt drei Tage eher heim als ausgemacht. Die letzten hundert Kilometer im Bus war sie so hibbelig, dass sie buchstäblich jeden Strommast gezählt hat.

Was Tobias wohl gerade macht? Wahrscheinlich ahnt er keine Spur, dass sie schon im Münchner Westen steht, keine zehn Minuten zu Fuß bis zur Wohnung. Der Weg bis zum Haus zog sich, und die Taschen voller Geschenke von Mama Marmeladengläser, Leberkäse, Äpfel wogen gefühlt eine Tonne.

Nach fünfzig Metern musste sie kapitulieren. Ihr Rücken machte jetzt schon dicht.

Also zückte sie ihr Handy und rief ihn an:

Hi Tobi, hauchte sie tapfer, als er endlich ranging.

Franzi? Was ist denn los? Alles okay?, kams total verdattert zurück.

Ach, es ist nix. Ich bin schon da! Steh grad vor unserem Haus, an der Haltestelle. Kannst du kurz rauskommen? Die Taschen Mama hats wirklich gut gemeint die sind schwer wie Blei

Stille. So eine richtig komische Pause. Franzi checkte das Display, ob er vielleicht aufgelegt hatte.

Du du bist schon da? Jetzt? Aber warum sagst du nichts? Wir waren doch für Donnerstag verabredet!

War eine Überraschung, brummelte sie und biss sich auf die Lippe. Freust du dich denn gar nicht? Ich bin echt fertig. Kommst du bitte?

Moment!, polterte er los. Geh noch nicht hoch. Also, geh ruhig, aber Franzi, es sieht aus wie Sau bei uns. Ich hab gestern alles leer gegessen. Pass auf: geh doch schnell in den Rewe um die Ecke. Kauf Rinderbraten, so richtig gutes Fleisch. Ich hab heute spontan frei genommen, wollte deine Rückkehr richtig schön machen. Ich will dir Mittagessen kochen!

Tobias, ehrlich Rinderbraten? Ich steh schwanger und abgekämpft mit zwei Riesentüten am Straßenrand! Mein Rücken explodiert gleich und du schickst mich zum Metzger? Kartoffeln sind auch daheim.

Ach Franzi, versteh mich doch ich will, dass alles perfekt ist! Der Laden ist doch direkt da vorne! Bring etwas Rindfleisch mit, Kartoffeln die bei uns sind schon hinüber und bitte, frag halt jemand, ob er dir hilft. Das kriegst du bestimmt hin, Liebling! Für uns! Ich räum hier alles flott weg.

Franzi schaute auf ihre aufgescheuerten Hände und spürte, wie irgendwas in ihr brodelte.

Sag mal, hast du noch alle Tassen im Schrank?, brachte sie bloß noch raus ihre Stimme vibrierte. Ich soll mit all dem Gepäck jetzt allein noch Fleisch und Kartoffeln holen, weil DU nicht runterkommen kannst?

Ich äh ich mach grad noch sauber. Wenn ich jetzt geh, versaue ich alles! Franzi, tus mir zuliebe. Hol, sagen wir, 800 Gramm Rind, einen kleinen Sack Kartoffeln. Ich bin startklar!

Er legte einfach auf. Sie blieb da stehen, starrte auf das dunkle Display, und wollte am liebsten einfach losheulen. Anstatt einer Umarmung und einem warmen Bett wartet jetzt der nächste Gang im Rewe. Vielleicht plant Tobis ja wirklich irgendwas ganz Besonderes, hoffte sie. Mit einem Seufzer hievte sie sich wieder hoch, zog humpelnd Richtung Laden.

Zwischen den Regalen schob sie langsam den Einkaufswagen, beobachtet von der müden Kassiererin. Das Fleisch war schwer, der Kartoffelsack noch schwerer. Als sie wieder rauskam, spürte sie ihre Hände kaum noch.

Plötzlich klingelte das Handy.

Hast du alles? Die Stimme von Tobi ganz erwartungsvoll.

Ja, presste Franzi heraus. Bin gleich unten vorm Haus. Mach bitte auf.

Warte! Nicht hochgehen! Setz dich kurz auf die Bank. Gib mir zehn Minuten, ok?

Franzi konnte es nicht fassen. Du meinst das nicht ernst, Tobias Zehn Minuten? Ich kann nicht mehr stehen, meine Beine schwellen an!

Der Überraschungseffekt steht auf dem Spiel!, beharrte er. Wenn du jetzt reinkommst, ist alles umsonst! Atem durch, fünf Minuten nur! Sonst schaff ichs nicht!

Sie ließ sich auf die Bank vor ihrem Haus sinken. Die Tüten knallten auf den Boden. Am liebsten hätte sie den blöden Kartoffelsack direkt durchs Fenster im dritten Stock geschmissen.

Zehn Minuten vergehen. Dann zwanzig. Franzi saß da, in ihr kochte alles. Sie fragte sich, was sie da oben wohl erwartet: Ein Meer aus Rosen, Champagner-Frühstück? Ein Streichquartett? Nichts davon wäre es wert, sie nach einer ewiglangen Fahrt im Kalten warten zu lassen.

Fünfunddreißig Minuten später quietscht die Haustür. Tobi springt raus wirr aussehende Haare, umgedrehter Pulli, Schweißperlen an der Stirn.

Ah, da bist du!, sagt er gezwungen fröhlich, greift nach den Einkaufstüten. Warum so mürrisch? Schau dir mal das Wetter an naja, komm, hoch jetzt!

Warum bist du so verschwitzt? Und warum riechst du förmlich nach Putzmitteln?, keuchte Franzi und stemmte sich mit Mühe hoch.

Wirst du gleich sehen! Tobi tänzelte förmlich Richtung Fahrstuhl.

Oben angekommen, öffnete er feierlich die Tür und erwartete wahrscheinlich tosendes Applaus. Franzi betrat den Flur, wurde fast erschlagen vom Geruch nach Scheuermilch und billigem Seebrise-Raumspray.

Sie lugte ins Wohnzimmer, in die Küche, ins Bad: Alles war blitzeblank. Keine Jacken mehr auf den Stühlen, der Teppich noch feucht abgezogen, der Staub von jedem Regalverband. Ihre Keramikfiguren standen verloren in der Ecke.

Na? Wie findest dus?, strahlte Tobi wie frisch polierte Münze.

Das wars?, fragte Franzi mit ganz leiser Stimme.

Wie, das wars?! Ich hab mir hier drei Stunden den Hintern aufgerissen! Alles sauber gemacht selbst UNTERM Sofa! Ich wollte, dass du heimkommst in eine blitzsaubere Wohnung, die du nicht sofort putzen musst, keine Sorge, ich hab mich richtig ins Zeug gelegt damit du Zeit für dich hast!

Tränen stiegen in Franzi auf.

Du hast wegen putzen mich mit meinem Gepäck in den Laden geschickt? Nicht mal abgeholt? Weil du den Boden wischen dachtest, das sei wichtiger?

Ja klar! Tobi hob die Hände. Du schimpfst doch ständig, dass ich nie was mach. Jetzt wollt ichs dir zeigen! Du kamst zu früh, ich war im Stress, musste dich eben ablenken. Und zum Dank jetzt so ein Gesicht!

Franzis Fassung riss, sie schrie los: Mir ist dein geputzter Boden doch egal! Mein Rücken, mein Bauch ich hätte gebraucht, dass du meine Hand nimmst und mich heimbringst! Wie kannst du nur? Ich bin schwanger!

Tobias wurde knallrot, warf das Putzlappen aggressiv ins Becken.

Jetzt geht das wieder los! Einer wälzt sich seit fünf Uhr durch die Wohnung, nur damit du dich freust, bereitet alles vor und du meckerst als erstes! Schau dich doch um, so sauber wars hier nicht mal zur Hochzeit!

Ich wollte aber nicht, dass mir so eine Sauberkeit so teuer kommt! Franzi hatte schon fast keine Luft mehr. Ich habe draußen gefroren, die Tasche getragen! Mir ist schlecht, Tobias! Das ist kein Highlight, das ist purer Stress!

Du verstehst mich einfach nicht, fauchte er und tigerte herum. Andere wären froh ist der Mann fleißig, will auch noch kochen! Aber du willst immer nur meckern und bemitleiden, und ich sitz hier und reiß mir den Hintern auf aber das zählt ja wieder nicht.

Sie vergrub ihr Gesicht in den Händen. Du hast absolut nichts verstanden, schluchzte sie. Dein sauberer Sockel war dir heute wichtiger als mein Wohl.

Jetzt reichts DU bist doch diejenige, die zu früh nach Hause kommt und mir alles durcheinander bringt! Hätte ich Zeit gehabt, wär alles perfekt! Aber nein, du musst unbedingt alles anders machen wollen und jetzt bin ich der Buhmann! Du bist einfach nicht dankbar, Franzi. Gar nicht.

Tür zu. Tobias verschwand schmollend im Schlafzimmer.

Der Kleine boxte in Franzis Bauch und sie sackte auf den Küchenstuhl das blöde Fleisch hatte er auch noch nicht wegräumt. Ihr war übel.

Zehn Minuten später die Küchentür öffnete sich einen Spalt.

Soll ich das Fleisch jetzt kochen? Oder willst du jetzt aus Protest gar nix mehr?, murrte er.

Lass. Ich will einfach schlafen. Und meine Ruhe.

Jo, wie du meinst!, und wieder knallte er die Tür.

Franzi schwankte ins Bad, sah ihr blasses, verweintes Gesicht im Spiegel und dachte an die Busfahrt wie sie noch gehofft hatte, Tobi würde sie umarmen und sagen: Gott sei Dank bist du wieder da. Denkste! Geheule gabs noch genug, als sie aus dem Bad kam und gleich nochmal angepampt wurde.

Sie ging einfach, so wie sie war. Wenigstens hatte sie die Reisetasche noch am Griff. Zurück zu den Eltern.

Alle Schwiegereltern, Schwägerin, der halbe bayerische Stammbaum versuchten, ihr das Ausziehen auszureden. Auch Tobias rief immer wieder an und flehte, sie solle doch zurückkommen, er hätte alles verstanden. Aber für Franzi war klar: So einen Mann will sie nicht. Die Scheidung stand für sie längst fest. Wozu einen Mann, der seinen geputzten Flur über das Wohl seines ungeborenen Kindes stellt?

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Homy
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Dasha kommt überraschend früher nach Hause und bringt Leckereien ihrer Eltern mit. Sie möchte ihren Mann überraschen, doch statt einer herzlichen Begrüßung schickt Johannes seine Frau in den Supermarkt. Die Folgen sind unerwartet.
„Du hast tatsächlich meine Lieblings-Piroggen gebacken!“ — sagte der Ehemann, als er von seiner Geliebten nach Hause zurückkehrte: Doch kaum hatte er einen Bissen genommen, wurde er blass, denn im Inneren des Piroggens erwartete ihn eine unerwartete „Überraschung“ seiner Frau