Sie lachten über ihren billigen Mantel, bis sie die Wahrheit erfuhren

Du, letztens hab ich so eine Geschichte gehört, die dich echt zum Nachdenken bringt. Also, stell dir einen exklusiven Charity-Abend in München vor, so richtig schickimicki, im Marmorsaal eines der teuersten Hotels der Stadt. Alles funkelt, überall klirrt Kristall, die Leute tragen teure Anzüge und funkelnde Kleider.

Da war so eine Ines, sie im goldenen Abendkleid, daneben ihr Freund Thomas, kumpelhaft und mit einem Glas seltener Spätburgunder in der Hand. Die beiden tuschelten und kicherten schon das ganze Event über die anderen Gäste. Aber dann, schlagartig: absolute Stille, als plötzlich eine junge Frau reinkam. Sie hieß Friedrike, trug ein einfaches, sichtlich getragenes beigefarbenes Wollmantelchen und schlichte Ballerinas.

Ines verdrehte regelrecht die Augen, stellte sich Friedrike in den Weg und musterte sie von oben bis unten. Thomas beugte sich rüber und flüsterte extra laut:
Sagen wir mal, hat das Reinigungspersonal heute vergessen, wo der Hintereingang ist?

Ines wurde spitz und meinte hämisch:
Schätzchen, die Suppenküche ist drei Straßen weiter. Du ruinierst echt die Atmosphäre von meinem Abend.

Friedrike schaute ihr ruhig und fest in die Augen. Sie stand ganz gelassen da, und in dieser Ruhe lag irgendwie mehr Klasse und Würde als in all dem Glitzer um sie herum.

Auf einmal kam Herr Brenner, der Leiter des Charity-Fonds, im edlen Anzug im Stechschritt auf die Gruppe zu. Er beachtete Ines und Thomas gar nicht, die schon ein Lächeln aufsetzten, sondern ging schnurstracks auf Friedrike zu, verbeugte sich sogar leicht und sagte:
Frau Schulze! Entschuldigen Sie bitte, Ihr Privatjet war deutlich früher da als gedacht. Der Vertrag für die Übernahme des Konzerns liegt zur Unterschrift bereit.

Du hättest Ines sehen müssen ihr Gesichtsausdruck war Gold wert! Vor Schreck ließ sie ihr Pinot-Glas los, das mit einem Knall auf dem Marmorboden zerschellte.

Friedrike nahm ganz ruhig den Stift vom Assistenten, zog nicht mal den alten Mantel aus, und unterschrieb lässig den Vertrag.

Dann drehte sie sich leise, aber eiskalt zu Ines:
Übrigens, Ines, das ist jetzt nicht mehr deine Party. Ich habe eben dieses Gebäude und auch die Firma deines Mannes übernommen. Deine Atmosphäre passt leider nicht mehr ins neue Konzept. Sicherheitsdienst, können Sie bitte die beiden hinausbegleiten?

Ines und Thomas standen wie angewurzelt, während das Sicherheitspersonal höflich, aber bestimmt, bat, den Saal zu verlassen.

Und weißt du, was die Moral daran ist? Urteile nie über einen Menschen nur nach seiner Kleidung. Hinter einem alten Mantel kann jemand stecken, der morgen vielleicht über dein Leben entscheidet.

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Homy
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Sie lachten über ihren billigen Mantel, bis sie die Wahrheit erfuhren
Nicht seine Ehefrau hat ihn so gemacht, sondern du hast ihn so gemacht.