Danke für meinen Vater
Was hat die Polizei gesagt? fragte ich leise meine Tochter Annika, nachdem meine Frau Gertrud das Telefon auf den Tisch gelegt hatte.
Nichts Gutes, sie griff zum Glas Wasser, nahm ein paar Schlucke. Sie sagten, es sei noch zu früh, Alarm zu schlagen. Mindestens ein Tag müsse vergangen sein. Aber ich spüre es Spüre, dass etwas passiert ist!
*****
Hallo Mama! Ist Papa noch nicht weg? rief Annika, als sie mit einer Schachtel Kuchen in der Hand in die Wohnung stürmte.
Hallo, mein Schatz. Er ist schon weg. Ich habe dir doch erzählt, dass er heute seinen letzten Arbeitstag hat: fünfzigster Geburtstag und offizieller Abschied in den Ruhestand das kann er sich nicht entgehen lassen. Da muss er natürlich hin.
Schade, dachte Annika enttäuscht.
Aber er hat versprochen, zum Mittagessen zurück zu sein.
Dann ist das ja perfekt. Mein Martin sollte bis dahin auch kommen. Die ganze Familie zusammen. Bis dahin decken wir eben zusammen den Tisch, oder?
Natürlich. Hilfst du mir beim Kochen? Allein schaffe ich das kaum. Aber erstmal lass uns Tee trinken. Der Wasserkocher ist gerade fertig. Übrigens ich habe deine Lieblingseclairs da.
Sehr gern!
Meine Frau und Annika saßen in unserer Küche, tranken Tee, aßen Eclairs und unterhielten sich: übers Wetter, die alten Linden im Park und über meinen fünfzigsten Geburtstag.
Eigentlich war alles gut, nur Gertrud bemerkte, dass Annika etwas auf dem Herzen lag. Als würde sie etwas erzählen wollen, aber es nicht wagen.
Da wurde mir selbst beim Gedanken daran seltsam zumute.
Alles in Ordnung bei dir, Kind?
Sieht man mir das an? Annika lächelte verlegen.
Ja Willst du mir etwas sagen?
Ja. Aber keine Sorge, es sind gute Nachrichten.
Dann raus damit.
Wir haben letztes Jahr dieses Gartengrundstück gekauft, weißt du noch? Martin und ich haben beschlossen, euch das zu schenken.
Zu schenken?!
Von ganzem Herzen. Martin hat gerade das Häuschen frisch renoviert, jetzt könnt ihr es die ganze Gartensaison richtig genießen.
Und ihr?
Wir kommen einfach zu Besuch. Zeit, uns selbst darum zu kümmern, fehlt uns ja sowieso sie hielt kurz inne und lächelte geheimnisvoll.
Wieso?
Weil ihr bald Großeltern werdet. In acht Monaten schon.
Wirklich?
Wirklich!
Oh Gott, Annika! Ich freue mich so! Und dein Vater wird auch vor Freude platzen!
Gertrud sprang auf, stürmte zu unserer Tochter und drückte sie fest. Immer wieder küsste sie sie auf die Wangen.
Eigentlich wollte ich, dass ihr es zusammen erfahrt, aber Papa ist einfach zu früh losgefahren.
Macht nichts, er ist ja bald zurück. Und dann kannst du es ihm erzählen. Bis dahin, Kindchen, Gertrud blickte auf die Uhr lass uns weiter kochen.
Abgemacht!
Bald klapperten Kochtöpfe und Teller, Messer schnitten rhythmisch über die Holzbrettchen. Es heißt zwar, zwei Köchinnen passen nicht in eine Küche, aber Gertrud und Annika arbeiteten wie ein eingespieltes Team. Alles wurde fertig, der Tisch war prächtig gedeckt.
Gebratene Hähnchen, Fischfrikadellen, Kartoffelpüree und drei verschiedene Salate ein Festmahl.
Gertrud setzte sich und blickte auf die Uhr:
Wir sind sogar schneller fertig geworden als gedacht.
In vier Händen geht alles doppelt so schnell, lachte Annika. Vielleicht rufst du Papa mal an und fragst, wann er kommt?
Ja, gute Idee
Ich klingel Martin durch, frage auch gleich, wann er da ist.
Annika verschwand im Flur, während Gertrud ihr Handy griff und meine Nummer wählte.
Lange Freizeichen. Dann versuchte sie es noch mal. Ich ging nicht ran. Sie sah wieder auf die Uhr, mit nur einem Gedanken im Kopf:
Warum antwortet er nicht?
Erst jetzt fiel ihr auf, dass ich versprochen hatte, mich gleich von der Arbeit zu melden, was ich nicht getan hatte. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken.
Martin ist in etwa einer Stunde da! rief Annika fröhlich in die Küche. Und was ist mit Papa?
Er geht nicht dran…
Ach? Seltsam.
Sehr seltsam, Annika Ich hab schon mehrmals angerufen, Freizeichen kommen, aber Papa geht nicht ran.
Ach Mama, du weißt doch, was für ein Tag heute ist. Die feiern sicher, er hat keine Zeit fürs Telefon.
Nein, Annika. Er müsste schon längst nach Hause fahren. Er hat gesagt, er ist zum Mittag wieder da, und Papa hält immer Wort. Dass er nicht mal angerufen hat, als er angekommen ist, passt einfach nicht zu ihm. Warum geht er nicht ran?
Ruf doch seinen Chef an. Sag, sie sollen das Geburtstagskind früher heimschicken, die Familie wartet schließlich!
Ja, mache ich.
Gertrud war noch nie eine Panikmacherin, aber dieses Mal war ihr wirklich Angst zumute. Ich ging sonst immer ans Handy.
Selbst, wenn ich beschäftigt war.
Weil nichts und niemand mir wichtiger war, als meine Frau. Und heute erst recht sie wusste, wie viel mir unsere Familie bedeutet.
Andererseits, überlegte Gertrud, heute verabschieden sie ihn in den Ruhestand, das passiert nur einmal. Nach so vielen Jahren fällt das bestimmt schwer
Hallo! unterbrach sie ein männlicher Stimme.
Guten Tag, Herr Dr. Schuster! Hier spricht Gertrud, die Frau von Herrn Weber. Wollte mal hören, ob sie meinen Mann schon entlassen. Wir warten schon ewig, Annika ist da, Martin kommt gleich…
Guten Tag, liebe Frau Weber um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, was ich sagen soll.
Wie meinen Sie das?
Wir warten ebenfalls schon auf ihn. Haben ihn schon mehrfach angerufen, aber er geht nicht ans Telefon.
Was heißt das? Sie meinen, er ist gar nicht zur Arbeit erschienen? Gertruds Stimme zitterte.
Nein, noch nicht. Aber wir hoffen weiterhin. Wenn er sich meldet, sagen sie ihm bitte, dass wir auf ihn warten. Lange halten wir ihn nicht auf, aber eine kleine Verabschiedung muss sein. Ist halt Tradition.
Natürlich, Herr Dr. Schuster. Und sagen Sie mir bitte Bescheid, wenn er auftaucht.
Mit zitternden Händen legte Gertrud auf. Sie sah Annika an:
Annika, er war nie auf Arbeit Und er geht nicht ans Handy. So viel Zeit ist vergangen Wo könnte er nur sein?
Ruhig bleiben, Mama. Keine Panik. Wir versuchen, ihn gemeinsam zu erreichen.
*****
Ich verließ das Haus, lächelte dem morgendlichen Sonnenschein zu, grüßte die älteren Damen auf der Bank und ging zur Straßenbahnhaltestelle. Mein Arbeitsweg fünfundzwanzig Jahre lang der gleiche. Heute war anders: kein gewöhnlicher Arbeitstag, sondern der letzte nur noch die Unterlagen aus der Personalabteilung abholen, Kollegen verabschieden.
Auch ich hatte einst Kollegen in den Ruhestand verabschiedet nun war ich selbst dran.
Eigentlich nichts Besonderes, dennoch spürte ich Nervosität. Die Nacht war schlaflos, ich wälzte mich im Bett, trank Baldriantropfen, aber es half wenig. Auch, als Gertrud mich frühmorgens mit einem herzlichen Alles Gute, Liebster wachküsste, lächelte ich nur tapfer.
Mein Unwohlsein verschwieg ich wollte ihr den Tag nicht verderben.
Denn das war nicht das erste Mal, dass es mir so ging. Normalerweise ging es nach einiger Zeit von selbst besser.
Ich verließ das Haus etwas früher als sonst, um mir nichts anmerken zu lassen. Sollte ja ein Feiertag werden und meine Kollegen würden auf mich warten.
Ach, das vergeht gleich wieder, redete ich mir zu, immer wieder greifend zum schmerzenden Brustbein.
An der Haltestelle, den Kopf voller Gedanken, bemerkte ich den überfüllten Wagen. Sofort wusste ich, diese Fahrt würde mich umbringen.
Also beschloss ich, zu Fuß zu gehen. Die Sonne schien, Zeit hatte ich genug vielleicht hilft frische Luft.
Gertrud rief ich nicht an, wie verabredet wollte ich das erst von der Arbeit aus tun.
Aber ich kam nie an. Die Strecke führte durch einen kleinen Park, morgens immer menschenleer. Genau hier wurde mir schlecht.
Ich setzte mich auf eine Bank, öffnete die oberen Hemdknöpfe, lockerte die Krawatte, sog gierig Herbstluft ein. Wie lange ich dort saß, weiß ich nicht.
Mir wurde nicht besser im Gegenteil.
Ich wollte Gertrud anrufen und dann den Notarzt, doch meine Hände zitterten so sehr, dass das Handy mir herunterfiel es rollte unters Bank.
Ich versuchte aufzustehen, doch da stach es so sehr in der Brust, dass mir schwarz vor Augen wurde.
Das Einzige, was ich noch schaffte, war mich auf die Bank zu legen.
Na, toll. So sieht also mein Ruhestand aus.
Das Schlimmste: Ich würde meine Liebsten nicht mehr sehen. Nicht einmal verabschieden konnte ich mich.
*****
Gertrud nahm ihre Herztropfen, dann versuchte sie es wieder. Freizeichen doch keine Antwort. Auch Annika hatte es schon unzählige Male probiert. Vergeblich.
Dann kam Martin. Zu dritt saßen sie schweigend am festlich gedeckten Tisch und warteten.
Worauf warten wir eigentlich? sagte Gertrud plötzlich. Wir sollten sofort die Polizei verständigen. Vielleicht können sie helfen.
Annika und Martin stimmten zu. Ihnen allen war klar, dass mein Verschwinden einen ernsten Grund haben musste.
Da ich bei der Feuerwehr arbeitete und oft in Extremsituationen war, wusste die Familie, dass so ein langes Schweigen ungewöhnlich war.
Was hat die Polizei gesagt? flüsterte Annika, als Gertrud auflegte.
Nichts Gutes, antwortete Gertrud und nahm einen Schluck Wasser. Viel zu früh für Vermisstenmeldung, sagten sie. Ich weiß aber, da stimmt was nicht! Mein Gefühl täuscht mich nicht!
Dann suchen wir selbst nach ihm! sagte Annika entschlossen.
Du hast recht, Kind. Er hätte heute Straßenbahn fahren müssen. Die Haltestelle ist nur einige Minuten entfernt, also gehen wir los und fragen die Leute. Vielleicht erinnert sich jemand. Und vielleicht einer der Fahrer von heute früh.
Mama, Martin und ich kümmern uns drum. Bleib du lieber daheim, falls Papa zurückkommt. Ruf vielleicht die Krankenhäuser an. Ich möchte mir keine Sorgen machen, aber Sicher ist sicher.
Gut.
Annika und Martin zogen sich an und begaben sich auf die Suche.
Gertrud, allein in unserer Wohnung, wählte Krankenhaus für Krankenhaus.
Bitte, lass ihm nichts passiert sein, flüsterte sie und bekreuzigte sich.
*****
Ich war noch bei Bewusstsein, aber es wurde schlimmer. Meine Hand gehorchte kaum noch, sprechen konnte ich nicht mehr.
H-h-hilfe murmelte ich, die Hand nach zwei vorbeigehenden Frauen ausstreckend.
Die sahen mich nur abschätzig an und drehten sich weg.
Mal wieder ein Betrunkener! meinte die eine.
Bestimmt schon morgens einen über den Durst getrunken jetzt liegt er halt hier rum.
Ihre Worte trafen mich hart.
Ich hatte so oft anderen geholfen, Menschen und sogar Tiere gerettet und nun konnte ich nicht mal für mich selbst sorgen.
Und warum heute?
Als das Klacken der Schuhe verklang, schloss ich die Augen ich hatte mich bereits meinem Schicksal ergeben.
Doch auf einmal
hörte ich lautes Bellen ganz nah. Direkt an meinem Ohr.
Ich spürte, wie mir etwas mit den Pfoten auf die Brust sprang und meine Kinnpartie ableckte.
Hund! Ein Hund! Wo ein Hund ist, da sind meist auch Menschen in der Nähe!
Mit letzter Kraft öffnete ich die Augen: Ein schwerer, älterer Hund neben mir. Ich kannte das Tier nur woher?
Blitzartig kamen Erinnerungen: Ein brennendes Haus, Kollegen, die Menschen hinaustrugen. Dann ein Bellen am Fenster.
Ist noch ein Hund im Haus?! fragte ich damals den geretteten Mann im Rettungswagen.
Ja, stimmt! Die wollten wir noch holen, aber es ging einfach nicht mehr!
Warum haben Sie das nicht gleich gesagt!? Ich rannte ins brennende Haus, hörte Warnrufe hinter mir, ignorierte sie.
Nach zehn Minuten rannte ich, hustend und mit verbrannten Händen, nach draußen einen großen Hund im Arm.
Ich übergab das Tier seinem Besitzer, doch noch lange schaute ich dem Hund in die treuen Augen: Seine Dankbarkeit war unbeschreiblich.
Das Bild erlosch. Es wurde dunkel und kalt.
Wuff-wuff! bellte der Hund, während er mich weiter abschleckte. Er hatte seinen Retter erkannt und wollte nun helfen.
Wenn du kannst flüsterte ich kaum hörbar , hol Menschen. Such Hilfe.
Dann verlor ich das Bewusstsein.
Der Hund hörte jedes Wort, verstand und rannte sofort los in Richtung Parkausgang.
Er lief zu einem Studenten am Imbiss, zu einer Frau mit Kind am Zebrastreifen, zu einem Zeitungsleser Aber niemand verstand, was der Hund wollte. Alle jagten ihn fort und dabei wollte er nur Hilfe holen.
*****
An der Tramhaltestelle blieb Annika erfolglos. Niemand erkannte meinen Vater auf dem Foto, das sie aus dem Album mitgenommen hatte.
Jede Minute zählte sie wusste, Warten war sinnlos.
Mit Martin rannte sie durch Läden, in jeden Hof, Fragte überall herum. Doch niemand hatte meinen Vater gesehen, er blieb wie vom Erdboden verschluckt. Anrufe? Kein Durchkommen. Wo bist du, Papa?
Auf dem Weg Richtung Park hörte Annika plötzlich lautes Bellen. Sie drehte sich um und sah einen alten Hund, der abwechselnd Passanten anbettelte und dann vor ihren Hieben zurückwich.
Weg da! rief ein älterer Herr drohend mit seinem Stock. Freche Viecher, behindern einen am Gehen!
Annika, was ist los? fragte Martin verwundert. Sie waren eigentlich auf dem Weg zum Taxistand, in der Hoffnung, Papa dort vermisst worden war.
Der Hund der bellt bestimmt nicht umsonst. Als wolle er etwas sagen Komisch, das Gefühl habe ich einfach.
Der Hund blickte Annika an und in seinen Augen lag keine Bitte, sondern eine flehende Aufforderung, ihm zu folgen.
Annika, wohin gehst du? rief Martin, doch sie hörte ihn nicht mehr.
Sie folgte dem Hund. Der lief voraus, und Annika spürte: Sie konnte ihm trauen. Auch Martin eilte hinterher.
Nach fünf Minuten sahen sie mich auf der Parkbank liegen. Ich lebte noch aber bewusstlos.
Papa! Annika schrie entsetzt, kniete sich neben meinen Kopf, versuchte mich aufzuwecken. Martin, ruf sofort den Notarzt!
*****
Der Rettungswagen war schnell da und brachte mich in die nächste Klinik mit Herzstation.
Annika, den Hund an ihrer Seite, lief mit Martin nach Hause, holte das Auto. Auf dem Weg ins Krankenhaus rief sie Gertrud an, schilderte die Lage, versprach, sich zu melden, sobald es Neuigkeiten gab.
Ihr Vater hatte wirklich Glück, sagte der Arzt, als er aus der Intensivstation kam. Sie kamen im allerletzten Moment. Ein halbe Stunde später nichts mehr zu machen gewesen.
Er wird leben? fragte Annika unter Tränen.
Ja.
Sie verließ das Krankenhaus, ging zu Martin, der mit dem Hund vor dem Haus wartete, ging in die Hocke und drückte den Hund an sich.
Danke dir danke für meinen Vater.
Wie geht es Papa? fragte Martin.
Er wird wieder gesund, antwortete Annika leise. Und das alles nur wegen ihm, sie zeigte auf den Hund.
Er hat ein Halsband. Also gehört er jemandem?
Ja, aber Ich glaube, wir sollten ihn erstmal mit zu uns nehmen. Er hat Papa das Leben gerettet. Ich kann ihn nicht wieder auf die Straße schicken.
Natürlich, mein Schatz.
*****
Gertrud, Martin und Barry (so stand es auf dem Gravuranhänger seines Halsbandes) warteten vor dem Klinikgebäude.
Zehn Minuten standen sie im Nieselregen, dann kamen Annika und ich durch die Türen.
Barry sprang auf, bellte und freute sich wie verrückt, mich wiederzusehen.
Siehst du, Papa, das ist der, der dich gerettet hat. Er hat dir das größte Geschenk zum Geburtstag gemacht dein Leben.
Danke, mein Freund! lächelte ich, streichelte vorsichtig den Kopf des Hundes. Aber Annika, er hat doch sicher Besitzer?
Wir haben überall gesucht, im Internet Anzeigen gemacht, während du in der Klinik warst aber niemand hat sich gemeldet.
Da trat Gertrud näher, Tränen flossen über ihr Gesicht, und trotzdem strahlte sie:
Danke, Michael, dass du lebst.
Es tut mir leid, Gertrud. Ich hätte dir von meinem Unwohlsein sagen sollen. Ich dachte, es geht vorbei.
Ich vergebe dir. Komm, wir feiern nun deinen zweiten Geburtstag?
Ja, lass uns nach Hause gehen.
*****
Was Barry angeht ich habe alles versucht, seine Besitzer ausfindig zu machen, sogar das Haus besucht, das vor einem Jahr abgebrannt war.
Aber die Nachbarn erzählten, die Familie sei längst weggezogen, den Hund hätten sie zurückgelassen. Vielleicht waren sie überfordert, vielleicht wollten sie ihn auch nicht mehr
So blieb Barry bei mir. Und ich bin froh darüber sehr sogar.
Er begleitete mich, als ich nach Monaten endlich meine Papiere aus dem Büro holte, fuhr mit auf die Kleingartenparzelle, kümmerte sich mit Martin um den Grill und holte mit uns die kleine Enkelin aus dem Krankenhaus ab.
Herzlichen Glückwunsch, Papa! Annika strahlte. Du bist jetzt Großvater, und du hast zwei Enkelinnen!
So ein Glück!
Wuff-wuff! stimmte auch Barry ein, über alle Maßen glücklich, dass seinen Lieben nichts passiert war.
Mein Leben ist wieder ins Gleichgewicht gekommen. Alles ist reicher, heller, tiefer geworden. Bis zum Lebensende werde ich Barry danken dafür, dass er mir dieses Leben noch einmal geschenkt hat.
Und die wichtigste Erkenntnis? Wer gibt, bekommt oft auf unerwartete Weise zurück. Man muss nur das Herz für Wunder offenhalten.



