Educational
011
Die Schwiegereltern stehen plötzlich vor der Tür – „Denkst du etwa, du hast hier das Sagen? Nur weil du schwanger bist, glaubst du, du darfst dir alles erlauben? Ich durchschau dich – du bist doch nur hinter der Aufenthaltserlaubnis und dem Geld her.“ „Komm, Maria, gehen wir“, grummelte der Schwiegervater und drückte die Wohnungstür auf. „Mit denen zu reden, ist sinnlos. Die kommen schon noch angekrochen, wenn’s hart auf hart kommt.“ Bereits seit einer Woche blieb die Periode aus. Der Schwangerschaftstest lag seit zwei Tagen unbenutzt in der Handtasche – aber Lilia traute sich nicht, ihn zu machen. Sie wusste: Zwei Striche – und ihre mühsam erkämpfte Ruhe in zwei Jahren ohne Kontakt zur „anderen Seite“ könnte in die Luft fliegen. „Lili, gib mir mal den Inbusschlüssel, der ist noch im Flur“, rief ihr Mann. Sie schaute hinaus: Ivan saß verschwitzt am Boden, die Haare wirr. Beim Anblick musste sie an ihre erste gemeinsame Wohnung denken, fünf Jahre war das her. Damals wusste Ivan nicht mal, wie man richtig putzt, staunte, dass Buchweizen nicht von allein in den Topf springt. „Hier“, reichte sie ihm das Werkzeug. „Gestern hast du das Klo repariert, heute den Schrank aufgebaut. Deine Mutter würde in Ohnmacht fallen, wenn sie das sähe!“ Ivan verzog das Gesicht zu einem schiefen Lächeln. „Mama meint, ich soll gefälligst rumhocken und warten, bis mir jemand das Wasser reicht. Du hast mich in ihren Augen zu deinem Haus-Sklaven gemacht.“ „Ich habe einfach einen Erwachsenen aus dir gemacht“, lehnte sich Lilia in den Türrahmen. „Wie fühlt sich das an? Schwer, so ‚kaputt‘ zu sein?“ „Mir geht’s gut, Lili. Seit wir nicht mehr auf ihre Zustimmung warten, hab ich freier geatmet.“ Sie schwieg einen Moment, dann: „Ivan, und wenn… wenn sich jetzt alles ändert? Wenn ein Kind kommt?“ Der Hammer blieb in der Luft stehen. Er hob den Kopf. „Mama wird es sofort wissen“, sagte er leise. „Du weißt doch, irgendjemand steckt es ihr.“ „Das ist es ja! Wir haben doch gerade erst mit dem Leben angefangen. Dein Vater damals, vor zwei Jahren… Ich zucke heute noch zusammen, wenn’s an der Tür klingelt.“ „Er hat halt einfach Maß und Ziel verloren. Alte Sowjet-Schule, was will man erwarten.“ „Für ihn darfst du als Mann ja keinen Lappen anfassen. Und Geschirrspülen ist auch tabu.“ „Er hat mir damals sogar direkt gedroht, Lili! Hat mir ins Gesicht gesagt, wenn ich nicht alles so lasse wie es war und aufhöre, dich zu quälen, findet er schon einen Weg, mich loszuwerden.“ „Und deine Mutter stand daneben, hat geheuchelt und genickt. Die glauben ernsthaft, ICH hätte dein Leben ruiniert, Ivan!“ Ivan stand auf, kam zu ihr. „Sowas kommt nie wieder vor, Lili. Ich verspreche es dir, ich beschütze unsere Familie.“ „Sie lässt einfach nicht locker. Du weißt, dass deine Mutter uns mit dem Kind nie in Ruhe lässt? Sie wird es als ihren Besitz betrachten. Wir können es nicht mal selbst erziehen. Es gibt nur eine Option: Flucht nach vorn.“ Er schwieg. Was sollte er auch sagen? Sie hatte recht. *** Zwei Wochen später war es gewiss – schwanger, gewünscht und doch auch gefürchtet. Lilia wollte kein Risiko: Sie bat Ivan, der Mutter nichts zu erzählen, suchte eine Privatklinik am anderen Ende der Stadt. Genützt hat es wenig. Am Samstagmorgen, gerade als sie Tee machte, klingelte es stur an der Tür. „Nicht aufmachen“, hauchte Lilia. Doch die wilde Stimme ihrer Schwiegermutter polterte schon: „Ivan! Mach auf, ich weiß, dass ihr da seid! Haltet ihr es für normal, eure Mutter vor der Tür stehen zu lassen?“ Ivan seufzte, ging öffnen. Lilia versteckte sich am liebsten in Luft. Maria Sergejewna stürmte herein wie ein Wirbelwind, im Mantel, in Schuhen, direkt ins Wohnzimmer. Der Vater, Pjotr Nikolajewitsch, war höflicher – zog die Schuhe aus. Lilia kämpfte mit dem Impuls zum Kreuzzeichen, trat vorsichtig in den Flur. „Na hallo, liebe Schwiegertochter“, zischte Maria Sergejewna, „wie lange wolltest du mich noch hinters Licht führen?!“ „Was denn?“ Hatte sie etwa schon alles rausgefunden?! „Tu nicht so! Gestern hat Marianne mich angerufen, mir gratuliert, dass ich Oma werde! Seid ihr verrückt geworden? Dir verzeih ich so eine Aktion ja noch, du bist ja eh ein hoffnungsloser Fall. Aber du, Ivan! Von dir bin ich enttäuscht!“ „Du willst dich davonstehlen, in so eine private Bude?! Ich habe mein Leben dafür geopfert, dass meine Kinder alles besser haben, und du willst meinen Enkel in irgendeiner Absteige aufziehen?!“ „Mama, entspann dich“, versuchte Ivan zu beschwichtigen, „wir entscheiden das selbst. Können wir nicht unser eigenes Leben aufbauen?“ „Still, Ivan!“, fauchte Pjotr Nikolajewitsch. „Guck dich mal an! Sie hat aus dir einen Waschlappen gemacht!“ Lilia hielt dagegen: „Ich will einfach nur Frieden. Ihr habt zwei Jahre nicht angerufen – warum jetzt?“ „Mama, geh“, sagte Ivan ruhig. „Was!?“ „Geh bitte. Und nimm Papa mit. Ihr beleidigt meine Frau, bedroht sie – ich will euch hier nicht mehr sehen. Kommt nicht wieder.“ „Wir wollen nur dein Bestes!“, kreischte Maria Sergejewna. „Du putzt jetzt? Du kaufst ein? Sie hat dich total unter der Knute! Bist du überhaupt noch ein Mann?“ „Das nennt sich Partnerschaft, Mama. Sag dir vielleicht nichts, weil du Papa immer rumdirigierst. Schau lieber deine Nadja an – sogar ihr Kranksein ordnest du deinem Zeitplan unter!“ Pjotr Nikolajewitsch machte einen Schritt nach vorn, erhob die Hand: „Wie redest du mit deiner Mutter? Weißt du noch, wer dir geholfen hat, während du an der Uni rumgesessen hast?“ „Ich hab meinen Teil zurückgezahlt. Nur die letzten zwei Jahre nicht, davor wie oft Geld geschickt?“ Maria Sergejewna sackte auf den Hocker, keuchte: „Oh mein Herz… Du bringst deine Mutter ins Grab! Lilia, siehst du, was du tust?“ Lilia verschränkte die Arme. Nach Jahren kannte sie das Drama nur zu gut. „Maria Sergejewna, ihr Gesicht ist rosig, der Puls normal. Unter Kolleginnen: Hören Sie auf mit dem Schauspiel.“ Schwiegermutter verstummte, richtete den Mantel, blickte Lilia voller Hass an. „Gut, soll’s erstmal so sein – beschwer dich später nicht! Ich sorge dafür, dass keine Klinik dich freiwillig behandelt. Ich hol mir das Kind – so eine Mutter wie du bist eine Gefahr für die Gesellschaft!“ „Komm, Maria“, brummte Pjotr Nikolajewitsch. „Mit denen zu reden ist nutzlos. Die schleichen schon zurück, wenn‘s hart wird.“ Sie gingen. Den ganzen Abend lang zitterte Lilia, Ivan reichte Kamillentee. *** Die Probleme fingen sofort an. Die Ärztin gab sich plötzlich kühl und grob. Lilia heulte vor Verzweiflung: „Sie meint es ernst, Ivan! Die Ärztin behandelt mich wie Dreck!“ „Wir hauen hier ab“, sagte Ivan entschlossen. „Weißt du noch: Filialleitung in Hamburg? Damals abgelehnt, weil du nicht weg wolltest…“ Ihr Blick wurde aufgeregter: „Hamburg? Das ist so weit…“ „Eben! Dienstwohnung, neue Klinik, keine Schwiegermutter.” „Fünf Jahre hab ich versucht, der gute Sohn zu sein. Hab weggehört, wenn Papa dich anschrie, Mama dich faul nannte. Schluss jetzt. Ich bin bald Vater – ich muss meine Familie schützen.“ Lilia nickte tränenüberströmt, drückte Ivan. Innerhalb eines Monats hatten sie gekündigt, umgezogen, die neue Nummer gab’s nur für wenige. *** Der Frieden währte aber kaum – bald ging das Telefon-Terror los. Die Mutter quengelte: „Ivan! Wo bist du hin? Von einer fremden Frau erfahre ich, dass ihr weg seid!“ Auch der Vater: „Dich hau ich windelweich! Du hast deine Mutter fast ins Grab gebracht! Du bist ein Pantoffelheld!“ Andere Verwandte riefen ebenfalls an. Ivan wechselte beide Nummern, damit die schwangere Lilia zur Ruhe kam. Schließlich wurde ein Junge geboren: Alexej. Ein Name, den Maria Sergejewna übrigens regelrecht verabscheut.
Die Schwiegereltern stehen vor der Tür Denkst du etwa, du hast hier das Sagen? Meinst du, bloß weil dein
Homy
Ein halbes Jahr später wurde ich ins Kinderheim gebracht, während meine Tante die Wohnung meiner Eltern auf dem Schwarzmarkt verkaufte.
Ein halbes Jahr später wurde ich ins Waisenhaus gebracht, während meine Tante die Wohnung meiner Eltern
Homy
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08
Einen Fehler wiedergutmachen: Wie Anton, sein Sohn und die Familie nach einem Seitensprung zusammenfanden – Die Geschichte eines sanften Bastlers, einer missmutigen Schwiegermutter und eines attraktiven Nachbarn in einer deutschen Großstadt
– Paul, wir fahren zu Opa, er ist etwas krank geworden, sagte Markus zu seinem Sohn, der sofort strahlte.
Homy
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010
Eltern pflegen ist Sache der Tochter, nicht des Sohnes! – so entschieden die Verwandten — Die Mutter ist schlechter dran. Die Beine halten gar nicht mehr, sie ist gestern zweimal gestürzt, nur um zur Toilette zu kommen. Allein schaffe ich das nicht mehr, mein Rücken macht nicht mit, das weißt du doch. Jedenfalls haben wir uns beraten und beschlossen: Wir bringen sie zu dir. Lisa ließ sich langsam auf den Hocker sinken. Ihr Herz rutschte ihr in die Magengrube. — Zu uns? Papa, hast du unsere Wohnung gesehen? Wir haben ein Zimmer, da sind mein Mann, das Kind und ich. Wo soll ich sie denn hinlegen?! — Stell dich nicht so an. Dein Mann schläft auf dem Klappbett in der Küche, die Mutter kommt auf das Sofa. Du bist doch sowieso zu Hause, kümmerst dich ums Kleine, ob einer mehr oder weniger – was macht das schon? Und wir brauchen jetzt keine zusätzlichen Ausgaben! In Lisas Familie gab es immer eine klare Hierarchie. Ganz oben stand Michael – der ersehnte Sohn, der „Erbe“, für den die Eltern alles getan hätten. Lisa war einfach das „erste Pfannkuchen“, das aus Sicht der Mutter missglückt war. Lisa erinnerte sich noch gut an ihren zehnten Geburtstag – da bekam sie eine Schachtel Pralinen und ein billiges Haarklammern-Set. Eine Woche später bekam Michael zum sechsten Geburtstag eine riesige Modelleisenbahn, die das halbe Wohnzimmer füllte. — Mama, warum bekommt Michael die Eisenbahn und ich nur Pralinen? – fragte Lisa damals. — Michael ist ein Junge und jünger als du, – schnitt Galina Arkadjewna, ihre Mutter, das Thema ab. – Und du bist die Ältere, du musst schon teilen lernen! Und überhaupt, wage es nicht, deinem Bruder zu missgönnen. Hilf ihm lieber die Schienen aufbauen, sonst ist er traurig. So war es immer. Als es darum ging, die Zimmer zu verteilen, wurde Lisa ins Durchgangszimmer auf ein unbequemes Schlafsofa verfrachtet, weil „Michael für die Hausaufgaben einen eigenen Bereich braucht“. Als Lisa vom Tanzkurs träumte und sogar die Aufnahmeprüfung bestand, sagte der Vater streng: — Kein Geld. Michael braucht Nachhilfe in Englisch. Er ist begabt, er wird es weit bringen. Hauptsache, er bekommt einen guten Start! Michael ging am Ende zu keinem Kurs. Englisch schwänzte er, in der Schule dümpelte er zwischen „ausreichend“ und „mangelhaft“, trug aber stets die modernsten Turnschuhe und das neuste Handy. Lisa büffelte im Halbdunkel der Durchgangsstube, während der Fernseher bis Mitternacht lief. Als sie einen Studienplatz an einer renommierten Universität ergatterte, gab es kein Festessen. — Na, bestanden, sehr schön, – gähnte der Vater. – Pack deine Sachen, Studentenwohnheim wartet. Eine Wohnung mieten wir nicht, wir müssen für Michaels Ausbildung sparen. Mit seinem Zeugnis kommt er nie in einen staatlichen Platz. — Aber im Wohnheim sind es vier Leute im Zimmer, – wollte Lisa einwenden. — Das schaffst du schon, – warf die Mutter ein. – Denk mal nach, du willst doch nicht, dass dein Bruder sein Leben lang als Straßenkehrer arbeitet! Lisa lebte fünf Jahre in der Wohnheimsbude, jobbt nachts als Bedienung, nur um sich Winterstiefel leisten zu können. Michael wechselte in der Zeit mehrere Autos, die die Eltern ihm aus Prestigegründen kauften. Jede kaputte Stoßstange, jedes Knöllchen wurde vom „Altersvorsorge-Geld“ bezahlt. *** — Lisa, hörst du mich? – die Stimme des Vaters am Telefon wurde lauter. – Morgen um zwei bringen wir die Mutter vorbei. Bereite alles vor. Frische Bettwäsche, koch Diät-Suppe. — Ich nehme niemanden auf, – sagte Lisa leise, aber bestimmt. — Was hast du gesagt? – Der Vater war offenbar sprachlos. – Wiederhol das! — Ich nehme die Mutter nicht auf. Ich habe ein zweijähriges Kind. Das braucht 24-Stunden-Aufmerksamkeit. Ich habe einen Mann, der auf zwei Jobs schuftet, damit wir nicht hungern. Ich habe keinen Platz und keine Kraft, eine pflegebedürftige Mutter zu versorgen. Ihr habt euren Lieblingssohn. Bringt sie zu ihm. — Er heiratet! – brüllte der Vater. – Verstehst du was du tust? Du verrätst die Familie! Michael hat sich verschuldet, um die Hochzeit zu organisieren, wir haben alles dafür gegeben. Er ist am Ende seiner Nerven, er hat keine Zeit für sowas! — Hat er wieder Schulden? – Lisa lachte bitter. – Erinnere dich mal daran, als er betrunken am Steuer saß und den Zaun samt Gewächshaus des Nachbarn platt gemacht hat. Damals habt ihr auch alles gezahlt, damit die Sache unter den Tisch fällt. Und als ich heiratete und wenigstens um einen Zuschuss für die Wohnung bat, hieß es, Michael müsse „sich gesundheitlich erholen“ von diesem Vorfall. — Das ist was anderes! Damals war es ein Notfall! — Die Not ist in euren Köpfen, Papa. Michael ist ein gesunder Mann, er hat eine eigene Wohnung, die ihr ihm gekauft habt. Er kann eine Betreuung für die Mutter engagieren, wenn er so erfolgreich ist! — Du… du bist kaltherzig geworden, – schnauzte der Vater. – Wir haben dich großgezogen, ernährt! Wir haben dir die Ausbildung ermöglicht. Du bist uns bis ans Lebensende verpflichtet! Hast du überhaupt ein Gewissen? Hol sofort die Mutter ab! — Ihr wolltet euch eine Haushälterin erziehen und habt euch verrechnet. Schluss jetzt, Papa, ich muss das Kind füttern. Wir sind morgen nicht zu Hause, gehen zur Klinik und dann zu meiner Schwiegermutter. Kommt also nicht. Lisa legte auf und schüttelte die Tränen ab. *** Eine Stunde später hämmerte es an der Tür. Nicht geklingelt, sondern mit der Faust gedröhnt. Lisa drückte den weinenden Sohn an sich. — Lisa, mach auf! Ich weiß, dass du da bist! – tönte der Bruder. – Mach SOFORT auf! Lisa ging zur Tür, löste aber nicht die Kette. — Was willst du, Michael? — Bist du total wahnsinnig?! Vater ruft an, heult fast, Mutter auf Pillen seit heute früh. Warum weigerst du dich zu helfen? Ist es so schwer, das Sofa freizumachen? — Michael, warum räumst du nicht eine deiner beiden Luxusschlafzimmer? Bring die Mutter in eins davon, und deine Angelina kann sie betreuen. Die wird schließlich Teil der Familie, soll sie mal Fürsorge zeigen für die Schwiegermutter. — Bist du verrückt? – Michael japste. – Geli ist Model, die schleppt doch keine Nachttöpfe für alte Leute! Die benutzt Kosmetik, die kostet mehr als dein Kinderwagen. Die kann in so einem Umfeld gar nicht leben! Das musst du verstehen. Wir haben eine Feier mit 200 Gästen, dann Flitterwochen auf den Malediven! Willst du mir das Leben ruinieren? — Deine Reise kostet so viel wie ein Jahr professionelle Pflegekraft, – entgegnete Lisa. – Storniert den Urlaub, engagiert Hilfe für die Mutter. Wo ist da das Problem? — Das Problem bist du! Du bist immer schon geizig und gemein. Die Eltern haben dir alles gegeben, und du… — Was haben sie mir gegeben, Michael? Ein gebrauchtes Fahrrad zum 16. Geburtstag, als du ein Moped bekommen hast? Oder das Kakerlakenwohnheim, während du im Ledersofa im Loft abhängst? Hast du dir überhaupt jemals etwas erarbeitet, das teurer ist als eine Packung Zigaretten? — Wie kannst du nur! Ich gründe ein Business! Ich werde bald richtig verdienen. Ich investiere in meine Zukunft! Was soll ich mit einer pflegebedürftigen Mutter am Hals? Lisa grinste. — Du meinst von dem Geld, das Vater aus Garagen- und Datschenverkauf bekommen hat? Das eigentlich für Mutters Behandlung war? Michael schwieg einen Moment und legte dann los: — Das war ihr Wille. Sie glauben an mich. Du… du bist bloß neidisch. Morgen kommt die Mutter zu dir. Ob du willst oder nicht. Vater bringt sie mit dem Taxi und lässt sie im Hausflur, wenn du nicht öffnest. Kapiert? — Versucht es ruhig, – sagte Lisa leise. – Ich rufe Polizei und Sozialdienste, und notiere, dass ihr einen hilflosen Menschen in Not allein gelassen habt. Mal sehen, wie das deinem „Business“ und Gelis Ruf bekommt. Michael brüllte noch irgendwas und trat gegen die Tür, Lisa ging einfach ins Zimmer. Sie setzte dem Sohn Zeichentrickfilme auf, um den Lärm zu übertönen, und hockte sich selbst auf den Boden, die Knie umklammert. Ihrem Mann erzählte sie natürlich alles. Und er stellte sich hinter sie. *** Am nächsten Tag klingelte ständig das Telefon. Tante Waltraud, Mamas Schwester, warf Lisa vor: — Lisa, wie kannst du nur, sie hat dich geboren! So habe ich dich nicht eingeschätzt! Die Mutter, krank und hilflos, einfach so elend sterben lassen! Der Patenonkel rief auch an: — Lisa, sei doch Mensch, der Michael muss sein Leben aufbauen. Hast du gar kein Herz? Eltern pflegen ist Sache der Tochter, nicht des Sohnes! Alle Verwandten, die seit Jahren sahen, wie Lisa in der Familie zurücksteckte, schlugen sich jetzt auf die Seite des „Goldjungen“. Anfangs nahm Lisa ab, dann legte sie das Handy weg. Um sich abzulenken, fuhr sie mit dem Sohn durch die ganze Stadt in den Park und ließ das Handy zu Hause. Ihr Mann sagte entschlossen: — Ich habe morgen freigenommen. Falls sie aufkreuzen, empfange ich sie persönlich. Die sollen wissen, dass du nicht allein bist! Aber weder an diesem noch am nächsten Tag kamen Vater oder Bruder. Lisa beruhigte sich; scheinbar ließen sie sie in Ruhe. *** Der Tag von Michaels Junggesellenabschied kam. Lisa kochte das Abendessen, wartete auf ihren Mann. Als es klingelte, erschrak sie. Schon wieder? Noch einmal klingeln, dann sah sie nach – vor der Tür stand Angelina, Michaels Verlobte. Im Trainingsanzug, mit verschmierter Wimperntusche. Angelina hatte Lisa erst wenige Male gesehen – Michael hatte sie zum Angeben vorgestellt, um zu beweisen, dass die Familie „normal“ sei. Lisa öffnete vorsichtig. — Darf ich reinkommen? – fragte Angelina. Lisa trat zurück, ließ sie ein. — Was ist passiert? Hat Michael dich geschickt? Komm in die Küche, ich brate Kartoffeln. — Nein, – Angelina schüttelte den Kopf. – Ich bin weg von ihm. Lisa erstarrte. — Warum das? — Ich habe zufällig gehört, wie er mit seinem Vater sprach. Die Mutter tut nur so krank, um dich unter Druck zu setzen und hier unterzubringen. Sie haben das zusammen eingefädelt – dein Vater ist die kranke Frau satt. Plan: Mutter wohnt bei dir eine Woche, und ihre Wohnung ist dann frei für Michaels Kumpels, die zur Hochzeit kommen sollen. Zurücknehmen will sie dein Vater gar nicht! Mir wurde so schlecht dabei… Lisa war fassungslos. — Mutter geht es also gar nicht so schlecht? — Es geht ihr schlecht, Lisa. Sie ist wirklich krank, aber nicht so schlimm. Die Geschichte, dass sie halbtot ist, haben sie erfunden. Die beiden haben ihren eigenen Plan: Mutter zu dir, Wohnung vermieten, Vater zieht auch aus – er hat längst eine andere Frau… Angelina schluchzte. — Ich dachte, er wäre nur verwöhnt, aber eigentlich nett. Aber er… ist nicht menschlich. Gestern hat er sogar die Katze der Mutter getreten, weil sie im Weg stand. Kurz: Ich habe Sachen gepackt und bin gegangen. Die Hochzeit findet nicht statt. Angelina weinte lange in Lisas Küche. Oleg, Lisas Mann, ließ sie in Ruhe – Lisas Trost tat Angelina gut, und Lisa wusste: Sie hatte sich in Angelina getäuscht. Sie war viel menschlicher als der Bräutigam. *** Nachdem Angelina abgesprungen und das Hochzeitsgeld ihrer Familie weg war, stand Michael tief in der Kreide. Die Kreditgeber, bei denen er Geld für „Hochzeitsgeschenke“ geliehen hatte, forderten Rückzahlung. Endlich kapierten die Eltern die Situation. Michael nahm nicht nur die Mutter nicht zu sich – er klaute auch noch die Wohnungsunterlagen und versuchte, das elterliche Apartment zu beleihen, um die Schulden zu begleichen. Als es aufflog, bekam Viktor Stepanowitsch einen Schlaganfall. Natürlich wandten sie sich hilfesuchend an Lisa, doch sie ignorierte die Bitten des Vaters. Sollen sie sehen, wie sie zurechtkommen. Am Ende haben sie sich so einen Sohn selbst großgezogen…
Die Pflicht, sich um die Eltern zu kümmern, liegt bei der Tochter, nicht beim Sohn!, bestimmten die Verwandten.
Homy
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020
Ex-Freundin — Meinst du das ernst? Du willst auf eine Hochzeit kommen, bei der das Menü achtzig Euro pro Person kostet, und kein Geschenk mitbringen, weil du dir ein Kleid gekauft hast? Das Kleid bleibt doch bei dir! Du kannst es doch noch im Restaurant, im Theater tragen… — Ich trage aber kein Türkis, Jenny. Das habe ich dir schon drei Mal gesagt. — Also, so geht das nicht, — schnappte die Braut. — Entweder du hältst dich an den Dresscode und benimmst dich wie eine richtige Freundin, oder… ich weiß auch nicht. Das Glas auf dem Couchtisch vibrierte unmerklich, so oft ploppten die Benachrichtigungen im Gruppenchat auf. Sonja bemühte sich, nicht aufs Display zu schauen, aber die Zahl im roten Kreis — 148 Nachrichten in einer Stunde — setzte ihr gehörig zu. Die Gruppe hieß „Jennys Türkis-Traumhochzeit“. Auf dem Profilbild strahlte die Freundin im Schleier. Schließlich gab Sonja auf und entsperrte das Handy. „Mädels, ich habe eine Visagistin gefunden!“, schrieb Jenny. „Maniküre bitte ausschließlich im Farbton ‚Meeresbrise‘, Lack Nummer 312. Kein Nude, kein transparenter Lack. Nur diese Farbe. Und der Pediküre ebenso! Das Make-up ist auch festgelegt: türkise Eyeliner und schimmernde Lidschatten. Make-up am Freitagmorgen, Maniküre Donnerstagabend. Adresse schicke ich noch. Jede zahlt selbst, aber dank mir mit Rabatt, nur siebenzig Euro fürs Komplettpaket.“ Langsam legte Sonja das Handy weg. Siebzig Euro für Make-up und Nägel, die sie nach zwei Tagen wieder entfernt. Dazu das Kleid aus Seidensatin in Algen-Türkis, das Jenny allen sieben Brautjungfern verordnet hatte — 120 Euro. Ein Kleid, das Sonja garantiert nie wieder tragen würde, weil Türkis ihr Gesicht kränklich wirken ließ. Macht mindestens 190 Euro — nur für den „Look“ an einem fremden Festtag. Nach zwei Kreditraten und der gekürzten Gehaltszahlung hatte Sonja noch genau 150 Euro für den Rest des Monats. Und da war noch der Fahrtweg, das Geschenk, passende Schuhe… — Jenny? Sonja rief die Freundin nach zehn Minuten an. — Wir müssen reden. Über Samstag und die Maniküre. — Och Sonja, jetzt fang nicht an, — tadelte Jenny. — Ich hab mir alles genau überlegt. Der Fotograf hat gesagt, die Türkispalette auf euren Kleidern wird neben meinem weißen Kleid göttlich aussehen. — Jenny, das alles kostet mich fast zweihundert Euro. Das sind meine allerletzten Reserven. Und bunte Nägel mache ich nie, du weißt das. Ich trage immer nur Pflege. Und das Kleid… darin sehe ich furchtbar aus. Lass mich bitte mein dunkelblaues Festkleid anziehen. Es ist elegant, teuer und ich habe es erst einmal getragen. — Blau?! Sonja, das ist doch wohl ein Witz! Meine Tischdecken und Servietten sind türkis. Willst du mir etwa die Gesamtästhetik ruinieren? — Ich will einfach Gast sein, Jenny. Deine Freundin — kein Deko-Objekt. Wenn du aber auf dem Outfit bestehst, dann lass uns wenigstens einen Deal machen: Ich kaufe das alles, schminke mich wie du willst, aber dann war das mein Geschenk. Das Geld reicht nicht auch noch für einen Umschlag. — Meinst du das ernst? Du kommst auf eine Hochzeit, mit achtzig Euro Menü pro Person, und bringst dann nichts mit, weil du das Kleid gekauft hast? Das Kleid kannst du weiter tragen! Im Restaurant, im Theater… — Ich trage kein Türkis, Jenny. Das habe ich dir wirklich schon oft gesagt. — Also, entweder du hältst dich an den Dresscode wie eine normale Freundin oder… ich weiß auch nicht. Vielleicht solltest du dann besser gar nicht kommen, wenn du mir wegen meines wichtigsten Tages das Leben so schwer machst? — Wahrscheinlich sollte ich wirklich nicht kommen, — flüsterte Sonja. — Tut mir leid. Sie legte auf und verließ den Gruppenchat. Es tat etwas weh, aber zugleich kam ein seltsames Gefühl von Freiheit auf. Die 190 Euro — und ihre Nerven — gehörten wieder ihr. *** Eine Woche später, am Tag der Hochzeit, saß Sonja mit einem Buch zuhause. Sie vermied bewusst die sozialen Netzwerke, um sich nicht zu schaden. Abends aber klingelte das Handy. Katis Name erschien — die einzige Freundin, die bei Jennys Bedingungen mitgemacht hatte. — Hi Sonja, — Katis Stimme zitterte seltsam. Sonja horchte auf: — Was ist los, Kati? Wie war die Hochzeit? — Ein einziges Theater, — Kati schniefte. — Furchtbar! Ich bin früher gegangen und sitze jetzt im Taxi. Katastrope… — Na los, erzähl, — forderte Sonja auf. — Es fing gleich morgens an. Wir waren beim Make-up, und Jenny bekam einen Drama-Anfall im Studio. Lisa war gestern mit dem Fahrrad gefallen, Arm eingegipst, klassisch weiß. Jenny hat sie beim Anblick fast angebrüllt: „Warum bist du Fahrrad gefahren? Du wusstest von der Hochzeit! Jetzt hast du alles ruiniert! Dieser Gips wird jede Aufnahme zerstören!“ — Ernsthaft? — Sonja riss die Augen auf. — Und Lisa? — Stand da und heulte. Jenny rief den Fotografen an: „Die mit Gips nicht ablichten! Oder so schneiden, dass der Arm unsichtbar ist, kein Foto neben mir. Verstanden?“ Lisa war den halben Abend auf der Toilette. Aber das war noch harmlos. Des Bräutigams Uroma kam — uralt, achtundachtzig, konnte kaum laufen. Sie trug ihr schönstes Kleid, graues, mit Spitze. Eben ihr Bestes. Jenny fiel ihr am Eingang an: „Oma, wir hatten doch gebeten: Kein Grau! Das ist ein Trauer-Farbton!“ Die Oma war völlig verwirrt, nuschelte was, sie hätte nichts anderes gehabt. Jenny wollte sie dann nicht zur Fotosession lassen. Die Schwiegermutter klappte fast aus dem Stuhl. Stand auf und sagte vor allen: „Bist du verrückt? Die Frau ist achtundachtzig und hat einen weiten Weg gemacht — und du verbietest ihr, weil sie kein anderes Kleid hat?“ Streit dauerte zwanzig Minuten. Der Bräutigam stand wie gekochter Hummer, wusste nicht wohin. Sonja konnte kaum glauben, dass es hier um ihre frühere Freundin Jenny ging, mit der sie einst Eis auf der Parkbank schleckte. — Es kam noch besser, — fuhr Kati fort. — Marina bekam Fieberbläschen auf die Lippen. Passiert halt, Stress. Jenny: „Du hättest das abdecken oder gleich zuhause bleiben können! Auf den Nahaufnahmen sieht man das!“ Und Oksana bekam Ärger wegen ihrer Nägel. Eigentlich türkis lackiert — wie gewünscht —, aber ein Nagel brach ab, sie lackierte dann notgedrungen in Rot um, da sie keinen türkisen Lack daheim hatte. Jenny entdeckte das Rot, als Oksana ihr das Glas anreichte, und hätte ihr das fast über den Kopf gekippt. Brüllte, Oksana habe das extra gemacht, um aufzufallen und Jennys Fotos zu ruinieren. — Sie ist völlig durchgedreht! — entfuhr es Sonja. — Total. Den ganzen Abend hatte sie ein Gesicht, als wolle sie jemanden aufessen. Lachte nicht einmal ehrlich. Immer hat sie an uns gezerrt, Korrekturen gemacht: Haltung, Schultern… Und der Knaller kam am Schluss. Weißt du, wie sie den Brautstrauß warf? — Wie? — Sie wollte, dass der Fotograf perfekt einfängt. Deshalb holte sie besonders weit aus, drehte sich — und warf das Ding direkt gegen das DJ-Pult. Da standen Geräte, zig Kabel — der schwere Strauß fegte alles runter. Musik aus. DJ schockiert. Jenny drehte sich zu uns, den Bräutjungfern, und kreischte: „Warum fängt niemand?! Ihr habt absichtlich gestanden wie die Deppen! Ihr ruiniert mir den wichtigsten Moment! Faule Geizhälse!“ — Geizhälse? — fragte Sonja nach. — Ja, wörtlich! Meinte, wir könnten nur fressen, aber keine ordentliche Fotoszenerie liefern. Weißt du, Sonja, ich saß da in dem Kleid, bekam kaum Luft, schaute auf meine türkis lackierten Finger — und fragte mich, warum ich überhaupt da bin. Siebenzig fürs Make-up, 120 fürs Kleid, 100 ins Kuvert… Dreihundert für Beleidigungen. Sonja legte nach dem Gespräch auf und sah in den Spiegel. Sie trug gewöhnliches T-Shirt. Die Haut rein, Nägel gepflegt — ohne Lack, Haare zum Zopf gebunden. Auf dem Flurregal lag das Kuvert mit zurückbehaltener Barreserve. Morgen würde sie die Laptoprate tilgen. Sie hatte also nichts verloren? Zwei Tage später postete Jenny auf Instagram eine „Karussell“-Serie traumhafter Fotos. Brautjungfern in türkisen Kleidern, Braut in strahlendem Weiß. Schön, ja, sogar luxuriös. Auch der Kommentar saß: „Mein vollkommen perfekter Tag. Danke an alle, die diesen Traum mit mir geteilt haben. Schade, dass einige ‚Freunde‘ zu kleinlich waren, um das Ausmaß zu begreifen. Aber das Leben ordnet alles. Gott ist ihr Richter, ich vergebe!“ Sonja las das — und schnitt eine Grimasse. Nett, wie sie „verzeiht“. Sie klickte in Jennys Profil auf die drei Punkte und dann auf „Blockieren“. Sie wollte nie wieder wissen, was aus Jennys Leben wird. Soll sie machen wie sie will. *** Ein Monat später war Kati bei Sonja zu Gast. Sie tranken Tee in der Küche. — Schon gehört? — platzte Kati heraus. — Unsere Königin hat richtig was gerissen… Das ist der Hammer! Sonja zuckte die Schultern. — Nee, ich verfolge das nicht. Was ist los? — Der Hochzeitsfotograf klagt sie an! Sie lässt ihm das Geld nicht auszahlen. Sie behauptet, auf vierzig Prozent der Bilder hätten die Brautjungfern wegen seiner Beleuchtung „die falsche Türkis-Nuance“. Stell dir das vor! Zwölf Stunden hat der geschuftet, und dann so was! — Ganz ihr Stil, — schnaubte Sonja. — Und der Ehemann? Martin? Kati lachte. — Martin hat letzte Woche die Scheidung eingereicht. Nicht mal bis zu den Flitterwochen haben sie’s geschafft. Heißt, am zweiten Tag nach der Hochzeit hat Jenny seiner Mutter einen riesen Aufstand gemacht, weil Oma „das Hochzeitsvideo mit ihrem Kleid ruiniert“ habe. Martin versuchte, sie zu beruhigen — darauf Jenny: „Du bist ein Waschlappen, kannst nicht mal deine Familie schützen!“ Er hat seine Sachen gepackt — und ist weg. Kein Bock auf so eine Selbstverliebte. Sonja blickte aus dem Fenster. — Weißt du, Kati, — sagte sie leise. — Ich hatte echt Schuldgefühle, dass ich die 190 Euro nicht auftreiben und den Wunsch nach Einheit erfüllen konnte. Jetzt, nach all dem, weiß ich: Ich habe genau das Richtige getan! Kati nickte. — Ich hab mein Kleid übrigens verkauft, — gestand sie. — Für dreißig Euro. Davon hab ich mir eine Riesentorte gekauft — und alleine aufgegessen. Das war die beste Torte meines Lebens. Die beiden lachten herzlich — und beschlossen, demnächst gemütlich ins Kino zu gehen. Kein Grund zur Sorge — bei ihnen lief alles bestens. Die ehemalige Freundin kann jetzt sehen, wie sie klarkommt.
Die ehemalige Freundin Ernsthaft? Du willst auf eine Hochzeit kommen, bei der das Festmahl zweihundert
Homy
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010
Die Wohnung fürs Alter – Wenn das eigene Zuhause zum Zankapfel wird: Ninas Entscheidung zwischen Schlüsselhoheit, Familienwünschen und deutschem Erbrecht
Wohnung fürs Alter Ich, Reinhard, saß in der kleinen Küche meiner Mutter und beobachtete, wie sie akkurat
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Herzversprechen: Wie ein Fremder zum Vater wurde
Versprechen des Herzens: Wenn ein Fremder zum Vater wird Onkel bitte, nimm meine kleine Schwester mit.
Homy
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012
Meine Schwiegermutter versuchte, meinen Mann und mich auseinanderzubringen – doch ich schaltete beim nächsten Telefonat einfach die Freisprechanlage ein
Hast du wieder Geld an deine Mutter überwiesen? Meine Mutter hat mir gesagt, sie habe in deiner Banking-App
Homy
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08
Meine Schwiegermutter verlangt einen Schlüssel zu meiner Wohnung, um während meiner Arbeitszeit unangekündigt die Sauberkeit zu kontrollieren – Als Tamara Schmitt mit einem Löffel Himbeermarmelade beiläufig nach dem Ersatzschlüssel fragt, stockt mir fast der Atem. Die Vorstellung, dass sie in meiner (eigenen, hart erarbeiteten) Wohnung herumschnüffelt, während ich im Büro arbeite, lässt mir keine Ruhe. Doch ich halte dagegen: In unserer Wohnung bestimmen wir selbst, wann und wie geputzt wird – und wer einen Schlüssel bekommt!
Und wann bekomme ich dann endlich meinen Zweitschlüssel? fragte Renate Feldmann im gewohnt sachlichen
Homy
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016
Verwandte sind beleidigt, weil ich sie nicht in meine leerstehende Wohnung gelassen habe, und sprechen nun kein Wort mehr mit mir: „Soll die Wohnung etwa verstauben und vom Schimmel befallen werden? Wände brauchen Leben, sonst verkommt eine Wohnung, das weiß jeder Handwerker! Und schließlich ist Familie doch wichtiger als Geld, oder?“ Wie ich mich gegen den Erwartungsdruck der Familie behauptete, meinen Cousin nicht kostenfrei einziehen zu lassen, warum mir bis heute Vorwürfe und Funkstille entgegenschlagen – und wie ich trotzdem gelernt habe, meinen eigenen Weg zu gehen.
Freitagabend, 18:47 Uhr. Manchmal frage ich mich wirklich, wo bei manchen Menschen die Grenzen liegen
Homy