Ex-Freundin — Meinst du das ernst? Du willst auf eine Hochzeit kommen, bei der das Menü achtzig Euro pro Person kostet, und kein Geschenk mitbringen, weil du dir ein Kleid gekauft hast? Das Kleid bleibt doch bei dir! Du kannst es doch noch im Restaurant, im Theater tragen… — Ich trage aber kein Türkis, Jenny. Das habe ich dir schon drei Mal gesagt. — Also, so geht das nicht, — schnappte die Braut. — Entweder du hältst dich an den Dresscode und benimmst dich wie eine richtige Freundin, oder… ich weiß auch nicht. Das Glas auf dem Couchtisch vibrierte unmerklich, so oft ploppten die Benachrichtigungen im Gruppenchat auf. Sonja bemühte sich, nicht aufs Display zu schauen, aber die Zahl im roten Kreis — 148 Nachrichten in einer Stunde — setzte ihr gehörig zu. Die Gruppe hieß „Jennys Türkis-Traumhochzeit“. Auf dem Profilbild strahlte die Freundin im Schleier. Schließlich gab Sonja auf und entsperrte das Handy. „Mädels, ich habe eine Visagistin gefunden!“, schrieb Jenny. „Maniküre bitte ausschließlich im Farbton ‚Meeresbrise‘, Lack Nummer 312. Kein Nude, kein transparenter Lack. Nur diese Farbe. Und der Pediküre ebenso! Das Make-up ist auch festgelegt: türkise Eyeliner und schimmernde Lidschatten. Make-up am Freitagmorgen, Maniküre Donnerstagabend. Adresse schicke ich noch. Jede zahlt selbst, aber dank mir mit Rabatt, nur siebenzig Euro fürs Komplettpaket.“ Langsam legte Sonja das Handy weg. Siebzig Euro für Make-up und Nägel, die sie nach zwei Tagen wieder entfernt. Dazu das Kleid aus Seidensatin in Algen-Türkis, das Jenny allen sieben Brautjungfern verordnet hatte — 120 Euro. Ein Kleid, das Sonja garantiert nie wieder tragen würde, weil Türkis ihr Gesicht kränklich wirken ließ. Macht mindestens 190 Euro — nur für den „Look“ an einem fremden Festtag. Nach zwei Kreditraten und der gekürzten Gehaltszahlung hatte Sonja noch genau 150 Euro für den Rest des Monats. Und da war noch der Fahrtweg, das Geschenk, passende Schuhe… — Jenny? Sonja rief die Freundin nach zehn Minuten an. — Wir müssen reden. Über Samstag und die Maniküre. — Och Sonja, jetzt fang nicht an, — tadelte Jenny. — Ich hab mir alles genau überlegt. Der Fotograf hat gesagt, die Türkispalette auf euren Kleidern wird neben meinem weißen Kleid göttlich aussehen. — Jenny, das alles kostet mich fast zweihundert Euro. Das sind meine allerletzten Reserven. Und bunte Nägel mache ich nie, du weißt das. Ich trage immer nur Pflege. Und das Kleid… darin sehe ich furchtbar aus. Lass mich bitte mein dunkelblaues Festkleid anziehen. Es ist elegant, teuer und ich habe es erst einmal getragen. — Blau?! Sonja, das ist doch wohl ein Witz! Meine Tischdecken und Servietten sind türkis. Willst du mir etwa die Gesamtästhetik ruinieren? — Ich will einfach Gast sein, Jenny. Deine Freundin — kein Deko-Objekt. Wenn du aber auf dem Outfit bestehst, dann lass uns wenigstens einen Deal machen: Ich kaufe das alles, schminke mich wie du willst, aber dann war das mein Geschenk. Das Geld reicht nicht auch noch für einen Umschlag. — Meinst du das ernst? Du kommst auf eine Hochzeit, mit achtzig Euro Menü pro Person, und bringst dann nichts mit, weil du das Kleid gekauft hast? Das Kleid kannst du weiter tragen! Im Restaurant, im Theater… — Ich trage kein Türkis, Jenny. Das habe ich dir wirklich schon oft gesagt. — Also, entweder du hältst dich an den Dresscode wie eine normale Freundin oder… ich weiß auch nicht. Vielleicht solltest du dann besser gar nicht kommen, wenn du mir wegen meines wichtigsten Tages das Leben so schwer machst? — Wahrscheinlich sollte ich wirklich nicht kommen, — flüsterte Sonja. — Tut mir leid. Sie legte auf und verließ den Gruppenchat. Es tat etwas weh, aber zugleich kam ein seltsames Gefühl von Freiheit auf. Die 190 Euro — und ihre Nerven — gehörten wieder ihr. *** Eine Woche später, am Tag der Hochzeit, saß Sonja mit einem Buch zuhause. Sie vermied bewusst die sozialen Netzwerke, um sich nicht zu schaden. Abends aber klingelte das Handy. Katis Name erschien — die einzige Freundin, die bei Jennys Bedingungen mitgemacht hatte. — Hi Sonja, — Katis Stimme zitterte seltsam. Sonja horchte auf: — Was ist los, Kati? Wie war die Hochzeit? — Ein einziges Theater, — Kati schniefte. — Furchtbar! Ich bin früher gegangen und sitze jetzt im Taxi. Katastrope… — Na los, erzähl, — forderte Sonja auf. — Es fing gleich morgens an. Wir waren beim Make-up, und Jenny bekam einen Drama-Anfall im Studio. Lisa war gestern mit dem Fahrrad gefallen, Arm eingegipst, klassisch weiß. Jenny hat sie beim Anblick fast angebrüllt: „Warum bist du Fahrrad gefahren? Du wusstest von der Hochzeit! Jetzt hast du alles ruiniert! Dieser Gips wird jede Aufnahme zerstören!“ — Ernsthaft? — Sonja riss die Augen auf. — Und Lisa? — Stand da und heulte. Jenny rief den Fotografen an: „Die mit Gips nicht ablichten! Oder so schneiden, dass der Arm unsichtbar ist, kein Foto neben mir. Verstanden?“ Lisa war den halben Abend auf der Toilette. Aber das war noch harmlos. Des Bräutigams Uroma kam — uralt, achtundachtzig, konnte kaum laufen. Sie trug ihr schönstes Kleid, graues, mit Spitze. Eben ihr Bestes. Jenny fiel ihr am Eingang an: „Oma, wir hatten doch gebeten: Kein Grau! Das ist ein Trauer-Farbton!“ Die Oma war völlig verwirrt, nuschelte was, sie hätte nichts anderes gehabt. Jenny wollte sie dann nicht zur Fotosession lassen. Die Schwiegermutter klappte fast aus dem Stuhl. Stand auf und sagte vor allen: „Bist du verrückt? Die Frau ist achtundachtzig und hat einen weiten Weg gemacht — und du verbietest ihr, weil sie kein anderes Kleid hat?“ Streit dauerte zwanzig Minuten. Der Bräutigam stand wie gekochter Hummer, wusste nicht wohin. Sonja konnte kaum glauben, dass es hier um ihre frühere Freundin Jenny ging, mit der sie einst Eis auf der Parkbank schleckte. — Es kam noch besser, — fuhr Kati fort. — Marina bekam Fieberbläschen auf die Lippen. Passiert halt, Stress. Jenny: „Du hättest das abdecken oder gleich zuhause bleiben können! Auf den Nahaufnahmen sieht man das!“ Und Oksana bekam Ärger wegen ihrer Nägel. Eigentlich türkis lackiert — wie gewünscht —, aber ein Nagel brach ab, sie lackierte dann notgedrungen in Rot um, da sie keinen türkisen Lack daheim hatte. Jenny entdeckte das Rot, als Oksana ihr das Glas anreichte, und hätte ihr das fast über den Kopf gekippt. Brüllte, Oksana habe das extra gemacht, um aufzufallen und Jennys Fotos zu ruinieren. — Sie ist völlig durchgedreht! — entfuhr es Sonja. — Total. Den ganzen Abend hatte sie ein Gesicht, als wolle sie jemanden aufessen. Lachte nicht einmal ehrlich. Immer hat sie an uns gezerrt, Korrekturen gemacht: Haltung, Schultern… Und der Knaller kam am Schluss. Weißt du, wie sie den Brautstrauß warf? — Wie? — Sie wollte, dass der Fotograf perfekt einfängt. Deshalb holte sie besonders weit aus, drehte sich — und warf das Ding direkt gegen das DJ-Pult. Da standen Geräte, zig Kabel — der schwere Strauß fegte alles runter. Musik aus. DJ schockiert. Jenny drehte sich zu uns, den Bräutjungfern, und kreischte: „Warum fängt niemand?! Ihr habt absichtlich gestanden wie die Deppen! Ihr ruiniert mir den wichtigsten Moment! Faule Geizhälse!“ — Geizhälse? — fragte Sonja nach. — Ja, wörtlich! Meinte, wir könnten nur fressen, aber keine ordentliche Fotoszenerie liefern. Weißt du, Sonja, ich saß da in dem Kleid, bekam kaum Luft, schaute auf meine türkis lackierten Finger — und fragte mich, warum ich überhaupt da bin. Siebenzig fürs Make-up, 120 fürs Kleid, 100 ins Kuvert… Dreihundert für Beleidigungen. Sonja legte nach dem Gespräch auf und sah in den Spiegel. Sie trug gewöhnliches T-Shirt. Die Haut rein, Nägel gepflegt — ohne Lack, Haare zum Zopf gebunden. Auf dem Flurregal lag das Kuvert mit zurückbehaltener Barreserve. Morgen würde sie die Laptoprate tilgen. Sie hatte also nichts verloren? Zwei Tage später postete Jenny auf Instagram eine „Karussell“-Serie traumhafter Fotos. Brautjungfern in türkisen Kleidern, Braut in strahlendem Weiß. Schön, ja, sogar luxuriös. Auch der Kommentar saß: „Mein vollkommen perfekter Tag. Danke an alle, die diesen Traum mit mir geteilt haben. Schade, dass einige ‚Freunde‘ zu kleinlich waren, um das Ausmaß zu begreifen. Aber das Leben ordnet alles. Gott ist ihr Richter, ich vergebe!“ Sonja las das — und schnitt eine Grimasse. Nett, wie sie „verzeiht“. Sie klickte in Jennys Profil auf die drei Punkte und dann auf „Blockieren“. Sie wollte nie wieder wissen, was aus Jennys Leben wird. Soll sie machen wie sie will. *** Ein Monat später war Kati bei Sonja zu Gast. Sie tranken Tee in der Küche. — Schon gehört? — platzte Kati heraus. — Unsere Königin hat richtig was gerissen… Das ist der Hammer! Sonja zuckte die Schultern. — Nee, ich verfolge das nicht. Was ist los? — Der Hochzeitsfotograf klagt sie an! Sie lässt ihm das Geld nicht auszahlen. Sie behauptet, auf vierzig Prozent der Bilder hätten die Brautjungfern wegen seiner Beleuchtung „die falsche Türkis-Nuance“. Stell dir das vor! Zwölf Stunden hat der geschuftet, und dann so was! — Ganz ihr Stil, — schnaubte Sonja. — Und der Ehemann? Martin? Kati lachte. — Martin hat letzte Woche die Scheidung eingereicht. Nicht mal bis zu den Flitterwochen haben sie’s geschafft. Heißt, am zweiten Tag nach der Hochzeit hat Jenny seiner Mutter einen riesen Aufstand gemacht, weil Oma „das Hochzeitsvideo mit ihrem Kleid ruiniert“ habe. Martin versuchte, sie zu beruhigen — darauf Jenny: „Du bist ein Waschlappen, kannst nicht mal deine Familie schützen!“ Er hat seine Sachen gepackt — und ist weg. Kein Bock auf so eine Selbstverliebte. Sonja blickte aus dem Fenster. — Weißt du, Kati, — sagte sie leise. — Ich hatte echt Schuldgefühle, dass ich die 190 Euro nicht auftreiben und den Wunsch nach Einheit erfüllen konnte. Jetzt, nach all dem, weiß ich: Ich habe genau das Richtige getan! Kati nickte. — Ich hab mein Kleid übrigens verkauft, — gestand sie. — Für dreißig Euro. Davon hab ich mir eine Riesentorte gekauft — und alleine aufgegessen. Das war die beste Torte meines Lebens. Die beiden lachten herzlich — und beschlossen, demnächst gemütlich ins Kino zu gehen. Kein Grund zur Sorge — bei ihnen lief alles bestens. Die ehemalige Freundin kann jetzt sehen, wie sie klarkommt.

Die ehemalige Freundin

Ernsthaft? Du willst auf eine Hochzeit kommen, bei der das Festmahl zweihundert Euro pro Kopf kostet, und schenkst nichts, weil du dir ein Kleid gekauft hast? Das Kleid bleibt doch dir! Du kannst es im Restaurant tragen, ins Theater
Ich trage kein Türkis, Friederike. Das habe ich dir schon drei Mal gesagt.
Also gut, schnitt die Braut ab, entweder hältst du dich an den Dresscode und benimmst dich wie eine normale Freundin, oder… ich weiß auch nicht.
Das Glas auf dem Couchtisch vibrierte kaum merklich vor lauter neuen Nachrichten in der gemeinsamen Gruppe.

Sonja versuchte, nicht auf den Bildschirm zu schauen, doch der Zähler im roten Kreis einhundertachtundvierzig Nachrichten in einer Stunde drückte auf ihre Stimmung.

Die Gruppe hieß Friederikes Türkis-Traum. Auf dem Profilbild grinste die Freundin im Schleier.

Am Ende gab Sonja nach und entsperrte das Handy.

Mädels, ich habe eine Kosmetikerin gefunden!, hatte Friederike geschrieben. Die Maniküre muss genau in ‘Meeresgrün’ sein, Lack Nummer dreihundertzwölf.

Kein Nude, kein Klarlack. Nur dieser Ton. Pediküre ebenso!

Das Make-up ist auch abgestimmt: Türkisblaue Lidstriche und glitzernde Lidschatten.

Make-up-Termin ist Freitagmorgen, Maniküre am Donnerstagabend. Adresse schicke ich euch.

Jede zahlt selbst, ich habe einen Rabatt bekommen, kostet zusammen nur siebenhundert Euro.

Langsam legte Sonja das Handy zurück.

Siebenhundert für Nägel und Schminke, die nach zwei Tagen ab sind.

Dazu noch zwölfhundert Euro für ein Atlaskleid in Seetang-Türkis, das Friederike für alle sieben Freundinnen ausgewählt hatte.

Ein Kleid, das Sonja nie mehr tragen würde, denn Türkis machte ihr Gesicht fahl wie das einer Wasserleiche.

Macht am Ende neunzehnhundert Euro nur für das Outfit auf einer fremden Feier.

Im Portemonnaie hatte Sonja nach zwei Kreditraten und der gekürzten Gehaltsauszahlung exakt fünfzehnhundert Euro für den Rest des Monats.

Dazu die Fahrtkosten, das Geschenk, Schuhe zum Kleid…

Friederike, sagte Sonja ins Handy, zehn Minuten später, wir müssen reden. Über Samstag und die Maniküre.

Oh Sonja, fang nicht schon wieder an, quengelte Friederike genervt. Ich habe alles durchdacht. Der Fotograf sagt, zum Kontrast meines weißen Kleides wird euer Türkis göttlich aussehen.

Friederike, das sind insgesamt neunzehnhundert Euro. Die habe ich nicht. Also, ich hätte sie, aber dann wäre das mein letztes Geld.

Ich mache keinen farbigen Lack, weißt du doch. Immer nur gepflegte Nägel, mehr nicht.

Und das Kleid… ich sehe darin einfach schrecklich aus.

Kann ich nicht mein dunkelblaues tragen? Das ist elegant, teuer, hab ich bisher nur einmal angehabt.

Blau? Sonja, willst du mich veralbern? Die Tische bekommen türkisfarbene Tischtücher und Servietten. Willst du etwa alles kaputtmachen?

Ich möchte einfach nur als Freundin dort sein, Friederike. Nicht als Deko.

Wenn du auf dem Kostüm bestehst, lass uns Folgendes ausmachen: Ich kaufe alles, mache das Make-up, aber das ist dann auch mein Geschenk.

Ich kann dir keinen Umschlag Geld mehr überreichen, weil alles für deine Pläne draufgeht.

Im Ernst? Du willst auf eine Hochzeit, bei der das Bankett zweihundert Euro pro Kopf kostet, und schenkst nichts, weil du dir ein Kleid gekauft hast?

Das bleibt doch dir! Trage es im Restaurant, Theater…

Ich trage kein Türkis, Friederike. Habe ich dir schon dreimal gesagt.

Also, sagte die Braut mit kalter Stimme, entweder du machst mit, wie alle anderen, oder… ich weiß nicht.

Vielleicht solltest du gar nicht kommen, wenn du so kleinlich bist wegen meines großen Tages?

Vielleicht sollte ich wirklich nicht, antwortete Sonja leise. Tut mir leid.

Sie beendete das Gespräch und verließ sofort den Gruppenchat.

In ihrer Brust zog es ein wenig, doch gleichzeitig kam ein seltsames Gefühl von Freiheit.

Neunzehnhundert Euro blieben ihr. Nerven auch.

***

Eine Woche später, am Tag der Hochzeit, saß Sonja mit einem Buch auf dem Sofa. Absichtlich mied sie soziale Netzwerke, um nicht an der Wunde zu kratzen. Doch am Abend klingelte das Handy.

Katis Name erschien die Freundin, die alles für Friederike mitgemacht hatte.

Hi Sonja, Katis Stimme zitterte seltsam.

Sonja wurde hellhörig:

Na, was ist los? Wie läuft die Hochzeit?

War wie ein Zirkus, schniefte Kati. Der reinste Albtraum! Ich bin früher abgehauen, sitz jetzt im Taxi. Unglaublich…

Erzähl schon, befahl Sonja.

Es fing morgens an. Make-up-Termin, und Friederike bekam gleich einen Anfall im Salon.

Lisa war einen Tag vorher mit dem Fahrrad gestürzt, ihr Arm in Gips. (Ganz normale, weiße Gipsschiene.)

Friederike sah sie und brüllte draußen über die Straße: Warum bist du Rad gefahren? Du wusstest doch von der Hochzeit! Jetzt ruinierst du alle Fotos! Dieser Gips ist eine Katastrophe!

Wirklich? Augen aufgerissen. Und Lisa?

Stand da und weinte. Und Friederike telefonierte mit dem Fotografen: Die mit dem Gips am besten nicht fotografieren. Oder so schneiden, dass der Arm nicht drauf ist.

Neben mich stellst du sie jedenfalls nicht. Ist das klar?

Lisa verbrachte dann den halben Abend auf der Toilette. Und das war noch das Mindeste.

Später kam die Uroma des Bräutigams. Die ist schon über fünfundachtzig, geht kaum noch.

Sie trug ihr Festkleid ein graues, mit Spitze, ihr Bestes.

Friederike fiel gleich über sie her: Oma, wir haben doch gesagt: kein Grau! Das ist eine Trauerfarbe!

Arme Oma stotterte nur, dass sie nichts anderes habe. Friederike ließ sie dann ebenfalls nicht zur Fotosession zu.

Die Schwiegermutter des Bräutigams wäre fast vom Stuhl gefallen, stand wutentbrannt auf und rief vor allen Gästen: Was machst du da? Die Frau ist fünfundachtzig, ist extra hierher gekommen, und du regst dich wegen der Kleidfarbe auf?

Zwanzig Minuten Gezeter. Der Bräutigam knallrot im Gesicht, wusste nicht, wohin mit sich.

Sonja hörte und konnte kaum glauben, dass das die Friederike war, mit der sie früher Eis gegessen hatte im Park.

Aber das Beste kam noch, fuhr Kati fort. Bei Marina war Lippenherpes ausgebrochen. Stress, Erkältung, kennt man ja.

Friederike ging zu ihr und sagte eiskalt: Hättest du das nicht abdecken können? Oder besser zuhause geblieben? Auf den Nahaufnahmen sieht man das!

Und Oxana bekam Ärger wegen ihrer Nägel. Sie hatte am Vortag das Türkis gemacht, wie gewünscht, aber ein Nagel brach kurz vor der Hochzeit, sie lackierte alle rot türkis hatte sie nicht da.

Friederike sah die roten Nägel, als Oxana ihr ein Glas reichte, und schüttete ihr das Glas fast über den Kopf.

Brüllte, Oxana hätte das mit Absicht gemacht, um aufzufallen und ihr den Moment zu stehlen.

Sie ist ja völlig drüber, keuchte Sonja.

Ja. Das ganze Gesicht die ganze Zeit wie eine Furie. Kein Lächeln, alles Gezeter.

Sie zupfte unsere Kleider, rückte uns gerade, fauchte, wir sollen nicht so dastehen wie Kartoffelsäcke.

Und dann das Finale.

Weißt du, wie sie den Brautstrauß geworfen hat?

Wie denn?

Sie wollte unbedingt, dass der Fotograf den perfekten Flug aufnimmt. Holte aus, warf… und traf prompt das DJ-Pult.

Das schwere Bouquet fegte Kabel und Mischpult weg, alles war ruiniert.

Musik aus, DJ fassungslos. Friederike drehte sich zu uns, wir Freundinnen standen da und sie schrie:

Warum hat keine von euch gefangen? Ihr standet da wie Golems! Ihr habt meinen wichtigsten Moment ruiniert! Ihr armseligen Versagerinnen!

Armselige Versagerinnen? Sonja.

Ja, genauso. Meinte, wir könnten nur fressen, aber nicht für ein gescheites Foto sorgen.

Weißt du, Sonja, ich stand da in dem Kleid, die Rippen eingequetscht, schaute auf meine türkis lackierten Finger und fragte mich: Warum bin ich hier?

Siebenhundert für Make-up, zwölfhundert fürs Kleid, hundert fürs Geschenk…

Dreitausend, nur um als Versagerin beschimpft zu werden.

Sonja legte nach dem Gespräch das Handy auf den Tisch, trat zum Spiegel.

Sie trug ein gewöhnliches Shirt.

Die Haut rein, die Nägel gepflegt mit Klarlack, die Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden.

Im Flur lag der Umschlag mit dem ersparten Geld. Morgen würde sie damit einen Teil des Laptop-Kredits abbezahlen. Im Grunde hatte sie nichts verloren.

Zwei Tage später stellte Friederike einen Beitrag ins Netz mit einer Bilder-Karussellshow: Zehn perfekte Hochzeitsfotos.

Freundinnen im Türkis, Braut in blendendem Weiß. Prächtig, keine Frage.

Dazu schrieb sie:

Mein makelloser Tag. Danke allen, die dieses Märchen mit mir geteilt haben. Schade, dass manche Freunde zu kleinkariert waren, um die Größe des Moments zu verstehen.

Aber jeder kriegt, was er verdient. Gott wirds schon richten ich vergebe!

Sonja las und schnaubte. Klar, sie vergibt

Sie klickte auf Friederikes Profil, tippte auf die drei Punkte oben rechts und wählte Blockieren.

Sie wollte nicht wissen, wie Friederikes Leben weiterläuft. Soll sie doch sehen, wie sie klarkommt.

***

Einen Monat später kam Kati zu Sonja auf einen Tee.

Hast dus gehört? Kati wurde plötzlich lebhaft. Unsere Hochzeitskönigin hat wieder zugeschlagen Es ist kaum zu fassen!

Sonja zuckte mit den Schultern.

Nee, kümmere mich nicht mehr drum. Was ist los?

Der Fotograf verklagt Friederike. Sie hat die Restzahlung verweigert.

Sie meint, auf vierzig Prozent aller Bilder hätten die Freundinnen den falschen Türkiston, weil das Licht nicht stimmte. Glaubst du das?

Zwölf Stunden Arbeit, und sie meckert am Farbton herum.

Hat nur dreißig Prozent bezahlt, den Rest behält sie!

Das ist voll ihr Stil, Sonja lachte trocken. Und ihr Mann? Sebastian?

Kati grinste.

Sebastian hat sich vor einer Woche scheiden lassen. Sie sind nicht mal in die Flitterwochen nach Mallorca gefahren.

Schon am zweiten Tag nach der Hochzeit machte Friederike einen Riesenskandal bei seiner Mutter.

Sie verlangte, dass die Familie das Fest bezahlt, weil Oma ihr Hochzeitsvideo ruiniert habe.

Sebastian versuchte zu schlichten, aber sie nannte ihn einen Waschlappen unfähig, die Familie zu schützen.

Tja, er packte seine Sachen und zog aus. Meinte, mit so einer eingebildeten Kröte hält er es nicht aus.

Sonja sah aus dem Küchenfenster.

Weißt du, Kati, sagte sie, damals hatte ich echt ein schlechtes Gewissen, weil ich die neunzehnhundert Euro nicht hatte und nicht ins Bild passte. Jetzt höre ich das alles und denke alles richtig gemacht!

Kati nickte.

Ich hab mein Kleid verkauft, gestand sie. Für dreihundert. Davon hab ich mir eine Riesentorte gekauft und allein verputzt. War die leckerste Torte meines Lebens.

Die beiden Frauen lachten laut, dann schmiedeten sie Pläne fürs Kino. Kein Grund zum Grübeln bei ihnen läuft alles bestens. Und die ehemalige Freundin soll ihre Probleme jetzt selbst lösen.

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Homy
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Ex-Freundin — Meinst du das ernst? Du willst auf eine Hochzeit kommen, bei der das Menü achtzig Euro pro Person kostet, und kein Geschenk mitbringen, weil du dir ein Kleid gekauft hast? Das Kleid bleibt doch bei dir! Du kannst es doch noch im Restaurant, im Theater tragen… — Ich trage aber kein Türkis, Jenny. Das habe ich dir schon drei Mal gesagt. — Also, so geht das nicht, — schnappte die Braut. — Entweder du hältst dich an den Dresscode und benimmst dich wie eine richtige Freundin, oder… ich weiß auch nicht. Das Glas auf dem Couchtisch vibrierte unmerklich, so oft ploppten die Benachrichtigungen im Gruppenchat auf. Sonja bemühte sich, nicht aufs Display zu schauen, aber die Zahl im roten Kreis — 148 Nachrichten in einer Stunde — setzte ihr gehörig zu. Die Gruppe hieß „Jennys Türkis-Traumhochzeit“. Auf dem Profilbild strahlte die Freundin im Schleier. Schließlich gab Sonja auf und entsperrte das Handy. „Mädels, ich habe eine Visagistin gefunden!“, schrieb Jenny. „Maniküre bitte ausschließlich im Farbton ‚Meeresbrise‘, Lack Nummer 312. Kein Nude, kein transparenter Lack. Nur diese Farbe. Und der Pediküre ebenso! Das Make-up ist auch festgelegt: türkise Eyeliner und schimmernde Lidschatten. Make-up am Freitagmorgen, Maniküre Donnerstagabend. Adresse schicke ich noch. Jede zahlt selbst, aber dank mir mit Rabatt, nur siebenzig Euro fürs Komplettpaket.“ Langsam legte Sonja das Handy weg. Siebzig Euro für Make-up und Nägel, die sie nach zwei Tagen wieder entfernt. Dazu das Kleid aus Seidensatin in Algen-Türkis, das Jenny allen sieben Brautjungfern verordnet hatte — 120 Euro. Ein Kleid, das Sonja garantiert nie wieder tragen würde, weil Türkis ihr Gesicht kränklich wirken ließ. Macht mindestens 190 Euro — nur für den „Look“ an einem fremden Festtag. Nach zwei Kreditraten und der gekürzten Gehaltszahlung hatte Sonja noch genau 150 Euro für den Rest des Monats. Und da war noch der Fahrtweg, das Geschenk, passende Schuhe… — Jenny? Sonja rief die Freundin nach zehn Minuten an. — Wir müssen reden. Über Samstag und die Maniküre. — Och Sonja, jetzt fang nicht an, — tadelte Jenny. — Ich hab mir alles genau überlegt. Der Fotograf hat gesagt, die Türkispalette auf euren Kleidern wird neben meinem weißen Kleid göttlich aussehen. — Jenny, das alles kostet mich fast zweihundert Euro. Das sind meine allerletzten Reserven. Und bunte Nägel mache ich nie, du weißt das. Ich trage immer nur Pflege. Und das Kleid… darin sehe ich furchtbar aus. Lass mich bitte mein dunkelblaues Festkleid anziehen. Es ist elegant, teuer und ich habe es erst einmal getragen. — Blau?! Sonja, das ist doch wohl ein Witz! Meine Tischdecken und Servietten sind türkis. Willst du mir etwa die Gesamtästhetik ruinieren? — Ich will einfach Gast sein, Jenny. Deine Freundin — kein Deko-Objekt. Wenn du aber auf dem Outfit bestehst, dann lass uns wenigstens einen Deal machen: Ich kaufe das alles, schminke mich wie du willst, aber dann war das mein Geschenk. Das Geld reicht nicht auch noch für einen Umschlag. — Meinst du das ernst? Du kommst auf eine Hochzeit, mit achtzig Euro Menü pro Person, und bringst dann nichts mit, weil du das Kleid gekauft hast? Das Kleid kannst du weiter tragen! Im Restaurant, im Theater… — Ich trage kein Türkis, Jenny. Das habe ich dir wirklich schon oft gesagt. — Also, entweder du hältst dich an den Dresscode wie eine normale Freundin oder… ich weiß auch nicht. Vielleicht solltest du dann besser gar nicht kommen, wenn du mir wegen meines wichtigsten Tages das Leben so schwer machst? — Wahrscheinlich sollte ich wirklich nicht kommen, — flüsterte Sonja. — Tut mir leid. Sie legte auf und verließ den Gruppenchat. Es tat etwas weh, aber zugleich kam ein seltsames Gefühl von Freiheit auf. Die 190 Euro — und ihre Nerven — gehörten wieder ihr. *** Eine Woche später, am Tag der Hochzeit, saß Sonja mit einem Buch zuhause. Sie vermied bewusst die sozialen Netzwerke, um sich nicht zu schaden. Abends aber klingelte das Handy. Katis Name erschien — die einzige Freundin, die bei Jennys Bedingungen mitgemacht hatte. — Hi Sonja, — Katis Stimme zitterte seltsam. Sonja horchte auf: — Was ist los, Kati? Wie war die Hochzeit? — Ein einziges Theater, — Kati schniefte. — Furchtbar! Ich bin früher gegangen und sitze jetzt im Taxi. Katastrope… — Na los, erzähl, — forderte Sonja auf. — Es fing gleich morgens an. Wir waren beim Make-up, und Jenny bekam einen Drama-Anfall im Studio. Lisa war gestern mit dem Fahrrad gefallen, Arm eingegipst, klassisch weiß. Jenny hat sie beim Anblick fast angebrüllt: „Warum bist du Fahrrad gefahren? Du wusstest von der Hochzeit! Jetzt hast du alles ruiniert! Dieser Gips wird jede Aufnahme zerstören!“ — Ernsthaft? — Sonja riss die Augen auf. — Und Lisa? — Stand da und heulte. Jenny rief den Fotografen an: „Die mit Gips nicht ablichten! Oder so schneiden, dass der Arm unsichtbar ist, kein Foto neben mir. Verstanden?“ Lisa war den halben Abend auf der Toilette. Aber das war noch harmlos. Des Bräutigams Uroma kam — uralt, achtundachtzig, konnte kaum laufen. Sie trug ihr schönstes Kleid, graues, mit Spitze. Eben ihr Bestes. Jenny fiel ihr am Eingang an: „Oma, wir hatten doch gebeten: Kein Grau! Das ist ein Trauer-Farbton!“ Die Oma war völlig verwirrt, nuschelte was, sie hätte nichts anderes gehabt. Jenny wollte sie dann nicht zur Fotosession lassen. Die Schwiegermutter klappte fast aus dem Stuhl. Stand auf und sagte vor allen: „Bist du verrückt? Die Frau ist achtundachtzig und hat einen weiten Weg gemacht — und du verbietest ihr, weil sie kein anderes Kleid hat?“ Streit dauerte zwanzig Minuten. Der Bräutigam stand wie gekochter Hummer, wusste nicht wohin. Sonja konnte kaum glauben, dass es hier um ihre frühere Freundin Jenny ging, mit der sie einst Eis auf der Parkbank schleckte. — Es kam noch besser, — fuhr Kati fort. — Marina bekam Fieberbläschen auf die Lippen. Passiert halt, Stress. Jenny: „Du hättest das abdecken oder gleich zuhause bleiben können! Auf den Nahaufnahmen sieht man das!“ Und Oksana bekam Ärger wegen ihrer Nägel. Eigentlich türkis lackiert — wie gewünscht —, aber ein Nagel brach ab, sie lackierte dann notgedrungen in Rot um, da sie keinen türkisen Lack daheim hatte. Jenny entdeckte das Rot, als Oksana ihr das Glas anreichte, und hätte ihr das fast über den Kopf gekippt. Brüllte, Oksana habe das extra gemacht, um aufzufallen und Jennys Fotos zu ruinieren. — Sie ist völlig durchgedreht! — entfuhr es Sonja. — Total. Den ganzen Abend hatte sie ein Gesicht, als wolle sie jemanden aufessen. Lachte nicht einmal ehrlich. Immer hat sie an uns gezerrt, Korrekturen gemacht: Haltung, Schultern… Und der Knaller kam am Schluss. Weißt du, wie sie den Brautstrauß warf? — Wie? — Sie wollte, dass der Fotograf perfekt einfängt. Deshalb holte sie besonders weit aus, drehte sich — und warf das Ding direkt gegen das DJ-Pult. Da standen Geräte, zig Kabel — der schwere Strauß fegte alles runter. Musik aus. DJ schockiert. Jenny drehte sich zu uns, den Bräutjungfern, und kreischte: „Warum fängt niemand?! Ihr habt absichtlich gestanden wie die Deppen! Ihr ruiniert mir den wichtigsten Moment! Faule Geizhälse!“ — Geizhälse? — fragte Sonja nach. — Ja, wörtlich! Meinte, wir könnten nur fressen, aber keine ordentliche Fotoszenerie liefern. Weißt du, Sonja, ich saß da in dem Kleid, bekam kaum Luft, schaute auf meine türkis lackierten Finger — und fragte mich, warum ich überhaupt da bin. Siebenzig fürs Make-up, 120 fürs Kleid, 100 ins Kuvert… Dreihundert für Beleidigungen. Sonja legte nach dem Gespräch auf und sah in den Spiegel. Sie trug gewöhnliches T-Shirt. Die Haut rein, Nägel gepflegt — ohne Lack, Haare zum Zopf gebunden. Auf dem Flurregal lag das Kuvert mit zurückbehaltener Barreserve. Morgen würde sie die Laptoprate tilgen. Sie hatte also nichts verloren? Zwei Tage später postete Jenny auf Instagram eine „Karussell“-Serie traumhafter Fotos. Brautjungfern in türkisen Kleidern, Braut in strahlendem Weiß. Schön, ja, sogar luxuriös. Auch der Kommentar saß: „Mein vollkommen perfekter Tag. Danke an alle, die diesen Traum mit mir geteilt haben. Schade, dass einige ‚Freunde‘ zu kleinlich waren, um das Ausmaß zu begreifen. Aber das Leben ordnet alles. Gott ist ihr Richter, ich vergebe!“ Sonja las das — und schnitt eine Grimasse. Nett, wie sie „verzeiht“. Sie klickte in Jennys Profil auf die drei Punkte und dann auf „Blockieren“. Sie wollte nie wieder wissen, was aus Jennys Leben wird. Soll sie machen wie sie will. *** Ein Monat später war Kati bei Sonja zu Gast. Sie tranken Tee in der Küche. — Schon gehört? — platzte Kati heraus. — Unsere Königin hat richtig was gerissen… Das ist der Hammer! Sonja zuckte die Schultern. — Nee, ich verfolge das nicht. Was ist los? — Der Hochzeitsfotograf klagt sie an! Sie lässt ihm das Geld nicht auszahlen. Sie behauptet, auf vierzig Prozent der Bilder hätten die Brautjungfern wegen seiner Beleuchtung „die falsche Türkis-Nuance“. Stell dir das vor! Zwölf Stunden hat der geschuftet, und dann so was! — Ganz ihr Stil, — schnaubte Sonja. — Und der Ehemann? Martin? Kati lachte. — Martin hat letzte Woche die Scheidung eingereicht. Nicht mal bis zu den Flitterwochen haben sie’s geschafft. Heißt, am zweiten Tag nach der Hochzeit hat Jenny seiner Mutter einen riesen Aufstand gemacht, weil Oma „das Hochzeitsvideo mit ihrem Kleid ruiniert“ habe. Martin versuchte, sie zu beruhigen — darauf Jenny: „Du bist ein Waschlappen, kannst nicht mal deine Familie schützen!“ Er hat seine Sachen gepackt — und ist weg. Kein Bock auf so eine Selbstverliebte. Sonja blickte aus dem Fenster. — Weißt du, Kati, — sagte sie leise. — Ich hatte echt Schuldgefühle, dass ich die 190 Euro nicht auftreiben und den Wunsch nach Einheit erfüllen konnte. Jetzt, nach all dem, weiß ich: Ich habe genau das Richtige getan! Kati nickte. — Ich hab mein Kleid übrigens verkauft, — gestand sie. — Für dreißig Euro. Davon hab ich mir eine Riesentorte gekauft — und alleine aufgegessen. Das war die beste Torte meines Lebens. Die beiden lachten herzlich — und beschlossen, demnächst gemütlich ins Kino zu gehen. Kein Grund zur Sorge — bei ihnen lief alles bestens. Die ehemalige Freundin kann jetzt sehen, wie sie klarkommt.
Eingeladen bei den Schwiegereltern: Die Entdeckung eines strahlenden Tischwunders