Jeden Morgen, bevor er zur Arbeit ging, hielt ein junger Mann für einen Moment vor dem Mehrfamilienhaus an, um ein streunendes Tier zu füttern, das oft in der Straße unterwegs war.

Jeden Morgen, bevor er ins Büro fuhr, hielt ein junger Mann kurz vor seinem Mehrfamilienhaus in Köln an, um einem tierischen Stammgast etwas Futter zu geben. Nur hatte er anfangs fest damit gerechnet, einem dieser typischen Stadtkatzen zu begegnen aber weit gefehlt.

Stattdessen war es eine graue Pitbull-Hündin, die heimlich, still und leise in seiner Straße aufgetaucht war. Kein Halsband, kein Zuhause, nur ein schüchterner Hundeblick, der so viel sagte wie: Vielleicht wirds ja diesmal was mit dem Glück.

Zunächst war die Dame auf vier Pfoten äußerst distanziert. Der junge Mann stellte morgens ein paar Würstchen und frisches Wasser an den Gehweg, und abends waren die Näpfe leer gefuttert Hund weg, Würstchen weg, so wars eben.

Langsam, mit der typischen deutschen Gemütlichkeit, tauchte dann doch Vertrauen auf. An manchen Tagen saß sie in sicherem Abstand und beobachtete kritisch, wie das Futter bereitgestellt wurde. Hin und wieder ein zartes Schwanzwedeln, als wollte sie sagen: So schlimm sind die Menschen wohl doch nicht.

Aber dann, eines Morgens, war das die pure Leere. Kein Hund weit und breit. Tagelang keine Spur. Keine Pfotenabdrücke, nicht mal ein Haar. Der Mann machte sich schon die dramatischsten Sorgen Köln ist groß, da kann viel passieren.

Als er gerade anfing, sich damit abzufinden, dass das Leben manchmal einfach so läuft da war sie plötzlich wieder da. Doch diesmal hatte sie Verstärkung dabei.

Als er die Autotür öffnete, schlich die Pitbull-Dame mit vorsichtigen Schritten heran, einen winzigen Welpen vorsichtig im Maul haltend. Sie schaute ihm direkt in die Augen, seufzte innerlich und legte den Nachwuchs ins Auto, als wäre das der einzige logische Schritt.

Kaum hatte er realisiert, was da passiert, war sie schon um die Ecke verschwunden um gleich mit einem weiteren Minibellwuffel anzutraben. Und noch einem. Und noch einem. Einen nach dem anderen brachte sie ins Auto, in aller Seelenruhe, als hätte sie bereits einen Umzugsplan erstellt.

Das war jetzt ihr sicherster Hafen, der Mercedes-Umzugsservice. Beim letzten Durchgang blieb sie dann auch einfach sitzen rechts zu ihren Welpen auf dem Sitz, und man konnte förmlich sehen, wie die Anspannung aus ihren Augen wich.

Es war plötzlich ganz still, und dem Mann dämmerte: Es ging nie nur um Futter. Sie hatte jemanden gesucht, dem sie ihre kleine Hunde-Familie anvertrauen konnte.

Und im entscheidenden Moment hatte sie sich für ihn entschieden.

Total überrumpelt von seinen eigenen Gefühlen, sammelte er das ganze klitzekleine Pitbull-Rudel vorsichtig ein und brachte es spontan zu sich nach Hause. Beton wurde durch kuschelige Wolldecken ersetzt, leere Mägen durch volle Näpfe und Straßenstaub durch leckere Leberwurstkrümel.

Mit jedem Tag wuchsen die Welpen und auch das Band zwischen ihnen und ihrem neuen Frauchen pardon, Herrchen wurde fester. Denn was mit einer banalen Nettigkeit begann, wurde zu etwas Größerem.

Der Mann dachte erst, er habe eine streunende Pitbull-Familie gerettet.

Aber ehrlich gesagt haben sie ihn genauso sehr gerettet.

Und so begann das neue Familienleben irgendwo zwischen Napfkunde, Gassirunde und ganz vielen trockengeleinten deutschen Lachern.

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Homy
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Jeden Morgen, bevor er zur Arbeit ging, hielt ein junger Mann für einen Moment vor dem Mehrfamilienhaus an, um ein streunendes Tier zu füttern, das oft in der Straße unterwegs war.
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