Der Findling

Pflegekind

Hallo? Ist jemand zu Hause? Johanna zog ihre Sandalen aus und machte vor lauter Erleichterung und Freude einen leisen Laut.

Wunderschön waren sie, keine Frage, aber unbequem bis zum Gehtnichtmehr! Sie hatte sich vom schicken Aussehen blenden lassen, ohne darüber nachzudenken, wie man so etwas bei Hitze tragen sollte. Die feinen Riemchen bohrten sich ihr regelrecht in die Haut autsch!

Johanna hob die Schuhe auf und wollte sie auf das Regal im Flur stellen, da erstarrte sie. Aus der Ecke neben der Tür schauten sie zwei große grüne Augen wachsam an.

Wer bist du denn? fragte sie leise, fast flüsternd.

Der Besitzer der durchdringenden, glasklaren Augen wäre am liebsten unsichtbar geblieben. Er kauerte sich noch tiefer in die Ecke und fauchte.

Botschaft angekommen…

Behutsam stellte Johanna die Sandalen ab und trat etwas zurück, damit der unerwartete Gast sich nicht bedroht fühlte.

Ich tu dir nichts, beruhige dich! Ich kläre mal, wo du herkommst. Wenn es dir recht ist Überraschung!

Der Besucher antwortete mit einem tiefen, drohenden Grollen, das Johanna unwillkürlich lächeln ließ.

Immer mit der Ruhe, mein Liebling. Es ist mein Zuhause, hier wird niemand schlecht behandelt. Niemand wird hier schlecht behandelt.

Als hätte das Wesen sie verstanden, wurde es ruhiger. Die Vorderpfoten stellte es auf den Boden und beobachtete Johanna zwar weiterhin aufmerksam, aber Fauchen und Grollen blieben aus.

Johanna ging durch den Flur, warf einen Blick ins Wohnzimmer und in die Küche und war überrascht von der ungewöhnlichen Ordnung und Stille. Normalerweise herrschte ein solches Durcheinander, dass sie immer aufpassen musste, wo sie hintrat. Die Bausteine des Spielzeugs ihres Sohnes waren überraschend spitz, und die Wasserfarben, die ihr Mann für die kleinen Künstler besorgt hatte, waren auffallend hartnäckig.

Die Tür zum Kinderzimmer stand einen Spalt offen, aber auch hier war es so ruhig, dass Johanna schon dachte, niemand sei zuhause.

Ein Irrtum. Ihre drei Schätze waren da. Sie saßen auf dem Boden um ein großes Blatt Papier und malten gemeinsam etwas.

Sehr interessant! Und warum werde ich nicht begrüßt? Johanna lächelte bei dem Anblick von zwei rotblonden und einem dunklen Haarschopf.

Ein überwältigtes Oh! war die Antwort und Stifte flogen in alle Richtungen, während Sabine sich auf den Boden plumpsen ließ und versuchte, das unfertige Bild zu verstecken.

Mama! Nicht schauen!

Johanna musste lachen und bedeckte ihr Gesicht mit den Händen.

Ich schau ja nicht. Aber sagt mal, was für ein Ungeheuer sitzt denn im Flur und faucht mich an?

Matthias, der Dunkelhaarige, warf einen aussagekräftigen Blick auf die Jüngeren, stand dann auf.

Mama, entschuldige! Wir wollten dich vorbereiten, haben es aber nicht geschafft. Ich habe ihn mitgebracht.

Und warum ist er so scheu?

Seine Pfote ist verletzt. Ich hab ihn bei uns im Hof den Hunden abgenommen.

Johanna erschrak.

Dir ist nichts passiert? Wo tut es denn weh?

Mama, entspann dich! Mir gehts gut. Unversehrt. Die armen Kerlchen haben ihn quer durch den Hof gejagt. Das waren von Frau Schmidts Hunden. Keine Streuner.

Diese Meute kannte Johanna natürlich. Vier kleine Mischlinge ohne erkennbaren Stammbaum, auf die Nachbarin Frau Schmidt abgöttisch versessen war. Schon oft war es zu Diskussionen gekommen, weil die Hunde alles andere als wohlerzogen waren und meist ohne Leine herumstromerten, da die Besitzerin schwere Beine hatte und nicht richtig Gassi gehen konnte. Doch abgeben wollte sie ihre Lieblinge auf keinen Fall. So war es unter den Müttern im Haus in der Ulrichstraße fünf üblich, ihre Kinder bis zehn vormittags nicht in den Hof zu lassen. Schon oft hatte der eine oder andere Kinderaufschrei eine kleine Nachbarschaftsaufregung ausgelöst bis Frau Schmidt erschien, die, wie ihre Bande eben, lautstark und ordentlich schimpfen konnte.

Davon ließ sich Frau Schmidt aber nie beirren. Sie zahlte Bußgelder und lächelte denen, die unzufrieden waren, freundlich ins Gesicht:

Selber schuld, wenn du deine Kinder unbeobachtet lässt! Soll ich mich etwa um alles kümmern? Aber meine Kleinen lässt man besser in Ruhe!

Johanna kannte Frau Schmidt schon lange und empfand trotz aller Exzentrik Mitgefühl für sie, denn sie wusste, wie schwer ihr das Leben mitgespielt hatte.

Ihr Mann war ein strenger, scheinbar perfekter Herr, der hinter verschlossenen Türen ein Schrecken war. Nach außen höflich und hilfsbereit, half er den Nachbarn und lächelte freundlich doch was in der Wohnung geschah, wussten lange selbst die Nächsten nicht. Gewalt, die keine blauen Flecken hinterließ und Schreie, die nie erklangen. Frau Schmidt erduldete um ihres Sohnes willen, ihren ganzen Stolz. Noch jung verwitwet, hatte sie einen zweiten Mann gesucht, in der Hoffnung auf einen Vater für den Jungen. Ihr neuer Ehemann spielte die Rolle nach außen perfekt, doch den Albtraum verschloss er hinter der Schlafzimmertür.

Der Junge erfuhr es zufällig, als er früher aus der Schule heimkam. Was genau geschah, rekonstruierte die Polizei erst viel später. Frau Schmidt übernahm alle Schuld auf sich und kam ins Gefängnis. Ihr Sohn wurde von der Großmutter aufgenommen, bis Frau Schmidt nach ihrer Haftstrafe zurückkam und mit ihrem Sohn ein neues Leben begann in einer anderen Wohnung, im selben Haus. Und bei ihr ein kleines, halbglatzeiges Hündchen, das sie Isolde, später nur noch Isi, nannte.

Isi wurde zu einem langjährigen Begleiter, eine Hündin ersetzte die andere. Mal kam ein Welpe dazu, dann verstarb die alte Hundedame, und immer wieder war Frau Schmidt umgeben von ihren Hunden mit den klugen Augen.

Ihr Sohn schloss das Studium ab und zog in den hohen Norden, baute sich dort Leben, Karriere und Familie auf. Frau Schmidt wollte aber nicht zu ihm ziehen, obwohl Schwiegertochter und Enkel so oft baten. Sie war eine wunderbare Großmutter, aber lebte lieber für sich, um niemandem zur Last zu fallen.

Sie wurde dadurch nicht sanfter, und ihre Sehnsucht äußerte sich in ihren Eigenheiten. Immer mehr Hunde lebten mit ihr, alles Fundtiere, denn sie war überzeugt, auch Tiere bräuchten dringend ein Zuhause.

Johannas Kinder wurden von Frau Schmidts Hunden nie belästigt. Einmal wöchentlich brachte Johanna nach dem Kochen Knochen zu Frau Schmidt und trank einen Tee am Küchentisch, während die Nachbarin Fotos der Enkel zeigte.

Von allen Nachbarn wusste nur Frau Schmidt, dass Matthias nicht Johannas leiblicher Sohn war. Die Geschichte seines Einzugs besprach Frau Schmidt nur ein einziges Mal, am Tag, als sie im Hof den Kinderwagen entdeckte und die skeptischen Nachbarinnen belehrte:

Was macht ihr euch Gedanken um Äußerlichkeiten? Mein Opa war auch so schwarzhaarig und blauäugig wie er! Lass die Leute reden. Hauptsache gesund!

Nach diesem Kommentar hörte das Getuschel auf und Johanna erzählte Frau Schmidt, wie Matthias Teil ihrer Familie wurde.

Nach fünf Jahren Ehe blieb der Kinderwunsch bei Johanna und ihrem Mann erfolglos. Ärzte fanden keine Ursache.

Sie sind gesund, beide. Manchmal ist das so. Versuchen Sie es weiter, Sie haben noch Zeit. Medizin kann vieles, aber nicht alles.

Dann kam das Schicksal doch anders. Johannas Cousine, Marita, wurde ungeplant schwanger, ihr Lebensgefährte verschwand und Marita versank in Depression. Für sie war das Kind nur ein Mittel, den Mann bei sich zu halten. Nachdem alles scheiterte, wollte sie ihr Baby gar nicht mehr. Die Versuche der Familie, ihr zu helfen, schlugen fehl. Sie wollte das Kind zur Adoption freigeben. Doch bei der Geburt starb Marita. Matthias, das Neugeborene, blieb zurück.

Johanna zögerte nicht:

Sie hat mich immer wie eine kleine Schwester behandelt. Ich kann ihr Kind nicht weggeben! Tante Ingrid kommt nicht infrage, sie ist zu alt und krank. Was machen wir?

Schon beim Anblick ihres Mannes ahnte sie seine Antwort. Sie hatte ihn einst wegen seiner ruhigen, verlässlichen Art gewählt. Er war selten der Lauteste, aber immer die feste Stütze in ihrem Leben.

Da Johanna nie sehr schlank war, fiel den Nachbarn der neue Säugling nicht auf: Sie verschwand zum Erholen zu einer Tante, erledigte die Adoptionsformalitäten und kam mit Matthias zurück. Fragen nach der schnellen Schwangerschaft beantworteten sie und ihr Mann lachend und ausweichend.

Nur Frau Schmidt erfuhr die Wahrheit. Irgendwie war es ein Bedürfnis. Und Frau Schmidt nickte nur:

Gut, dass Sie es mir erzählt haben. Bleibt Ihr Geheimnis. Aber denken Sie immer daran: Matthias ist Ihr Sohn, das zählt. Ziehen Sie ihn mit Klarheit und Herz auf, als wäre er Ihre leibliche Hoffnung!

Johanna prägte sich diesen Rat tief ein und dankte ihrer Nachbarin immer wieder stumm.

Matthias wuchs auf, Johanna bekam zwei eigene Kinder: Tim und Sabine. Frau Schmidt beobachtete das Glück der Familie und die beiden Rabauken, wie sie den Hunden Kekse zusteckten.

Doch dann häuften sich Konflikte Matthias wurde plötzlich auffällig aggressiv Fremden gegenüber. Seinen Geschwistern gegenüber war er freundlich, aber andere Kinder beschimpfte oder schlug er. Gespräche halfen nichts, der Schulpsychologe wiegelte ab:

Wird sich schon geben. Das ist das Alter. Ich rede mit ihm, wenn Sie möchten, aber besonderen Anlass sehe ich nicht.

Johanna war damit nicht einverstanden. Eines Abends ging sie zu Frau Schmidt.

Ich wusste, du kommst. Setz dich, wir trinken Tee und reden. Machst du dir Sorgen um Matthias?

Ja, sehr.

Johanna erzählte alles, während Frau Schmidt zuhörte, nachschenkte und nur gelegentlich nachfragte.

Soll ich dir etwas sagen, Johanna? Er wächst da kracht es manchmal, und vielleicht muss er sich manchmal prügeln. Wichtig ist, dass er merkt, du stehst auf seiner Seite. Frag ihn nach den Gründen, sag ehrlich, dass Schlagen verboten ist, aber erst wissen willst, was davon stimmt. Wenn er merkt, dass du versuchst, ihn zu verstehen, wird er alles erzählen. Dann kannst du entscheiden, wie du reagierst das ist wichtiger als alles andere, was du für ihn tun kannst. Hör einfach zu, solange er reden will. Unterbrich nicht, kommentiere nicht. Ich habe das selbst erst spät gelernt und zu viel Zeit verloren. Verstehst du?

An diesem Abend sprach Johanna mit Matthias. Sie setzte sich still ans Bett, strich ihm über das Haar das wie das seiner Mutter Marita tiefdunkel war.

Er drehte sich um, umarmte Johanna und flüsterte:

Mama? Warum weinst du? Ich hör auf, versprochen.

Seine Augen waren voller Schmerz und Johanna zog ihn zu sich, sich an seiner Schulter festklammernd.

Erzähl mir alles, bitte. Wer hat dich verletzt?

Matthias sprach. Es war ganz einfach und lag auf der Hand:

Die sagen alle, ich sei adoptiert! Tim und Sabine seien deine richtigen Kinder und ich nicht. Ich sehe doch ganz anders aus! Sie sagen, du bist nicht meine richtige Mama!

Unsinn! Johanna wischte sich die Tränen ab, hob das Kinn ihres Sohnes und schaute ihm direkt in die Augen. Du bist mein! Von Kopf bis Fuß, und auch Papas. Lass dir bloß nichts einreden! Und prügel dich nicht deswegen. Weise ihnen nach, dass wahre Größe Herz und Verstand sind nicht Schimpfworte oder Fäuste. Denk daran: Ein kluger Mensch verletzt nicht mit Worten!

Dann holte Johanna ein altes Fotoalbum hervor und zeigte Matthias die alten Bilder.

Sieh her, das war meine Oma. Und das ist meine Cousine Marita deine Mutter. Wir waren wie Schwestern. Das war mein Großvater, dunkelhaarig, wie du! Jetzt zweifelst du noch?

Nein aber warum seid ihr, Tim und Sabine, rothaarig?

Weil wir nach meiner Mutter kommen. So funktioniert Vererbung das lernst du in der Schule. Wichtig ist: Du gehörst zu uns. Punkt!

Matthias atmete sichtbar auf. Johanna wollte ihm fast alles erzählen, besann sich jedoch die Zeit war noch nicht reif. Heute zählte nur eins: Ihr Sohn fühlte sich geborgen. Der Rest konnte warten.

Am nächsten Tag begegnete Frau Schmidt Matthias im Hof. Er grüßte höflich:

Gut erzogen, Matthias! Darauf können deine Eltern stolz sein.

Kleine Worte aber sie reichten. Wenn Frau Schmidt lobte, zählte das mehr als alles andere!

Oft suchte Johanna auch später Rat bei ihrer Nachbarin.

Und dann kam jener Tag. Johanna klopfte vergeblich an Frau Schmidts Tür, hinter der ihre Hunde jaulten. Frau Schmidt war mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht worden. Sie hatte niemandem Bescheid gesagt, noch nicht einmal ihrem eigenen Sohn.

Johanna fand schließlich das Krankenhaus heraus, besuchte sie und nahm Schlüssel für die Wohnung an sich.

Danke, Johanna! Meine Kleinen brauchen Auslauf und jemanden, der sie füttert

Und warum haben Sie niemandem Bescheid gesagt?

Ich wollte niemandem zur Last fallen. Es wird schon gehen

Aber dafür sind Familie und Freunde da. Sie hätten angerufen und es Ihnen schlecht ergangen? Rufen Sie ihn an! Oder wollen Sie, dass ich anrufe?

Vielleicht hast du recht Mir ist das nur unangenehm.

Es gibt einen Spruch bei uns: Unangenehm ist es nur, auf dem Dachboden zu schlafen! Hören Sie also auf damit, bitte! Sie haben auch immer für mich Zeit gehabt.

Die Hunde bekamen Auslauf und Futter, Matthias kümmerte sich liebevoll um sie, solange Frau Schmidt im Krankenhaus war. Ihr Zustand besserte sich, zur Freude aller.

In dieser Zeit verstand Matthias sich so gut mit den Tieren, dass er sie regelmäßig ausführen wollte. Aber Frau Schmidt ließ sie doch manchmal alleine in den Hof und Matthias schimpfte dann liebevoll mit ihr.

Die Hunde kannten ihn, deshalb ließen sie ihn gewähren, als Matthias eines Tages einen fremden, abgemagerten, verängstigten Kater im Hof aufgriff.

Der Kater war wohl ein Perser, bleich, dürr und verfilzt, aber als Matthias ihn in den Arm nahm, fauchte er zwar, kratzte aber nicht und ließ sich tragen.

Die Kleineren waren begeistert von dem Fund und beschlossen, ihre Mutter möglichst vorsichtig auf den neuen Mitbewohner vorzubereiten. Sie saßen neben dem Kater, redeten leise auf ihn ein und planten, wie sie Mama die Nachricht schonend beibrächten.

Johanna lachte herzlich über deren gemaltes Porträt: Sie selbst, darauf ein riesiger Kater auf dem Arm.

Und ihr meint, damit überzeugt ihr mich, den fauchenden Flauscheball zu behalten? Ich hatte noch nie eine Katze! Was machen wir bloß mit dem?

Mama, wir wissens doch auch nicht. Ich frage Frau Schmidt! Ob Katz oder Hund, ist doch fast das Gleiche sie kennt sich aus!

Da klingelte es an der Tür.

Wie praktisch! Geh aufmachen, Matthias. Und halt den Kater fest Frau Schmidt kommt wie gerufen, sie zeigt mir sicher, wie man die Pfote behandelt.

Die Kleinen schauten aufgeregt zu Johanna.

Mama, dürfen wir ihn behalten?

Habe ich nicht eben zugesagt? Wenn kein Besitzer ihn sucht, gehört er zu uns. Auch er braucht doch jemanden, der ihn liebt, oder?

Und so blieb der Kater. Johanna seufzte manchmal in der Tierarztpraxis leise über die Kosten, aber sie empfand es als kleinen Preis für das Glück der Kinder und das warme Stimmtier auf ihrem Schoß. Den Kindern war das schnurrende Bündel längst ans Herz gewachsen. Matthias war manchmal eifersüchtig, wenn der Kater immer bei Johanna lag, aber sie lachte:

Er spürt, wer das Sagen hat.

Wenn abends Stille einkehrte, die Kinder aneinandergekuschelt einschliefen, schlich sich der graue Vierbeiner zu Matthias, der ihn halb im Schlaf umarmte. Dann war die Familie vollkommen.

Gute Nacht, flüsterte Johanna beim Hinausgehen, die Hand auf Kinderhaaren und Katzenrücken.

Stille antwortete ihr. Sie lächelte: Glück liebt die Stille. Bis zum Morgen, dann kommt ein neuer Tag mit neuen Sorgen und Freuden.

Auch Frau Schmidt zog schließlich doch zum Sohn. Sie wurde herzlich aufgenommen, und in ihrem neuen Zuhause gab es einen großen Garten für sie und ihre Bande. Die Hunde bewachten treu das neue Reich.

Ein- bis zweimal pro Woche setzte sich Frau Schmidt vor den Computer der Enkelin und wartete aufs Videotelefonat. Die entfernt wohnenden, aber doch so nahen Menschen riefen:

Hallo, Tante Irmgard!

Der imposante Kater schlief unter Matthias Hand ein.

Die Jahre zogen ins Land. Und selbst wer Frau Schmidt früher als streitlustige Nachbarin abstempelte, sah nun: In ihren Augen lag Güte und neue Lebensfreude. Das Leben kann schwer sein, doch mit Liebe, Wärme und Verständnis entsteht immer wieder Licht. Und manchmal ist die Familie, die wir wählen, die, die uns am meisten Halt gibt.

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Homy
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