Die Last des Erbes
Es ist kalt und leer im alten Haus. Die Menschen haben es verlassen. Für immer? Niemand weiß es. Doch das Haus wartet verlassen und traurig. Das Dach ist an einigen Stellen undicht, viele Fenster sind zerschlagen, die Tür hängt schief in den Angeln und könnte jeden Moment herunterfallen. Der Wind schaukelt das rostige Fallrohr, das mit heiserer Stimme klagt. Manchmal schlagen die Fensterläden im Wind, und nachts hört man auf dem Dachboden eine Eule rufen.
Im nahegelegenen Dorf erzählt man sich noch von denen, die zuletzt in diesem Haus lebten. Welche Märchen wurden nicht schon über diese Familie gesponnen Vampire, Mörder, Werwölfe, Geister, so heißen sie in den Geschichten. Es heißt, sie hätten zurückgezogen gelebt und niemanden zu sich gelassen. Nur wenn der Himmel besonders grau war, sah man manchmal eine junge Frau, dürr und kränklich, im aus der Mode gekommenen Reisekleid durch das trübe Licht vom Haus zum Dorf laufen. Der Schäfersohn versuchte oft, mit ihr zu sprechen, doch sie blickte nur stumm und scheu und lief rasch davon.
Diejenigen aus dem Dorf, die einen Versuch wagten und die fremden Nachbarn kennenlernen wollten, kehrten enttäuscht zurück. Man erzählte, man hätte einen Jungen von vielleicht sieben Jahren gesehen, der allein unter der alten Eiche spielte, und einen ernsten Mann, der wachsam aus dem Fenster schaute.
Die Dorfbewohner begannen, Angst zu bekommen und beschlossen, besser fernzubleiben. Bald kam auch das Mädchen nicht mehr.
Einige Neugierige und Rabauken aber konnten die geheimnisvolle Familie nicht in Ruhe lassen. Sie schlichen sich von Zeit zu Zeit zum Haus, doch niemand trafen sie mehr an das Haus war verlassen.
Nun sind schon zwanzig Jahre vergangen. Im Ort hat sich wenig verändert. Die Menschen leben ihr einfaches, bäuerliches Leben, und Wanderer unterhält man noch gern mit Geschichten von der Vampirfamilie. Die einen lachen, die anderen wundern sich, und manch einer bekreuzigt sich. Doch alle Reisenden vergessen diese Geschichten schnell.
Nur ich, Linus Heinemann, bin nicht zufällig in dieses Dorf gekommen.
Mein Name steht zwar inzwischen unter dem Testament, und ich wollte wissen, was aus dem Erbe geworden war.
Ich betrat das schummrige Wirtshaus und sofort richteten sich einige neugierige Blicke auf mich. In dieser verschlafenen Ecke der Welt war es eine Seltenheit, einen jungen Mann zu sehen, fein gekleidet, in einem reisefesten, tintenblauen Gehrock mit glänzenden Knöpfen, hohen schwarzen Stiefeln und Zylinder, der tief in die Stirn gezogen war.
Ist das hier das Dorf Falkenried? fragte ich am Eingang.
Mit wem habe ich die Ehre?, erwiderte der Wirt, der mich aufmerksam musterte.
Spielt das eine Rolle? Ist es nicht Falkenried, reise ich gleich wieder ab.
Immer mit der Ruhe, junger Herr, entgegnete der Wirt, dessen gütiges Lächeln etwas zu süßlich wirkte. Natürlich ist das Falkenried. Möchten Sie eine Stube nehmen?
Mit einer raschen Bewegung nahm ich den Zylinder ab, fuhr mir durch mein schulterlanges, kastanienbraunes Haar und trat zum Tresen. Im schwachen Sonnenstrahl, der durch das kleine Fenster fiel, konnte man mich besser sehen: scharf geschnittene Wangenknochen, schmale, fest geschlossene Lippen, eine gerade Nase, Augen in einem sturmgrauen Ton, in denen Furcht und Verzweiflung zu lesen waren. Die Haut war fahl, die Schatten unter den Augen tiefblau ich war müde, von Sorgen geplagt.
Vermutlich habe ich mich schlecht eingeführt…, begann ich nervös am Zylinder herumspielend. Mein Name ist Linus Heinemann. Ich komme aus München, weil…
Ich schwieg, als ich die gespannte Aufmerksamkeit der Gäste bemerkte. Mein Blick traf den eines ungepflegten Mannes, der mir finster entgegensah, und ich wandte mich rasch ab.
Na nun, Herr, fahren Sie fort, schmeichelte der Wirt.
Das Haus… Ich suche das Haus, gleich bei Ihrem Dorf. Ein Herrenhaus…
Die Tür wurde polternd geöffnet, und der Mann, der mich beobachtet hatte, verschwand ohne ein Wort. Die anderen Gäste wandten sich beinahe gleichzeitig wieder ihren eigenen Gesprächen und dem Bier zu, warfen mir aber weiterhin verstohlene Blicke zu.
Beim lieben Gott! Das ist doch nicht etwa das berüchtigte Haus, dieses verfluchte? rief der Wirt aufgeregt aus.
Ich nehme an, ja, antwortete ich zerstreut.
Es steht gleich am Waldrand. Doch es ist seit Jahren leer und dem Verfall preisgegeben.
Nicht schlimm, antworte ich kühl. Wie gelange ich dorthin? Vielleicht, ja… ein Zimmer für eine Nacht kann auch nicht schaden. Wären Sie bitte so freundlich?
Natürlich! Ich bringe Sie unter!
***
Kaum eine halbe Stunde später stand ich vor dem alten Haus, während ein Junge, den man mir als Begleiter zugeteilt hatte, einige Schritte entfernt wartete.
Herr, wie lange… möchten Sie…? fragte er ungeduldig. Ich muss zu meinem Vater und helfen…
Geh nur, danke dir.
Der Junge verschwand rasch Richtung Dorf.
Ich sah mich um: Die alte Bank war fast im Boden versunken, die einst kräftige Eiche verdorrt, die Rinde in Fetzen davon. Der Tag war ungewöhnlich trüb und herbstkalt, der Wind biss mich bis auf die Knochen. Jeder Schritt über das trockene Gras knirschte, überlaut in der bedrückenden Stille.
Vom Haus her klappte eine Läden, eine Krähe krächzte und flog empor. Ich zuckte zusammen, presste die Augen zu, und Verzweiflung verzerrte mein Gesicht. Ich atmete durch, zwang mich zur Ruhe und legte die Hand an die Tür.
Würde ich an Ihrer Stelle besser bleiben lassen, Herr. Nicht dass Ihnen noch das Dach auf den Kopf fällt. Oder schlimmeres. Am Zaun stand der ungepflegte Mann aus der Schenke.
Wer sind Sie? fragte ich misstrauisch.
Thomas. Hirte hier. Wenn Sie eine Geschichte hören wollen, kommen Sie herein.
Mit unsicherem Schritt folgte ich ihm zur kleinen Hütte.
***
Drinnen, in seiner kargen, fast armseligen Stube roch es nach Torffeuer. Thomas, gekrümmt, dunkle Strähnen mit grauem Schimmer, kümmerlich bekleidet, brachte mich zu sich, setzte Wasser auf.
Wieso wollen Sie in das Haus, Herr?
Er hatte sich gegenüber hingesetzt und blickte mich prüfend an.
Es gehört nun mir, erwiderte ich.
Sie finden wohl in ganz Bayern keine Unterkunft für einen Herrn wie Sie?
Ein gequältes Lächeln zuckte über meine Lippen.
Sie haben mich hierher eingeladen, um zu reden, nicht nur zu fragen. Oder irre ich mich?
Er verkniff sich ein Grinsen. Unser Gespräch glich eher einem Zweikampf.
Stimmt. Doch vorher muss ich Sie um ein Versprechen bitten.
Ein Versprechen?
Sie dürfen mich nicht sofort für verrückt halten.
Kann ich erst beurteilen, wenn ich es gehört habe.
Schwören Sie! Er funkelte mich an beinahe wahnsinnig.
Um des Friedens willen und weil ich mich meiner eigenen Tollkühnheit schämte schwor ich.
Gut. Thomas verschränkte die Hände auf dem Tisch. Vor zwanzig Jahren lebte da eine komische Familie. Verschlossen, wortkarg, verarmt vermutlich. Im Dorf ließ sich kaum jemand blicken. Manchmal ging ein Mädchen von siebzehn Jahren am Waldrand vorbei, so mager und blass. Ich versuchte oft, mit ihr zu reden, doch sie schwieg nur. Hatte schon gedacht, sie könne nicht sprechen oder sei geistig verwirrt, aber eines Tages antwortete sie mir doch: Ach, ich weiß nicht, ob jemand auf der Welt noch unglücklicher ist als ich. Dann war sie fort.
Er hielt inne, bedeutete mir zuzuhören.
Und später? fragte ich, als es zu lange still blieb.
Mehr gibt es nicht. Einmal noch hatte ich sie gesehen, dann nie wieder. Bald zogen sie wohl weg. Er zuckte die Schultern.
Das wusste ich bereits, entfuhr es mir. Wohin gingen sie?
In die Gräber. Alt und Jung alle tot. Sie hätten das Haus nie kaufen sollen. Nur Unglück werden Sie davontragen.
Tot? Aber ich erhielt einen Brief…
Mag sein. Aber Gräber gibt es keine. Sie sind verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Und wenn sie Ihre Familie sind warum wissen Sie so wenig? Sie sind… was, zwanzig? Damals, als sie verschwanden, waren Sie ein Kind.
Ich schwieg und blickte zum Herdfeuer. Auch ich wusste nur wenig meine Tante hatte mich großgezogen. Sie erzählte, meine Mutter sei bei der Geburt gestorben, mein Vater unterwegs umgekommen. Ich glaubte ihr, doch vor kurzem bekam ich einen Brief von meiner Schwester. Als ich ihn meiner Tante zeigte, erschrak sie so, dass sie ins Bett fiel. Laut Tante war die Familie längst tot. Aber es war doch ein Brief…
Thomas hatte einen kleinen, verbogenen Medaillonkasten aus einer Truhe gefischt. Daraus zog er ein altes silbernes Medaillon mit einer unheimlichen Szene: Knochige Hände greifen nach einem schlafenden Säugling.
Wollte es verkaufen, konnte es nicht. Ist die junge Frau Ihre Schwester?
Ja, Elisabeth meine Schwester, sagte ich, in die Gravur vertieft.
Elisabeth… murmelte Thomas in sich hinein.
Salvus…, las ich hinten. Gerettet… wie kamen Sie dazu?
Lag im Wurzelwerk der toten Eiche.
Was wollen Sie dafür?
Er zögerte, runzelte die Stirn. Doch statt einer Forderung erwiderte er: Sie bekommen es umsonst. Es gehört Ihnen.
Misstrauen, aber er lehnte strikt Geld ab solche Armut und doch kein Verlangen nach Lohn! Nicht nötig, Herr. Sie haben schon genug vom Schicksal bekommen.
***
In jener Nacht fand ich keinen Schlaf. Kaum war ich eingenickt, tauchten die Gesichter von Bruder, Schwester, Eltern auf, wie damals im verschlossenen Bild meiner Tante. Ich warf mich unruhig im Bett, der Medaillon schien zu glühen und brannte an meiner Haut.
Die Worte meiner Schwester aus dem Brief hallten nach: Unser Vater hätte mir das Haus vererbt, sie lud mich ein, zu kommen. Ihre Stimme, Tränen, Angst. Mutter sei nach der Geburt gestorben, der Vater grausam und unbarmherzig gewesen.
Irgendwann trat ich aus dem Bett ans Fenster. Ein seltener Moment von Frieden. Über dem Feld spannte sich der dunkelblaue Himmel, der Mond warf silbrige Bahnen auf die dunklen Wege. Als Kind hatte ich die Märchen meiner Tante geliebt, da war die Nacht nie so finster.
Nun, am Morgen, bestärkt nach der Unruhe, machte ich mich erneut zum Haus auf.
Herr, da sind Sie ja! Ich wusste, Sie kommen! Gehen Sie nicht alleine rein, vielleicht kracht Ihnen ja was auf den Kopf! Zu zweit ist man besser dran. Thomas, mehr ruppig denn freundlich, mit seinem kleinen Beil am schmutzigen Gürtel.
Ich wich zurück. Bleiben Sie weg! Was wollen Sie?
Er lachte leise. Das Beil? Braucht man halt. Keine Sorge, kommen Sie.
Er riss die Tür auf, dumpfer Modergeruch kam uns entgegen. Faule Dielen, gesplittertes Mobiliar, Schimmel überall. Die Fenster verklebt, der Kronleuchter drohte abzustürzen.
Habs Ihnen gesagt: Man sollte diesen Dreck vergessen.
Ich aber ignorierte den Hirten und öffnete die Vorhänge. Das Licht fiel auf ein Bild über dem Kamin: Frauenporträt, das Gesicht aber war mit Messerspuren zerrissen.
Vorsichtig nahm ich das Bild ab. Ich spürte tiefe Verstörung, während meine Finger die zerstörten Ränder berührten.
Was suchen Sie eigentlich?
Ich weiß es selbst nicht…, stammelte ich. Ich kann es mir nicht erklären.
Nun gut, dann suchen wir eben nach Geistern, scherzte Thomas rau, klopfte mir auf die Schulter.
Es passte nicht in die Szene. Die Stille im Haus war dicht, fast lebendig. Kein Laut von draußen, nur das Knarren alter Dielen.
Oben drohte der Aufgang die Stufen gebrochen, in der Mitte eine grässliche Lücke, durch die fahles Licht eines Lochs im Dach fiel.
Wir kletterten hinauf. Oben Düsternis, zertrümmerte Zimmer. Ich kannte solche Trostlosigkeit nicht. In der Armut anderer roch es trotzdem nach Leben, nach Feuer doch hier herrschte Leere, Tod.
Und doch ließ das Haus uns nicht los. Immer wieder liefen wir wie in einem Irrgarten durch das Obergeschoss, kamen doch stets wieder zum Abgrund der zerbrochenen Treppe.
Genug. Kommen Sie, ich schlage ein Fenster ein. Thomas holte aus doch: Zum Henker, Gitter davor!
An jedem Fenster dasselbe Bild. Er fing an zu toben, schlug blind auf die Fensterrahmen ein. Ich wich seinem Beil aus und ließ ihn gewähren, bis er erschöpft war.
Als die Nacht längst hereinbrach, schlugen plötzlich Uhren Mitternacht aus dem Nichts. Aus der Tiefe des Hauses erklang leise Klaviermusik, unsicher, stockend.
Aus dem Salon mit dem Kamin, hauchte ich. Lassen Sie uns nachsehen.
Thomas keuchte: Seid ihr verrückt? Jetzt auch noch ins Feuer?
Ich tastete mich in die Halle. Vor uns tanzten Flammen im Kamin doch das Klavier war leer. Ein altes Buch lag dort, die Seiten blätterten wie von Geisterhand. Ich trat näher, entziffert ein Stammbaum.
Ganz oben: Konrad Heinemann und Helena Fürst. Darunter die Namen Elisabeth, Emil, und nur ein dunkler Fleck. Lateinische Sätze folgten, aber mein Verständnis endete hier.
Da öffnete sich die Hintertür. Im Türrahmen ein bleiches, durchscheinendes Mädchen Elisabeth.
Thomas wich panisch zurück, das Beil zitternd in der Hand.
Elisabeth! rief ich und streckte die Hand aus doch die Gestalt löste sich auf.
Draußen lag der Wald wie eine schwarze Mauer.
Thomas legte mir die Hand auf die Schulter. Kommen Sie. Es ist spät. Nichts finden Sie hier vergessen Sie es.
Ich hob den Kopf, in den Augen Tränen, zitternd.
Was hatte mich hierher getrieben? Die Geschichte meiner Familie war nun lebendiger doch statt Geborgenheit brachte sie nur Schmerz. Der Hirte Thomas war zu einem seltsamen Freund geworden; neben ihm fühlte ich mich überraschend sicher.
Aber als ich versuchte, mich ihm zu öffnen, verlor ich jäh die Besinnung. Vor meinen Augen zuckte das Gesicht meines Vaters, zornverzerrt, blutig. Ich hörte, wie er höhnisch lachte.
Ich hasse dich… entfuhr es mir heiser. Ich fasste Thomas am Hals, in wilden Zorn getrieben bis seine Hände den Medaillon erfassten und abrissen. Im nächsten Moment ließ der Wahn von mir ab.
Thomas röchelte: Das hat dich geweckt… Lass das Ding, verbrenn es…
Doch das Medaillon wollte ich nicht loslassen.
In diesem Moment fiel die Tür zu der Ausgang war verschwunden.
Wir waren gefangen.
Plötzlich erschallte Kinderlachen, irgendwo im Haus. Das Licht der alten Kronleuchter flammte auf, und vor uns erschienen drei Geistererscheinungen: Elisabeth am Klavier, mein Vater, stolz am Kamin, und Emil, der kleine Bruder, am Fenster.
Wir drängten in eine Ecke. Mein Vater sprach: Nun, Familie beisammen. Junge, warum bist du gekommen?
Ich wollte antworten, doch er fuhr fort: Ich wollte. Deine Mutter versteckte dich. Sie glaubte, so das Unglück zu bannen. Aber du bist da. Noch kann ich die alte Abmachung erfüllen…
Er rief Elisabeth herbei, die ein Buch und einen silbernen Dolch heranschweben ließ. Ich spürte, wie mein Medaillon wieder brannte und mich rettete; von irgendwoher riss Emil mich aus der Schusslinie, als der Dolch in Richtung meiner Brust flog.
Dann begann mein Vater, rituell lateinische Worte zu sprechen doch ich hielt das Medaillon zwischen uns und widersetzte mich. Ich schrie: Du hast uns nie geliebt was willst du von mir? Ich spiele nicht mehr mit!
Das Haus erzitterte, Flammen loderten auf Thomas nutzte die Gelegenheit, um mich in eine Kammer zu ziehen, wo er heimlich eine Hintertür aufgebrochen hatte. Wir flohen über eine Holztür auf den freien Hof. Thomas warf brennende Holzstücke zurück ins Haus, Feuer griff alles an. In wenigen Minuten stand die Villa lichterloh in Flammen. Drei Funken stiegen aus dem Dach auf und zerplatzten am Himmel zu grauem Staub.
Erschöpft sank ich ins Gras, blickte reglos auf das Feuer. Alles war verloren Hass, Schmerz, Kummer. Tränen liefen mir über die Wangen, scharf wie Brandspuren. War all diese Wut, all dieses Unglück mein Erbe?
Nie wollte ich sein wie Konrad Heinemann, nie. Nein, diese Schatten würde ich mit aller Kraft bekämpfen.
***
Der Herrenhaus war futsch, als sei es aus brüchigem Holz. Thomas brachte mich in seine Hütte, kümmerte sich um meine Wunden, kochte Tee, redete unaufhörlich.
Ich blieb nicht bedankte mich mit einem Beutel Münzen, einem herzlichen Abschied und verließ am nächsten Morgen das Dorf. Unterwegs kreisten meine Gedanken war das Unheil wirklich vorbei? Wie lange würde die Schwere auf mir lasten?
Das Medaillon hielt ich immer wieder zwischen den Fingern. Warum nur hatte Mutter einen solchen Talisman besessen? Warum weckte er Zorn und Hass in mir? War das immer schon in meiner Seele? Ich öffnete den Anhänger darin blitzte ein kleiner Rubin, darunter ein Zettel: Möge es retten, was ich nicht retten konnte, flüsterte ich.
Das Erbe ist schwer.
Aber ich werde nicht daran zerbrechen.




