Letzter Wunsch
Nein, ich werd wohl nie mehr nach Hause zurückkehren…, stöhnte Jens und verzog das Gesicht vor Schmerzen. Und Annemarie seh ich auch nie wieder. Ich wollte ihr doch einen Antrag machen! Hat wohl nicht sollen sein… Warum gerade ich?
Machen Sie sich mal nicht verrückt, sagte die freundliche Schwester und lächelte, als sie merkte, wie blass der frisch eingelieferte Jens geworden war. Das wird schon alles.
Kaum zu glauben…, presste Jens heraus.
Stumm und mit Schrecken in den Augen verfolgte er, wie hektisch um ihn herum die OP vorbereitet wurde.
*****
Krankenhäuser und Jens, das war ein echtes Traumpaar würde man im Märchen sagen. Nur, dass Jens nie an Märchen geglaubt hatte.
Schon als Kind hatte er eine pathologische Abneigung gegen alles, was ein weißes Kittelchen trug. Da wurde nämlich nie gefragt, obs auch recht sei, wenn es weh tut. Die Ärzte und Schwestern stachen zu, was das Zeug hielt, und dann gabs meistens nicht mal ein Entschuldigung fürs Trauma.
Na, Jenschen, wird Zeit, dass du ein richtiger Schulbub wirst und nicht so flennst wie ein kleines Mädchen!, grinste damals die Arzthelferin, die ihm Blut abnahm.
Jens sah sie durch seine Tränen an, riss vergeblich an seiner Hand und brüllte weiter. Peinlich? Pff. Schmerzhaft und gemein wars. Peinlich hat ihm das keiner gemacht.
Zuhause auf dem Rückweg aus der Kinderarztpraxis schwor er seiner Mutter jedes Mal, nie wieder, wirklich N-I-E wieder einen Fuß ins Krankenhaus zu setzen. Lieber sterbe ich!
Komm, Jens, so kann man doch nicht denken… Seine Mutter versuchte es mit dem berühmten Die meinens doch nur gut! Ärzte verlängern das Leben!
Von wegen, schniefte Jens und starrte auf seinen zerstochenen Finger. Die können sich ja gegenseitig behandeln, aber lass mich in Ruhe!
Was er erlebte, als seine Eltern ihn dann später zum Zahnarzt schleppten, um einen Zahn zu ziehen das war ein ganz anderes Level. Das Treppenhaus vibrierte von seinen Schreien. Die Leute draußen fragten sich sicher, ob gleich ein Notarzt gebraucht würde.
Kurz gefasst: Keine rosigen Erinnerungen.
So war es auch kein bisschen überraschend, dass Jens, längst erwachsen, immer noch eine mindestens zehn Meter breite Sicherheitszone um alles Medizinische legte.
Doch wie das Schicksal so spielt, landete Jens eines schönen Abends doch wieder im Krankenhaus. Diagnose: Blinddarm. Schmerzen, dass sogar Annemarie es mit der Angst bekam und statt ins Restaurant zum Candlelight-Dinner griff sie panisch zum Telefon und rief den Rettungswagen.
Och, jetzt lass das! Wird schon von allein besser…, flehte Jens noch.
Bist du ganz dicht? Ich sehs doch, wie schlecht es dir geht. Sieht ganz nach Blinddarm aus. Hatte ich auch!
Tja, so landete Jens (wie immer gegen seinen Willen) im Krankenhaus Städtisches Klinikum Nürnberg, Abteilung Chirurgie.
Was er im Kopfkino abspielen ließ, wenn er an Chirurgen und seine Eingeweide dachte, war nicht besonders erheiternd.
Als dann noch zwei missmutige Pfleger mit einer Bahre klappernd vorbeizogen mit einem Patienten, der das Krankenhaus endgültig verließ, packte Jens endgültig das große Zittern.
Das wars, ich komm nie wieder nach Hause…, seufzte Jens dramatisch. Und Annemarie… Machs gut, du Traumfrau. Ich hätt dir so gern den Antrag gemacht. Verpasst… Ist halt mein Los.
Jetzt machen Sie sich nicht so viele Sorgen, lächelte die Schwester. Sie sind genau rechtzeitig gekommen.
Na wenn Sie das sagen…, versuchte Jens es tapfer.
Wenn Sie erst später gekommen wären, hätten wir vielleicht schon Probleme. Aber jetzt ist alles in Butter.
Die OP war dann auch wirklich unspektakulär Jens bekam nicht mal mehr mit, wie ihm schwindelig wurde, weil er schön betäubt wurde. Und als er wieder wach war, lag das Schlimmste hinter ihm. Verrückte Welt: Zum ersten Mal in seinem Leben war er fast begeistert von einem Krankenhausbesuch. Sogar die Schmerzen waren harmlos. Wer hätte das gedacht?
Nach einem ausgiebigen Erholungsschläfchen wurde Jens morgens von jemandem im Zimmer geweckt. Ein alter Herr, typisch fränkischer Rentner im karierten Hemd, hatte auf dem zweiten Bett Aufstellung genommen.
Na super, dachte Jens. Jetzt kommt die Lebensgeschichte in zehn Akten.
Er hatte jetzt so gar keine Lust auf Plaudereien. Ruhe war alles, was er wollte. Annemarie rief er auch nicht an.
Text kurz und knapp: Alles in Ordnung, nicht sorgen. Handy unters Kissen. Fertig. Viel mehr ging eh nicht, er war immer noch etwas groggy.
Dabei hätte der gestrige Abend so schön werden sollen nach über einem Jahr Zusammenleben sollte Annemarie endlich offiziell gefragt werden. Restaurant, Musiker, Lieblingslied von Annemarie alles perfekt geplant. Und der große Moment mit dem Ring: Silbertablett und die Überraschung… Romantik, wie man sie aus Fernsehfilmen kennt.
Aber Pustekuchen. Statt Kniefall gabs Klinikflur. Und statt Tischnachbarin Annemarie: Opa Klaus auf Zimmer 7.
Zu Jens Verwunderung war Klaus allerdings angenehm unaufdringlich. Nach einem freundlichen Guten Morgen widmete er sich wieder seinem Handspiegel und murmelte ab und zu vor sich hin. Den halben Tag telefonierte er, dann: Handy leer, Ladegerät natürlich zu Hause.
Die Schwestern hatten für den alten Nokia-Knochen auch keine Lademöglichkeit das Netzteil hätten sie wohl im Museum suchen müssen.
Klaus schaute traurig aufs dunkle Handydisplay und dann kullerten ein paar Tränen. Jetzt wurdes sogar Jens komisch und irgendwie peinlich. Während er noch insgeheim über den alten Mann schimpfte und sich ein flottes Opa nervt zusammenfantasierte, wurde ihm bewusst: Hier ist irgendwas wirklich Ernstes.
Mit einigen Anläufen setzte Jens sich also ans andere Bettenende so redet es sich einfach besser und fragte höflich, ob alles in Ordnung sei.
Der Sohn hebt nicht ab, erklärte Klaus mit trauriger Stimme.
Weiß er denn, dass Sie hier sind?, fragte Jens irritiert.
Ja, die Schwester hat ihn angerufen, als ich rein kam. Aber er will nicht reden. Wir haben uns vor einem halben Jahr gezofft. Er wollte mich ins Altersheim abschieben, nur das Haus verkauft kriegt. Ich wollt nicht, und nicht wegen dem Haus, sondern… naja.
Klaus erzählte Jens, dass er erst kürzlich mit Herzproblemen eingeliefert worden war und eine Operation brauchte.
Ist für übermorgen angesetzt. Aber ich hab das Gefühl, ich halte so lange nicht durch.
Ach was!, rief Jens aufmunternd. Sie schaffen das. Die Ärzte, die kümmern sich, dass Sie noch viele Jahre was vom Leben haben. Mir haben sie gestern den Blinddarm rausgeholt und guck, ich lebe auch noch!
Klaus lächelte milde. Den Unterschied zwischen Herz und Blinddarm musste er Jens nicht erklären.
Mir bleibt nur noch mein Hund, der Bello draußen vor dem Haus. Ich wollte, dass mein Sohn sich um ihn kümmert. Oder wenigstens ein neues Zuhause für ihn findet. Die Nachbarn nehmen ihn sicher nicht auf, die haben selber alle einen Zoo zu Hause. Mein Sohn hätte doch den letzten Wunsch erfüllen können. Als Gegenleistung kriegt er eh das Haus mit Garten, das er eh verkaufen will.
Aber bei jeder Kontaktaufnahme war Funkstille.
Ich mach mir Sorgen um meinen Bello. Wer kümmert sich um den? Was wird aus ihm, allein auf der Straße?
Jens dachte nur: Was für ein kauziger Opa die Operation steht an und er sorgt sich um seinen Hund. Aber je mehr Klaus von Bello erzählte, desto mehr verstand er, wie viel dieser Hund für ihn bedeutete.
Ich hab ihn an meinem Geburtstag gefunden vor sechs Monaten. Der Sohn hat sich nicht gemeldet. Meine Frau, Gott hab sie selig, ist schon fünf Jahre tot. Komisch, sie hat mir kurz vor meinem Geburtstag im Traum noch einen Hund an der Leine gezeigt. Und prompt saß tags drauf der Bello im Regen, angebunden am Supermarkt-Geländer.
Er (natürlich) fragte im Laden und wartete stundenlang, ob jemand Bello suchen würde. Niemand kam. Also nahm er ihn mit.
Klingt blöd, aber ich glaube fast, meine Frau wollte mir einen Freund schicken.
Ja, manchmal passieren komische Dinge, nickte Jens. Meinte er nicht, sagte es aber, um Klaus nicht die Laune zu verderben.
Und so hörte er an dem Abend noch lange zu, wie Klaus von Bello berichtete, der zum Lebenssinn in der Rente geworden war.
Jens lag im Bett und dachte über diesen kleinen Hund im Regen nach und den Sohn, der den Vater in der Not ignorierte. Wie kann man so hartherzig sein?
Als er endlich einschlief, träumte Jens von einem kleinen Streuner mit traurigen Augen und ja Jens folgte ihm einfach, ohne genau zu wissen, warum.
Am nächsten Morgen wurde Jens abrupt wach Klaus röchelte, schnappte nach Luft, hielt sich die Brust.
Soll ich Hilfe holen? Jens sprang auf.
Nein, später… kannst du nicht… meinen Sohn anrufen? Ralf. Die Nummer steht auf dem Zettel da, krächzte Klaus. Sag ihm, er soll kommen, wenn er kann ich will mich verabschieden. Wenn nicht, soll er sich wenigstens um Bello kümmern. Dann sterb ich ruhiger.
Jens wusste nicht recht, was er machen sollte Arzt holen, oder erst Klaus letzten Wunsch erfüllen? Aber er tat, was Klaus verlangte, und wählte mit zitternden Fingern die krakelige Nummer auf dem Notizzettel.
Hallo? Ralf? Ich… ich bin der Bettnachbar Ihres Vaters… Jens fiel genau jetzt auf, dass sie sich nie die Vornamen gesagt hatten.
Klaus…, röchelte Opa.
…Klaus Becker. Es geht ihm schlecht. Er wünscht sich, dass Sie kommen.
Gehts zu Ende oder was? In welchem Krankenhaus liegt er nochmal?
Städtisches Klinikum, Station Dritte, Zimmer 314.
Kaum hatte Jens das Gespräch beendet, rannte er zur Schwester, die gerade im Gang ein Nickerchen hielt. Kurze Erklärung, dann zurück zu Klaus.
Wie gehts Ihnen? Schwester ruft den Arzt… Halten Sie durch! Ihr Sohn, der kommt bestimmt bald… Klaus? Bitte nicht die Augen zumachen!
Klaus Beckers Herz hörte auf zu schlagen, noch bevor der diensthabende Arzt die Handgelenke nach einem Puls abtauchte.
Gut zwanzig Minuten später kamen die berühmten Pfleger diesmal für Klaus.
*****
Ihr Vater ist mir im wahrsten Sinne unter den Händen gestorben, sagte Jens kalt zu Ralf, als der endlich am nächsten Tag auftauchte.
Na, immerhin, murmelte Ralf knapp. Gut, dass er niemanden lange belastet hat. Wissen Sie, wie das ist die bleiben ewig liegen und man soll sich kümmern. Wer soll das denn machen? Ich hab Familie, Arbeit, Stress ohne Ende… Eigentlich Schicksal, dass es so ausgeht.
Jens blieb kühl. Klaus hat sich Ihren Hund sehr für ein gutes Zuhause gewünscht.
Den Hund? Ach der… Der hat doch irgendeinen Köter aufgelesen. Aber was soll ich mit dem? Genau wegen dem wollte er nicht ins Heim. Ich habs ihm hundert Mal gesagt, dort wärs bequemer für uns beide gewesen. Aber nein…
Das war der letzte Wunsch Ihres Vaters, sagte Jens streng und warf Ralf einen langen Blick zu. Schon komisch, dass Sie das nicht wenigstens jetzt hinkriegen, wo das Haus eh Ihnen gehört.
Ralf schaute kurz, zuckte dann mit den Schultern und packte wortlos das alte Handy seines Vaters und seinen Notizzettel ein. Kein weiteres Wort, kein Abschied. Tür zu Thema erledigt.
Jens wusste nicht, ob er traurig oder wütend sein sollte. Siebenundsiebzig war Klaus geworden. Und Ralf? Interessierte sich das überhaupt?
Komisch, wie das Leben läuft. Nun war ein Hund übrig geblieben Bello, scheinbar niemandem mehr was wert.
Der wird Bello nie finden und ehrlich, ist dem doch egal, zweifelte Jens. Das Haus verkauft er eh, und Bello, wenn es gut läuft, kriegt von einem Nachbarn ab und zu Würstchen, wenn nicht na ja…
Die nächste Nacht träumte Jens, wie Klaus durch die leeren Straßen schlurfte und nach seinem Hund rief. Aber Bello tauchte nicht auf, und die Tränen liefen. Jens sah zu und diesmal konnte er selbst seine Tränen nicht unterdrücken.
Dabei hatte er sich damals doch fest vorgenommen, nie mehr zu weinen wie ein Mädchen nach jener berühmten Spritze im Kinderzimmer.
Und diese Träume wurden in den Tagen danach zu seinem fast täglichen Begleiter, auch als er aus dem Krankenhaus entlassen wurde und nach Hause kam. Annemarie fiel es natürlich auf.
Jens, alles gut bei dir?
Klar. Muss nur nachdenken.
Worüber? Erzähl doch.
Kurze Pause. Na, im Krankenhaus war so ein Opa im Zimmer… Herzinfarkt. Konnte grad noch so mit ihm reden vor der OP, aber dann… und er hat immer von seinem Hund geredet. Der Sohn hat sich nicht blicken lassen und jetzt ist der Hund allein.
Und niemand sonst da? Keine Familie?
Nur der Sohn, und der… na ja. Ich hab ihm sogar von dem Hund erzählt. Aber ihn kümmert nur das Haus. Der fragte noch bei der Sparkasse, wie schnell ers verkaufen kann, während sein Vater tot war. Und jetzt? Jetzt denk ich halt ständig an den Hund. Der Opa war n guter Mensch, glaub ich dann war sein Bello sicher auch was Besonderes.
Annemarie brauchte nicht lange. Komm, lass uns rausfahren und suchen! Wenn der Hund noch draußen ist, nehmen wir ihn einfach auf.
Echt? Du bist nicht genervt?
Im Gegenteil! Hund zu zweit, das ist doch super! Endlich mal Gesellschaft beim Spaziergang!
Jens grinste. Aber ich weiß ja nicht mal die Adresse.
Das finden wir raus. Und jetzt: Schokolade und ne Packung Dallmayr-Kaffee.
Und siehe da: Eine freundliche Dame im Kliniksekretariat, die erst mauerte, wurde beim Anblick von Milka Alpenmilch und Eduscho ganz weich und schrieb die Adresse auf einen Zettel aber psst.
Knapp eine Stunde später rollten Jens und Annemarie durch ein kleines Dorf südlich von Fürth, parkten vorm Haus von Klaus Becker, blickten über den Gartenzaun und da: kein Hund.
Eine Nachbarin kam neugierig heraus, weil wilde Großstädter in ihrem Dorf selten sind.
Suchen Sie wen? Hier wohnt ja seit kurzem keiner mehr.
Wir wissen, dass Herr Becker verstorben ist, sagte Jens. Ich war bei ihm im Krankenhaus.
Ach je, was für ein feiner Mann! Hab ich gern gemocht. Sein Sohn dagegen… den erkennt man nicht wieder. Kein richtiges Begräbnis, alles schnell, jetzt lässt er das Haus renovieren für den Verkauf.
Aber warum? Was ist mit seinem Hund?”
Die Frau nickte bedächtig: Bello? Doch, der hat noch tagelang vor der Tür gelegen und gewartet. Tag für Tag, Nacht für Nacht. Tat mir in der Seele weh. Und dann, der Sohn war kurz da, hat rumgebrüllt und den Hund mitgenommen. Wo er den hingebracht hat, weiß ich nicht. Bloß nicht zu sich. Der mag Tiere nicht. Kalt wie eine Hundeschnauze.
Wie sah Bello eigentlich aus? fragte Annemarie.
Die Frau grinste, zückte ihr Handy und zeigte ihnen ein Foto. Na so ein lieber kleiner Kerl Corgi, glaub ich. Gucken Sie!
Och, wie süß ein Corgi! rief Annemarie.
Weitere Infos? Fehlanzeige. Er meinte nur, er hätte jemand gefunden, der das Tier nimmt, aber ehrlich dem glaubt keiner was.”
Verstimmt fuhren Jens und Annemarie los. Keiner redete. Vielleicht längst zu spät, dachten beide.
Immerhin starteten sie noch ein paar Extrarunden durch die Straßen des Dorfes und fragten Passanten. Aber Bello blieb verschwunden.
Jens versuchte noch, Ralf zu erreichen keine Chance. Nummer geblockt, Nachrichten kamen nie an.
Wir hoffen einfach das Beste, sagte Annemarie schließlich leise. Ein bisschen trotziges Optimismus, einfach, weil es leichter aufs Herz drückt.
Doch dann kam wie immer das Schicksal um die Ecke.
Strau im Berufsverkehr, Annemarie umfährt das Stauchaos elegant durch eine Nebenstraße und da sitzt, eingekuschelt am Straßenrand, ein Hund, der verdammt nach Bello aussieht.
Jens, könnte das…?, fragt Annemarie.
Sieht so aus.”
Keine fünf Minuten später und einige vorsichtige Schritte entfernt saßen sie auf dem kalten Asphalt. Jens kniete sich nieder: Bello?
Der kleine Hund drehte sich überrascht um, spürte Annemaries und Jens herzhafte Blicke, schnupperte und wedelte begeistert. Vielleicht, weil Jens noch ein bisschen nach Klaus roch, vielleicht weil ihm sofort klar wurde: Diese Menschen, denen kann man vertrauen.
Bello ließ sich ohne Zögern von Jens streicheln. In seinen braunen Augen glänzte ganz leise ein Danke.
Jens, Annemarie und Bello zur Freude aller fuhren sie zu dritt nach Hause.
Im Wohnzimmer legte Bello sich auf Jens Füße, schlief sofort ein, zuckte im Traum und lächelte sogar ein bisschen.
Jens grinste und Annemarie bekam einen Kloß im Hals. Es gab also doch noch Gerechtigkeit.
Noch am selben Abend holte Jens die kleine Ringschachtel aus dem Schrank, fiel nicht auf die Knie, sondern machte Annemarie ganz unprätentiös einen Antrag mit Bello, der leise schnarchte, im Hintergrund.
Nicht im Restaurant, nicht mit Streichquartett. Aber echt und herzlich. Annemarie sagte ohne Zögern Ja und Jens dachte: Für perfekte Momente muss man nicht warten, die muss man machen.
Tja und so wurde aus einem Krankenhaus-Drama ein gutes Ende mit Hund, Liebe und einem kleinen bisschen Schicksal auf fränkisch.
Und falls Bello heimlich Klaus Becker im Traum besuchte vielleicht lief dort irgendwo eine kleine Hundeparty.



