Nicht gut genug

Nicht gut genug

Meine Mutter hat wieder Streuselkuchen gebacken, sagt Sebastian und stellt die Tüte auf den Küchentisch. Das nenne ich eine Hausfrau! Und du, Miriam, selbst Pfannkuchen gelingen dir nicht richtig.

Miriam erstarrt am Spülbecken, die Schwammbürste noch in der Hand. Das Wasser läuft leise, aber sie nimmt es nicht mehr wahr nur Sebastians Stimme klingt nach, dieser beiläufige, fast gleichgültige Tonfall.

Wie bitte? Sie dreht sich mit Mühe um, bemüht, ruhig zu bleiben.

Hab doch nichts Schlimmes gesagt, zuckt Sebastian die Schultern, während er sich ein Stück von dem goldbraunen Streuselkuchen nimmt. Eben die Wahrheit. Mama bäckt wie am Fließband, und bei dir sind die Pfannkuchen mal klumpig, mal roh. So schwer kann das doch nicht sein, sich sowas beizubringen, oder?

Sebastian, ich habe heute mein Projekt abgegeben, Miriam legt den Schwamm behutsam ab. Drei Monate Arbeit. Der Kunde war begeistert. Mein Chef hat mir eine Prämie in Aussicht gestellt.

Na prima, sagt er und beißt herzhaft in den Kuchen. Hat doch nichts mit den Pfannkuchen zu tun. Meine Mutter hats auch immer alles unter einen Hut gebracht Kochen, Haushalt, Arbeit.

Deine Mutter war Buchhalterin in der Stadtklinik, erwidert Miriam leise, und war immer spätestens um vier zu Hause.

Na und? Sie hat es trotzdem geschafft. Du bist doch dauernd im Stress wegen der Arbeit oder müde. Die Familie sollte immer an erster Stelle stehen, Miriam.

Etwas in Miriam bricht. Nicht ganz, aber es gibt einen Riss. Sie trocknet sich die Hände ab, geht in das Wohnzimmer, sagt nichts mehr. Hinter ihr hört man Sebastians genervtes Atmen, doch sie dreht sich nicht um.

Verheiratet sind sie seit zwei Jahren. Gekennengelernt auf einer Betriebsfeier, bei gemeinsamen Freunden in München. Sebastian wirkte damals zuverlässig, ausgeglichen so einer, auf den man sich verlassen kann. Er machte ihr den Hof, schenkte Blumen, führte sie in bayerische Restaurants aus. Er sagte, er suche etwas Ernstes, keine kurzen flüchtigen Beziehungen. Miriam gefiel das, mit achtundzwanzig war ihr nach Beständigkeit, Familie, Kindern. Ihre Mutter, Helga, hatte sie alleine großgezogen. Der Vater war weg, als Miriam drei war. Die Mutter predigte immer: Hauptsache, der Mann ist anständig, trinkt nicht, geht nicht fremd. Sebastian ist so einer. Er trinkt nicht, er geht nicht fremd. Er arbeitet als Vertriebsleiter bei einer Baufirma in München, verdient ordentlich, ist freundlich zu ihrer Mutter.

Seine Mutter, Gisela Brenner, lernt Miriam richtig erst nach der Hochzeit kennen. Sie hatten sich vorher mal auf Festen getroffen, aber eher oberflächlich. Gisela ist resolut, groß, stets mit sorgfältig gelegtem Haar. Sie verteilt gleich Ratschläge: wie man einen Tisch deckt, welche Gardinen besser passen, wo man günstige Bettwäsche bekommt. Miriam lächelt erst, denkt, die Schwiegermutter will nur helfen. Doch aus den Tipps werden Anweisungen, aus Anweisungen Vorwürfe.

Ach, Miriam, Staub wischst du auch nur mit halber Kraft, oder?, sagt Gisela bei jedem Besuch. Sebastian ist Ordnung gewohnt. Ich habe immer alles perfekt gemacht.

Frau Brenner, ich arbeite bis sieben, versucht Miriam zu erklären. Danach wird gekocht, gewaschen, gebügelt…

Steh doch einfach früh auf, mein Mädchen. Ich war um sechs immer wach. Haus fertig, Frühstück fertig. Ein Mann muss sehen, dass für ihn gesorgt wird.

Sebastian sagt meist nichts. Oder nickt. Oder murmelt, dass die Mutter recht hat. Also bemüht Miriam sich. Steht um sechs auf, macht Frühstück, putzt abends, bügelt Hemden. In der Firma wird sie gelobt, leitet anspruchsvolle Projekte, plant die Gebäudetechnik großer Einkaufszentren. Sie verdient gut. Daheim zählt das nicht. Die Pfannkuchen sind das Maß der Dinge.

Was bist du denn so bockig?, kommt Sebastian mit Kuchen in der Hand ins Wohnzimmer. Ich meine das ja nicht böse. Ich will doch nur, dass es zu Hause gemütlich ist. So wie bei Mama eben.

Sebastian, weißt du, dass der Wasserhahn in der Küche seit einem Monat tropft?, fragt sie, ohne aufzuschauen.

Na und?

Ich habe dich dreimal gebeten, das zu reparieren.

Ich hatte keine Zeit. Arbeit, Meetings, du weißt doch, wies bei mir aussieht.

Und bei mir ist alles locker, richtig?, Miriam sieht ihn endlich an. Verstehst du eigentlich, dass ich auch arbeite? Mit Deadlines, Besprechungen, ganz viel Verantwortung?

Versteh ich, er zuckt die Schultern. Das heißt ja nicht, dass der Haushalt liegenbleiben kann. Du bist nun mal die Frau.

Da ist es. Du bist die Frau. Als würde das alles erklären. Als wäre das automatisch ihre Aufgabe: perfekte Pfannkuchen, glänzende Regale, nie müde.

Und du bist der Mann, sagt Miriam ruhig. Und der Wasserhahn tropft immer noch.

Jetzt nimms doch nicht so schwer! Ich kann sowas halt nicht. Ruf halt einen Klempner.

Ich kann keine Pfannkuchen. Kauf halt welche im Supermarkt.

Das ist nicht dasselbe! Einen Wasserhahn zu reparieren ist ein richtiger Handwerksberuf. Pfannkuchen, das kann jede Frau.

Warum?

Weil… weil das Haushalt ist. Familie, Fürsorge eben. Mama hat immer Pfannkuchen gemacht. Ihre Mutter auch. Das ist Tradition.

Miriam stellt sich ans Fenster. Draußen ist ein grauer Februarnachmittag, feiner Schneeregen. Sie muss an ihre Mutter denken. Helga hat selten Pfannkuchen gebacken, meist nur zum Fasching. Sie arbeitete auf drei Stellen, um Miriam durchs Studium zu bringen. Kam müde nach Hause, hatte aber immer ein offenes Ohr für sie. Und sagte nie: Du musst. Sie sagte immer: Du kannst.

Sebastian, ich fahre morgen mal zu meiner Mutter. Für ein paar Tage. Ich brauche Zeit zum Nachdenken.

Worüber nachdenken? Wegen den Pfannkuchen etwa?

Nicht wegen der Pfannkuchen, wendet sich Miriam ihm zu. Wegen deiner fehlenden Wertschätzung.

Quatsch, wie kommst du darauf?

Du hast nicht einmal nach meinem Projekt gefragt. Ich habe drei Monate dafür gearbeitet, war ein Riesenauftrag. Aber für dich zählen nur die Pfannkuchen.

Er schweigt.

Ich bin froh für dich. Wirklich. Aber das ist deine Arbeit, deine Abteilung. Um den Haushalt hast du dich trotzdem zu kümmern.

Wieso ich?, Miriams Stimme wird dünn. Warum ist der Haushalt meine Aufgabe, aber dein Job nur dein Bereich? Wir wohnen beide hier. Warum kaufst oder backst du nicht selbst Pfannkuchen, wenn sie dir so wichtig sind?

Weil ich das nicht kann. Und ich habe keine Lust, das zu lernen. Ich hab andere Sachen zu tun.

Und ich nicht?

Sie blicken sich an, und Miriam spürt plötzlich, dass er es wirklich nicht versteht. Es ist seine Normalität. Die Mutter hat alles gemacht, der Vater Geld verdient, gelegentlich mal was im Haus repariert, wenn er grad Lust hatte.

Ich fahr zu Mama, sagt Miriam. Ich muss wirklich darüber nachdenken.

Ach, komm, das ist doch Blödsinn. Lass uns nicht wegen so einer Kleinigkeit streiten. Ich sag auch nichts mehr zu den Pfannkuchen.

Es geht nicht um Pfannkuchen, sagt Miriam müde. Es geht darum, wie du mit mir umgehst. Für dich ist das, was ich arbeite, Nebensache. Hauptsache ist, dass der Staub weg ist und du Kuchen bekommst.

Das stimmt doch gar nicht!

Doch. Du hast null Interesse an meinem Projekt gezeigt, aber bei Mamas Kuchen warst du sofort begeistert.

Na ja, der Kuchen ist ja auch lecker!

Miriam seufzt. Aussichtslos. Sie geht ins Schlafzimmer, packt eine Tasche. Sebastian bleibt ratlos in der Tür stehen.

Willst du jetzt echt gehen?

Wegen eines Gesprächs, das seit zwei Jahren läuft, kontert sie. Ich bin müde davon, nie gut genug zu sein. Nie ordentlich genug. Nie häuslich genug. Ich bin Ingenieurin, ich plane Gebäude, du beurteilst meine Hausfrauenqualitäten.

Ich bewerte dich nicht…

Doch, du und deine Mutter. Jedes Mal. Falsche Gardinen, Staub in den Ecken, zu dünne Suppe. Ich reiße mir ein Bein aus, es reicht nie. Schluss jetzt.

Sie nimmt ihre Jacke, geht.

Ich bin in einer Woche zurück. Vielleicht hast du dann entschieden, ob du eine Ehefrau willst oder eine Putzfrau.

Miriam!

Sie verlässt die Wohnung. Draußen feiner Schneeregen, sie steckt den Kragen hoch, ruft ein Taxi. Der ältere Fahrer blickt sie im Rückspiegel an.

Wohin?

Sie nennt die Adresse ihrer Mutter. Er nickt, fährt los. Miriam sieht die vorbeiziehenden Straßenlichter, fühlt sich seltsam leer und doch befreit. Sie liebt Sebastian noch aber sollten Liebe und Respekt nicht zusammengehören? Ist es noch Liebe, wenn der Partner deine Arbeit, Interessen, Grenzen nicht respektiert?

Helga empfängt sie wortlos, nimmt sie in den Arm. Komm rein, mein Kind. Ich koch dir Tee.

Die Wohnung ist die gleiche, in der Miriam aufgewachsen ist, eine Zwei-Zimmer-Platte in einem Münchner Viertel. Auf dem alten Sideboard stehen die Kristallgläser, an der Wand Bilder von Miriam, von der Schule bis zur Hochzeit. Auf dem Hochzeitsbild lächeln sie beide. War damals Respekt da? Oder hat Miriam das Fehlen übersehen?

Was ist los?, fragt Helga, als sie in der Küche Tee trinken.

Miriam erzählt. Von Pfannkuchen, Schwiegermutter, dem tropfenden Wasserhahn, den doppelten Standards. Sie redet erschöpft, manchmal lacht sie, manchmal weint sie. Die Mutter hört schweigend zu.

Tja, meint Helga schließlich nachdenklich. Mit deinem Vater wars ähnlich. Er fand, ich soll nur kochen, daheimbleiben, er kann auf Tour gehen, trinken. Irgendwann hatte ich genug. Lieber allein und mit Würde. Aber du musst selber wissen, was du willst. Vielleicht ändert Sebastian sich noch.

Er wird sich nicht ändern, sagt Miriam entschieden. Seine Mutter hat ihn immer betüddelt. Für ihn ist das ganz normal.

Dann sag ihm das, rät Helga.

Hab ich schon. Er hört nicht zu.

Die Mutter seufzt. Familienleben ist Knochenarbeit. Man muss sich aneinander gewöhnen und reden. Aber wenn jemand nicht hören will wie soll man sich dann einigen?

Miriam schläft im alten Mädchenzimmer. Stundenlang starrt sie an die Decke, hört den Nachtwind, denkt nach über Sebastian, über sich, über Ehe. Sie liebt ihn noch. Aber ihr Erfolg bei der Arbeit zählt zu Hause nichts, nur gebügelte Hemden und frische Suppe. Und immer wieder die Schwiegermutter mit ihren Kuchen.

Am nächsten Morgen ruft Sebastian an.

Miriam, komm schon, sei nicht beleidigt. Komm nach Hause.

Ich bin nicht beleidigt. Ich denke nach.

Worüber denn? Ich hab mich entschuldigt. Ich sag nichts mehr zu den Pfannkuchen.

Verstehst du, worum es wirklich geht? Oder willst du nur, dass alles wieder ist wie vorher?

Pause.

Ich will, dass es wieder gut wird, dass wir uns nicht streiten.

Dazu musst du mir zuhören.

Ich höre zu.

Nein. Du willst, dass ich wie deine Mutter bin. Ich bin aber eine andere Person, habe andere Ziele.

Ich respektiere das!

Warum fragst du dann nie nach meiner Arbeit? Warum ist dir nur wichtig, dass Mama Kuchen bringt und ich nicht backen kann?

Wieder eine Pause.

Miriam, ich versteh nicht, was du willst.

Ich will, dass du in mir einen Menschen siehst. Nicht eine Köchin, nicht eine Dienstmagd. Eine Frau mit Träumen und Zielen. Der Haushalt ist unsere gemeinsame Verantwortung. Nicht nur meine.

Ich mach doch auch was. Bring den Müll raus, wechsle Glühbirnen.

Das sind fünf Prozent der Arbeit. Der Rest bleibt an mir hängen. Hast du je den Boden geputzt?

Nein.

Siehst du.

Aber ich arbeite doch, wird er leicht gereizt. Ich verdiene das Geld.

Ich auch. Nicht schlecht sogar.

Trotzdem: Der Mann geht arbeiten, die Frau macht den Haushalt. Das ist eben so.

Wir arbeiten beide. Also macht jeder seinen Anteil.

Er schweigt. Miriam hört ihn schwer atmen.

Ich weiß gar nicht, wie das geht. Hab das anders kennengelernt.

Lern es. Ich habe auch vieles gelernt, worauf ich nicht vorbereitet war.

Für mich fühlt sich das nicht wie Männersache an.

Das ist der Haken. Haushalt ist keine Männersache, aber Doppelschichten und Selbstausbeutung für Frauen schon? Miriam reibt sich müde die Stirn.

Ich bleibe noch ein paar Tage bei Mama.

Willst du dich scheiden lassen?

Ich weiß nicht. Ich muss herausfinden, ob wir eine Zukunft haben. Wenn du mich nicht respektierst und nicht als gleichberechtigt siehst dann eher nicht.

Er schweigt.

Ich rufe dich an, sagt Miriam schließlich.

Die nächsten Tage laufen mechanisch ab. Arbeit, Gespräche mit Kollegen, ein neues Projekt. Abends Tee mit der Mutter. Helga drängt nicht, fragt kaum.

Am vierten Tag ruft ihre Freundin Steffi an, die seit Schulzeiten alles mit ihr teilt. Sie ist schon lange verheiratet, zwei Kinder, ihr Mann ist Kraftfahrer und wochenlang unterwegs.

Miri, wie gehts? Hab gehört, du bist bei deiner Mutter, sagt Steffi.

Miriam erzählt. Steffi hört zu.

Weißt du, irgendwie sind die Männer alle gleich, seufzt Steffi. Meiner denkt auch, ich hab zu Hause ein Lotterleben. Mit zwei Kindern ist das ja keine Arbeit.

Aber du bist doch zu Hause…

Ja, mit Kindern, Haushalt, alles. Ich wollte ihm erklären, dass das auch Arbeit ist. Doch für ihn haben das alle Frauen so gemacht, und gut wars. Seine Mutter hat nebenbei auch noch gearbeitet.

Genau das gleiche bei Sebastian, murmelt Miriam. Seine Mutter war das große Vorbild.

Also unsere Mütter sind Heldinnen. Aber warum sollen wir deren Opfer wiederholen?

Genau.

Liebst du ihn?

Miriam überlegt. Ja. Aber ich bin müde. Ich wünsche mir Anerkennung und Respekt.

Sags ihm nochmal.

Hab ich. Er hört nicht.

Pause.

Unsere Nachbarin hat ihren Mann mal für einen Monat verlassen und siehe da, er hat kapiert. Vielleicht wacht Sebastian auch noch auf.

Vielleicht, sagt Miriam zögernd. Innerlich weiß sie, dass Sebastian sich nur schwer ändern wird. Er wuchs mit der alten Rollenaufteilung auf, Vater arbeitete, Mutter kümmerte sich. Alle waren zufrieden. Oder zumindest die Väter. Die Mütter…? Die Schwiegermutter war immer freundlich, toupierte Haare, immer ein Lächeln perfekte Ehefrau und Mutter. Aber glücklich?

Am fünften Tag klingelt es. Sebastian steht mit einem gewaltigen Rosenstrauß vor Helgas Tür.

Guten Abend, Frau Schwarz, sagt er höflich. Kann ich kurz mit Miriam sprechen?

Helga nickt, tritt zur Seite. Sebastian gibt Miriam die Blumen.

Es tut mir leid, sagt er nur. Komm bitte heim. Wir reden, ich ändere, was du willst.

Miriam stellt die Rosen in eine Vase. Sebastian sieht abgekämpft aus. Die Woche war wohl nicht einfach.

Setz dich, sagt sie. Sie setzen sich, Helga verschwindet taktvoll.

Was hast du begriffen?

Ohne dich ist alles leer, sagt Sebastian offen. Ich vermisse dich.

Noch was?

Er zögert.

Mama meinte, sie hat nicht mehr recht. Heute machen Frauen doch alles wie Männer zu erwarten, dass du auch noch den ganzen Haushalt alleine machst, ist nicht fair.

Miriam stockt. Gisela Brenner diese Gisela?! sieht das nun ein?

Was denkst du selbst dazu?, fragt sie.

Sebastian reibt sich das Gesicht. Ich dachte immer, du strengst dich nicht genug an. Jetzt, wo ich alles allein machen musste: Es ist echt anstrengend, Job und Haushalt parallel zu schaffen.

Und wenn du dann noch ständig kritisiert wirst?

Ich hör auf damit. Ehrlich. Lass es uns nochmal versuchen. Ich helfe mehr. Die Pfannkuchen sind mir egal. Hauptsache, du bist da.

Ehrlichkeit blitzt in seinen Augen auf. Vielleicht klappt es ja wirklich? Miriam entscheidet sich für einen letzten Versuch.

Aber Sebastian: Noch ein Versuch. Wenn du mich wieder nicht respektierst, dann gehe ich. Für immer.

Ich verspreche es.

Miriam kehrt zurück. Zunächst läuft es gut: Sebastian spült Geschirr, bringt Müll raus, putzt sogar einmal. Miriam ist erleichtert, hofft. Vielleicht klappts ja!

Zwei Wochen später steht Gisela in der Küche, diesmal mit drei vollen Tüten Kuchen und Strudel.

Sebastian, ich hab dir deine Lieblingsbuchteln mitgebracht, ruft sie. Und Miriam, du magst doch Quark so gern, oder?

Danke, lächelt Miriam gezwungen. Gisela schaut sich in der Küche um.

Oh, da liegt aber noch Staub auf den Oberschränken, bemerkt sie. Da musst du drüberwischen…

Ich habe gestern geputzt.

Man muss halt gründlicher wischen, Liebes. Erst feuchtes, dann trockenes Tuch!

Sebastian isst Kuchen, sagt nichts.

Danke für den Kuchen, Mama. Sehr lecker, meint er nur.

Natürlich lecker. Ich hab doch geübt! Und Miriam, hast du denn nun endlich Pfannkuchen gebacken? Ich hab dir doch das Rezept gegeben.

Kam bisher nicht dazu. Viel Arbeit.

Am Wochenende hat man aber doch Zeit. Familie zuerst, Arbeit zweitens. Ein Mann muss Fürsorge spüren.

Miriam sieht Sebastian an. Der schweigt und grinst in seinen Kaffee.

Sebastian? Möchtest du nicht mal was dazu sagen?

Wozu?

Dass deine Mutter ständig sagt, was ich zu tun habe.

Sie will doch nur helfen. Sei nicht so empfindlich.

Da ist es wieder. Alles wie früher. Die Versprechen haben nichts geändert.

Tut mir leid, ich gehe kurz ins Schlafzimmer.

Miriam schließt die Tür hinter sich, setzt sich aufs Bett und hält den Kopf in den Händen. Aus der Küche klingen Stimmen, Gelächter. Gisela und Sebastian in ihrer Welt, dem Reich der Traditionen. Miriam bleibt außen vor. Sie versucht es, aber sie bleibt fremd.

Am Abend, nach Giselas Abreise, kommt Sebastian ins Schlafzimmer.

Warum bist du so geknickt?

Du meinst das nicht ernst? Deine Mutter will nicht helfen, sie will Kontrolle. Und du unterstützt sie.

Ich unterstütze sie nicht. Ich will sie nur nicht verletzen. Sie meint es doch gut.

Aber mich verletzen ist okay?

Ich verletze dich nicht! Wirklich nicht!

Doch. Indem du schweigst, wenn sie mich kritisiert, bist du auf ihrer Seite. Du hast es versprochen, und nichts hat sich geändert.

Sebastian setzt sich ans Bettende.

Was hätte ich denn machen sollen meine Mutter anblöken?

Nein. Aber sagen, dass du zufrieden bist, dass ich mich bemühe. Stattdessen hast du nichts gesagt.

Sie gibt doch nur Tipps.

Für dich. Für mich ist es Herabsetzung.

Sebastian schweigt.

Ich weiß nicht, was ich noch tun soll. Wie ich es machen kann, dass du zufrieden bist.

Ich erwarte kein Unmögliches. Ich will Respekt, und dass du zu mir stehst gerade, wenn deine Mutter mich belehrt.

Aber sie ist älter, erfahrener… vielleicht hat sie recht?

Miriam schließt müde die Augen. Für ihn bleibt die Mutter das Maß aller Dinge.

Weißt du was, Sebastian? Ich kämpfe nicht mehr. Wenn dir diese Lebensform gefällt, in der deine Mutter bestimmt, wie deine Frau zu leben hat bitte.

Willst du schon wieder gehen?

Nein. Ich gehe nicht. Aber ich mache nicht mehr alles. Willst du Pfannkuchen, frag deine Mutter. Oder engagiere eine Putzfrau. Ich mache ab jetzt nur noch meinen Anteil. Fünfzig-fünfzig.

Ich kann nicht kochen.

Lern es. Internet hilft.

Sebastian steht auf, geht im Zimmer auf und ab.

Ist das ein Ultimatum?

Nein. Meine neue Haltung. Entweder Zusammenarbeit, oder jeder für sich.

Und was ist mit Liebe und Respekt?

Genau. Wo sind die? Zeig sie mir, Sebastian.

Er verlässt das Zimmer wortlos. Miriam bleibt allein und starrt an die Decke. Was jetzt? Trennung oder aufgeben? Sie weiß es nicht.

Ein Monat vergeht. Der Alltag ist seltsam. Sie leben wie WG-Bewohner jeder erledigt seinen Teil. Sebastian kocht schlecht, Miriam isst schweigend. Sie putzt nur noch hinter sich her. Die Wohnung ist weniger sauber als früher, aber es stört sie nicht. Sollen sie sehen, wie es in der Realität zugeht.

Gisela kommt weiter mit Kuchen, sieht Miriam missbilligend an. Vielleicht ist Miriam krank, Sebastian. Vielleicht braucht sie einen Arzt?

Sebastian murmelt etwas, Miriam tut, als höre sie ihn nicht mehr. Genug der Erklärungen.

Im Büro bekommt Miriam eine Beförderung. Sie ist jetzt Abteilungsleiterin, verdient fast doppelt so viel. Glücklich geht sie nach Hause.

Sebastian schaut Fußball.

Sebastian, ich habe eine Beförderung bekommen!

Hm, gibt er von sich, ohne den Blick vom Bildschirm zu nehmen.

Ich bin jetzt Chefin. Verdiene das Doppelte.

Schön, sagt er, immer noch zum Fernseher gewandt.

Miriam wartet auf eine Reaktion. Doch da kommt nichts. Sie geht ins Schlafzimmer, setzt sich aufs Bett und merkt: Es ist vorbei. Keine Liebe, kein Respekt. Nur noch Gewohnheit, Alltag, eine gemeinsame Wohnung.

Sie ruft ihre Mutter an. Mama, kann ich heute Abend kurz vorbeikommen?

Natürlich, Kind.

Miriam kommt abends, sie trinken Tee. Sie erzählt alles. Von der Beförderung, die Sebastian kaum beachtet hat, von der Schwiegermutter, vom kräftezehrenden Alltag.

Was willst du tun?, fragt Helga.

Ich weiß nicht. Ich habe Angst vor dem Alleinsein.

Lieber alleine glücklich als zu zweit unglücklich. Ich habe dich auch allein großgezogen, ging auch. Entscheide du.

Aber er versteht es nicht. Er interessiert sich nicht für mich oder meine Arbeit.

Sag ihm, wie ernst das ist. Vielleicht rüttelt es ihn auf.

Zuhause liegt Sebastian schlafend im Bett, als Miriam zurückkommt. Früher war dieser Rücken Geborgenheit, jetzt Rücken eines Fremden.

Am Morgen weckt sie ihn.

Sebastian, wir müssen reden.

Er blinzelt verschlafen. Jetzt? Wie spät ist es?

Sieben. Es ist ernst.

Er setzt sich auf, reibt sich das Gesicht.

Gestern wurde ich befördert. Ich verdiene mehr als du. Ich leite ein Team von fünfzehn Leuten. Ich wollte nur etwas Unterstützung hören. Aber du hast Fußball geschaut.

War ein wichtiges Spiel…

Ist das wichtiger als ich?

Nein, aber… ich war halt müde.

Und ich nicht? Ich will hören, dass du stolz bist, dass du dich mit mir freust.

Bin ich. Ehrlich.

Doch die Stimme klingt leer. Miriam versteht: Er sagt es nur, damit sie Ruhe gibt.

Sebastian, ich denke an Scheidung.

Er erschrickt. Was?

Ich denke darüber nach. Mir geht es in dieser Ehe nicht gut.

Miriam, das ist doch verrückt! Wir sind doch eine Familie!

Familie beruht auf gegenseitiger Unterstützung. Du hörst mehr auf deine Mutter als auf mich. Der Haushalt ist meine Aufgabe, dein Job ist dein Bereich. Obwohl ich jetzt mehr verdiene.

Trotzdem bleibe ich der Ernährer. Richtig so.

Ich bin jetzt der Ernährer.

Er wird wütend.

Das ist nicht normal. Der Mann muss mehr verdienen.

Warum?

So ist es eben!

Wir leben im 21. Jahrhundert! Ich habe Erfolg, weil ich mich reinhänge, lerne, wachse. Du könntest stolz sein. Stattdessen bist du beleidigt.

Er schweigt.

Ich will einen Partner, der sich mit mir freut, der mich respektiert.

Ich sehe dich als Partnerin!

Nein, du willst eine zweite Gisela, nicht mich.

Sebastian läuft nervös im Zimmer. Soll ich jetzt der Pantoffelheld werden? Für dich kochen, während du Karriere machst?

Ich will Gleichberechtigung. Beides zusammen schaffen. Partnerschaft.

Das ist schwer. Bei mir war das anders.

Dann gewöhn dich. Sonst Scheidung.

Er hält inne, schaut sie an.

Meinst du das ernst?

Ja.

Er schweigt lange. Ich probiere es. Aber für mich ist das richtig ungewohnt.

Ich weiß. Mir gings ähnlich. Versuch es.

Weitere zwei Monate vergehen. Sebastian bemüht sich: kocht, putzt, bügelt. Hoffnung keimt bei Miriam. Vielleicht geht es ja doch?

Doch das Grundproblem bleibt: Kein echtes Interesse an ihr oder ihrer Arbeit. Wenn sie Projekte erzählt, hört er gelangweilt zu. Ruft Gisela an, beschwert sich, Sebastian sagt nichts.

Eines Abends hört Miriam, wie Gisela ins Telefon klagt: Sebastian, bei euch ist alles verdreckt! Miriam ist ganz nachlässig geworden. Da musst du mal ein Machtwort sprechen! Der Mann hat zu führen.

Sebastian schweigt lange. Wir arbeiten beide, Mama. Da bleibt was liegen.

So geht das aber nicht! Sprich mit ihr!

Miriam tritt ins Wohnzimmer.

Willst du jetzt mal mit mir reden, Sebastian?

Mama sorgt sich…

Und du? Wir haben vorgestern geputzt. Zusammen. Warum verteidigst du mich nicht?

Ich will nur, dass Frieden ist.

Dir ist Mamas Meinung wichtiger als ich. Ich halte das nicht aus.

Wieder Stille. Am nächsten Tag entdeckt Miriam Gisela in ihrer Wohnung, beim Putzen Sebastian hatte sie gebeten zu kommen.

Miriam kann nicht mehr. Sie sagt Gisela, sie will keine Einmischung, bleibt höflich, aber bestimmt. Gisela verlässt beleidigt die Wohnung.

Sebastian kommt abends heim.

Mama ist völlig fertig. Wie konntest du nur…

Du hast sie eingeladen, ohne mich zu fragen, ihr sogar einen Schlüssel gegeben. Es reicht.

Ich wollte nur helfen.

Du zeigst wieder, dass nur dein und Mamas Wort zählt. So nicht.

Übertreib nicht!

Doch. Sebastian, ich halte das nicht mehr aus. Lass uns scheiden.

Seine Fassung bröckelt. Bitte, gib mir noch eine Chance! Ich rede mit Mama, ehrlich!

Noch diese eine letzte. Lade sie noch einmal ein, schütze mich noch einmal nicht und ich bin weg. Für immer.

Tatsächlich spricht Sebastian mit Gisela. Sie kommt nur noch angemeldet vorbei, lässt Kritik für eine Weile stecken. Zuhause teilen sie Putzpläne auf. Sebastian meckert manchmal, macht aber mit. Miriam lobt ihn. Es pendelt sich ein.

Doch die Nähe bleibt aus. Man lebt als Nachbarn. Gesprächlos. Jeder im eigenen Leben.

Eines Abends ruft Steffi an.

Und, läufts jetzt mit Sebastian?

Pflichtgemäß, ja. Hausarbeit geteilt, Schwiegermutter hält sich zurück. Aber darunter? Wir leben nebeneinander her. Es fehlt alles, was mal da war.

Und Liebe…?

War vielleicht mal. Jetzt ist es eher Gewohnheit und Angst vor dem Alleinsein.

Vielleicht doch zum Therapeuten?

Habs vorgeschlagen, Sebastian lehnt ab. Meint, das regeln wir alleine.

Tja… Liebe heißt ja, dass man sich aufeinander freut, vertraut. Euch fehlt das.

Miriam bleibt noch lange am Küchentisch zurück. Sie hatte Sebastian geliebt. Jetzt ist da eher Mitleid. Sie sind beide gute Menschen, keiner betrügt oder trinkt aber den Respekt, die Partnerschaft wird Sebastian ihr nie geben. Für ihn bleibt sie immer die Frau, nie ebenbürtig.

Auch Gisela meint es vermutlich nicht böse sie lebt nur nach anderen Maßstäben, gibt diese weiter. So ist das halt.

Miriam geht ins Bett. Neben ihr schläft Sebastian, leise schnarchend. Morgen wieder Büro, Haushalt, Routine. Tag für Tag. Doch das Entscheidende fehlt.

Ein Monat vergeht. Frühling zieht durch München, die Luft riecht nach Neubeginn. Miriam erhält eine riesige Prämie, und die Chefin schlägt ihr eine dreimonatige Projektleitung in Berlin vor. Großartige Chance, super Bezahlung.

Zuhause telefoniert Sebastian mit Gisela. Miriam wartet, bis er aufgelegt hat.

Ich habe eine Neuigkeit! Ich darf für drei Monate nach Berlin. Großprojekt, Weiterbildung, das ist ein riesiger Karriereschritt!

Sebastian runzelt die Stirn.

Drei Monate? Und der Haushalt? Wer kocht? Was ist mit mir?

Miriam erstarrt.

Du bist nicht stolz?

Doch, aber drei Monate sind lang. Und der Haushalt…?

Du bist doch ein erwachsener Mann. Das schaffst du.

Irgendwie schon, aber… das ist nicht üblich. Deine Aufgabe ist doch hier!

Meine Aufgabe ist meine Karriere, sagt Miriam kalt. Ich fahre mit oder ohne deine Zustimmung.

Aber ich bin doch… was bin ich dir noch wert?

Du bist mein Mann. Eigentlich solltest du mich unterstützen. Aber du siehst immer nur dich, deinen Komfort.

Ist das egoistisch? Zu wollen, dass die Frau daheim bleibt?

Das Egoismus ist, nicht zu sehen, dass sie auch Wünsche und Ziele hat.

Er steht atemlos vor ihr.

Wenn du fährst, weiß ich nicht, was mit uns passiert.

Ein Ultimatum?

Nein, aber drei Monate sind eine lange Zeit…

Eine Ehe hält das aus wenn sie von Respekt und Vertrauen getragen ist.

Fehlt uns das?

Uns fehlt Respekt. Deine Anerkennung für meine Fähigkeiten, meine Ambitionen.

Miriam geht ins Schlafzimmer, packt ihren Koffer. Sebastian bleibt wie benommen stehen.

Wohin gehst du?

Zu Mama. Nachdenken.

Schon wieder?

So oft wie nötig. Wenn du diese Ehe retten willst, fang an, mich ernst zu nehmen.

Sie verlässt die Wohnung. Helga nimmt sie wortlos in den Arm.

Wieder geflohen, hm?

Wieder, sagt sie leise. Er versteht es einfach nicht. Seine eigene Karriere ist selbstverständlich, meine ist störend.

Helga stellt Tee auf den Tisch und nickt. Du musst entscheiden, wie du leben willst. Allein auch okay. Hauptsache, du bist dir selbst treu.

Miriam sitzt mit ihr am Küchentisch und fühlt: Die Entscheidung steht fest. Sie will nicht mehr. Nicht mehr kämpfen. Sie will nicht seine Mutter sein. Sie will ihr eigenes Leben, ihre eigene Karriere.

Ich fahr nach Berlin. Und wenn ich zurückkomme, lasse ich mich scheiden.

Helga nickt. Du machst das schon richtig.

Am nächsten Morgen ruft Sebastian an.

Miriam, komm bitte heim. Lass uns reden.

Worüber noch?

Vielleicht solltest du wirklich gehen, beruflich. Ich werde dich unterstützen.

Sebastian, es geht nicht nur um Berlin.

Um was sonst?

Wir sind zu unterschiedlich. Und ich will keine Kompromisse mehr, die mich klein machen.

Pause.

Willst du dich scheiden lassen?

Ja.

Es dauert, bis er antwortet.

Wegen Berlin?

Wegen fehlenden Respekts. Ich habe alles versucht. Aber du hast nicht verstanden, dass ich nicht deine Mutter bin. Ich habe andere Werte.

Ich habs versucht…

Es war nicht genug. Ehe ist keine To-Do-Liste. Sie braucht Respekt, Zuwendung. Und das fehlt uns.

Ich liebe dich, sagt er leise.

Liebe ist Respekt, Anteilnahme, Unterstützung. Du siehst in mir die Frau, die funktionieren soll, nicht die Partnerin.

Das ist nicht fair…

Doch. Du hörst mich nicht. Ich will Scheidung. Und nach Berlin fahre ich. Danach regeln wir alles.

Sie legt auf. Blickt aus dem Fenster. Draußen blüht es, das Leben geht weiter.

Drei Monate Berlin vergehen wie im Flug. Das Projekt begeistert sie, sie lernt viel Neues, geht abends mit neuen Bekannten aus, entdeckt die Stadt für sich. Zum ersten Mal seit Langem fühlt sie sich lebendig.

Sebastian ruft anfangs regelmäßig an. Sie bleibt freundlich, aber distanziert. Nein, sie hat ihre Meinung nicht geändert. Ja, sie kommt zurück. Dann sprechen sie weiter über die Formalitäten.

Nach drei Monaten kommt Miriam zurück nach München. Sie besucht zuerst ihre Mutter, ruht sich aus. Dann trifft sie Sebastian in einem Café.

Wie wars in Berlin?, fragt er.

Hervorragend. Projekt war top. Ich hätte sogar dableiben können.

Und?

Vielleicht mach ich das irgendwann.

Er rührt stumm im Kaffee.

Miriam, ich habe viel überlegt. Es tut mir leid. Lass es uns noch einmal versuchen…

Ich glaube dir deine Versprechen nicht mehr, Sebastian. Es hat sich nie etwas grundlegend geändert.

Er senkt den Blick.

Also ist das das Ende?

Ja.

Sie verlassen das Café. Draußen tobt das Münchner Leben. Eine Geschichte ist zu Ende nicht, weil die beiden schlechte Menschen waren, sondern weil sich niemand wirklich ändern konnte. Und weil, am Ende, Liebe ohne Respekt nicht reicht.

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Homy
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Nicht gut genug
Ein Mensch für den Menschen