Die Freunde der Freunde der Freunde der Freunde der Freunde sind in den Ferien zu Besuch gekommen: Ich hätte mir gewünscht, nicht nein gesagt zu haben.

Letztes Jahr erhielt ich einen Anruf von einer alten Freundin, die mich inständig bat, ihre engsten Freunde für eine Woche bei mir in meinem Haus unterzubringen. Sie hatten beschlossen, sich an der Nordsee in unserem Dorf zu entspannen. Ich fand es seltsam, abzulehnen, also stimmte ich zu. Allerdings habe ich ihnen von Anfang an erklärt:

Die Saison ist in vollem Gange, deshalb kann ich ihnen kein Zimmer umsonst anbieten. Andererseits fühle ich mich nicht wohl dabei, Freunden von Freunden den vollen Preis zu berechnen.

Darauf entgegnete meine Freundin: Keine Sorge, sie werden zahlen. Geld spielt keine Rolle, sie haben nur Angst, an Betrüger zu geraten, wissen Sie, jene, die das Geld im Voraus nehmen und die Sommergäste dann entweder gar nicht einziehen lassen oder mitten im Urlaub rausschmeißen.

Tja, ich habe zugesagt. Hätte ich gewusst, wie teuer mich dieser Urlaub zu stehen kommt, hätte ich wohl nie eingewilligt.

Ich fühlte mich etwas unwohl, also machte ich ihnen einen ordentlichen Rabatt. Sie bekamen das Zimmer zum halben Preis.

Der Tag der Ankunft kam! Statt wie versprochen einer Familie, stand eine Jugendliche namens Helene mit einem zehnjährigen Jungen namens Johann bei mir vor der Tür. Nun, schwierig, aber sie waren Freunde. Doch in einem Drei-Bett-Zimmer fühlten sie sich nicht wirklich wohl!

Die Begrüßung verlief herzlich. Nach dem Abendessen, das ich zubereitet hatte, zeigte ich ihnen die Sehenswürdigkeiten unserer kleinen Stadt und wünschte ihnen noch einen schönen Abend, bevor ich mich wieder dem Unterricht widmete.

Schon am zweiten Tag schoss der Sohn der Gäste mit einer Wasserpistole auf den laufenden Fernseher. Die Eltern waren im Zimmer, aber das hielt den kleinen Spaßvogel nicht ab. Das Paar entschuldigte sich und versprach, die Reparatur des Fernsehers der leider kaputtging und bis heute nicht repariert ist zu übernehmen. Ich brachte ihnen daraufhin einen neuen Fernseher aus dem Nebenzimmer. Was nun, was machen sie abends?

Dann verbrannte eine freundliche Familie den Wasserkocher. Entschuldigung, die Jugendliche Helene hatte schlichtweg vergessen, Wasser nachzufüllen.

Als sie anschließend anfingen, das Zimmer nach ihren Vorstellungen umzuräumen (es war ihnen zu klein), brachen sie gleich zwei Beine ab eines von der Nachttischkommode und eines vom Tisch. Sie fanden das lustig Haha, du hast doch genug Möbel! Wir kleben das Tischbein einfach mit Klebeband fest, dann passt das schon. Und unter der Kommode legen wir etwas kein Problem.

Der Höhepunkt war dann eine sehr laute Feier, die erst gegen zwei Uhr morgens endete mit Geschrei und lautem Gelächter alkoholisierter Gäste. Als ich um elf bat, die Musik leiser zu drehen, bekam ich zu hören: Entspann dich, für dein Geld. Immerhin wurde die Musik nach einer zweiten Ermahnung etwas reduziert.

Da es keinen Sinn ergab, sich mit Betrunkenen zu streiten, entschied ich, bis zum nächsten Tag zu warten. Am folgenden Morgen führte ich ein ehrliches Gespräch mit dem Paar und erklärte ihnen, dass so ein Verhalten nicht akzeptabel sei. Sie sind nicht die einzigen, die ihren Urlaub hier verbringen. Ich bat auch darum, mit den Geräten im Haus vorsichtiger umzugehen.

Die Freunde zuckten ärgerlich mit den Schultern: Wir haben doch bezahlt. Da wurde ich wütend: Danke, dass ihr als Freunde von Freunden euren Urlaub hier gemacht habt anderenfalls wärt ihr ganz sicher nicht mehr hier!

Nach meinen Worten verhielten sie sich zurückhaltender keine weiteren Schäden am Haus. Aber die Freundschaft war damit beendet.

Ab diesem Zeitpunkt standen wir nicht mehr in Kontakt. Dennoch hinderte sie das nicht daran, die Geschenke und Souvenirs mitzunehmen, die ich für sie und unsere gemeinsame Freundin vorbereitet hatte. Ebenfalls verschwanden aus dem Zimmer zwei große Badetücher und ein Terrakotta-Bettlaken.

Ich muss dazu sagen, das waren die besten Freunde meiner Freundin. Wir waren seit der Schulzeit eng befreundet, bis sie heiratete und in eine andere Stadt zog. Sie beschrieb ihre Freunde stets als nette, gut erzogene Menschen. Wären sie wirklich so gewesen, hätten sie ihre Ferien jedes Jahr mit uns verbringen können.

So ist das eben. Lange hörte ich nichts von meiner Freundin, bis sie irgendwann im Gespräch erwähnte, dass meinen Gästen der Urlaub nicht gefallen hätte. Sie sagten, du würdest ihnen ständig Vorwürfe machen und die Stimmung verderben. Dabei hätten sie doch viel Geld bezahlt!

Ehrlich gesagt, mit dem Geld, das sie zahlten, könnte ich weder einen neuen Fernseher noch einen Wasserkocher, einen Tisch, eine Kommode, Bettwäsche und Handtücher kaufen. Zusätzlich hatte ich strapazierte Nerven und beschwerte Gäste. Das wirkt sich auch auf das Ansehen aus nächstes Jahr könnten die Touristen ein anderes Ziel wählen.

Aber ich habe viel gelernt und weiß jetzt ganz sicher: Manchmal ist es besser, einfach Nein zu sagen.

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Homy
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