Als ich in Rente ging, zog ich aus meiner geräumigen Drei-Zimmer-Wohnung in eine Einzimmerwohnung – und habe diesen Schritt keine einzige Sekunde bereut.

Als ich in Rente ging, wohnte ich allein in einer großen Zwei-Zimmer-Wohnung in München. Viele Rentner in unserem Haus lebten ebenfalls in Wohnungen, die mittlerweile viel zu groß für sie waren. Solange die Kinder klein sind und die Familie zusammenlebt, braucht man eben viel Platz. Doch sobald die Kinder ausziehen und jeder seine eigenen Wege geht, bleibt viel Freiraum und dieser bringt mit der Zeit ein Gefühl von Leere und Einsamkeit mit sich. Für mich war es auch aus praktischen Gründen nicht mehr ideal: Die Wohnung müsste eigentlich dringend renoviert werden, doch weder die Kraft noch das Geld dafür hatte ich als Rentner.

Fast die Hälfte meiner Rente ging für Nebenkosten wie Strom und Heizung drauf, obwohl ich ja nicht einmal die Hälfte der Quadratmeter wirklich nutzte. Auch der Haushalt wurde mir zur Last die Fenster zu putzen, Böden zu wischen und drei Räume sauber zu halten, das überforderte mich zunehmend.

Ich spürte, dass es an der Zeit war, umzuziehen, doch schob die Entscheidung lange vor mir her. Ich war über die Jahre sehr an meine Wohnung und das Viertel gewöhnt. Hier waren meine Freunde, meine Erinnerungen, fast mein ganzes Leben und nun sollte ich alles verlassen. Der letzte Anstoß kam jedoch, als ich merkte, dass meine Kräfte nicht mehr reichen und ich die große Wohnung einfach nicht mehr allein bewältigen konnte, finanziell und körperlich.

Schließlich halfen mir meine Verwandten beim Umzug, alleine hätte ich das nie geschafft. Meine Tochter Johanna und mein Schwiegersohn Andreas unterstützten mich, eine kleinere Wohnung zu suchen und alles Notwendige zu organisieren. Obwohl meine neue Ein-Zimmer-Wohnung deutlich weniger Platz hatte, habe ich den Wechsel nie bereut.

Für einen alleinstehenden Rentner ist eine Ein-Zimmer-Wohnung die beste Lösung. Ich spare viel bei den Betriebskosten, die Reinigung ist in einer Stunde erledigt, und um die Ordnung aufrechtzuerhalten, brauche ich täglich kaum mehr als zehn Minuten.

Ich fühle mich trotzdem nicht eingeengt alles Nötige, Möbel, Haushaltsgeräte, passt bequem hinein, und es bleibt sogar noch Platz.

Die Vormieter ließen mir einen großen Eckschrank da, der mir jetzt als Abstellraum dient, einige Dinge habe ich auf dem Balkon untergebracht. In meinem Zimmer stehen nur die wichtigsten Möbel: Ein Schlafsofa, ein Schrank, ein kleiner Couchtisch. Altes Mobiliar, Geschirr und andere Sachen, die ich jahrzehntelang gehortet, aber nie benutzt habe, habe ich aussortiert sie hätten in der neuen Wohnung sowieso keinen Platz, und ich vermisse sie kein bisschen.

Viele denken, eine Ein-Zimmer-Wohnung sei zu klein zum gemütlichen Leben. Klar, schläft mal Besuch spontan bei mir, wäre kein Platz dafür aber das kommt bei mir nicht vor. Ich sehe ehrlich gesagt keinen Grund, für Gäste ein extra Bett vorzuhalten. Ich habe über die Jahre einen eigenen Rhythmus entwickelt, bestimmte Gewohnheiten, und eine fremde Person im Raum würde mich nur stören. Und ehrlich, bisher hat keiner gefragt, ob er über Nacht bleiben kann.

Meine Tochter mit ihrer Familie wohnt in der Nähe. Wenn sie mich besuchen, sind sie nach ein paar Stunden wieder zu Hause. Auch meine Freundinnen kommen ab und zu vorbei, aber keiner bleibt über Nacht. Vielleicht hätten manche Lust, doch mir wäre das unangenehm mit einer fremden Person zusammen in einem Zimmer zu schlafen, das ist für mich nicht bequem.

Jeder Mensch hat eine eigene Vorstellung, wie und wo er seinen Lebensabend verbringen möchte manche wollen bleiben, wo sie sind, auch wenn die Wohnung zu groß ist. Andere finden es nicht schlimm, sich zu verkleinern und umzuziehen. Ich brauche im Alter jedenfalls keine große Wohnung mehr, und solange Gesundheit und Geld es zulassen, reicht mir meine kleine Bleibe völlig.

Wenn ein Rentner sich entscheiden muss, ob er umzieht oder bleibt, sollte er nicht nur auf die Wohnfläche schauen, sondern weitere wichtige Punkte im Blick behalten: die Lage ob Apotheke, Supermarkt und Krankenhaus in der Nähe sind, ob die Kinder schnell erreichbar sind sowie ob Parks oder ein Wochenmarkt für Spaziergänge nicht weit weg sind.

Am Ende habe ich gelernt, dass es am wichtigsten ist, sich ein Umfeld zu schaffen, in dem man bequem lebt, ohne sich zu überfordern und dass Loslassen und Reduzieren manchmal mehr gibt als nimmt.

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Homy
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