Sie war fest entschlossen, keinerlei Gefühle zu zeigen, vor allem nicht vor ihrem Ehemann, der immer von ihr verlangte, in allen Lagen kühl zu bleiben. Sie wünschte sich einfach nur ein wenig Frieden, wusste aber nicht, was die Zukunft bringen würde. Viele Paare lassen sich scheiden, sobald die Liebe erlischt und das ideale Leben aus den Hochglanzmagazinen unerreichbar scheint. Als die Scheidung schließlich unausweichlich war, fand sie eine Arbeitsstelle im Nachtdienst.
Doch eine große Herausforderung tat sich auf sie hatte einen kleinen Sohn, um den sie sich ständig kümmern musste. Zwar brachte sie ihn in eine Kita, doch diese schloss bereits um 19 Uhr, und sie hatte niemanden, bei dem sie den Jungen lassen konnte.
Mit nur wenigen Möglichkeiten bat sie ihren Ex-Mann, während ihrer Schicht abends nach sieben auf den gemeinsamen Sohn aufzupassen. Doch er wies sie eiskalt ab, als ginge ihn das alles nichts an, und fragte, warum sie die Verantwortung nicht selbst übernehme. Zunächst war sie für einen Moment verunsichert, fasste sich jedoch wieder und erklärte entschlossen, dass beide die gleichen Rechte und Pflichten als Eltern hätten und auch er Verantwortung für ihr Kind tragen müsse. Sie machte ihm klar, dass er selbstverständlich Unterhalt zahlen müsse, während sie nicht bereit war, ihr Leben nach seinen Bedürfnissen auszurichten. Für sie stand fest: Ihr Sohn gehört zu ihr.
Sie kämpfte sich durch diese schweren Zeiten, versuchte, Arbeit und Mutterrolle irgendwie zu vereinbaren. Der Weg war voller Hindernisse, sie musste viele Rückschläge verkraften Panikattacken und körperliche Beschwerden aufgrund des Dauerstresses blieben nicht aus. Als sie merkte, dass es so nicht weitergehen konnte, suchte sie ärztliche Hilfe. Doch die Ausrede des Arztes, ihr Ex-Mann vernachlässige seine Vaterpflichten, weil er mit seiner neuen Ehefrau eine Familie gründen wollte, traf sie tief. Ihr eigener Sohn wurde von seinem Vater plötzlich als Last betrachtet, bekam nur noch das Nötigste an Zuwendung und Unterstützung.
Am Ende fand sie sich in einem kleinen, privaten Krieg wieder, in dem ihr prinzipienloser, egoistischer Ex-Mann auf Kosten ihres Sohnes gewann. Die Ehe war für sie immer ein Rätsel geblieben, oft versuchte sie zu verstehen, wie er solche Entscheidungen treffen konnte, besonders in Bezug auf sein eigenes Kind. Trotz all dieser Widrigkeiten ließ sie nicht zu, dass sein Egoismus über ihr Leben bestimmte. Sie lernte, mit den Problemen umzugehen, und schwor sich, ihrem Sohn die Liebe und Geborgenheit zu geben, die er verdient, während sie sich Schritt für Schritt eine eigene Zukunft aufbaute.




