Du, meine Schwester Annika und ich, wir hatten schon immer so ein Konkurrenzding laufen sie wollte immer in allem die Erste sein. Natürlich hat sie auch vor mir geheiratet. Unsere Eltern haben für ihre Hochzeit richtig auf den Putz gehauen, nichts war ihnen zu schade Luxus pur. Bei meiner Hochzeit dagegen musste ich mich mit einer kleinen, bodenständigen Feier begnügen, weil das Geld einfach knapp war. Sie meinten, sie hätten alles für Annikas Hochzeit ausgegeben und könnten mir keine Unterstützung mehr bieten.
Annika hatte es echt gut: Zwei Kinder, saß zu Hause oder war im Kosmetikstudio, während ihr Mann ihr praktisch jeden Wunsch erfüllt hat. Bei uns liefs dagegen anders. Mein Mann und ich sind erstmal zu seiner Oma nach Hamburg gezogen, damit wir uns nicht gleich einen riesigen Kredit aufhalsen. Wir haben wirklich richtig rangeklotzt und aus dem Nichts heraus unseren eigenen Laden eröffnet, komplett mit all unserer Energie und Zeit. Es war hart, aber der Laden lief irgendwann endlich super.
Und dann ging bei Annika die Ehe den Bach runter, sie hat sich von ihrem Mann getrennt. Unsere Mutter kam zu mir und hat gefragt, ob ich Annika im Laden einstellen kann; sie war ja jetzt alleinerziehend. Aber ich wusste ganz genau, dass Annika selbst schuld war ihre Untreue hat zur Trennung geführt. Als sie sich dann bei mir meldete, dachte ich erst, sie will darüber sprechen, aber im Endeffekt wollte sie nur einen Job. Sie hat sogar versucht, mit mir zu feilschen, als ob sie das alles als selbstverständlich erachtet.
Sie schlug vor, dass ich sie einstelle obwohl sie null Erfahrung hatte. Und nicht nur, dass sie einen Job wollte, sie wollte auch noch ordentlich bezahlt werden dafür, aber keine echten Aufgaben, am liebsten einfach so auf dem Papier dabei sein. Ich war echt baff über ihre Dreistigkeit und habe ihr sehr deutlich gesagt, dass ich nicht bereit bin, mir das anzutun. Das Letzte, was ich wollte, war, wiedermal ihr Spielball zu sein, wie es schon bei ihrem Ex-Mann der Fall war. Ich habe ihr ehrlich gesagt, dass sie sich lieber ein anderes Standbein suchen soll, denn ich lasse mich nicht mehr ausnutzen.





