„Du wirst einsam alt werden!“ – Diese Worte hörte ich von einem Mann.

Ich habe Lukas vor einem Jahr kennengelernt. Mit einer Hingabe, die fast schon kitschig war, beteuerte er mir seine Treue und Loyalität, und schwor steif und fest, dass seine Gefühle für mich so wahrhaftig seien wie eine deutsche Steuererklärung. Und tatsächlich, wir hatten so einiges gemeinsam: Beide eine missratene Ehe hinter uns, beide brauchten dringend Unterstützung und ein wenig Mitgefühl ich dachte wirklich, wir hätten das beim jeweils anderen gefunden.

Doch, wie sich herausstellte, war Lukas eher so ein menschlicher Kuckuck sprich: ein Parasit, der es sich auf meine Kosten gemütlich machte. Auf kreative Art und Weise.

Meine Freundinnen warnten mich noch: Hanna, lass dir Zeit! Überlass ihm doch nicht gleich eine Bleibe! Aber ich wollte einfach nicht hören. Dass er mit Anfang dreißig keinen festen Job hatte, hat mich auch nicht sonderlich gestört. Im Grunde war er obdachlos. Und ein Auto konnte er auch nicht fahren dabei sagt man doch, jeder Deutsche wird mit einem Autoschlüssel geboren! Aber ich hatte Herzchen in den Augen und war so vernunftbefreit wie ein Teenie im Sommerurlaub. Hauptsache Romantik.

Tja, bis zu der Nacht, als er plötzlich nicht nach Hause kam und am nächsten Morgen nicht nur die Sonne weg war, sondern auch meine letzten 200 Euro. Mit einem Schlag war ich hellwach. Voilà, das ist meine Geschichte.

Ich habe Lukas sogar versucht, Arbeit zu vermitteln! Er hat auf meine Kosten gegessen, ich habe ihm Klamotten gekauft. Zusammen haben wir Orte besucht, in denen er noch nie zuvor einen Fuß gesetzt hatte: Restaurants, Shoppingcenter, den botanischen Garten überall hat er sich manierlich benommen, war höflich zu meinen Verwandten, hat sich nie gestritten. Ich glaubte wirklich, irgendwann schnappt er sich den gesunden Menschenverstand und alles wird gut.

Pustekuchen. Meine Geduld war irgendwann aufgebraucht, ernsthaft. Also musste ich ihn vor die Tür setzen. Selbst da wollte er noch mein altes Handy mitschleppen, das ich ihm mal geschenkt hatte. Aber ich hab klipp und klar gesagt: Lukas, mitnehmen darfst du nur, was du mitgebracht hast. Spoiler: Das war ein ziemlich leerer Rucksack.

War ich beleidigt? Klar! Hat es mich genervt, dass ich ein ganzes Jahr für ihn verschwendet habe? Na, hundertprozentig! Am Ende hat mich diese Erfahrung so richtig was gekostet im wahrsten Sinne des Wortes. Der Kerl hat mich regelrecht ausgesaugt. Aber ich schwöre: So was passiert mir nicht nochmal.

Also lasst euch bitte nicht so reinlegen wie ich. Checkt, wer euch wirklich aufrichtig mag. Wenn da was faul ist, nehmt die Beine in die Hand. Und denkt dran, wenn jemand euer Leben nur ausnutzt, gibts von euch nur die Retourkutsche aber schnell!

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Homy
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