Lebensgefährtin (34 Jahre) weigerte sich strikt, Lebensmittel für den Haushalt zu kaufen, und gab ihr gesamtes Gehalt ausschließlich für hochwertige Kosmetik aus

Mitbewohnerin (34 Jahre) weigerte sich kategorisch, Lebensmittel fürs Zuhause zu kaufen, und verprasste ihr ganzes Gehalt ausschließlich für Luxus-Kosmetik

Nach vier Monaten romantischer Dates zogen wir zusammen. Damals lief es beruflich richtig gut bei mir, ich hatte eine großzügige Altbauwohnung in München gemietet und dachte nicht groß darüber nach, dass ich die meisten Ausgaben übernehmen würde. Annemarie arbeitete in einer Privatklinik als Empfangsdame und verdiente ganz ordentlich ich war überzeugt, dass wir unsere Einkommen irgendwann fair zusammenlegen würden und daraus eine solide gemeinsame Grundlage basteln könnten. Tja, das war aber mein naiver Frühling. Denn schon nach zwei Wochen merkte ich, dass irgendetwas ganz seltsam lief.

Jedes Mal, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, stand ich vor einem Kühlschrank, der trauriger und leerer war als das Kulturbeutelregal am Männertag. In den Küchenschränken wohnten nur noch eine angebrochene Tüte Haferflocken und eine verwaiste Packung Kräutertee. Im Schlafzimmer hingegen sammelten sich auf Annemaries Schminktisch jeden Tag neue goldene Tiegel, seltsame Ampullen mit französischen Namen und Tuben, die locker mein Wochenbudget an Lebensmitteln verschlangen.

Eines Abends kam ich fix und alle, mit knurrendem Magen, nach Hause.

Annemarie, warum ist schon wieder keine einzige Tomate im Haus? Ich hab dich doch gebeten, nach Bayernmarkt zu gehen, während ich auf Montage war!, fragte ich, während ich wie Sherlock Holmes die Regale nach Essbarem durchsuchte.
Sie drehte sich nicht mal zu mir um, sondern klopfte weiter edles Serum von irgendeiner exklusiven Berliner Marke in ihre Wangen.

Ach, Sebastian, ich war heute im Kosmetikhaus am Marienplatz, da gabs eine limitierte Serie Creme mit Goldpartikeln. Du weißt doch, wie wichtig mir mein frisches Aussehen ist. Mein Gehalt ist jetzt leider aufgebraucht ich hab gleich die ganze Kur genommen, erwiderte sie seelenruhig.
Moment, du hast alles für Cremetöpfchen ausgegeben, wissend, dass wir morgen zum Frühstück nix außer Leitungswasser und Haferbrei haben? Wir hatten doch abgemacht, dass wir bei den Haushaltskosten irgendwie zusammenarbeiten! Ich spürte, wie der deutsche Vulkan in mir langsam brodelte.
Annemarie gönnte mir schließlich einen kurzen, mitleidigen Blick kein Hauch von Reue, höchstens ehrliches Unverständnis.

Du bist doch der Mann, Sebastian. Das Haus mit Schinken, Brot und Käse zu versorgen, dazu die Rechnung von den Stadtwerken zu zahlen das ist eindeutig dein Job. Mein Gehalt brauche ich, damit du stolz auf eine gepflegte Frau an deiner Seite sein kannst. Wenn ich auf Nivea umsteige, seh ich aus wie Tante Gertrud auf dem Land. Das soll dir gefallen?
Ich versuchte ihr zu erklären, dass Beziehungen im echten Leben ein gegenseitiges Geben und Nehmen sind, kein All-inclusive mit Sebastian als Sparbuch. Aber jeder meiner klugen Sätze wurde von einer Wand aus felsenfester Überzeugung abgewehrt. In Annemaries Welt taucht Essen wie von Zauberhand auf, und die Rechnungen lösen sich vermutlich im Münchener Föhn auf, solange mein Konto prall bleibt.

Das Fass zum Überlaufen brachte das Monatende. Ich wollte ein wenig Geld für die Inspektion meines uralten Golfs zurücklegen und hatte auch die Miete für die Wohnung beiseitegepackt. Wie sich dann aber herausstellte, hatte Annemarie klammheimlich meine EC-Karte benutzt und eine elitäre Gesichtsbehandlung gebucht eine total exotische Prozedur.

Wieso hast du ungefragt mein Konto geplündert? In zwei Tagen wird die Miete abgebucht!, jetzt brauchte ich keinen Kamillentee mehr für meinen Blutdruck.
Da gabs eine Aktion nur heute! Und ich tue das nur für dich, damit du neben einer strahlenden Frau einschlafen kannst. Dass du so einen Aufstand wegen ein bisschen Kosmetika machst Ein echter Mann zählt doch keine Centstücke, die für die Schönheit seiner Partnerin draufgehen!, entgegnete sie Lippenstift auflegend, von dem man auch eine Runde bayerischer Weißwürste hätte kaufen können.
In diesem Moment wurde mir glasklar: Ich wohne nicht mehr mit einer Partnerin zusammen, sondern mit einer teuren, optisch makellosen Kuckucksuhr. Für Annemarie war ich kein Mensch, sondern ein Dauer-Geldautomat mit integriertem Bringdienst. Ich habe dann wortlos ihren Koffer gepackt und sanft aber bestimmt zur Tür gestellt. Es hagelte Vorwürfe: Ich sei ein Geizhals, hätte ihr Leben ruiniert, und irgendjemand mit Klasse werde schon ihren wahren Wert erkennen.

Als sie endlich gegangen war, fühlte sich zum ersten Mal seit Monaten die Küche wieder nach Zuhause an. Ein schlichter Rührei-Abend im Frieden war plötzlich das höchste Glück besser als jede glitzernde Luxusverpackung, deren Rechnung mir regelmäßig die Tränen in die Augen trieb. Jetzt weiß ich: Wenn eine Frau mit vierunddreißig glaubt, ihr Gehalt sei nur für Cremes bestimmt und Essen falle vom Himmel, gibts wirklich nichts mehr zu hoffen.

Der Fall Sebastian und Annemarie ist ein Paradebeispiel für finanziellen Infantilismus gern verwechselt mit Weiblichkeit.

Annemarie hat es mit ihren vierunddreißig Jahren noch immer nicht geschafft, zwischen persönlichen Wünschen und gemeinschaftlichem Haushalt zu unterscheiden. Ihr Verhalten zeugt von tief verwurzeltem Egoismus und Konsumdenken gegenüber ihrem Partner. Sie setzt ihre Optik als Währung ein und ist überzeugt, dass ihre Anwesenheit allein schon genug Bezahlung für jede materielle Leistung darstellt.

So eine Einstellung wächst oft beim Scrollen durch Instagram oder dank guter Ratschläge im elterlichen Wohnzimmer: Das Mädchen als Schmuck, der Mann als zuverlässiger Ernährer mit Recht auf nichts Eigenes. Annemarie kann keine emotionale Nähe aufbauen, denn für sie sind Beziehungen bloß Handelsverträge. Wenn sie Sebastians Karte klaut, verletzt sie nicht nur den gemeinsamen Geldbeutel, sondern auch sein Vertrauen mit Respektlosigkeit als kostenlosem Extra.

Sebastian hat absolut richtig gehandelt. Hätte er weiter ihren Lifestyle finanziert, wäre er im Nullkommanix sowohl emotional als auch finanziell ausgebrannt. In solchen Partnerschaften wird der Mensch zum Dienstleister und verliert sich selbst. Die Trennung war sein einziger Weg zurück zu Selbstachtung und Rücklagen.

Erwachsene Beziehungen bauen auf Vereinbarungen und gemeinsamer Verantwortung auf. Ohne das ist jede Schönheit bloß eine verdammt schwere Last, die irgendwann das ganze Fundament zum Wanken bringt.

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Homy
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