Mein Bruder entdeckte einen Umschlag mit kindlicher Handschrift, auf dem „Für Papa“ stand. Es stellte sich heraus, dass seine Frau ihm jahrelang ein Geheimnis verschwiegen hatte.

Mein Bruder lebte viele Jahre mit seiner ersten Ehefrau zusammen. Sie war sehr materiell eingestellt und streitsüchtig und behandelte seine Eltern schlecht. Lange Zeit ertrug er das alles, aber irgendwann war das Maß voll und er ließ sich von ihr scheiden. Dann heiratete er erneut. Seine zweite Frau brachte eine Tochter mit in die Ehe. Selbst hatte mein Bruder weder aus seiner ersten noch aus seiner zweiten Ehe eigene Kinder. Doch schon bald verstarb seine zweite Frau. Die Stieftochter heiratete wenig später und zog aus.

Mein Bruder entschloss sich, die Wohnung zu renovieren. Dort, wo früher das Bücherregal stand, lagen zahlreiche Unterlagen. Er nahm sich vor, alles durchzusehen, um zu prüfen, ob sich irgendwo ein verstecktes Geldversteck befand. Beim Durchblättern der alten Dokumente stieß er auf einen Stapel Briefe.

Eine junge Frau schrieb ihrem Vater, dass sie ihn sehr liebte, auf Antwort wartete und sehr traurig sei. Sie erzählte ihm von ihrem Leben, wie sie zur Schule ging und was sie bewegte. Als mein Bruder schließlich den Absender sah, dämmerte ihm, was los war. Damals diente er in einer kleinen Stadt und er war dort verliebt gewesen. Es stellte sich heraus, dass diese Frau damals von ihm schwanger geworden war. Doch er hatte nie etwas davon erfahren, denn seine erste Ehefrau hatte alle Briefe unterschlagen und ihm nie etwas davon erzählt. Voller Wut rief er seine Ex-Frau an, um alles aufzuklären. Sie gab schließlich zu, dass das Mädchen tatsächlich seine Tochter war. Zum Glück leben wir heute im Zeitalter des Internets, und seine Stieftochter half ihm, seine leibliche Tochter ausfindig zu machen.

Einige Tage später klingelte das Telefon und seine leibliche Tochter meldete sich. Mein Bruder war völlig durcheinander und wusste nicht, was er ihr sagen oder wie er ihr erklären sollte, warum er all die Jahre geschwiegen hatte. Erfuhr, dass die Mutter des Mädchens bereits vor langer Zeit verstorben war. Seine Tochter brach am Telefon in Tränen aus, berichtete, dass sie inzwischen verheiratet sei und mein Bruder sogar schon eine Enkeltochter habe. Sie verabredeten ein Treffen. Mein Bruder konnte seine Tränen nicht zurückhalten: Er würde endlich seine eigene Tochter kennenlernen. Er hoffte inständig, dass seine Tochter ihn verstehen würde, denn er trug keine Schuld an der Situation. Hätte er gewusst, dass er eine Tochter hatte, hätte er sie nie verlassen.

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Homy
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Mein Bruder entdeckte einen Umschlag mit kindlicher Handschrift, auf dem „Für Papa“ stand. Es stellte sich heraus, dass seine Frau ihm jahrelang ein Geheimnis verschwiegen hatte.
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