„Wenn es euch nicht gefällt, geben wir es eben anderen“ – Reiche Verwandte verließen die Hochzeit und nahmen ihr Geschenk wieder mit

Wir alle haben Verwandte. Wenn es viele gibt, dann findet sich unter ihnen meist auch jemand, der recht vermögend ist. Solche Verwandte sind oft nicht besonders beliebt und viele blicken mit Neid auf deren Wohlstand. Trotzdem werden sie bei Festen immer eingeladen in der Hoffnung auf ein teures Geschenk. Auch in meiner Familie gibt es solche Leute.

Vor fünf Jahren war ich Gast auf einer Hochzeit in München. Der Enkel meines Großonkels heiratete. Auch die reichen Verwandten der Brautfamilie waren eingeladen, obwohl sie eigentlich sehr weit entfernt mit uns verwandt sind.

Viele machen es sich zur Gewohnheit: “Laden wir doch die wohlhabenderen Verwandten ein, dann bekommen wir bestimmt etwas ganz Besonderes geschenkt.” Vor allem bei einer Hochzeit! So lief das Fest auf Hochtouren. Das Haus war voller Gäste, die Braut und der Bräutigam strahlten vor Glück. Die reichen Verwandten ein Ehepaar kamen wie immer zu spät und erschienen genau im Moment der Geschenkübergabe.

Die Frau neben mir beugte sich zu mir herüber und sagte leise: Jetzt bin ich gespannt. Die Mutter des Bräutigams wird ganz sicher nicht zufrieden sein und die frisch Vermählten erst recht nicht.

Ich sah sie überrascht an: Warum? Kommt es denn so sehr auf das Geschenk an?

Endlich waren die reichen Verwandten an der Reihe. Sie gaben ihren Umschlag zunächst dem Zeremonienmeister. Als dieser ihn öffnete, wurde der Saal ganz still. Ich war gespannt war da der Schlüssel zu einer neuen Wohnung drin, oder zu einem BMW, vielleicht ein Reisegutschein? Oder lag eine ganze Menge Geld im Umschlag? Der Zeremonienmeister zeigte mir diskret den Inhalt. Sofort zählte die Mutter des Bräutigams das Geld ab und sah das wohlhabende Paar mit hochgezogener Augenbraue an.

Das soll alles gewesen sein?, fragte sie ungläubig. Ihr fahrt Mercedes, habt euren eigenen Chauffeur… und dann ein solches Geschenk? Fast wie Almosen.

Die Verwandten sagten kein Wort, nahmen ruhig den Umschlag wieder an sich und meinten nur:

Wenn euch unser Geschenk nicht gefällt, gebt es einfach jemand anderem. Dann drehten sie sich um und verließen wortlos die Hochzeit.

Das hätte man sehen müssen. Im ersten Moment herrschte Stille, dann brach die ganze Gesellschaft in schallendes Gelächter aus ich ebenso.

Später erfuhr ich, dass diese Verwandten wirklich nur deshalb zu Hochzeiten und Geburtstagen eingeladen werden, weil die Familie immer mit einem teuren Präsent rechnet. Übrigens, der Betrag im Umschlag hätte locker für eine einwöchige Reise in die Alpen mit Übernachtung im Vier-Sterne-Hotel gereicht. Für mich wäre das ein fantastisches Geschenk gewesen vor allem von so entfernten Verwandten. Doch aus unerfindlichen Gründen hielt die Mutter des Bräutigams es für ein Armseligen-Geschenk.

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Homy
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