Mama, ich möchte dir jemanden vorstellen”, sagte Vova und zog ein Mädchen nach vorn, “das ist Alina. Meine Verlobte.

Mama, stell dir vor, Moritz zog ein Mädchen nach vorn, das ist Elke. Meine Verstorbene.

Anna-Luise sank auf den nächsten Stuhl, der zum Glück genau dort war, wo er sein sollte. Ihr Junge, ihr kleiner Moritz, wirkte neben seiner Braut wie ein Pfadler neben einer Gruppenleiterin.

Tag! Elke stand vor der Frau, die Hände in den Jeans vergraben, Kaugummi kaufe, mit der selbstbewussten Haltung einer Frau, die das Leben fest im Griff hat.

Guten Tag, stammelte die verdutzte Mutter. Wie seit wann?

Mama, alles ist gut! Moritz zog sich die Schuhe aus und nickte Elke zu, es ihm gleichzutun. Wir ziehen zu Elke, stimmts, Schätzchen?

Mhm, nickte sie, ohne das Kauen zu unterbrechen.

Söhnchen, kurz mal? Anna-Luise erhob sich und ging in die Küche.

Redet ruhig vor mir, sagte Elke, ließ sich in den Sessel fallen, schlug die Beine übereinander und griff zur Fernbedienung. Moritz und ich haben keine Geheimnisse. Oder, mein kleiner Elefant?

Stimmt, Mama, nickte Moritz und wurde rot.

Na gut, die Mutter fasste sich ein wenig. Söhnchen, bist du sicher, dass dieses Mädchen die Richtige für dich ist? Sie ist schon mindestens zehn Jahre älter als du.

Acht! korrigierte Elke. Und das spielt keine Rolle. Habt ihr etwa etwas dagegen? Ich bin eine selbstständige, finanziell unabhängige, erwachsene Frau

Eben, eben! Eine Frau! Und mein Söhnchen ist gerade mal zwanzig! Anna-Luise griff sich an den Kopf.

Na, dann muss ihn halt jemand zum Mann machen, wenn es bis jetzt noch keinem gelungen ist, grinste die Braut.

Anna-Luise fand keine Antwort. Sie öffnete und schloss den Mund wie ein Fisch an der Luft.

Mama, Moritz, der bis jetzt geschwiegen hatte, fand seine Stimme wieder, wir sind hier, weil wir Geld für die Hochzeit brauchen.

Und was habe ich damit zu tun? schnaubte die Mutter, überwältigt von der Dreistigkeit der zukünftigen Schwiegertochter.

Wie, was hast du damit zu tun? Elke hob die Augenbrauen. Seit jeher bezahlen die Eltern des Bräutigams die Hochzeit. Meine Eltern sehen das genauso.

Ach, wirklich! Anna-Luise warf die Hände in die Luft. Sehr praktisch, sehr klug! Erst wird der Ladenhüter losgegeben, und dann will man auch noch Geld. Eigentlich müsst du mir etwas zahlen, dass ich meine kleine Perle einer Übergereiften überlasse. Kein Geld von mir!

Die Mutter winkte entschieden ab.

Na gut, Elke stand auf, lächelte spöttisch, trat dicht an ihre zukünftige Schwiegermutter heran. Gacker nur weiter, du Tageshenne. Komm, kleiner Elefant, wir kommen auch ohne klar!

Sie ging zum Flur und öffnete schon die Haustür. Moritz eilte ihr nach. Beim Vorbeigehen warf er seiner Mutter noch einen hoffnungsvollen Blick zu vielleicht würde sie es sich anders überlegen. Doch sie drehte sich weg. Im letzten Moment fragte sie noch:

Warum eigentlich kleiner Elefant?

Weil er so große Ohren hat, rief Elke von der Tür aus, schob den Bräutigam hinaus und knallte die Tür hinter sich zu.

Tschüss, Mama, rief Moritz noch, dann war die Tür zu.

Himmel! Womit habe ich das verdient? Anna-Luise brach in Tränen aus, setzte sich an den Küchentisch und stopfte sich Waffeln in den Mund. Sie hatte nicht erwartet, dass ihr Sohn in die Fänge soiner Räuberin geraten würde. Ausgerechnet ihr zartbesaiteter, guter, lieber Moritz.

Seine Ohren sind doch normal, schluchzte sie verspätet in Richtung Tür.

Und jetzt? Elke kratzte sich am Kopf, als sie das Haus der Schwiegermutter verließen und sah Moritz fragend an. Wir haben nicht genug Geld für ein Restaurant, einen Tanzmeister oder einen anständigen Empfang. Meine Eltern wollen auch nicht zahlen.

Wie wäre es, wenn wir auf unserem Landhaus feiern und dann verreisen? Moritz sah sie hoffnungsvoll an. Er hatte kein Geld für die Hochzeit er hatte erst vor ein paar Monaten angefangen zu arbeiten.

Warum hast du das nicht gleich gesagt? Elke klopfte ihm auf die Schulter. Na los, geh zurück und hol dir den Schlüssel und die Erlaubnis. Ich warte hier, um deine Mutter nicht mit meinem fortschrittlichen Wesen zu beunruhigen, kicherte sie.

Gerade als Anna-Luise sich beruhigt hatte, klingelte es erneut.

Wer zum Teufel kommt denn jetzt? fluchte sie und ging zur Tür.

Draußen stand ihr Sohn. Sie spitzte den Kopf in den Flur ob die Braut vielleicht um die Ecke lauerte.

Mama, ich bin allein, zögerte er.

Hat sie dich etwa verlassen? rief die Mutter erleichrt.

Mama, was denkst du denn? brummte er gekrängt. Wir lieben uns.

Und was dann? fragte sie enttäuscht und ging in die Küche, um die Waffeln herunterzuspülen.

Mama, gibst du uns den Schlüssel für das Landhaus? Wir könnten dort feiern, bat er mit schmeichelnder Stimme.

Das fehlt mir noch! empörte sie sich. Ihr werdet alles verwirten und verschmutzen, und wer putzt dann?

Wir räumen auf, keine Sorge! Moritz wurde begeistert, als er sah, dass sie nachgab. Es kommen genug Gäste, alle helfen mit. Willst du nicht, dass ich glücklich bin?

Er wusste, wo er ansetzen musste. Anna-Luise verschluckte sich fast an ihrem Wasser.

Ich will doch nur dein Glück, aber nicht so! Sie warf die Hände in die Luft.

Mama, mit Elke bin ich sehr glücklich. Sie ist ein wunderbares Mädchen.

Mir geht es anders, seufzte die Mutter. Aber gut, was soll ich machen?

Sie ging in den Flur, klimperte mit dem Schlüsselbund und löste den Landhausschlüssel heraus.

Hier! Sie reichte ihn Moritz. Aber es muss alles blitzsauber sein.

Mama, du bist die beste! Er schnappte sich die Schlüssel, küsste sie und verschwand, bevor sie es sich anders überlegen konnte.

Schatz, schau! Er wedelte mit den Schlüsseln, als er auf die Straße trat.

Siehst du, du kannst es doch, wenn du willst, lobte Elke, spuckte den Kaugummi aus und küsste ihn leidenschaftlich.

Anna-Luise wurde zur Hochzeit eingeladen. Sie war sogar ein wenig überrascht.

Wie soll ich ein fröhliches Gesicht machen? jammerte sie bei der Nachbarin. Ich könnte sie im Salat ertränken, aber ich muss lächeln und auf ihr Wohl trinken.

Ach, mach dir nichts draus, winkte die Nachbarin ab. Die Jugend ist heute so flatterhaft. Heute heiraten sie, morgen lassen sie sich scheiden. Meine Tochter heiratet zum dritten Mal alles halb so wild. Hauptsache, keine Kinder.

Aber wozu dann überhaupt heiraten? wunderte sich Anna-Luise.

Na, jeder hat seine Gründe, zuckte die Nachbarin mit den Schultern. Die einen für Kinder, die anderen für die Sammlung.

Die Hochzeit fand an einem warmen, sonnigen Tag statt.

Was für ein Glück mit dem Wetter! freuten sich die Gäste. Dreißig waren es insgesamt. Auch Elkes Eltern kamen aufgeblasen wie Truthähne. Elkes Mutter traute nicht einmal vor die Tür. Dort fliegen Mücken und Käfer mir in die Nase, und wenn ich den Mund aufmache, auch noch da rein! beschwerte sie sich, während ihr Mann nach ein paar Gläsern Schnaps seine alle Würde verloren hatte und den jungen Freundinnen der Braut nachstellte.

Was findet sie nur an ihm? wehklagte Elkes Mutter bei Anna-Luise. So viele schöne Jungen haben ihr den Hof gemacht! Sportler, Geschäftsleute. Und sie

Ich bin auch nicht begeistert von Ihrer Tochter, fauchte die Brautmutter und setzte sich woanders hin, um die Feier nicht zu verderben.

Oh, zog die Schwiegermutter den Kopf ein, als sie merkte, dass sie Anna-Luise mit einer anderen Gästin verwechselt hatte.

Anna-Luise ging immer wieder in den Garten. Ihr Herz blute das Chaos war unerträglich.

Die Grills standen zwischen den Beeten. Die Hälfte der Ernte war weggepflückt, Radierchen, Zwiebeln, Dill alles weggetrampelt. Das Holz für die Sauna wurde verfeuert.

Die Toilette ist da drüben! rief Anna-Luise und zeigte auf das kleine Holzhaus mit dem Herz in der Tür, während sich Gäste hinter den Apfelbäumen erleichterten.

Alles klar, Mama! lachten die Freunde des Paars und zogen sich die Hosen hoch.

Was sind das nur für Menschen?! stöhnte Anna-Luise. Ihre einzige Hoffnung war, dass am nächsten Tag alles aufgeräumt würde.

Die Feier dauerte bis tief in die Nacht. Die Beete waren mit Salaten und Grillfleisch gedüngt, mit Sekt und Schnaps bewässert. Gegen Morgen legten sich die Gäste schlafen, aber Anna-Luise konnte nicht ruhen.

Sie fand überall Müll: Flaschen, Verpackungen, Servierten. Einige Gäste schliefen auf den Beeten, andere im Gewächshaus. Von den Ästen baumelten seidene Tücher.

Gott sei Dank keine Unterwäsche, murmelte Anna-Luise, während sie die Tücher einsammelte.

Als das Paar schließlich aufwachte, trat Moritz in den Garten.

Mama, was machst du hier?

Was ich mache? Ich frage mich, wer das hier alle aufräumt.

Ach, die Gäste machen das, wenn sie wach sind, winkte er ab.

Anna-Luise war perplex, als das Paar mit Koffern auftauchte.

Wohin gehts denn?

Mama, wir müssen los, sagte Moritz und schob sie beiseite. Wir haben schon Tickets, wir verreisen.

Und die Gäste?

Die haben Füße, erklärte Elke. Sie werden schon verschwinden. Komm, kleiner Elefant, sonst verbrennen wir hier in dieser Pampa!

Sie packte die Koffer und zog Moritz mit sich.

Pampa?! Mein Landhaus ist eine Pampa? Anna-Luise war spitzlos.

Langsam verschwanden die Gäste, ohne aufzuräumen. Anna-Luise versuchte vergeblich, sie zur Vernunft zu bringen.

Schwiegermutter, entschuldige, sagte Elkes Vater mit verquollenem Gesicht. Wir müssen gehen.

Elkes Mutter stolperte hinterher, das Haar ein Vogelnest.

Was hat sie bloß mit dem Kopf angestellt? dachte Anna-Luise.

Sie blieb allein zurück, seufzte und begann, das Chaos zu begutachten. Im Schlafzimmer entdeckte sie einen Briefumschlag mit Geld die Geschenke der Gäste.

So viel Geld! staunte sie.

Dann griff sie zum Telefon.

Guten Morgen! Die Reinigungsfirma Schneeweiß? Ich brauche eine Großreinigung.

Sie legte auf, lächelte zufrieden und ging, um Kaffee und Waffeln zu genießen.

Gute Reise, meine Kinder.

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Homy
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Mama, ich möchte dir jemanden vorstellen”, sagte Vova und zog ein Mädchen nach vorn, “das ist Alina. Meine Verlobte.
Du musst mir helfen, du bist doch meine Mutter