Als meine Frau den Hund zum Tierarzt brachte, ahnte sie schon, einen folgenschweren Fehler gemacht zu haben – denn statt einem Pechvogel lebten nun plötzlich zwei im Haus… Es fing an, als ein Findelkätzchen bei uns einzog – ganz typisch, meine Frau wollte nur den Müll rausbringen und kam mit tierischem Anhang zurück. Der Kater, den wir Nevik nannten (von „der Unglückliche“), stolperte von einer Katastrophe in die nächste: Erst die Pfoten im heißen Eintopf und in die saure Sahne, später sämtliche Ausflüge ins Chaos. Gläser, Schalen, Vasen – alles flog zu Boden, meist auf Nevik selbst. Tischsalz wurde panisch verteidigt, denn der Kater zielte immer mittenrein. Dreimal überlebte er einen Stromschlag, nur mit viel Glück und dem Arzt. Mehrfach mußten wir ihn aus dem Putzwassereimer retten. Selbst Sprünge gingen nie dahin, wohin sie sollten. Ständig schrammte Nevik an Ecken, Spiegeln und Sesseln entlang. Meine Frau zog sogar zu „weisen Frauen“ auf dem Land, doch nach zerbrochenem Geschirr verweigerten alle Heilerinnen fortan die Hilfe. Bis ein Tipp kam: Nevik braucht einen Partner – am besten einen Hund. Die Chihuahua-Hündin (schrecklich anzusehen, noch schlimmer bellend), für ein kleines Vermögen angeschafft, wurde auf den Namen Rex getauft und brachte sofort neue Episoden ins Haus. Kaum war Rex ins Leben getreten, schnappte die erste Mausefalle zu – ausgerechnet an der Hundenase. Die Fahrt zum Tierarzt ließ meine Frau daran zweifeln, jemals wieder Glück ins Haus bringen zu können: Nun waren sie zu zweit, die kleinen Pechmagneten. Bald waren sie ein Herz und eine Seele und steckten gemeinsam in jeder nur denkbaren Misere: von Ameisen und Bienen über Gänseschnäbel bis zum Hühnerpick. Aber eines Morgens wendete sich alles… Mein Mann, der wie immer mit Kaffee und Stulle zur Arbeit hastete, wurde von Nevik blockiert. Der Kater weigerte sich, Platz zu machen, kratzte sogar. Als mein Mann weniger geduldig wurde, sprengte Rex heldenhaft dazwischen, kauerte sich zitternd vor Nevik und stellte sich schützend in den Weg – kläffend wie eine Hustenattacke. Gerade noch rechtzeitig, denn draußen krachte ein Milch-Laster, hatte die Bremsen versagt, und rammte unser Auto zu Schrott. Nur weil die beiden „Pechvögel“ ein Drama machten, blieb mein Mann verschont. Seitdem fragt er jeden Morgen die Zwei, ob draußen die Luft rein ist, bevor er das Haus verlässt – und grinst über ihre nickenden, tapferen Gesichter. Sind sie jetzt Glückskinder? Fehlanzeige! Das Chaos bleibt, nur wird jetzt geschmust, getröstet und geliebt, egal ob nach Sahne-Attacken oder nächtlichem Gekreische. Rex bekam ein teures Halsband und Nevik ein Kuschelbett, das er natürlich meidet – lieber schläft er auf unseren Füßen und fällt regelmäßig runter. Dann eilt Rex zur Rettung, bellt drohend und verteidigt seinen Katzenfreund. Nachts liegen schließlich beide zwischen uns im Bett – und alles ist gut. Vielleicht kommt es Ihnen verrückt vor – aber im Grunde ist das alles nur eine Liebeserklärung: Man liebt nicht, weil jemand Glück oder Pech bringt, sondern weil es ihn gibt. Und das ist das größte Glück von allem!

Es war einmal, vor vielen Jahren, als meine Frau unseren Hund zum Tierarzt brachte. Damals begann sich in ihr schon der Verdacht zu regen, dass sie wohl einen folgenschweren Fehler gemacht hatte. Denn aus einem Pechvogel im Haus waren inzwischen zwei geworden…

Alles begann mit dem Einzug des Kätzchens. Nun ja, Einzug gefunden hatte sie es auf dem Müllplatz hinter unserem Haus in Bremen. Jemand hatte das arme Tier einfach dort entsorgt

Eigentlich wollte meine Frau nur den Müll rausbringen, doch sie kam mit einem neuen Familienmitglied zurück. Wir tauften ihn Nepomuk, kurz Nepi in Anlehnung an “der Unglücksrabe”.

Gleich am ersten Abend steckte er neugierig beide Vorderpfoten in den heißen Erbseneintopf. Während meine Frau noch versuchte, das vor Schmerz kreischende Kätzchen vom Tisch zu nehmen, landeten seine Hinterbeine prompt in einer Schale mit saurer Sahne. Und das war nur der Anfang

Nepi schlitterte von einem Missgeschick ins nächste. Einmal verrenkte er sich alle vier Beine beim Sprung vom Sofa.

Er war ein wahrer Wirbelwind: Warf er Gläser, Tassen oder Vasen vom Regal, so gab er sich meist selbst den Schlag auf den Kopf einfach, weil er direkt darunter landete.

Lag Salz auf dem Tisch, hielten alle die Dose fest. Denn jeder wusste: Nepi würde im nächsten Augenblick draufspringen und natürlich mitten hinein!

Dreimal hat ihn der Strom getroffen. Kaum zu glauben, dass Katzen sowas überhaupt überleben aber Nepis Schutzengel war stets zur Stelle. Der Tierarzt in Bremen hat ihm dreimal das Leben gerettet

Mehrmals beinahe im Putzeimer ertrunken, wurde Nepi jedes Mal noch rechtzeitig aus dem Wasser gezogen. Danach blieben Eimer bei uns nie wieder unbeaufsichtigt stehen.

Auch seine Sprünge waren sagen wir, eigenwillig. Nie landete er dort, wo er wollte. Ansonsten stieß er sich an Ecken, Spiegeln, Armlehnen kurzum: Jeder in der Nachbarschaft kannte seine Geschichten.

Meine Frau brachte Nepi sogar zu ein paar alten Damen, die als Kräuterhexen galten. Sie lachten zwar herzlich, nahmen aber ihre Euros für eine Eier-Ausrollung gegen böse Mächte. Nachdem Nepi jedoch bei jeder von ihnen ein Service zerstörte, war sein Ruf dahin, und keine Hexe wollte noch etwas mit ihm zu tun haben.

Eines Tages, etwas ratlos, sprach meine Frau eine Freundin an. Die riet, Nepi sollte eine Begleitung bekommen, am besten eine zweite Katze oder einen kleinen Hund.

Die Aussicht erfreute meine Frau sehr. So kaufte sie für damals eine ordentliche Summe einen Hund der Rasse Zwergpinscher, sehr zur Freude unserer Tochter.

Warum “furchteinflößend”? Wer solch ein winziges, nervöses Wesen je aus der Nähe erlebt und sein froschartiges Bellen gehört hat, weiß, was ich meine: Das war kein Bellen, das war eher ein Husten

Am nächsten Tag zeigte sich aber, wie dringend wir Gesellschaft für Nepi brauchten. Unser Haus stand damals am Rand von Oldenburg, umgeben von Feldern und Mausbefall war keine Seltenheit.

Nepi hatte keine Angst vor Mäusen im Gegenteil, er beobachtete sie sogar oft und spielte manchmal Fangen mit ihnen. Deshalb hatten wir überall Mausefallen aufgestellt.

In eine davon tappte ausgerechnet unser neues Hundewesen, das wir Fritz tauften

Meine Frau brachte den heulenden Fritz zum Tierarzt. Sie konnte es kaum fassen: Jetzt gab es zwei Pechvögel im Haus.

Nepi übernahm sofort das Kommando über Fritz. Gemeinsam streiften sie durch den Garten, und wir mussten fortan immer ein wachsames Auge auf die beiden haben.

Sie gerieten an Ameisen und Wespen, Gänse zwickten sie, Hühner pickten nach ihnen es wurde turbulent im Haus.

Doch eines Morgens sollte sich alles ändern

Damals parkte ich mein Auto vor dem Haus. Zum Glück gab es in unserem Stadtviertel genug Platz. Jeden Morgen verließ ich das Haus, Kaffee in der Hand, riegelte das Gartentor ab, stieg ins Auto und fuhr zur Arbeit.

An diesem Morgen jedoch, hatte Nepi die Kaffeetasse schon zu Boden geschmissen und mein Butterbrot zum Absturz gebracht. Doch statt sich unters Sofa zu verkriechen, lief er plötzlich zur Haustür und versperrte mir entschlossen den Weg.

Ich versuchte, ihn wegzuschieben, doch er krümmte seinen Rücken und fauchte. Ein Tatzenhieb streifte mein Bein.

Na warte, du kleiner Teufel!, rief ich und versuchte, ihn sanft mit dem Fuß beiseitezuschieben. Doch in diesem Moment

sauste Fritz, unser tapferer Pinscher, hervor, bellte, oder besser: hustete und stellte sich schützend vor Nepi! Seine dünnen Beinchen beben, das kleine Maul schnappte, die Zähne blank in seinen Augen blitzten Mut und Entschlossenheit:

Du kommst hier nicht vorbei!, sagte sein Blick. Erst musst du mich niederringen!

Allmählich wurde mir das Ganze zu viel. Sagt mal, spinnt ihr? Ich muss zur Arbeit! rief ich, und stürmte ins Schlafzimmer zu meiner Frau.

Steh auf! Die beiden lassen mich nicht raus!

Noch halb am Schlafen schlurfte sie zur Tür. Gemeinsam versuchten wir, der Sache Herr zu werden. In dem Moment donnerte draußen ein gewaltiger Lärm.

Wir stürmten hinaus. Ein großer LKW, der die Bäckereien mit Milch belieferte, war auf der Straße außer Kontrolle geraten und direkt in unser geparktes Auto gekracht ein Haufen verbogenes Metall war alles, was von unserem Wagen blieb.

Erstarrt ließ ich meine Kaffeetasse fallen. Den LKW-Fahrer brachte der Notarzt ins Krankenhaus Herzinfarkt. So etwas kommt halt vor…

******

Seitdem lassen Nepi und Fritz mich morgens problemlos durch die Tür, doch jedes Mal bleibe ich kurz stehen und frage sie: Und? Ist draußen alles in Ordnung? Fritz zeigt stolz die Zähne und nickt.

Wer nun glaubt, die beiden sind jetzt Glückskinder, täuscht sich gewaltig! Sie geraten weiterhin von einem Schlamassel ins nächste. Doch keiner zählt mehr die Scherben oder jammert über sein Pech.

Jetzt trägt man sie auf Händen durch das Haus, küsst sie, wischt den Schmand und Eintopf aus ihrem Fell. Fritz bekam ein schickes, teures Halsband und für Nepi stehen Kratzbäume in allen Ecken, dazu ein eigenes, weiches Bettchen.

Dort schläft Nepi allerdings nie. Viel lieber rollt er sich nachts zu unseren Füßen zusammen und purzelt regelmäßig herunter, was bei uns nächtlichen Tumult auslöst.

Auf das Gekreische hin stürmt Fritz herbei, der es sich passenderweise in eben jenem neuen Kuschelbett gemütlich gemacht hat. Er hustet bedrohlich und knurrt jeden an, der seinem Kumpel zu nahekommt.

Nach einer halben Stunde liegt dann schließlich wieder die ganze Familie im Bett. Nepi und Fritz werden einfach zwischen uns gebettet dann kann man ruhig weiterschlafen bis zum Morgen…

Und falls Sie fragen, was das alles soll blättern Sie ruhig weiter. Letztlich geht es immer nur um eines: um Liebe. Sie dürfen mir glauben, Nepi und Fritz werden nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Tollpatschigkeit geliebt.

Das ist nämlich das größte Glück überhaupt.

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Homy
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Als meine Frau den Hund zum Tierarzt brachte, ahnte sie schon, einen folgenschweren Fehler gemacht zu haben – denn statt einem Pechvogel lebten nun plötzlich zwei im Haus… Es fing an, als ein Findelkätzchen bei uns einzog – ganz typisch, meine Frau wollte nur den Müll rausbringen und kam mit tierischem Anhang zurück. Der Kater, den wir Nevik nannten (von „der Unglückliche“), stolperte von einer Katastrophe in die nächste: Erst die Pfoten im heißen Eintopf und in die saure Sahne, später sämtliche Ausflüge ins Chaos. Gläser, Schalen, Vasen – alles flog zu Boden, meist auf Nevik selbst. Tischsalz wurde panisch verteidigt, denn der Kater zielte immer mittenrein. Dreimal überlebte er einen Stromschlag, nur mit viel Glück und dem Arzt. Mehrfach mußten wir ihn aus dem Putzwassereimer retten. Selbst Sprünge gingen nie dahin, wohin sie sollten. Ständig schrammte Nevik an Ecken, Spiegeln und Sesseln entlang. Meine Frau zog sogar zu „weisen Frauen“ auf dem Land, doch nach zerbrochenem Geschirr verweigerten alle Heilerinnen fortan die Hilfe. Bis ein Tipp kam: Nevik braucht einen Partner – am besten einen Hund. Die Chihuahua-Hündin (schrecklich anzusehen, noch schlimmer bellend), für ein kleines Vermögen angeschafft, wurde auf den Namen Rex getauft und brachte sofort neue Episoden ins Haus. Kaum war Rex ins Leben getreten, schnappte die erste Mausefalle zu – ausgerechnet an der Hundenase. Die Fahrt zum Tierarzt ließ meine Frau daran zweifeln, jemals wieder Glück ins Haus bringen zu können: Nun waren sie zu zweit, die kleinen Pechmagneten. Bald waren sie ein Herz und eine Seele und steckten gemeinsam in jeder nur denkbaren Misere: von Ameisen und Bienen über Gänseschnäbel bis zum Hühnerpick. Aber eines Morgens wendete sich alles… Mein Mann, der wie immer mit Kaffee und Stulle zur Arbeit hastete, wurde von Nevik blockiert. Der Kater weigerte sich, Platz zu machen, kratzte sogar. Als mein Mann weniger geduldig wurde, sprengte Rex heldenhaft dazwischen, kauerte sich zitternd vor Nevik und stellte sich schützend in den Weg – kläffend wie eine Hustenattacke. Gerade noch rechtzeitig, denn draußen krachte ein Milch-Laster, hatte die Bremsen versagt, und rammte unser Auto zu Schrott. Nur weil die beiden „Pechvögel“ ein Drama machten, blieb mein Mann verschont. Seitdem fragt er jeden Morgen die Zwei, ob draußen die Luft rein ist, bevor er das Haus verlässt – und grinst über ihre nickenden, tapferen Gesichter. Sind sie jetzt Glückskinder? Fehlanzeige! Das Chaos bleibt, nur wird jetzt geschmust, getröstet und geliebt, egal ob nach Sahne-Attacken oder nächtlichem Gekreische. Rex bekam ein teures Halsband und Nevik ein Kuschelbett, das er natürlich meidet – lieber schläft er auf unseren Füßen und fällt regelmäßig runter. Dann eilt Rex zur Rettung, bellt drohend und verteidigt seinen Katzenfreund. Nachts liegen schließlich beide zwischen uns im Bett – und alles ist gut. Vielleicht kommt es Ihnen verrückt vor – aber im Grunde ist das alles nur eine Liebeserklärung: Man liebt nicht, weil jemand Glück oder Pech bringt, sondern weil es ihn gibt. Und das ist das größte Glück von allem!
Den eigenen Sohn von der Ehefrau nicht zu bemitleiden