Die Überraschende Ankunft der Schwiegermutter: Ein Besuch, der Alles auf den Kopf stellt
Ich betrete die Wohnung meines Sohnes wie ein plötzlicher Besuch der Schwiegermutter das Leben auf den Kopf stellt
Katrin hatte ihren Ehemann Dieter zur Arbeit gefahren, ihm einen Kuss auf die Wange gegeben und die Tür hinter ihm zugemacht. Heute gönnt sie sich eine kurze Pause. Es war ein anstrengender Tag: Homeoffice, Wohnungsputz, alles in einer Mietwohnung mitten in Berlin, die sie mit Dieter nach ihrer Hochzeit angemietet haben. Erst vor kurzem sind sie aus den Flitterwochen zurück das richtige Einleben fehlt bislang noch. Die Wohnung gehört ihnen zwar nicht, ist aber gemütlich: frisch renoviert, wunderbar hell, man blickt direkt auf die Spree. Die Vermieter haben länger gesucht, bis sie sich für das junge, gebildete Paar entschieden haben.
An diesem Morgen arbeitet Katrin aus dem Homeoffice heraus. Ihr Arbeitsalltag ist flexibel: Einige Tage im Büro, andere mit Akten und vieles am Laptop daheim. Sie setzt sich an den Schreibtisch, prüft ihre E-Mails und beginnt mit der Arbeit, als es plötzlich an der Tür klingelt. Verwundert öffnet sie und steht unvermittelt Dieters Mutter gegenüber Ingrid Gertrud.
Guten Tag, grüßt Katrin, ein wenig überrascht.
Ich möchte zu meinem Sohn! Na, stehst du da rum, lass mich rein, sagt Ingrid unverblümt und tritt sofort über die Türschwelle, ohne auf eine Einladung zu warten.
Dieter ist bei der Arbeit, erklärt Katrin ruhig.
Das macht nichts. Ich warte, erwidert Ingrid kurz angebunden und steuert direkt die Küche an.
Warten Sie ich bin mitten im Arbeitstag, gleich sind Online-Meetings könnten Sie abends kommen, wenn Dieter da ist?, bittet Katrin bestimmt und stellt sich ihr in den Weg.
Ingrid verzieht das Gesicht, dreht sich um und geht schließlich. Am Abend ist Dieter überrascht:
Mama hat sich beschwert, du hättest ihr nicht mal einen Tee gemacht.
Du weißt doch, wie sie unangekündigt auftaucht, als wäre es ihre Wohnung. Ich arbeite und sie erwartet Bedienung wie im Hotel. Erinnerst du dich, wie sie sich in unserem letzten Zuhause aufgeführt hat?
Dieter zuckt mit den Schultern:
Mama wird sich kaum ändern. Ich habe sie für Samstag zum Mittagessen eingeladen. Versuchen wir es friedlich.
Katrin nickt, warnt ihn aber: Freitag ist Putztag. Und Sonntag sind wir zum Geburtstag von Freunden eingeladen der Kalender ist voll.
Das Essen am Samstag verläuft ohne großes Drama. Die Schwiegermutter sitzt am Tisch, isst, bringt aber dazwischen einige spitze Bemerkungen.
Die Wohnung ist viel zu teuer. Am Stadtrand hättet ihr was Günstigeres gefunden. Und ihr Elternhaus steht doch war da kein Platz? Dann könntet ihr sparen.
Katrin bleibt gelassen: Frag Dieter, ob er bei meinen Eltern wohnen möchte.
Niemals!, ruft Dieter. Ich brauche meine Privatsphäre.
Aber die Wohnung gehört euch nicht!, wirft Ingrid ein.
Für ein Jahr haben wir sie gemietet. Wir zahlen, und sie gefällt uns, kontert Dieter.
Dann kommt Ingrids Vorschlag: Kommt doch zu mir! Ich habe drei Zimmer, Platz genug.
Nein, Mama. Besuch ist okay, aber wir wohnen nicht zusammen. Unsere Lebensweisen passen nicht zusammen.
In der nächsten Woche arbeitet Katrin erneut von zu Hause, während Dieter außer Haus ist. Nachmittags macht sie ein kurzes Nickerchen. Plötzlich steigt ihr der Duft von frisch gebrühtem Kaffee in die Nase. Verwundert Dieter ist nicht da steht sie auf, geht in den Morgenmantel zur Küche und bleibt wie angewurzelt stehen. Ingrid Gertrud sitzt am Küchentisch, trinkt Kaffee und isst Streuselkuchen.
Wie sind Sie reingekommen?, fragt Katrin scharf.
Ich habe einen Schlüssel. Dieter hat mir den gegeben. Es ist schließlich auch seine Wohnung. Was ihm gehört, gehört mir!
Woher stammt der Schlüssel?, zischt Katrin.
Samstag lag am Schlüsselbrett. Und den behalte ich, erwidert Ingrid ganz ruhig.
Dieter und ich besprechen das später. Jetzt gehen Sie bitte. Ich muss arbeiten.
Ich gehe nicht, bevor ich gesagt habe, was ich denke. Du hast mir nie gefallen. Dein Name klingt kindisch, deine Familie hat keinen Hintergrund. Früher gab Dieter mir die Hälfte seines Gehalts, jetzt ist es nur noch Kleingeld. Alles gibt er für dich aus Miete, Restaurantbesuche. Du klammerst wie ein Klotz. Kinder hast du auch keine geboren. Und kochen kannst du schlechter als jede Kantine!
Katrin bleibt äußerlich ruhig: Sind Sie fertig? Dann geben Sie mir jetzt bitte den Schlüssel.
Nein, den behalte ich. Ingrid greift rasch zur Handtasche, doch Katrin ist schneller leert sie aus und findet ihre Wohnungsschlüssel.
Jetzt gehen Sie!
Das wirst du teuer bezahlen. Wenn Dieter erfährt, wie du mit seiner Mutter umspringst, setzt er dich raus! schreit Ingrid, schlägt die Tür zu und stürmt davon.
Am Abend erzählt Katrin ihrem Mann alles. Dieter hört ihr still zu, nimmt sie in den Arm und sagt:
Ich kläre das. Du hattest recht.
Katrin bleibt gefasst. Sie weiß: Respekt muss man einfordern auch innerhalb der Familie. Sonst tanzen sie einem endgültig auf der Nase herum.





