Während unsere Kinder und Enkel in einer kleinen Wohnung leben, genießen die Eltern meines Schwiegersohns ihr Leben in einer großzügigen Wohnung – ein Erfahrungsbericht über familiäre Unterstützung, enttäuschte Erwartungen und unfaire Verhältnisse

Während die Kinder und Enkel in einer kleinen Wohnung leben, genießen die Eltern meines Schwiegersohns ihr Dasein in einer großzügigen Altbauwohnung irgendwo zwischen den endlosen Alleen Berlins und geheimnisvollen Kanälen des Traums.

Meine Tochter, Lorelei, hat geheiratet, doch leider haben wir kein Glück mit unserem Schwiegersohn, Moritz, und dessen Eltern. Für unsere Kinder geben wir alles, doch sie bekommen von ihrer anderen Familie kaum mehr als ein laues Wort im Traumwind. Acht Jahre sind vergangen seit der Hochzeit, und noch immer verheddern wir uns im klebrigen Netz dieser Familie.

Als das Thema Wohnung auftauchte, bezogen seine Eltern sofort Stellung Wir haben damit nichts zu tun, er ist unser Sohn, aber hieß es wie aus einer fremden Zeitung. Wir waren gezwungen, unsere schöne, warme Klinkerwohnung aufzugeben. Die roten Ziegel, das knarzende Parkett alles für ein neues Zuhause für Lorelei und Moritz. Wir renovierten, kauften Möbel, füllten die Zimmer mit Plüsch und Farben; die Hilfe von seiner Seite blieb ein blasses Gespenst.

Ich helfe auch mit den Enkeln. Lorelei ist gerade im Mutterschutz mit dem Baby, die Ältere, Anneliese, geht in die erste Klasse. Ich fahre sie morgendlich quer durch einen Nebelschleier zur Schule. Lorelei schafft das morgens nicht allein: Ein Kind wecken, anziehen, losziehen in den trüben Berliner Morgen alles in einer Stunde. Mein Mann und ich wechseln uns ab, in diesem endlosen Schleifen-Traum um die Enkel.

Die Eltern meines Schwiegersohns schauen wie Statuen auf uns herab, als gehörten sie nicht hierher. Sie tun so, als wäre das alles ein Märchen, das sie nichts angeht. Ich frage mich im Nebel: Wie kann man als Großeltern so gleichgültig sein?

Schon zur Hochzeit war es so. Stellt euch vor, dem eigenen Sohn nicht einmal einen einzigen Euro zur Feier dazuzugeben! Ich rief damals an, um über die Hochzeit zu sprechen, doch sie sagten nur: Wer weiß, vielleicht lassen sie sich in einem Monat schon wieder scheiden. Die Statistik sagt doch, 70% trennen sich gleich am Anfang!

Am Ende machten mein Mann und ich das Fest alleine. Wir schenkten den Kindern eine kleine Wohnung als Nest. Die anderen waren fremd auf ihrer eigenen Hochzeit und schoben ein Kuvert mit mageren 50 Euro rüber. All das Geld im Traum zerfloss.

Und dennoch, Moritz, der Schwiegersohn, stellte Forderungen. Die Wohnung hatten wir ihnen vor acht Jahren gekauft eine Einzimmerwohnung, eigentlich genug für zwei. Zwei Kinder später ist es natürlich zu eng.

Ich denke, Moritz sollte sich mehr anstrengen. Ich sage: Vielleicht könnten deine Eltern euch ein wenig helfen? Er aber winkt ab: Nein, ich kann das nicht verlangen.

Ich biete an, es selbst zur Sprache zu bringen, doch Moritz verbietet mir sogar, das Thema überhaupt zu erwähnen. Ich wundere mich: Die eigenen Eltern darf man nicht fragen, aber fremde Schwiegereltern kann man ausschöpfen? Acht Jahre lang hat er bei uns genascht, statt selbst die Taschen zu füllen. Andere finden doch auch Wege zu einer Wohnung! Ich sage du bist doch jung, finde einen Nebenjob, geh doch für eine Zeit nach Österreich arbeiten!

Er behandelt Lorelei genauso, ruft sie an und beschwert sich, warum ich mich einmische. Er meint, Schwiegereltern könne man nicht ändern die würden eben nicht helfen.

Ich bin verbittert: Sie leben sorglos, fahren zur Kur in die Sächsische Schweiz; aber laut Moritz darf niemand etwas Kritisches sagen. Was für ein liebevoller Sohn! Aber für Schwiegermutter und Schwiegervater kein Gefühl.

Mitten im Traumflur tanzt das Leben der einen, während die anderen in zu kleinen Räumen träumen.

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Homy
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Während unsere Kinder und Enkel in einer kleinen Wohnung leben, genießen die Eltern meines Schwiegersohns ihr Leben in einer großzügigen Wohnung – ein Erfahrungsbericht über familiäre Unterstützung, enttäuschte Erwartungen und unfaire Verhältnisse
Der fremde Enkel.