Es tut mir leid um das Kind, aber deine Ex-Frau werde ich nicht mehr durchfüttern!
Es war vor etlichen Jahren, als mein Mann mir eines Abends beim Abendessen berichtete:
Liebling, dieses Jahr müssen wir wohl den Gürtel enger schnallen.
Ich blickte sofort auf.
Wieso? Was ist passiert?
Er seufzte und begann mir von Schwierigkeiten in der Firma zu erzählen, von Sanktionen, von gekürzten Gehältern. Er sagte mir, sein Einkommen sei um beinahe dreißig Prozent gesunken. Dabei sprach er so ruhig, als würde es nur ein vorübergehendes Ärgernis sein.
Ich rechnete währenddessen im Kopf: Baufinanzierung. Rechnungen. Unterhalt.
Das heißt, von deinem Gehalt bleibt kaum etwas übrig, meinte ich besorgt.
Er zuckte nur die Schultern.
Wir schaffen das schon.
Dann müssen wir eben sparen. Fleisch gibt es nur noch zu Feiertagen, erwiderte ich entschieden.
Wir waren damals seit drei Jahren verheiratet. Für ihn war es die zweite Ehe. Aus seiner ersten Ehe hatte er einen Sohn. Er zahlte regelmäßig den Unterhalt und sah ihn oft an den Wochenenden. Spaziergänge, Cafés, Zoo alles kostete Geld.
Nachdem sein Gehalt gekürzt worden war, kam er eines Tages bedrückt zu mir:
Kannst du mir etwas Geld leihen? Morgen sehe ich meinen Sohn.
Ich gab es ihm ohne Diskussion. Danach wieder. Und wieder. Monatelang finanzierte ich seine Treffen mit dem Kind. Ich wollte nicht, dass der Junge leidet.
Bis ich eines Tages ein Telefonat mit anhörte.
Welcher Kredit, reicht dir das denn nicht? Nimm bloß keinen weiteren auf! zischte er ins Handy.
Vor der Tür blieb ich stehen. Er sprach mit seiner Ex-Frau.
Ich stellte keine Fragen. Ich kannte ihn gut genug: Die Wahrheit käme ans Licht, wenn er bereit war.
Wenige Tage später sah ich eine Benachrichtigung von der Bank auf seinem Handy. Sein volles Gehalt war eingegangen.
Matthias, du hast dein Gehalt bekommen!, sagte ich.
Er erschrak, begann herumzudrucksen, die Firma würde sich erholen. Ich schlug vor, Essen zu bestellen und das zu feiern. Doch er wirkte bedrückt. Irgendetwas stimmte nicht.
Ein paar Tage darauf wollte er wieder Geld von mir.
Wofür denn? Du hast doch Gehalt bekommen!, fragte ich.
Da brach er zusammen.
Ich habe dich angelogen. Mein Gehalt wurde nicht gekürzt. Ich habe einen Teil davon meiner Ex-Frau gegeben, damit sie ihren Autokredit bezahlen kann.
Mir kochte das Blut.
Ich spare, gebe dir Geld für euer Kind, und du bezahlst ihrer Ex das Auto ab?!
Er begann zu erklären, wie sie kaum über die Runden komme und das Kind darunter leide.
Ich sah ihn fest an.
Das Kind tut mir leid. Aber für deine Ex-Frau zahle ich nicht. Entweder hörst du sofort damit auf, oder wir lassen uns scheiden. Kauf lieber dem Jungen etwas, anstatt ihr Auto abzustottern.
Er senkte den Blick. Widerspruch kam keiner.
Von diesem Tag an flossen keine Cent mehr aus unserem Familienbudget zu ihr.
Und du wie siehst du das? Wo endet die Verantwortung fürs Kind und wo beginnt die Manipulation des Ex-Partners? Würdest du genauso handeln?





