Er weigerte sich, seine schwangere Freundin zu heiraten – seine Mutter stärkte ihm den Rücken, doch sein Vater stellte sich hinter das ungeborene Enkelkind.

Ich weigerte mich, meine schwangere Freundin zu heiraten. Meine Mutter stellte sich hinter mich, doch mein Vater hielt zu dem ungeborenen Kind.
Papa, ich muss dir was erzählen. Die Nachbarin, Friederike sie ist schwanger. Von mir sagte ich, als ich zur Tür reinkam.
Mein Vater, Heinrich, blieb einen Moment wortlos stehen, dann sagte er ruhig:
Dann heirate sie.
Bist du verrückt? Ich bin noch jung, das ist doch kein Alter, um eine Familie zu gründen. Außerdem sind Friederike und ich nicht mal richtig zusammen
Ach ja? Heinrich verzog den Mund zu einem kühlen Lächeln. Also für ein Abenteuer reicht es zum Mannsein, aber wenns um Verantwortung geht, bist du plötzlich wieder ein Junge. Aha. Er drehte sich um und rief laut: Ursula! Komm mal her!
Meine Mutter Ursula kam in die Küche, wischte sich die Hände am Küchentuch ab:
Was gibts denn?
Hör zu. Unser Sohn hat die Nachbarstochter, Friederike, geschwängert und jetzt will er sie nicht heiraten. Er will sich drücken wie ein Feigling.
Ursula zuckte kaum. Ihr Blick wurde hart:
Er hat auch recht so. Warum soll er gleich die Erste ins Haus holen? Die jungen Frauen heutzutage sind gerissen: Sie suchen sich einen, der was hat, werden schwanger und wollen dann geheiratet werden. Am Ende ist das Kind vielleicht gar nicht seins. Sollen die doch erstmal nen Vaterschaftstest machen. Außerdem, man darf Sebastian, er ist ein Mann, nicht so unter Druck setzen. In dem Alter kann man kaum Nein sagen. Aber uns kann niemand zwingen, fremde Kinder großzuziehen.
Heinrich atmete tief aus und murmelte:
Und wenns wirklich sein Kind ist?
Und? Müssen wir deswegen gleich die Verantwortung für alles übernehmen? Lass erstmal testen, dann sehen wir weiter.
Sie ging zurück ins Wohnzimmer und ließ Heinrich mit mir allein.
Weißt du, Sebastian, ich war auch mal jung sagte mein Vater. Ich habe eine geliebt, aber eine andere geheiratet. Nicht aus Liebe, sondern aus Pflicht. Weil es dazugehört, auch zu seinen Taten zu stehen. Deine Mutter war damals schwanger und ich wusste nicht, ob ich es schaffe, aber eines wusste ich immer: Das Kind konnte ja nichts dafür. Mein Blut, mein Gewissen. Und weißt du was? Ich habe es nie bereut, geblieben zu sein.
Drei Monate vergingen. Der Vaterschaftstest war eindeutig: Mit 99,9% Wahrscheinlichkeit war ich der Vater von Friederikes Kind.
Na und? zischte meine Mutter Ursula, als Heinrich ihr das Schreiben auf den Tisch legte. Klar, es ist sein Kind. Aber deswegen holt Friederike trotzdem nicht ihr Köfferchen und zieht hier ein. Das kommt nicht in Frage!
Ich blieb sitzen, wich dem Blick meines Vaters aus. Meine Haltung zeigte klar, dass ich auf Mutters Seite war. Ich ballte die Fäuste, aber sagte kein Wort.
Heinrich stand langsam vom Tisch auf.
Wenn ihr beide euch entschieden habt, dann hört jetzt meine Entscheidung an.
Seine Stimme klang ruhig, aber fest:
Solange ich lebe, wird mein Enkelkind nicht Not leiden. Ich kaufe ihm ein Grundstück, baue ein Haus, und alles, was ich mir erarbeitet habe, soll diesem Kind gehören meinem Blut. Ihr beide könnt auf meine Unterstützung nicht länger zählen. Ich schäme mich für euch. Sebastian, ab heute bist du nicht mehr mein Sohn. Keinen Cent werdet ihr von mir sehen. Alles, was ich habe, geht an meinen Enkel.
Ursula platze der Kragen:
Bist du komplett verrückt geworden? Du willst deinen eigenen Sohn enterben?
Heinrich ging, ohne etwas zu erwidern. Er achtete weder auf ihre lauten Worte noch auf die Tränen in ihren Augen. Ich saß da wie versteinert, konnte kaum fassen, was soeben passiert war. Tief in mir wusste ich aber: Wenn Heinrich so spricht, dann meint er es ernst.
Heute, nach all dem, habe ich erkannt: Verantwortung kann man nicht weglaufen. Wirklich erwachsen wird man nicht, wenn man das Leben feiert, sondern wenn man zu den Folgen seiner Taten steht. Das war die Lektion meines Vaters und sie bleibt mein Lehrstück fürs Leben.

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Homy
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Er weigerte sich, seine schwangere Freundin zu heiraten – seine Mutter stärkte ihm den Rücken, doch sein Vater stellte sich hinter das ungeborene Enkelkind.
Jeden Tag tritt eine alte Dame in den Innenhof unseres Wohnhauses. Sie ist etwa achtzig Jahre alt und stets ordentlich und geschmackvoll gekleidet.