Ich erkannte meine Fehler und wollte nach 30 Jahren zu meiner Ex-Frau zurückkehren – doch es war längst zu spät…

Ich habe meine Fehler erkannt und wollte nach 30 Jahren zu meiner Ex-Frau zurück aber da war es längst zu spät
Mein Name ist Bernd Schneider und ich lebe in einer kleinen, regnerischen Ecke von Niedersachsen, wo die Tage so grau sind wie die Giebel unserer Reihenhäuser. Ich bin 52 Jahre alt, habe nichts vorzuweisen keine Frau, keine Familie, keine Kinder, nicht mal mehr einen Job. Nur Leere, wie ein alter Dachboden, auf dem es zieht. Ich habe all das mit meinen eigenen Händen gegen die Wand gefahren, und jetzt stehe ich auf den Trümmern meines Lebens, betrachte den Abgrund, den ich selbst so hingebungsvoll gegraben habe.
Fast drei Jahrzehnte war ich mit meiner Frau Gertrud verheiratet. Ich war der klassische Versorger Arbeit, Gehalt, alles auf mich genommen, während sie sich um Haushalt und Kinder kümmerte. Mir gefiel die Vorstellung, sie zu Hause zu haben, ganz für mich allein. Doch mit der Zeit fingen mich die kleinen Eigenheiten an zu nerven ihre Fürsorglichkeit, ihr Tee am Nachmittag, ihr ewiges Zieh dir eine Jacke an, Bernd!. Die Liebe wurde immer schwächer, schleichend ausgelaugt von Alltag und Routine. Ich glaubte, das müsse so sein am Ende ist deutsche Ehe ja schon sprichwörtlich ein Marathon, kein 100-Meter-Sprint. Ich fühlte mich pudelwohl in dieser grauen Beständigkeit. Bis mir das Schicksal dann doch ein Bein stellte.
Eines Abends, im Brauhaus an der Ecke, lernte ich Frauke kennen. Sie war 32, glatte zwanzig Jahre jünger als ich charmant, lebendig, und sie roch nach Abenteuern, nicht nach Filterkaffee. Es schien, als hätte ich (endlich!) ein Upgrade vom All-Inclusive-Ferienhaus auf einen aufregenden Roadtrip bekommen. Bald gingen wir regelmäßig zusammen aus, und innerhalb weniger Wochen wurde sie zu meiner Geliebten. Zwei Monate führte ich ein Doppelleben, dann kam der Punkt: Ich wollte nicht mehr nach Hause zu Gertrud. Zumindest dachte ich das Ich bildete mir ein, in Frauke die große Liebe gefunden zu haben. Ich wollte sie heiraten! Ja, jawohl, ein zweiter Frühling; endlich ein bisschen Drama!
Mit einer Mischung aus schlechtem Gewissen und idiotischem Stolz beichtete ich Gertrud die ganze Geschichte. Sie schrie nicht, warf kein Geschirr schaute mich nur mit diesen riesigen, traurigen Augen an. Ich dachte, sie sei schon lange innerlich ausgestiegen. Heute weiß ich, wie sehr ich sie verletzt habe. Wir ließen uns scheiden. Die Wohnung unserer Kinder Klaus und Jannik verkauften wir. Frauke bestand darauf, dass ich Gertrud keinen einzigen Cent meiner Ersparnisse anbot. Klar, hab ich gemacht, wie mir befohlen: Meine Hälfte, neues, schickes Zwei-Zimmer-Apartment in Hannover für Frauke Gertrud bekam ein winziges Ein-Zimmer-Appartement ohne Balkon. Unterstützung? Kein Gedanke. Ich wusste, wie schlecht es ihr ging, hatte auch noch ein bisschen Triumphgefühl dabei. Die Jungs zogen die Reißleine. Vater, du bist ein Verräter!, hieß es, danach: absolute Funkstille. Damals war mir das alles egal, ich hatte meine neue Liebe und schmiedete Zukunftspläne.
Frauke wurde schwanger. Ich war hibbelig wie ein Kaffeetrinker am Sonntagmorgen, voller Vorfreude. Doch als unser Sohn geboren wurde, dachte ich schon nach dem ersten Schrei: Hmmm Der sieht aber Also. Die Nachbarn tuschelten, mein Bruder warnte mich, doch ich hielt an meinem neuen Glück fest. Die Beziehung verwandelte sich langsam in einen deutschen Albtraum. Ich arbeitete mir einen Wolf, während Frauke nur noch Forderungen stellte, abends gerne verschwand und morgens nach Schnaps roch. Zu Hause: Chaos, Kühlschrank leer, Streit um Zahnpastatuben. Am Ende verlor ich meinen Job Burn-out, Rage, alles im Gepäck.
Drei Jahre hielt ich diesen Irrsinn durch, bis mein Bruder mir ein DNA-Test-Kit hinstellte. Ergebnis? Klarer als die Berliner Luft: Der Kleine war nicht mein Sohn. Bums. Noch am selben Tag ließ ich mich von Frauke scheiden. Sie verschwand, räumte meine Wohnung leer, und ließ mich mit dem Restmüll meines Lebens zurück. Da wurde selbst ich wach spät, aber wenigstens ehrlich.
Ich kaufte einen Strauß Tulpen, eine Flasche guten Riesling und eine Packung Donauwellen, und stand wie ein treudoofer Dackel vor Gertruds Tür. Sie lebte da schon gar nicht mehr; der neue Besitzer schob mir einen Zettel mit ihrer Adresse zu. Also tapste ich voller Hoffnung zu ihrer neuen Wohnung. Die Tür öffnete ein fremder Mann. Gertrud hatte sich einen Job gesucht, einen netten Kollegen geheiratet, und sie sah glücklicher aus als in den 30 Jahren an meiner Seite. Ich war überflüssig geworden, endgültig.
Später traf ich sie zufällig im Café; da bin ich sogar auf die Knie, habe die peinlichsten Liebesschwüre gestammelt. Sie schaute mich an, als sei ich eine Zeitungsente auf der ersten Seite, steht auf und geht kein Wort, kein Lächeln.
Heute weiß ich, wie unglaublich dämlich ich war. Warum habe ich Gertrud, meine Frau aus all den Jahren, im Stich gelassen? Warum habe ich unsere Familie für einen Frühling eingetauscht, der nicht mal ein Osterfeuer wert war? Wegen einer Illusion, einer Portion Ego und ein bisschen falschem Herzklopfen.
Ich bin jetzt 52, und fühle mich wie ein leerer Koffer auf dem Gepäckband des Lebens. Die Söhne? Reagieren nicht auf meine Anrufe. Mein Job? Weg, wie der Pfennig. Mein Leben, meine Familie alles verloren, und schuld bin einzig und allein ich.
Jede Nacht träume ich von Gertrud; ihre ruhigen Augen, ihre Stimme, ihr leises Kichern beim Tatort am Sonntag. Dann wache ich auf, im kalten Nichts, und begreife: Ich wars, der sie aus dem Leben vertrieben hat. Sie wartet nicht, sie vergibt nicht, und ich verdiene beides auch nicht. Mein Fehler ein eingebranntes Mal auf der Seele.
Manchmal wünschte ich, ich könnte zurückspulen. Aber das Leben ist kein Kassettenrekorder, und mein einziger Begleiter ist das Bedauern. Ich spaziere durch die Straßen von Hannover wie ein Geist, auf der Suche nach dem, was ich selbst in Schutt und Asche gelegt habe. Mir bleibt nichts. Gar nichts außer Reue, die festklebt wie Kaugummi am Schuh. Ich habe alles zerstört. Und muss jetzt selbst damit leben.

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Homy
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