Mein Mann ist feiern gegangen und hat mich mit drei Kindern allein gelassen
Findest du wirklich, dass diese Krawatte zu Jeans passt? Oder soll ich doch lieber das blaue Hemd anziehen, das du mir zum Geburtstag geschenkt hast? Timos Stimme klang aus dem Schlafzimmer ganz harmlos, als wäre das, was gerade in unserer Wohnung passierte, kein mittelgroßes Chaos, sondern der reinste Kindergeburtstag.
Saskia, die in der Küche bis zu den Ellbogen im Spülwasser stand, während sich der dreijährige Lennart wie ein Klammeräffchen an ihrem linken Bein festhielt, seufzte und zählte innerlich bis fünf. In der Pfanne zischte das Zwiebelgemisch für die Suppe bedrohlich, im Ofen braune das Kasseler vor sich hin, und der siebenjährige Paul tobte im Wohnzimmer, wo er gerade mit viel Krawall aus den Sofakissen eine Mauer baute natürlich nur, um sie anschließend wieder einzureißen.
Timo! rief sie laut, um das Geräusch der Dunstabzugshaube zu übertönen. Ist doch völlig egal, welche Krawatte! Wir feiern doch sowieso nur zu Hause. Du, ich und die Kinder. Wo willst du da überhaupt ne Krawatte tragen?
Der Gatte erschien im Türrahmen. Frisch rasiert, Haar perfekt, ein Hauch von teurem Eau de Toilette wie das Titelmodell eines Familienmagazins, nicht wie jemand, der mit uns in diesem chaotischen Spielzeug-Museum lebt. Saskia fühlte sich plötzlich noch schlapper als ohnehin schon. Der zerzauste Dutt, das uralte T-Shirt mit dem Breifleck und die Augenringe, gegen die keine Creme dieser Welt anstinken konnte, machten sich jetzt noch deutlicher bemerkbar.
Mensch, Saskia, ist doch schließlich Silvester! Timo breitete die Arme theatralisch aus. Da kann ich doch nicht in Jogginghose rumsitzen. Muss doch zur Stimmung passen.
Zur Stimmung passt, wenn du mir hilfst, den Kartoffelsalat vorzubereiten, murmelte sie und zog sich das weinende Kind vom Bein. Lennart, geh mal zu Papa. Der repariert dir jetzt die Feuerwehr.
Timo wich den ihn umklammernden Marmeladenhänden gekonnt aus.
Also, Saskia, ich muss dir was sagen, begann er, während er sich den Hemdkragen zurechtzupfte und demonstrativ auf den Boden schaute. Der Florian hat gerade angerufen na, du kennst ihn doch, von meiner Arbeit. Die Jungs treffen sich da nachher kurz, um das Jahr ausklingen zu lassen. Ganz harmlos! Zwei, drei Stündchen, ein bisschen quatschen, Kollegen beschenken und dann bin ich spätestens um acht wieder zu Hause!
Saskia erstarrte. Der Kochlöffel verharrte in der Luft.
Beim Florian? wiederholte sie leise. Timo, es ist sechs Uhr abends. Wir haben drei Kinder. Lennart quengelt, der zahnt wahrscheinlich wieder. Paula will, dass ich ihr die Haare flechte. Paul hat das Wohnzimmer zerlegt. Und ich stehe seit dem Morgen in der Küche. Welcher Florian?!
Mensch, mach doch keinen Staatsakt Timo verzog das Gesicht, als hätte er Zahnschmerzen. Die Kinder spielen, das Essen ist fast fertig. Was gibts denn hier noch groß zu tun? Und ich geh ja nicht saufen, nur kurz Kollegen hallo sagen. Weißt du, wie wichtig das für meinen Job ist! Beziehungen und so. Willst doch auch, dass ich ordentlich Geld heimbringe, oder?
Ich will, dass du eben nicht nur Teilzeit-Gast bist, sondern richtig Ehemann UND Vater, Saskia schluckte und merkte, wie ihr die Tränen hochkamen. Letztes Jahr wars doch genauso: Kurzer Besuch beim Nachbarn, und du kamst fünf Minuten vor zwölf an, sturzbetrunken. Und ich hab die Kinder allein ins Bett gebracht.
Jetzt fang nicht wieder damit an! knurrte Timo genervt und zog sich die Schuhe an. Immer dieser Rückblick Ich hab doch versprochen, zurückzukommen! Bin um acht wie eine Eins hier. Und ich bring noch Mandarinen mit, versprochen. Also, schmoll nicht das gibt Falten.
Er drückte ihr einen halbherzigen Kuss auf die Wange und schwupps! war die Tür zu. Saskia blieb allein stehen. Für eine Sekunde war es still. Dann brach Lennart in einen veritablen Heulkrampf aus, weil ihm auffiel, dass Papa nicht zurückkam.
Mama! brüllte Paul durchs Wohnzimmer. Paula hat meinen Turm kaputt gemacht!
Hab ich gar nicht! Er ist einfach selbst draufgefallen! zeterte die zehnjährige Paula zurück.
Saskia schloss kurz die Augen. Am liebsten hätte sie sich auf den Boden gesetzt, zwischen Krümeln und Breiflecken, und zusammen mit Lennart einfach losgeheult. Aber sie war Mutter und Mütter dürfen keine Nerven verlieren, erst recht nicht, wenn bis Mitternacht noch sechs Stunden Zeit, aber der Heringssalat noch nicht mal ansatzweise angefangen ist.
Sie nahm den Kleinsten auf den Arm, sog den vertrauten Duft von Apfelshampoo und warmer Milch ein und atmete tief durch.
So, jetzt reichts! sagte sie betont gelassen. Papa hat kurz was zu erledigen, der kommt wieder. Und wer hilft Mama jetzt, Rote Bete zu schnippeln? Hände werden heute ganz rot wie bei kleinen Vampiren!
Paul stand sofort in der Küche, Zoff mit der Schwester vergessen. Die Aussicht, einmal etwas Unfug anstellen zu dürfen, fand er verlockend.
Die nächsten zwei Stunden waren ein einziger Wirbel. Saskia fühlte sich wie ein Jongleur im Hamsterrad: mit einer Hand schnitt sie Gemüse, mit der anderen putzte sie Nasen und mit der dritten (imaginären) rührte sie Soße um. Die Kinder halfen eher wenig aber immerhin beschäftigte sie das und es gab keinen weiteren Kissenkrieg. Paula übernahm verantwortungsvoll das Tischdecken und legte die Servietten mit Tannenbäumchen akribisch zurecht.
Um acht war der Tisch gedeckt, die Kinder gewaschen und in ihre schicken Anziehsachen gestopft nur Timo war nirgends zu sehen. Saskia blickte auf die Uhr. Der Zeiger kroch um neun.
Sie griff zum Handy. Das Freizeichen zog sich in die Länge. Auf dem fünften Ton wurde abgehoben. Im Hintergrund hörte man Gläserklirren, Gelächter und die typische Musik aus deutschen Après-Ski-Schuppen.
Hallo, Saskichen! Timos Stimme hätte einen Hund zum Schwänzeln gebracht. Definitiv nicht nüchtern.
Wo bist du? Saskias Stimme war eiskalt. Du wolltest um acht hier sein. Die Kinder warten. Wir haben noch nicht mal angefangen zu essen.
Ach du hier is so nett! gröhlte er zurück. Der Florian hat ein Buffet gemacht, tolle Stimmung Und jetzt ist auch noch der Chef aufgetaucht, da kann ich doch nicht einfach abhauen. Gib mir noch ne halbe Stunde, ja? Fangt doch schon mal ohne mich an. Die Kinder sollen nach Plan schlafen. Ich komm bald, Ehrenwort!
Timo, das ist wirklich das Letzte, sagte sie, aber er hatte schon aufgelegt.
Saskia blickte auf ihre drei. Lennart hockte auf dem Tripp-Trapp und nagte am Zwieback, Paul zupfte an seiner Fliege herum, und Paula verstand sowieso längst alles und schenkte ihr einen mitleidigen Blick.
Papa kommt später? fragte Paula leise.
Ja, mein Schatz. Papa hat wichtige Geschäftsverhandlungen, Saskia log und der Satz schmeckte bitterer als abgelaufener Senf. Okay, los gehts. Wer will ein Käsehäppchen mit Kaviar?
Sie setzten sich zu Tisch. Saskia Witzelte, drehte Kinderlieder auf, veranstaltete Ratespiele aber innerlich klaffte ein Loch. Sie sah auf den leeren Stuhl am Tischende, die extra für den Papa bereitgestellte Serviette, das liebevoll gekochte Fleisch, das langsam kalt wurde. Und spürte, wie die einst felsensichere Liebe für diesen Mann langsam zerfiel wie in ihren Händen verrinnender Sand.
Er hatte sie nicht gewählt. Am wichtigsten Familienfest des Jahres zog er die Gesellschaft von Florian, Chef und zu viel Bier der eigenen Familie vor. Sie kämpfte allein mit Alltag, Erschöpfung und Kindermondstimmung.
Um zehn bekam Lennart eine Superkrise. Völlig überdreht, rieb er sich die Augen und schrie. Saskia trug ihn ins Schlafzimmer, wiegte ihn ewig auf dem Arm und sang leise ein Schlaflied. Im schummrigen Licht der Lichterkette kullerten dann doch stumme Tränen über Saskias Wangen. Es waren keine Selbstmitleidstränen, sondern Wuttränen: darauf, immer wieder dieselbe Nummer mitzuspielen, an Versprechungen zu glauben, nur um wieder im Stich gelassen zu werden.
Als Lennart schlief, ging sie ins Wohnzimmer zurück. Paul war auf dem Sofa während Dinner for One halb eingeschlafen.
Mama, kommt Papa, wenn das Christkind die Geschenke bringt? nuschelte er verschlafen.
Klar, Schatz. Leg dich schnell hin, das Christkind kommt nur, wenn alle Kinder schlafen. Morgen früh gibts dann Magie unterm Baum.
Paul ab ins Bett. Saskia kehrte zu Paula zurück, die am Fenster saß und auf das Feuerwerk draußen schielte.
Kommt er nicht mehr, Mama? fragte sie, ohne sich umzudrehen. Mit zehn schon viel zu erwachsen.
Doch, aber spät, gab Saskia ehrlich zurück und setzte sich neben sie. Weißt du, Paula, manchmal benehmen sich Erwachsene blöder als Kinder und vergessen, was wirklich wichtig ist.
Ich heirate nie, erklärte Paula fest. Wer will schon so warten?
Saskias Herz krampfte sich zusammen. Das war das Vermächtnis ihres Vaters: die bittere Lektion der Enttäuschung.
Nicht alle Männer sind so, mein Schatz. Irgendwann begegnet dir sicher ein Guter. Und wenn nicht, wirst du trotzdem glücklich ganz alleine. Wichtig ist: Lass dich niemals als Fußabtreter benutzen. Nicht einmal aus Liebe.
Sie hockten verschlungen auf dem Sofa bis halb zwölf. Das Handy blieb stumm. Saskia rief nicht nochmal an. Sie hatte für sich entschieden.
So, jetzt holen wir das Kindersekt raus! beschloss sie. Feiern wir. Wir sind hübsch, schlau und haben massenhaft leckeres Essen. Wir lassen uns den Abend nicht verderben von jemandem, der vergessen hat, wie wichtig Familie ist.
Also stießen sie mit Limonade in Sektgläsern an, hängten sich Lametta um, drehten Musik laut und tanzten mitten im Wohnzimmer. Knabberten Mandarinen ohne Tischmanieren. Um zwölf schrieben sie Wünsche auf Papier, verbrannten sie feierlich in einer Schale und kippten (alle Sicherheitsregeln beachtend) die Asche in den Limo.
Saskia wünschte sich nur eins: Freiheit.
Um eins schlief Paula ein. Saskia blieb allein zurück. Es war unwirklich still, nur die Lichter am Baum blinkten. Der Tisch war halb leer, der Kartoffelsalat wurde langsam schütter.
Sie begann, in Ruhe abzuräumen. Stapelte die Teller in die Spülmaschine, schob das Fleisch in Vorratsdosen. Dann trug sie Timos Stuhl in die Küche ganz bis in die Ecke. An seiner Stelle drapierte sie eine große Obstschale. Symbolisch. Platz für Nahrhafteres und Schöneres.
Dann ging sie zum Flur. Der Haustürschlüssel war ein Sicherheitsschloss, dazu gab es noch einen soliden Riegel eine ausladende, schwere Eisenkrampe, die von außen keine Chance ließ. Sie benutzten die nie, aber heute schob Saskia den Riegel mit Nachdruck bis zum Anschlag vor.
Sie duschte lange, ließ Küche und Kummer von der Haut spülen, zog ihren Lieblingspyjama an und legte sich ins breite, frisch bezogene Bett. Erstmals seit Jahren verbrachte sie Silvester alleine und das war so angenehm groß und leer, dass es fast schon Luxus war.
Irgendwann gegen vier Uhr morgens hörte sie Gefummel am Schloss. Jemand versuchte hartnäckig, den Schlüssel umzudrehen, drückte gegen die Tür, dann ein leises Klingeln. Zaghaft.
Saskia machte die Augen auf, blieb aber liegen.
Das Klingeln wurde drängender, dann vibrierte ihr Handy auf dem Nachttisch. Sie drehte es langsam um und ignorierte es.
Hinter der Tür hörte man ein gepresstes Schimpfen, dann dumpfes Klopfen. Nicht laut Timo hatte Angst, die Nachbarn könnten aufwachen und sein Image ruinieren.
Saskia! Saskiiia, schläfst du? Mach auf, bins! Der Schlüssel klemmt! Seine Stimme war durch die Doppeltür gedämpft und leicht weinerlich.
Saskia stand auf, warf sich einen Bademantel über und ging barfuß zum Flur. Sie schaltete kein Licht ein und blieb hinter der Tür stehen.
Saskia, komm schon, ich hör dich laufen! Mach auf, es zieht hier! Er klang wie ein beleidigtes Kind.
Ich mache nicht auf, sagte sie laut und deutlich.
Stille. Timo stockte.
Wie, was? Bist du jetzt komplett verrückt geworden? Ich bin dein Mann! Das ist auch meine Wohnung!
Der Mann hätte um acht zuhause sein müssen, antwortete Saskia ruhig. Jetzt ist es vier. Hier wohnen ich und die Kinder. Betrunkenen, fremden Männern öffne ich hier nicht die Tür.
Ich bin nicht besoffen, Mann! Haben halt ein bisschen gefeiert! Jetzt übertreib mal nicht! Mach auf, muss aufs Klo! Will pennen!
Dann geh zu Florian. Oder deinem Chef. Die haben bestimmt ein Gäste-WC.
Saskia! Das ist doch nicht dein Ernst! Ich hab doch die Schlüssel! Das ist auch MEIN Zuhause!
Stimmt deine Wohnung. Aber meine Familie. Und ich will nicht, dass die Kinder morgen Früh den Papa sehen, der nach Schnaps und fremden Parfüm riecht und auf dem Salat pennt. Du kommst morgen wieder! Nüchtern dann reden wir.
Du wirst das bereuen! brüllte Timo. Ein dumpfer Tritt gegen die Tür nicht zu laut, war ja schließlich ein ordentlicher Mensch.
Gute Nacht, Timo, sagte sie und ging ins Schlafzimmer zurück.
Ihr Herz hämmerte, doch die Hände waren ruhig. Sie kuschelte sich ins Bett. Sie dachte, er würde Sturm klingeln aber nach fünf Minuten wurde es still. Wahrscheinlich suchte er einen Schlafplatz im Auto oder auf der Fußmatte. War ihr schnuppe. Das Mitleid war irgendwo zwischen zehntem Anruf und dem Satz: Der Chef ist jetzt da gestorben.
Der Morgen des ersten Januar war sonnig und knackig kalt. Die Kinder stürmten an den Baum, um Geschenke auszupacken. Kreischen, Papier rascheln, fröhliches Lachen.
Mama, schau mal, Lego!
Und ich hab eine Puppe!
Saskia kochte sich Kaffee und genoss das Chaos. Um neun Uhr wurde geklingelt. Diesmal ganz brav.
Sie öffnete den Riegel. Auf der Matte stand Timo zerknautscht, Augen rot, das Hemd von gestern mit einem mysteriösen Fleck, der nach Rotwein oder Currywurst aussah. Die Krawatte hing schief aus der Tasche. Er machte wirklich keinen Stich.
Toll hast du das gemacht röchelte er hab die Nacht im Auto gepennt. Kalt wie ein Hund wars. Mitgefühl scheint dir fremd zu sein.
Er wartete auf Entschuldigungen, das übliche Programm: Er baut Mist, sie regt sich auf, er dreht den Spieß um, sie fühlt sich schuldig, entschuldigt sich. Heute nicht.
Saskia nippte an ihrem Kaffee.
Die Kinder sind im Wohnzimmer, sagte sie sachlich. Wasch dich einmal, Zähne putzen. Und hau ihnen nicht deinen Geruch um die Ohren. Danach gehts ans Besprechen.
Timo blieb verdattert im Flur stehen.
Was besprechen?
Deinen Sorgerechtsplan. Und die Aufteilung der Sachen. Ich lass mich scheiden, Timo.
Sein Schuh fiel hörbar runter.
Das ist jetzt nicht dein Ernst! Wegen Silvester?! Bisschen gefeiert! Jeder macht mal Fehler! Saskia, das ist doch lächerlich. Wir haben drei Kinder!
Eben, Saskia nickte. Und die brauchen ein besseres Vorbild. Ich will nicht, dass Paul glaubt, so behandelt man Frauen. Und ich will nicht, dass Paula denkt, das wäre normal und müsste so sein.
Wer will dich denn schon mit drei Kindern am Hals?! schmetterte er den Klassiker aller verunsicherten Männer, die merken, dass sie verlieren. Glaubst wohl, es stehen alle Schlange?
Saskia lächelte. Merkwürdig, wie harmlos das jetzt klang.
Ich brauche keine Schlange, Timo. Ich brauche mich und meine Kinder. Im Übrigen bist du hier der Klotz am Bein. Den hab ich viel zu lange mitgeschleppt. Ich bin raus.
In dem Moment kam Paul mit dem neuen Matchbox-Auto in die Küche gerannt.
Oh, Papa ist da! jauchzte er, blieb aber auf Distanz, verzog das Gesicht und gab ein Urteil ab: Papa, du stinkst wie ein Penner vorm Supermarkt.
Paul drehte sich direkt um und sauste zurück zum Baum.
Timo stand im Flur, halb entgeistert, halb beleidigt und blickte Saskia an: nicht als die bequeme Gattin im Hintergrund, sondern als völlig neue, starke und ziemlich unnachgiebige Frau.
Saskia setzte er leise an. Können wir noch mal reden Ich mach das nie wieder
Kaffee steht auf dem Tisch, sagte sie sachlich und ging zurück zu den Kindern. Deine Sachen pack ich dir später zusammen.
Sie ließ sich zu ihren Kindern aufs Wohnzimmer fallen, Lennart kletterte direkt auf ihren Schoß, reichte ihr einen Baustein. Saskia lachte, baute Türme, kuschelte mit Paula. Und Timo stand ratlos in der Tür, starrte auf diese perfekte Momentaufnahme sein eigenes Lebenskunstwerk, das er eigenhändig zerschnitten hatte.
An diesem Tag begriff er, dass der Riegel, der gestern Nacht vorgeschoben wurde, nicht nur aus Eisen war. Und dass kein Schlüssel und kein Strauß Blumen das wieder wettmachen kann. Weil sie nicht mit der Türkette abgeschlossen hatte, sondern mit ihrem Selbstwertgefühl.
Ende. Wenn dir die Geschichte gefallen hat, dann lass ein Herz oder Abo da das freut mich sehr!





